Ukraine Aktuell Nr. 682 (6.1.24/23Uhr)

  • 900 Azov-Kämpfer in Gefangenschaft
  • Neue Angriffswellen der Ukrainer
  • 12 tote Zivilisten nach russischem Terror
  • Einzelne russische Frauen demonstrieren
  • Ende der polnischen Grenzblockade

600 TAGE GEFANGENSCHAFT

Seit 600 Tagen befinden sich mehr als 900 Kämpfer der 12. Spezialbrigade «Azov» in russischer Gefangenschaft. Die Frauen und Männer hatten im Frühling 2022 die Stadt Mariupol und das dortige Gelände der Fabrik «Azovstal» verteidigt und so den Vormarsch der russischen Truppen stark aufgehalten. https://aldrovandi.net/2022/04/17/ukraine-aktuell-17-4-22-2230uhr/

Im September 2023 führten die Russen Schauprozesse gegen einzelne Azov-Verteidiger durch. https://aldrovandi.net/2023/09/28/ukraine-aktuell-nr-582-28-9-23-22uhr/

Die ukrainische Plattform «New Voice» erinnert mit ihrer Kampagne an die Gefangenen und schreibt: «Im Frühjahr 2022 gewannen sie die Zeit für das ganze Land. Es ist die Pflicht eines jeden Ukrainers, sie aus ihrer schrecklichen Gefangenschaft zu befreien.» https://t.me/nvua_official/71038

ANGRIFFE AUF ABSCHUSSBASEN

Gemäss den verfügbaren Informationen haben die vereinten ukrainischen Streitkräfte einen Teil ihrer Aktivitäten neu definiert. Neben verstärkten Angriffen mit Drohnen auf einzelne Soldaten und Ausrüstungen gibt es verstärkte Attacken auf die Krim und die russische Region Belgorod.

Die Angriffe auf die militärischen Anlagen auf der Krim wurden in den letzten Tagen verstärkt. So wurden vor zwei Tagen mehrere Lagergebäude bei Hryshyne und Radaranlagen beim Flughafen Saki zerstört, wie Satellitenaufnahmen zeigen (FOTO) https://t.me/Tsaplienko/45898

Neben der intensivierten Schwächung der Besatzer der Krim, erweitert der militärische Geheimdienst seinen Aktionsradius in der russischen Region Belgorod. Ende letzter Woche wurde dort eine Munitionsfabrik gesprengt. https://aldrovandi.net/2023/12/31/ukraine-aktuell-nr-676-31-12-23-21uhr/

Heute wurden zwei Raketenabschussbasen der Russen bei Belgorod neutralisiert. Ausser Gefecht gesetzt wurden zwei Geschützsysteme «Pantsyr S1». Die Anlagen, welche die Ukraine regelmässig beschoss, kosten pro Stück 10 bis 15 Millionen US-Dollar. https://t.me/insiderUKR/67638

PUTINS LUFTWAFFE GESCHWÄCHT

Zwischen dem 22. und dem 25.Dezember holte die ukrainische Luftabwehr 5 moderne russische Kampfflugzeuge der Typen SU-34 und SU-30 vom Himmel https://aldrovandi.net/2023/12/25/ukraine-aktuell-nr-670-25-12-23-21uhr/. Dies hatte Folgen für die Luftaktivitäten der russischen Armee.

Zu dieser Einschätzung kommt der britische Geheimdienst. Der Abschuss der russischen Flugzeuge störte die Offensivoperationen der Russen auf den ukrainischen Brückenkopf, der sich am linken Ufer der Region Cherson befindet: «Es besteht die reale Möglichkeit, dass der Mangel an Luftunterstützung dazu geführt hat, dass es der 18. Kombinierten Armee der russischen Landstreitkräfte nicht gelungen ist, den Brückenkopf am Dnjepr-Ufer bei Kynky zrück zu erobern», schreiben die Briten.

In den letzten Tagen hat Russland die taktischen Luftangriffe rund um den Brückenkopf erneut verstärkt, allerdings nicht mehr so intensiv wie vor dem Abschuss der Flugzeuge. https://twitter.com/DefenceHQ/status/1743561292097491186

Die Tatsache, dass die Russen weiterhin keine Luftüberlegenheit im Krieg gegen die Ukraine haben, vermindert ihre Kriegsfähigkeiten.

SCHWERE ANGRIFFE AUF POKROVSK

12 Tote, darunter 5 Kinder sind die vorläufigen Folgen des Schlags der Armee Russland gegen den Bezirk Pokrovsk von heute

Die Russen trafen das Gebiet mit S-300-Raketen, töteten 12 Menschen und verletzten 8 weitere. Unter den Trümmern werden weitere Opfer, darunter ein Mädchen vermutet. Um 22 Uhr wurde erneut eine weibliche Leiche geborgen. Die Suche nach 4 vermissten Personen dauert an. (Diverse Quellen)

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj sagte am Abend: «Mein Beileid gilt allen, die Angehörige und geliebte Menschen verloren haben. Der Schlag der Russen richtete sich einfach gegen gewöhnliche Wohngebäude, gegen Privathäuser. Allen Verwundeten wird die nötige Hilfe geleistet. Und Russland muss das Gefühl haben – immer spüren –, dass keiner dieser Angriffe ohne Folgen für den Terrorstaat verlaufen wird. Dafür müssen wir sorgen – mit unserer Stärke, unserer eigenen Verteidigung und unseren politischen Fähigkeiten.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/9114

GROSSANGRIFF BEFÜRCHTET

Die russischen Invasionstruppen haben Gerätschaften mit gegen 40 Kalbr-Marschflugkörpern zusammengezogen. Diese seien bereit und der Generalstab schätze die Gefahr als hoch ein. Das sagte am Abend Natalija Humenjuk, die Sprecherin der ukrainischen Streitkräfte. https://t.me/insiderUKR/67647

Derzeit sind in verschiedenen südlichen Regionen der Ukraine iranische Drohnen vom Typ Shahed 131/136 unterwegs. Die Bevölkerung wird gebeten, die Warnungen ernst zu nehmen und Schutzräume aufzusuchen. https://t.me/UkraineNow/45284

DEMOS VON RUSSEN FRAUEN

Russische Ehefrauen und -Mütter fordern die Demobilisierung ihrer Ehemänner und Söhne. Einige von ihnen versammelten sich in Moskau zur Aktion «Tag der Erinnerung», um Blumen an der ewigen Flamme niederzulegen. Ein paar Mutige gingen mit Protestplakaten zum russischen Verteidigungsministerium.

«Unser Präsident hat 2024 zum Jahr der Familie erklärt, aber wahrscheinlich sind unsere Familien keine Bürger der Russischen Föderation. Oder wir wurden bereits annulliert und zusammen mit unseren Ehemännern abgeschrieben. Deshalb demonstrieren wir mit der Forderung nach der Rückkehr unserer Liebsten.» https://t.me/Pravda_Gerashchenko/84330

FUTTER FÜR HAUSTIERE

In der umkämpften Stadt Avdiivka leben weiterhin ukrainische Zivilisten. Heute übergaben Personen des Hilfswerks «Weisse Engel» 750 Kilogramm Tierfutter den Stadtbewohnern, die sich um die Tiere kümmerten. Darunter ist eine als «Katzenmutter» bezeichnete Frau, die mit 18 ausgesetzten Katzen und drei Hunden zusammenlebt.

«Wir helfen dabei, diese Armee von Schwänzen zu ernähren und Lebensmittel in jedes Viertel zu liefern», schreibt die Polizei von Donezk. https://suspilne.media/655530-v-avdiivku-privezli-750-kilogramiv-kormu-dla-tvarin/

ENDE DER GRENZBLOKADE

Die Grenzblockade am polnisch-ukrainischen Kontrollpunkt Medyka – Sheghini wurde heute Abend um 20 Uhr beendet. Die neue polnische Regierung hatte die Grenzblockade als schädlich für die Ukraine erkannt und fand eine Verhandlungslösung mit den blockierenden polnischen Bauern.

Die Regierung will nun folgende Forderungen erfüllen: Einführung von Subventionen für Mais; Einfachere Kredite bei Liquiditätsengpässen; Beibehaltung der Agrarsteuer auf dem Niveau von 2023.

Die Registrierung und der Grenzübertritt von Lastkraftwagen erfolgt ab sofort, wie gewohnt. 650 Lastwagen warten vor dem Kontrollpunkt auf die Einfahrt in die Ukraine. https://t.me/operativnoZSU/130983

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