Ukraine Aktuell (17.4.22/22:30Uhr)

MARIUPOL ERGIBT SICH NICHT

Ein russisches Ultimatum für die bedingungslose Aufgabe der Verteidiger der Stadt Mariupol verstrich heute Mittag ungenutzt. Die russischen Belagerer setzen ihre Raketenangriffe auf die noch nicht eroberten Zonen fort. Dabei werden nach ukrainischen Angaben auch Kampfflugzeuge vom Typ Tu-22M3 eingesetzt.

(FOTO: Sicht auf Mariupol, wo einst 400’000 Menschen lebten)

Das russische Verteidigungsministerium schrieb, dass alle Kämpfer Mariupols «vernichtet» werden, wenn sie sich nicht ergeben.
Der ukrainische Premierminister Denys Shmyhal sagte, dass die Verteidiger der belagerten Hafenstadt Mariupol bis zum Ende gegen die russischen Streitkräfte kämpfen werden. (Quelle: BBC)

Nach nicht überprüfbaren Nachrichten internationaler Newsagenturen sollen noch 2’500 Kämpfer in der Stadt Widerstand leisten. Ihre letzte Bastion sei das ausgedehnte Gelände des Stahlwerks Azovstal, nahe am Hafen. In den unterirdischen Gängen der Fabrik würden auch viele Zivilisten leben.
Wieviele der nicht evakuierten 100’000 Bewohner der Stadt noch am Leben sind, ist nicht bekannt.

BESCHUSS UND OFFENSIVE BEI CHARKIW

Heute wurde der zentrale Teil der Stadt Charkiw, das Wohngebiet Saltivka, erneut aus russischen Mehrfachraketenwerfern und Artilleriestellungen beschossen. Große Wohngebäude und andere zivile Infrastrukturen wurden beschädigt. Fünf Menschen kamen ums Leben, darunter zwei Kinder.

Gleichzeitig hat die ukrainischen Armee Truppen der russischen Besetzer angegriffen. Die Dörfer Bazaliivka und Lebyazhe sowie einen Teil von Kutuzivka seien bereits befreit worden. Nun rückten die Truppen zum Dorf Mala Rohan vor.

Beim Vorstoss zerstörten die Ukrainer mehrere Panzer und Transportfahrzeuge und tötete gegen 100 russische Soldaten. All das berichtet der Gouverneur von Charkiw, Oleh Synehubov auf seinem Telegram Kanal.

TERROR DER PUTIN ARMEE

Der Leiter der regionalen Staatsverwaltung Zaporizhzhya , Oleg Buryak, berichtet, dass das russische -Militär seinen 16-jährigen Sohn Vladislav entführt hat. Diese Information wurde auch von Zlata Nekrasova, der stellvertretenden Leiterin der regionalen Militärverwaltung von Zaporizhzhya, bestätigt. (Quelle: @nexta_tv)

In Trostyanets starben bereits fünf Kinder wegen explodie renden Minen, die von russischen Truppen hinterlassen wurden. Dies sagte der Bürgermeister der Stadt Yuriy Bova im ukrainischen Fernsehen.

In der ukrainische Region Luhansk sind in über 30 Dörfern und Städten über 100.000 Einwohner ohne Gas und Strom. Das sei eine Folge des russischen Beschusses von Elektro- und Gas-Verteilern, sagt Serhiy Haidai, Gouverneur der Region Luhansk. (@KyivIndependent)

ZWANGSREKRUTIERUNGEN

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs werden in den von Russland besetzen Gebieten im Donbass Zwangsrekrutierungen für die russische Armee durchgeführt. Dies betrifft seit ein paar Tagen die beiden von Russland gegründeten «Volksrepubliken Donezk und Lugansk» und neu werden auch in der Stadt Izium Männer zwangsweise für das russische Militär verpflichtet.

Gemäss derselben Quelle laufen in der von Russland neuerdings besetzten Stadt Kherson die Vorbereitungen für ein Referendum für eine sogenannte «Volksrepublik Kherson». Und weiter: «Um die Ergebnisse zu fälschen, sollen persönliche Daten der Bewohner der Region verwendet werden, die von den russischen Besatzern bei der Gewährung sogenannter «humanitärer Hilfe» gesammelt wurden.»

Nach dem erfolgten «Referendum» sollen auch in Kherson Männer zwangsrekrutiert werden.

UKRAINE ZERSTÖRT SCHUCKOW DENKMAL

Das Büste des sowjetischen Marschalls Georgi Schukow in Charkiw wurde mit einem Stahlseil umschlungen und dieses mit einem Lastwagen weggerissen. Dies berichtet die russische Agentur RIA Novostny).

Schukow war Generalstabschef der Roten Armee und von 1955 bis 1957 sowjetischer Verteidigungsminister. Schukow wurde durch die erfolgreiche Verteidigung Moskaus sowie als Sieger der Schlacht von Stalingrad und der Schlacht um Berlin international bekannt. (Wikipedia)

MOLDAWIEN LIEFERT KEINE MIG-KAMPFJETS

Moldawien hat sich geweigert, seine 6 MiG-29 an die Ukraine zu verkaufen, die zwar in der Bilanz des Landes stehen und funktionstüchtig sind, aber seit langem nicht mehr eingesetzt werden. In den ersten Tagen der russischen Invasion appellierte die ukrainische Führung an die moldawische Regierung, die Kampfflugzeuge der moldawischen Streitkräfte an die Ukraine zu verkaufen oder zu verlegen.

Nun hat Moldawien die Lieferung abgelehnt mit der Begründung, dass sie «nicht gegen Russland kämpfen» wolle. (Quelle: InformNapalm)

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