Ukraine Aktuell Nr. 620 (5.11.2023/15Uhr)

MINUS EIN KRIEGSSCHIFF

Die Raketenkorvette «Askold» (Projekt 22800) wurde am Samstagabend bei einem ukrainischen Angriff durch drei Treffer beschädigt. Das Schiff von Putins Schwarzmeerflotte befand sich in der «Zaliv»-Werft in Kertsch, unweit von der illegal errichteten Brücke zwischen Russland und der Krim. Die Werft wurde vermutlich von französischen Scalp-Langstreckenraketen getroffen.

Die Korvette wurde zum Abschuss von Marschflugkörpern benutzt und ist eines der neuesten und modernsten Schiffe der russischen Marine. Es wurde erst 2021 in Dienst gestellt. Neben 8 Abschussvorrichtungen für «Kalibr»-Maschflugkörper verfügt es über ein eigenes Flugabwehrsystem – Pantsir-M SAM-System und Orlan-10 UAV-Komplex zur Aufklärung.  https://t.me/ (ZENSUR) Crimeanwind/47188

In den letzten Wochen hat die russische Schwarzmeerflotte mehrere Kriegsschiffe verloren. Berichte dazu hier https://aldrovandi.net/2023/10/27/ukraine-aktuell-nr-611-27-10-23-22uhr/ , hier https://aldrovandi.net/2023/10/13/ukraine-aktuell-nr-597-13-10-23-23uhr/ oder hier: https://aldrovandi.net/2023/09/14/ukraine-aktuell-nr-568-14-9-23-22uhr/

DURCHNÄSSTE RUSSEN

Soldaten der russischen Invasionsarmee leiden unter schlechter Ausrüstung, welche sich bei herbstlichem Wetter besonders nachteilig bemerkbar macht. Der britische Geheimdienst schreibt heute: «Am 1. November 2023 sprachen kürzlich zurückgekehrte russische Soldaten auf der Militärkonferenz Ogakov Readings in Moskau darüber, dass sie wochenlang an der Front «von Kopf bis Fuß nass» waren. Ein Soldat wies darauf hin, dass die Gefahr, dass die ukrainischen Streitkräfte durch Feuer alarmiert werden, dazu führte, dass sie «nicht einmal eine Tasse Tee kochen konnten.» Die Britten kommen zu einer wenig überraschenden Erkenntnis über das Niveau der ehemals zweigrössten Armee der Welt: «Aus öffentlich zugänglichen Quellen geht hervor, dass die Durchsetzung grundlegender Verwaltungsmassnahmen im Feld bei den russischen Streitkräften generell sehr schlecht ist.  Dies ist wahrscheinlich zum Teil auf einen Mangel an motivierten Nachwuchskommandanten sowie auf eine variable logistische Unterstützung zurückzuführen.» https://twitter.com/DefenceHQ/status/1721091774729327078

MOBILISIERUNG VON STRÄFLINGEN

Die russische Regierung hat eine «militärische Sonderregistrierung» für Gefangene eingeführt. Dieses Register könnte dazu dienen, entlassene Strafgefangene für den Kriegsdienst zu rekrutieren. Diejenigen, die eine Strafe verbüssen, werden beim Militär registriert, ohne dass sie persönlich beim Einberufungsbüro vorstellig werden müssen. Im Gegensatz zu Zivilisten werden sie auch nicht vor ihrer Registrierung einer medizinischen oder psychologischen Untersuchung unterzogen. Das bisherige Verbot der Rekrutierung von Häftlingen für Militärdienste wurde aufgehoben. Gemäss dem bereits seit Juni gültigen Gesetz, sind lediglich Gefangene von der Registrierung ausgeschlossen welche wegen Terrorismus, Verrat oder Spionage bestraft wurden. https://twitter.com/ChrisO_wiki/status/1720738409113604576

WARUM NICHT VERHANDELT WIRD

Obwohl Russland auf dem Schlachtfeld nicht gewinnen kann, werde alles getan, um eine Pause zu erreichen. Dies schreibt Mykhailo Podolyak, Berater des ukrainischen Präsidenten. Ausschnitt aus seinem Text: «Die Russen verschleiern ihre Angst vor der ultimativen Rechenschaftspflicht und versuchen dennoch, die Hauptaufgabe zu lösen: durch Bluff, Erpressung, Massensterben und Propaganda, sich eine operative Pause zu sichern, den Krieg in ein «langwieriges Format niedriger Intensität» zu überführen. Und dann verhandeln, zu Dreistigkeit und Ultimaten zurückkehren, noch mehr Begleitkonflikte in anderen Regionen provozieren… In dieser kritischen Phase des Krieges (die zweifellos eine Herausforderung darstellt) ist es wichtig zu verstehen, dass jedes Ende des Krieges ohne einen gerechten Abschluss, jeder Kompromiss mit Russland das Überleben der derzeitigen russischen (#Putin’s) Elite sichern wird, die nicht zu einem gesetzestreuen Staat zurückkehren wird und definitiv weiterhin das internationale Recht, die globale Stabilität und die Demokratie «töten» wird. Die Geschichte des derzeitigen Russlands muss zu einem gerechten Abschluss gebracht werden.» https://twitter.com/Podolyak_M/status/1720835779537105325

LITAUENS AUSSENMINISTER WARNT

«Für Russland bedeutet ein ‹Friedensabkommen› nur ‹Zeit zum Aufrüsten›. Wir sind gefährlich nah dran, eine Gelegenheit zu verpassen, die jahrhundertelange imperiale Aggression des Kremls zu beenden und die Zukunft mehrerer Kontinente zu sichern. Unsere Kinder werden uns in den Gräben, die wir für sie ausheben, verfluchen», sagte der litauische Aussenminister Gabrielius Landsbergis. https://twitter.com/oukrajine/status/1720915909257146816

EMPÖRUNG ÜBER ARMEE-FÜHRER

Der ukrainische Journalist Illia Ponomarenko – mit 1.2 Millionen Followern auf Twitter – schreibt: «Einfach unfassbar. Mindestens 20 ukrainische Soldaten der 128. Gebirgsinfanterie wurden durch einen russischen Raketenangriff getötet. Das ukrainische Kommando versammelte viele Armeeangehörige an einem Ort unter freiem Himmel zu einer Zeremonie zur Verleihung von Auszeichnungen zum Tag der Artillerie. Das Ergebnis ist eine Tragödie.  Es ist absolut verrückt, dass solche Dinge 20 Monate nach Beginn des Krieges mit Russland immer noch passieren.  Ein reines Schlamassel nach sowjetischem Vorbild, und es müssen nun endlich Köpfe rollen.» https://twitter.com/IAPonomarenko/status/1720885948026650810

Am späten Samstagabend meldete sich der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umerov wegen des tragischen Tods von Soldaten der 128. Brigade zu Wort «Ich weise die Hauptinspektion des Verteidigungsministeriums an, eine umfassende Untersuchung der Fakten dieser Tragödie durchzuführen». https://t.me/operativnoZSU/121869

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