UKRAINE AKTUELL Nr. 767 (31.3.24/20Uhr)

  • Grosse Panzer-Verluste der Russen
  • Flotte floh aus dem Schwarzen Meer
  • Gedenken an die Opfer von Bucha
  • Pro-Kreml-Netzwerk in der EU enttarnt
  • Details zur Ermordung eines «Verräters»

PANZERGRAB BEI TONENKE

Mit einer beispiellosen Konzentration von Panzern und gepanzerten Mannschaftswagen / Infanterie-Kampffahrzeuge (BMP) griff die russische Armee beim Dorf Tonenke im Gebiet Avdiivka, die ukrainischen Verteidiger an. Nach der Schlacht blieben auf russischer Seite die Trümmer von 12 Panzern und 8 BMP’s zurück. Der Rest zog sich zurück. Das ist die grösste Menge Panzer, welche Russland in einer Schlacht eingesetzt hatte und die grösste Menge Schrott die zurückblieb.

Das FOTO zeigt die Überreste der Geräte auf engem Raum. Die Panzer gehörten zum 6.Panzerregiment der 90. Panzerdivsion von Putin Armee. Besonders an dieser Aktion ist: Gemäss russischer Militärdoktrin werden solche Panzerkonzentration eingesetzt, nachdem es mechanisierten Einheiten gelang, eine feindliche Stellung zu durchbrechen. Aber es gab keinen Durchbruch vor diesem Angriff. https://twitter.com/osintua/status/1774387800978100329

SCHWARZMEERFLOTTE IST WEG

Was von Putins Schwarzmeerflotte übrig geblieben ist, hat das Schwarze Meer verlassen. Nur noch ein Träger von Marschflugkörpern sei bei der Krim stationiert, aber dieses Schiff hat bisher noch keine einzige dieser Raketen abgeschossen. Das sagte der Sprecherin der ukrainischen Marine,  Dmytro Pletenchuk: «Natürlich bleiben einige Schiffe dort, aber die wertvollsten Vermögenswerte wurden alle abgezogen.» https://t.me/uniannet/129843

Russland hat Lastkähne an der Einfahrt zum Schwarzmeerflottenhafen von Noworossijsk positioniert, um seine Flotte zu schützen, so der britische Geheimdienst. Da das Risiko ukrainischer Angriffe auf den traditionellen Heimathafen Sewastopol gestiegen ist, spielt der Hafen von Noworossijsk nun eine entscheidende Rolle für den Schutz der wertvollsten Anlagen der Schwarzmeerflotte. Das schreibt der britische Geheimdienst und ergänzt: «Der frühere Befehlshaber der Schwarzmeerflotte, Admiral Viktor Sokolow, wurde nach den ukrainischen Erfolgen beim Einsatz von Wasserdrohnen gegen russische Ziele sowohl auf See als auch im Hafen abgelöst. Sein Nachfolger, Vizeadmiral Sergej Pintschuk, hat wahrscheinlich versucht, die Überlebenschancen russischer Schiffe zu verbessern, indem er weitere Präventiv- und Defensivmaßnahmen ergriffen hat, darunter die Verengung der Einfahrt zu Hafenanlagen.» https://twitter.com/DefenceHQ/status/1774354951398957159/photo/1

ERWEITERUNG DER ANGRIFFSZIELE

Russland hat das Spektrum der Angriffsziele auf kritische Infrastrukturen in der Ukraine erweitert und die Angriffe auf Wasserkraftwerke intensiviert. Das amerikanische «Institut fort he study of war» (ISW) schreibt: «Russlands neuer Plan, ukrainische Staudämme und Wasserkraftwerke ins Visier zu nehmen, stellt einen bedeutenden Bruch und eine Eskalation der russischen Angriffskampagne gegen die Ukraine dar. Russische Streitkräfte haben bisher noch keine anhaltenden Raketenangriffe auf ukrainische Staudämme und Wasserkraftwerke gestartet.» https://twitter.com/TheStudyofWar/status/177391237765570561

In der Nacht auf heute wurden erneut die Energie-Infrastrukturen in der Ukraine angegriffen. In Odessa geriet eine angegriffene Energieanlage in Brand, was zu breiten Stromausfällen führte. In Kyiv fiel der Strom in mehreren Quartieren nach einem Angriff aus. In der Region Lemberg wurden dieselben Anlagen angegriffen, wie bereits am 24. und 29. März. https://t.me/voynareal/86802

GEDENKEN AN DIE OPFER

Volodymyr Zelenskyj ehrte das Andenken der Ukrainer, die während der Besetzung der Region Kyiv ums Leben kamen. Vor zwei Jahren, am 27. Februar, marschierten die Russen in Bucha ein. Während der 33-tägigen Besatzung in der Region Buchansky wurden mehr als 9’000 Kriegsverbrechen begangen. Mehr als 1’400 Zivilisten wurden getötet, darunter 37 Kinder. Volodymyr Zelensky schrieb auf seinem Telegram: «Unsere von den Besatzern getöteten Menschen, deren Leichen auf den Straßen von Bucha lagen, waren der Beweis dafür, dass sich niemand auf der Welt von diesem Kampf fernhalten sollte. Denn hier, in der Ukraine, wenn wir unser Volk, unser Leben, unseren Staat verteidigen, gewinnt die Menschlichkeit.

Um solche Aggressionen gegen andere zu starten, hat Russland zuerst seine eigene Moral zerstört und Gewalt und Hass zu seiner Ideologie gemacht. Solche Systeme lassen sich nicht einfach aufhalten. Gewalt stoppt sie. Einigkeit stoppt sie. Entschlossenheit und Verständnis – also genau das, was sie zerstören wollen.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/9949 

EU-NETZWERK DES KREMLS ENTHÜLLT

Die tschechische Spionageabwehr hat ein pro-russisches Einflussnetzwerk aufgedeckt, dessen Hauptziel es ist, Moskaufreundliche Politiker in das Europäische Parlament zu bringen. Die Wahlen für das EU-Parlament finden im Juni statt. Unter anderem bezahlte das Netzwerk Politiker dafür, Russland und Putin in den europäischen Medien zu loben, und veröffentlichte auf der eigenen Website «Voice of Europe» antiukrainische und antieuropäische Materialien.

Die Webseite «Voice of Europe» wurde von Wiktor Medwedtschuk und einem ehemaligen TV-Produzenten gegründet. Medwetschuk ist ein wegen Korruption und Diebstahl an Volksvermögen angeklagter Ukrainer, welche unter anderem auch Pate eines der Putin-Kinder ist. https://www.holosameryky.com/a/ecroparlamentari-vymahajut-rozsliduvannia/7549207.html

Die Behauptungen, Moskau habe Mitglieder des Europäischen Parlaments (MdEP) bezahlt, um sich in die bevorstehenden Europawahlen einzumischen, müssten im EU-Parlament diskutiert und die Bestochenen bestraft werden. Das verlangten unter anderem der Chef der liberalen Parlamentariergruppe «Renev» und ein Sprecher der Grünen im Parlament. https://www.politico.eu/article/european-meps-call-for-urgent-debate-russian-influence-scandal/

HINTERGRUND ZUM MORD IN SPANIEN

Der russische Offizier und Pilot Maksym Kuzminow hatte 2023 einen russischen Helikopter in die Ukraine entführt und den dortigen Behörden übergeben. Dafür erhielt er eine beachtliche Summe Geld und viel Anerkennung der ukrainischen Behörden. Im Oktober 2023 sagten russische Geheimdienstmitarbeiter im russischen Propagandasender «Russia 1», dass sie den Befehl erhalten haben, Kuzminow zu töten. Dieser Befehl wurde umgesetzt und Kuminow im spanischen Dorf  Villajoyosa an der Costa Blanca umgebracht. https://aldrovandi.net/2024/02/19/ukraine-aktuell-nr-726-19-2-24-21uhr/

Die New York Times erfuhr Einzelheiten über den Mord an Maxim Kuzminov. 2 Männer waren an der Tötung beteiligt. Sie schossen mindestens 5 Mal auf den «Verräter», wie gefundene Patronen am Tatort zeigten, die zu einer Makarov-Pistole passen. Danach wurde der Getötete mehrere Mal mit einem Auto überfahren. Einer der Ermittler sprach gegenüber der New York Times von einem klaren Signal: «Ich werde dich finden, ich werde dich töten, ich werde dich vernichten und demütigen.» Gefunden wurde Makarow, weil er in einem Telefonat seine in Russland lebende Freundin einlud, ihn zu besuchen. https://www.nytimes.com/2024/03/31/world/europe/russian-defector-murder-spain.html

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