UKRAINE AKTUELL Nr. 748 (12.3.24/20Uhr)

  • Bewaffneter Kampf in Russland
  • Patriot-System vermutlich zerstört
  • Neue Hilfspakete aus dem Westen
  • Walt Disney zensiert Oskar-Gewinner

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BEWAFFNET GEGEN RUSSLAND

Das Dorf Tetkino auf russischem Grund, nahe der ukrainischen Grenze, ist unter Kontrollebewaffneter Putin Gegner. Die russischen Truppen seien unter Zurücklassen von schwerem Armeematerial geflohen. An der Aktion beteiligt sind die «Legion Freiheit Russland», das «Russische Freiwilligenkorps» und das «Sibirien-Bataillon». Dabei handelt es sich um Kampfeinheiten von zum Teil extremen russischen Nationalisten, die bewaffnet gegen Putins Regime kämpfen und dies von der Ukraine aus tun.

Aktuell versuchen russische Truppen das verlorene Terrain zurückzuerobern. https://twitter.com/igorsushko/status/1767618560094814214

In einer Videobotschaft sagte ein Soldat des «Sibirischen Bataillons»: «Es wird nicht möglich sein, das verbrecherische diktatorische Regime in Russland friedlich zu stürzen. Es kann nur mit der Waffe in der Hand beseitigt werden. Heute Abend haben wir begonnen, unser Versprechen einzulösen. Auf dem Territorium Russlands finden heftige Kämpfe statt.» https://twitter.com/i/status/1767444014121287830

Parallel zu den Angriffen der drei Exil-Einheiten kam es zu präzisen Schlägen von ukrainischen Drohnen gegen Öldepots nahe am Operationsgebiet der Putin-Gegner an der ukrainisch-russischen Grenze. https://twitter.com/visegrad24/status/1767470227464368523

Die drei Exil-Einheiten sind kein offizieller Teil der ukrainischen Streitkräfte. Entsprechend zurückhaltend kommentierte Andriy Yusov, vom ukrainischen Militärgeheimdienst die Meldungen: «LSR, RDK und das Sibirische Bataillon operieren in Russland als unabhängige Einheiten: Wahrscheinlich gibt es jetzt eine gemeinsame Operation dieser Einheiten auf dem Territorium der so genannten Russischen Föderation.» https://twitter.com/NOELreports/status/1767440937385390357

Bereits früher hatten die «Legion Freiheit Russland» und das «Russische Freiwilligenkorps» Schlagzeilen gemacht, zum Beispiel mit ihren Kommandoaktionen gegen den russischen Ort Belgorod ( https://aldrovandi.net/2024/02/15/ukraine-aktuell-nr-722-15-2-24-21uhr/ und https://aldrovandi.net/2023/12/17/ukraine-aktuell-nr-662-17-12-23-23uhr/ oder https://www.theguardian.com/world/2023/jul/08/anti-putin-forces-plan-fresh-attacks-inside-russia

PATRIOT-SYSTEM ZERSTÖRT?

Es mehren sich die Hinweise, dass Russland offenbar eines der ukrainischen Patriot-Systeme getroffen hat. Im Internet kursierende Videos zeigen die Zerstörung mehrerer Objekte, die als einer Plattform für das Patriot-Flugabwehrsystem gleichen. Einigen Berichten zufolge wurde der Komplex 40-50 km von der Front entfernt zerstört, was für ein solches System relativ nahe an der «heissen Zone» ist.

Der Militärblogger Artur Rehi (@ArturRehi) schreibt: «Dass im Februar die Rekordzahl russischer Flugzeuge abgeschossen wurde, ist vermutlich auf die riskantere Taktik der Ukraine zurückzuführen. Sie begann, Luftabwehrsysteme näher an die Frontlinie zu verlegen, um Flugzeuge zu treffen, die tiefer in ukrainisches Gebiet einflogen.»

Mit Kampfflugzeugen vom Typ F-16 oder Saab Gripenkönnten russische Flugzeuge noch besser bekämpft werden als mit Patriots-Systemen. Da diese aktuell nicht verfügbar sind, «zwingt die ukrainischen Streitkräfte dazu, grosse Risiken einzugehen, und Verluste von Systemen wie Patriot sind unvermeidlich.», schreibt Artur Rehi.

MINUS EIN FLUGZEUG

Ein Video zeigt einen russischen Militärtransporter vom Typ Illjuschin-76 mit einem brennenden Triebwerk unter dem rechten Flügel über eine verschneite Gegend fliegen. Kurze Zeit später steigt aus der Flugrichtung eine grosse schwarze Rauchwolke auf. Die Aufnahme wurde nordöstlich von Moskau, in der Gegen von Iwanowo gemacht. https://twitter.com/i/status/1767498395550093646

Das russische Verteidigungsministerium schreibt, dass der Absturz kurz nach dem Start erfolgt sei. Für den Triebwerkbrand gab es keine Erklärung. An Bord hätten sich 8 Besatzungsmitglieder und 8 Passagiere, darunter 5 Piloten befunden. Über deren Schicksal schreibt die Agentur Interfax nichts. https://t.me/interfaxonline/41920

VERSCHIEDENE HILFSPAKETE

Dänemark hat ein neues Militär-Paket im Gegenwert von 200 Millionen Euro angekündigt, welches insbesondere Artilleriesysteme und Munition beinhaltet. Das dänische Verteidigungsministerium schreibt: «Artillerie- und Mörsersysteme sind in der Ukraine sehr gefragt. Mit diesem Spendenpaket leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum ukrainischen Freiheitskampf in Form von zusätzlichen CAESAR-Artilleriesystemen und dazugehöriger Munition.» https://twitter.com/Forsvarsmin/status/1767558977959694838

Die Vereinigten Staaten bereiten ein neues militärisches Hilfspaket für die Ukraine vor, dass bis zu 400 Millionen Dollar wert sein könnte. Das sagten zwei US-Beamte am gegenüber Reuters. Es ist das erste derartige Schritt seit Monaten, da zusätzliche Mittel für Kyiv von republikanischen Führern im Kongress blockiert werden. Die offizielle Ankündigung wird für diese Nacht erwartet. https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/us-preparing-new-weapons-package-ukraine-officials-2024-03-12/

FRANREICHS PARLAMENT DEBATTIERT

In der französischen Assemblée nationale und im Senat, werden heute und morgen die militärischen Hilfen für die Ukraine debattiert. Unter anderem wird über ein 3-Milliarden Euro teures Hilfepaket abgestimmt. Diese Abstimmung wird nicht bindend sein, weil die Hilfeleistung im Rahmen des ukrainischen-französischen Beistandpakts erfolgt und da hat der Präsident das Sagen.

Marine Le Pens Partei (aktueller Name: «Rassemblement national», Früher: «Front National») wird sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten. Sie beschloss dies, nachdem tagelang die Rolle dieser Partei als «fünfte Kolonne» von Moskau diskutiert worden war. Le Pens Partei hat unter anderem 40 Millionen Euro Schulden bei einer Kreml-nahen Bank.

Die linksradikalen Politiker von «La France insoumise» und die Kommunistische Partei Frankreichs (PCF) werden die Waffenhilfe ablehnen und vermutlich auch einige Vertreter der Sozialistischen Partei. (Verschiedene Quellen, unter anderem https://www.francetvinfo.fr/monde/europe/manifestations-en-ukraine/guerre-en-ukraine-les-cles-pour-comprendre-le-vote-de-mardi-au-parlement-sur-le-soutien-de-la-france-a-kiev_6411625.html)

KREML UND ROTES KREUZ

Der britische «Guardian» und andere Medienpublikationen belegen die Verbindungen zwischen dem russischen Roten Kreuz und dem Kreml. Pawel Sawtschuk, Chef des russischen Roten Kreuzes (RKK) ist Mitglied der von Putin geschaffenen «Allrussischen Volksfront». Vom Kreml erhielt RKK Gelder zugesprochen unter dem Titel «Neue Regionen», womit die besetzten Gebiete in der Ukraine gemeint sind. Das britische und das schwedische Aussenministerium fordern Konsequenzen aus diesen Recherchen, insbesondere den Ausschluss des RKK aus dem Internationalen Roten Kreuz (IKRK).

Einen solchen Ausschluss hatte es bereits für das belarussische Rote Kreuz gegeben, nachdem dessen Leiter zugegeben hatte, dass er an der Entführung ukrainischer Kinder beteiligt gewesen sei. https://t.me/uniannet/128030

Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) enthüllte, dass das Russische Rote Kreuz (RRK) an der militärischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Russland beteiligt ist. Neue Recherchen zeigen, wie Minderjährige in sogenannten «militärisch-patriotischen Ferienlagern» lernen, mit Waffen zu hantieren. https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/russisches-rotes-kreuz-militaer-ausbildung-100.html

ZERSTÖRUNG DES LANDES

Einst blühende Landschaften der Ukraine werden durch die Invasion der russischen Faschisten zu Mondlandschaften. Ein Foto zeigt dies aus der Gegend zwischen Rabotino and Novoprokopivka im Süden der Ukraine. Dort sind die Kämpfe seit einigen Monaten besonders intensiv, nachdem die Ukraine einige Linien der Russen durchbrochen hatte. https://twitter.com/nexta_tv/status/1767581438931599836

ZENSUR DES OSCAR-GEWINNERS

Der Film «20 Days in Mariupol» gewann gestern den Oscar für den besten Dokumentarfilm. Der Film erzählt die Geschichte der brutalen Belagerung von Mariupol durch die Russen, bei der Hunderttausende von Menschen ums Leben kamen. Er zeigt den Beginn der Invasion, die Bombardierung des Entbindungskrankenhauses und die Rettung von Journalisten aus der belagerten Stadt.

Nun hat die «Walt Disney Company» die Nominierung, die Filmausschnitte und die Preisverleihung für den besten Dokumentarfilm aus ihrer gekürzten internationalen Oscar-Version gestrichen. Auch die ukrainische Version von Walt Disney enthält den Film nicht.

Bemerkenswert ist, dass der Film «Navalny», Oscar-Gewinner des letzten Jahres, 2023 nicht aus der internationalen Version entfernt wurde. https://twitter.com/EuromaidanPR/status/1767307190199636397

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