UKRAINE AKTUELL Nr. 749 (13.3.24/21Uhr)

  • Russische Ölindustrie massiv geschädigt
  • Unklare Lage im russischen Grenzgebiet
  • Ukrainer verteidigen sich erfolgreich
  • Zwei ukrainische Helikopter zerstört
  • Russland nicht am Friedensgipfel dabei
  • Alt-Nationalrat Cavalli auf Abwegen

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OEL-INDUSTRIE MASSIV GESCHÄDIGT

In den letzten Tagen haben ukrainische Drohnen verstärkt russische Oel-Verarbeitungs-Anlagen angegriffen. Die Ziele befinden sich teilweise mehreren hundert Kilometern von der ukrainischen Grenze entfernt.

Heute wurde die Ölraffinerie bei Rjasan, südöstlich von Moskau das Ziel von ukrainischen Drohnen. Die Anlage befindet sich 500 Kilometer von der Ukraine entfernt. «Ukraine Nachrichten» schreibt: «Die Brände in der Fabrik sind grossflächig. Es ist sehr schwierig, die Kosten der Schäden abzuschätzen, aber sie sind enorm.» https://t.me/c/1269013410/64180

Das Ölproduktwerk Novoshakhty hat seine Arbeit aufgrund des heutigen Drohnen-Angriffs eingestellt. Die russische Flugabwehr behauptet, sie habe die Drohnen abgeschossen, allerdings seien drei davon auf die Anlage abgestürzt. https://t.me/operativnoZSU/139629

Wegen eines Drohnenangriffs wurde heute die grösste primäre Ölraffinerieeinheit in der LUKOIL-Ölraffinerie in der Region Nischni Nowgorod abgeschaltet, wie eine Quelle des Unternehmens dem «Kommersant» mitteilte. https://twitter.com/LXSummer1/status/1767657946807169192

Der ukrainische Militärgeheimdienst bestätigte inoffiziell, dass heute nicht nur Ölraffinerien in Rjasan, sondern auch in Kstowo (Gebiet Nischni Nowgorod) und Kirischa (Gebiet Leningrad) angegriffen worden seien. Die drei Anlagen gehören zu den fünf grössten Ölindustrie-Betrieben in der Russischen Föderation: «Wir setzen systematisch eine detaillierte Strategie zur Reduzierung des wirtschaftlichen Potenzials der Russischen Föderation um. Unsere Aufgabe besteht darin, dem Feind Ressourcen zu entziehen und den Öl- und Treibstofffluss zu reduzieren, den die Russische Föderation direkt in den Krieg und in die Ermordung unserer Bürger lenkt», fügt die Quelle aus dem Nachrichtendienst hinzu. https://t.me/operativnoZSU/139615

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg wurden in den ersten zwei Tagen dieser Woche 10% der russischen Öl-Anlagen in ihrer Funktionalität eingeschränkt. https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-03-13/russia-s-ryazan-refinery-is-on-fire-after-drone-attack-tass-says

UNKLARE LAGE IM GRENZGEBIET

Gestern behauptete das russische Verteidigungsministerium, man habe alle «Angreifer» aus der ukrainische-russischen Grenzregion zurückgeschlagen. Gemeint waren damit drei Einheiten von bewaffneten Putin-Gegnern, welche von der Ukraine aus operieren.

Die Kämpfer «Apostol» und «Domowoj» der «Legion Freiheit Russlands»  gaben heute Morgen an, dass sich die russische Einheit immer noch in Tjotkyno im Gebiet Kursk befindet, obwohl russische Offizielle behaupten, dass sie mit Hunderten von Verlusten ausgeschaltet worden sei. https://twitter.com/i/status/1767830502403104909

Alexei (alias Liutyk) Baranovsky, ein Freiwilliger der «Legion Freiheit Russlands», erklärte gegenüber Newsweek, dass die Kämpfer der Rebellen schliesslich «auf Moskau marschieren» wollen. Das Ziel sei «die anschließende Befreiung Russlands von Putin. Wir sind vielleicht nicht in der Lage, das jetzt durchzuziehen, aber das ist unsere übergreifende Mission». https://www.newsweek.com/russian-rebels-plan-putin-guns-grenades-armored-vehicles-1878730

ERFOLGREICHE VERTEIDIGUNG

In einer der seltenen Wortmeldungen informierte Olexandr Syrskyj (FOTO rechts), Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee über den Stand der Kämpfe: «Generell bleibt die Einsatzlage an der Ostfront schwierig. Der Feind führt weiterhin Offensivaktionen durch und konzentriert seine Hauptanstrengungen auf die Bezirke Terna, Ivanovske, Berdychi, Tonenke, Verbove und Robotine; Gleichzeitig nahm, vermutlich aufgrund der hohen Verlustzahlen, die Aktivität des Feindes in anderen Bereichen der Front deutlich ab.»

An der Front seien die erschöpften oder zu fest dezimierten ukrainischen Einheiten mit neuen Soldaten, Munition und elektronischer Kriegsausrüstung verstärkt worden. Syrskyj lobte den «Mut und die Widerstandskraft» der ukrainischen Soldaten.

Die Erfolge fasste er so zusammen: «Während zweiwöchiger heftiger Kämpfe erlitt der Feind äusserst hohe Verluste. Alle Siedlungen, die er zu erobern versuchte, blieben jedoch unter unserer Kontrolle.» https://t.me/operativnoZSU/139631

ZWEI UKR-HELIKOPTER ZERSTÖRT

Der russischen Armee sei es gelungen, zwei Helikopter der ukrainischen Armee zu zerstören. Das behauptete das russische Verteidigungsministerium und veröffentlichte ein Video. Auf diesem sind zwei am Boden stehende Helikopter zu sehen, welche nach Explosionen ausbrennen und eine schwarze Rauchwolke hinterlassen. Wo und wann dieses Video aufgenommen wurde, sagte das russische Ministerium nicht. https://t.me/c/1269013410/64198

PARTISANEN MELDEN SICH

Im Internet erschien eine Erklärung eines «Navalny’s Combat Detachments». Zu sehen sind drei mit Kapuzen getarnte Personen, welche verschiedene Sprengkörper präsentieren. Diese würden am 17. März in Wahllokalen ihre Funktion erfüllen. «Sie sind unser legitimes Ziel. Unsere Agenten sind überall, sie sind motiviert und bereit, Rache für den Mord an Nawalny zu nehmen», sagten die anonymen Figuren, von denen nicht klar ist, wer sie sind und woher sie kommen. https://t.me/c/1269013410/64194

Am 17. März finden in ganz Russland Veranstaltungen statt, die als Putins neue Wahl in die Annalen eingehen wird. Oppositionelle Konkurrenten stehen bei diesen Anlässen nicht zur Wahl.

KREML NICHT AM FRIEDENS-GIPFEL

Russland werde nicht am Ukraine-Friedens-Gipfel in der Schweiz teilnehmen, auch nicht, wenn sie dazu eingeladen würden. Dies sagte die Sprecherin des russischen Aussenministeriums Maria Zakarowa. Als Gründe nannte Zakarowa: Die Ukraine und der Westen seien «verhandlungsunfähig» und die Schweiz habe ihren Status als neutraler Staat verloren, weil die Schweiz nicht mehr neutral sei. Kaum hatte Zakarowa die «Verhandlungsunfähigkeit» der Ukraine und des Westens beklagt, sagte sie: «Russland bleibt offen für Verhandlungen zur Lösung der Ukraine-Krise.» Mit wem Russland diese Verhandlungen führen möchte, sagte sie nicht. Ultimative Vorstellungen hat Zakarowa allerdings bezüglich der Rahmenbedingungen solcher Verhandlungen: Aufhebung des Dekrets von Volodymyr Zelenskyj zum Verbot von Verhandlungen mit Putin, die Einstellung der westlichen Militärhilfe für die Ukraine und «klare Signale für die Bereitschaft, Rücksicht zu nehmen auf die legitimen russische Interessen.» Nachdem Sie diese Ultimaten gestellt hatte, sagte Zakarowa wörtlich: «Die Formulierung von Ultimaten ist für Russland inakzeptabel.» https://www.unian.net/world/sammit-mira-v-shveycarii-rossiya-otkazalas-uchastvovat-v-konferencii-12572313.html

«MACRON-FRONT» WIRD STÄRKER

Die estnische Premierministerin Kaja Kallas weigerte sich zu garantieren, dass das estnische Militär nicht in die Ukraine geschickt wird: «Solche Versprechungen mache ich nicht, weil sich die Umstände ändern können. Nach Ihrer Interpretation scheint es, dass Einmischung alles sein könnte. Unsere militärische Hilfe für die Ukraine könnte von Russland auch als Einmischung angesehen werden. Wir haben uns hier eindeutig für eine Seite entschieden, und zwar diese. Unsere Seite ist die Ukraine, weil Russland eine direkte Bedrohung für uns darstellt“, sagte sie. https://t.me/uniannet/128146

Kallas stellte sich damit wie der tschechische Präsident hinter den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, welcher einen Einsatz von westlichen Truppen in der Ukraine nicht ausschloss.

ARGUMENTE GEGEN UKRANIE, NR1

Franco Cavalli (Original Schwarzweiss Foto aus seinem Facebook Profil) ist ein Tessiner Arzt und schweizweit bekannt geworden als Nationalrat der SP von 1995 – 2007 und gilt, laut Wikipedia: «als Vertreter des äußersten linken Flügels seiner damaligen Partei und als überzeugter Neomarxist und «Antiimperialist».» Treu dieser Rolle verteidigt er neuerdings den Vorschlag von Papst Franziskus, der von der Ukraine verlangt «die weisse Fahne» zu hissen.

In seinem letzten Facebook-Post schrieb Cavalli, dass das Engagement der USA nur im Interesse der USA sei, weil die Mehrheit der Rüstungsaufträge den USA zugutekommen. Ich habe mir erlaubt, ihm so zu antworten:

«Herr Cavalli, mit Anti-Amerikanismus werden sie dem Thema nicht gerecht. Dass die US-Wirtschaft von den Waffenproduktionen profitiert, ist seit langem bekannt und viel grösser als die 2/3, welche die NYT nennt. Das ist auch nicht verboten.

Blättern sie mal im Geschichtsbuch ein paar Seiten zurück. Die heldenhafte Rote Armee hätte nie so effizient sein können im Kampf gegen die Nazis, ohne die Waffenhilfe der USA. Damals gab es den ersten Leih- und Pachtvertrag. Die Russen erhielten von den USA unter anderem 7’100 Panzer, 77’000 leichte Lastwagen, 151’000 mittlere Lastwagen, 203’000 schwere Lastwagen, 11’450 Flugzeuge, 137’000 Maschinenpistolen und rund 2 Millionen Stiefel. All das kam der amerikanischen Wirtschaft zugute. Genauso wie das US-Hilfepaket an das British Empire während des Zweiten Weltkriegs. All das war notwendig, um die Nazis zu besiegen. Würden Sie behaupten, die USA haben nur aus wirtschaftlichem Interesse den Kampf gegen die Nazis unterstützt? Nein?! Wenn Sie das nicht tun, warum tun sie es heute bei der amerikanischen Hilfe an die Ukraine?» https://www.facebook.com/horvathfranz/posts/pfbid0twt9RH84qkeWZhYpB5ahcL9rgyaidp28tK48AH2wbU6iA5LHSj1yemxvKVidfXsKl
Mit diesem neuen Format “Argumente gegen Ukraine, Nr. …” werde ich in Zukunft in lockerer Folge Antworten auf Fehlbehauptungen geben. Ich hoffe, dass das den Lesern von “Ukraine Aktuell» gefällt.

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