UKRAINE AKTUELL Nr. 747 (11.3.24/21Uhr)

  • Absage an die Papst-Kapitulation
  • Bei Granaten ist der Westen ein Zwerg
  • Gauleiter hinter Gittern
  • 4.3 Millionen ukrainische Flüchtlinge
  • Die grausamen Phantasien von Russen
  • Oskar für Ukraine Film

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ABSAGE AN DIE KAPITULATION

Der Aufruf von Papstes Franziskus für eine Kapitulation der Ukraine unter dem Titel «Weisse Fahne» https://aldrovandi.net/2024/03/09/ukraine-aktuell-nr-745-9-3-24-21uhr/ hat der ukrainische Präsident Volodymyr entschieden zurückgewiesen. An den Führer der Katholiken im weit entfernten Rom, an die Ukrainer und zu Gläubigen in aller Welt sagte Zelenskyj:

«Russische Mörder und Folterer kommen in Europa nur deshalb nicht weiter, weil sie von ukrainischen Männern und Frauen mit Waffen in der Hand und unter der blau-gelben Flagge festgehalten werden.

In der Ukraine gab es einst viele weisse Wände von Häusern und Kirchen, die heute von russischen Granaten niedergebrannt und zertrümmert sind. Und das spricht sehr beredt dafür, wer handeln muss, damit der Krieg aufhört.

Jeder, der Leben und Menschen schützt, erfüllt angesichts einer solch unmenschlichen Invasion die ehrenvollste Mission, die möglich ist.

Als das russische Böse am 24. Februar diesen Krieg begann, traten alle Ukrainer für Schutz ein. Christen, Muslime, Juden – alle. Und ich danke jedem ukrainischen Seelsorger, der in der Armee, in den Verteidigungskräften, arbeitet. Dort, an der Front. Sie schützen das Leben und die Menschheit. Unterstützen Sie sie mit Gebet, Gespräch und Tat. Das ist es, was die Kirche ausmacht – mit Menschen. Und nicht zweieinhalbtausend Kilometer entfernt – irgendwo da, um virtuell zu vermitteln zwischen dem, der leben will, und dem, der dich zerstören will.

Ich danke allen, die in der Ukraine und mit der Ukraine alles tun, um Leben zu retten, ich danke allen, die helfen und wirklich nah sind – mit Taten und Gebeten.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/9732

NATO-CHEF GEGEN PAPST

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg reagierte auf die skandalösen Aussagen des Papstes: «Kapitulation ist kein Frieden. Der russische Präsident Wladimir Putin hat diesen Krieg begonnen und kann ihn heute beenden. Die Ukraine hingegen hat keine solche Chance.» Der NATO-Generalsekretär forderte ausserdem alle Verbündeten auf, die Ukraine weiterhin militärisch zu unterstützen: «Wir müssen die Ukraine weiterhin stärken, um Präsident Putin zu zeigen, dass er auf dem Schlachtfeld nicht bekommen wird, was er will. Wir müssen uns zusammensetzen und uns auf eine Lösung einigen, bei der die Ukraine als unabhängiges Land anerkannt wird.» https://www.unian.net/world/kapitulyaciya-eto-ne-mir-stoltenberg-otvetil-na-skandalnoe-zayavlenie-papy-rimskogo-video-12569751.htm

DREIMAL MEHR GRANATEN

Die russische Kriegsindustrie beschäftigt aktuell 3,5 Millionen Beschäftigte. Vor dem Überfall auf die Ukraine waren es eine Million weniger. Diese Industrie arbeite 24 Stunden und 7 Tage die Woche. Dabei würden jeden Monat 250’000 Granaten produziert. Mit diesen 3 Millionen Granaten pro Jahr produziert Russland dreimal mehr als die gesamte westliche Industrie, inklusive den USA und Europa. Dies berichtet CNN und schreibt, dass die USA ihre Produktion auf 100’000 Granaten pro Monat erhöhen wollen.

Die europäischen Länder versuchen, die Lücke kleiner zu machen. Letzten Monat kündigte das deutsche Unternehmen Rheinmetall an, dass es die Eröffnung einer Munitionsfabrik in der Ukraine plant, in der Hunderttausende 155-mm-Geschosse pro Jahr hergestellt werden sollen. In Deutschland hat dasselbe Unternehmen ein neues Werk in Betrieb genommen, in dem jährlich etwa 200’000 Artilleriegeschosse hergestellt werden sollen.

Zu den selbst produzierten Granaten erhielt Russland vom Iran letztes Jahr mindestens 300’000 Artilleriegeschosse und Nordkorea lieferte mindestens 6’700 Container mit Millionen Granaten, allerdings zum Teil von geringer Qualität.

Laut offiziellen Angaben feuert Russland derzeit etwa 10’000 Granaten pro Tag ab, während die ukrainische Seite nur 2’000 Granaten pro Tag abfeuert. An einigen Stellen entlang der 1’000 Kilometer langen Front ist das Verhältnis laut einem europäischen Geheimdienstmitarbeiter sogar noch schlechter.

«Wir befinden uns jetzt in einem Produktionskrieg», sagte ein hochrangiger NATO-Beamter gegenüber CNN. «Der Ausgang des Krieges in der Ukraine hängt davon ab, wie jede Seite für diesen Krieg gerüstet ist.» https://edition.cnn.com/2024/03/10/politics/russia-artillery-shell-production-us-europe-ukraine/index.html

Das Wallstreet Journal (WSJ) schreibt: Die Fähigkeit Russlands, Panzer, Raketen und Granaten herzustellen, hat den Westen überrascht und den Druck auf die Ukraine erhöht. Die Frage ist, wie lange das so bleiben wird.

Das WSJ zitiert Oskar Jonsson, von der schwedischen Verteidigungsuniversität: «Russland hat bei der Steigerung der Produktion in vielen Verteidigungssektoren eine beeindruckende Leistung erbracht. Aber ich wäre sehr misstrauisch, dass Russland die Produktion in diesem Tempo weiter steigern kann … sie wird stagnieren.» https://www.wsj.com/world/russia-is-pumping-out-weaponsbut-can-it-keep-it-up-ba30bb04?page=1

NATO-HILFE IST LEGAL

Der Präsident der Tschechischen Republik, Petr Pavel, spricht sich für die «Macron-Initiative» aus. Eine Unterstützung der NATO in der Ukraine widerspreche nicht den internationalen Normen, sagte Pavel. Laut Pavel sollte es eine klare Unterscheidung zwischen dem Einsatz von Kampfeinheiten und der möglichen Beteiligung von Truppen an einigen «unterstützenden» Massnahmen geben, mit denen die NATO bereits Erfahrung hat: «Es sollte daran erinnert werden, dass nach der Annexion der Krim und der Besetzung eines Teils des Donbass, eine NATO-Trainingsmission auf dem Territorium der Ukraine operierte. Sie umfasste mehr als 15 Länder und zählten etwa 1’000 Menschen». Im weiteren sagte der ehemalige Chef des NATO-Militärausschusses: «Aus Sicht des Völkerrechts und der UN-Charta wird nichts die Truppen der NATO-Mitgliedstaaten sowie beispielsweise Zivilisten daran hindern, bei der Arbeit in der Ukraine mitzuhelfen.» https://www.euractiv.com/section/politics/news/nato-support-in-ukraine-not-against-international-rules-says-czech-president /

GAULEITER HINTER GITTERN

Während der kurzen russischen Besetzung der ukrainischen Region Kharkiv, war Oleg Kalayda ein Kollaborateur. Der ehemalige Polizist nahm von den Russen den Titel «Abteilungsleiter des Innenministeriums der Russischen Föderation» an. In dieser Funktion fabrizierte er Anklagen gegen ukrainische Patrioten und half den Russen bei der Durchführung von Repressionen gegen Mitglieder der Widerstandsbewegung. Während der Befreiung von Kupjansk versuchte er sich zu verstecken, wurde jedoch vom ukrainischen Geheimdienst aufgespürt. Nun hat ihn ein Gericht zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt. https://t.me/operativnoZSU/139416

4.3 MILLIONEN FLÜCHTLINGE

Am 31.Januar hatten 4,3 Millionen Menschen, die die Ukraine infolge der umfassenden Invasion Russlands verlassen hatten, den Status eines vorübergehenden Schutzes in EU-Ländern.

Laut Eurostat waren die wichtigsten EU-Länder, die Ukrainern vorübergehenden Schutzstatus gewährten, Deutschland ( 1,27 Millionen Menschen, 29,5 % der Gesamtzahl), Polen ( 951.560 Menschen, 22,1 %) und die Tschechische Republik ( 381.190, 8,9 %).

In fünf EU-Ländern ging die Zahl der Leistungsempfänger zurück, nämlich in Italien ( -18.125 Personen; -11,2 %), Polen ( -3.235; -0,3 %), Estland ( -225; -0,6 %), Frankreich ( -205; – 0,3 %) und Luxemburg ( -10; -0,2 %).

Fast die Hälfte ( 46,1 %) der Flüchtlinge in einem EU-Land waren Frauen, etwas mehr als ein Drittel ( 33,2 %) Kinder und etwas mehr als ein Fünftel ( 20,7 %) erwachsene Männer.

Im Land selber hat die Zahl der Binnenflüchtlinge abgenommen, was auf eine gewisse Stabilität hinweist. https://biz.nv.ua/ukr/economics/statistika-yevrostatu-skilki-ukrajinciv-u-yes-otrimali-timchasoviy-zahist-50399956.html

RUSSEN-PHANTASIEN

Auf dem Handy eines gefangenen russischen Soldaten fanden die Ukrainer die Liste mit Dingen, die

er im Krieg in der Ukraine zu tun hatte: Menschenfleisch probieren; Einen ukrainischen Kriegsgefangenen foltern und dann langsam und qualvoll töten; Ein ukrainisches Mädchen gruppenvergewaltigen; Dinge aus den Häusern von Menschen stehlen, die sie getötet oder zur Flucht gezwungen haben; Ganze Familien in ihren Häusern verbrennen.

Die Wunschliste wurde ihm von einem seiner Bekannten aus Russland geschickt. https://twitter.com/victoriaslog/status/1766446318354919483

Die Gewalt-Phantasien sind nicht singulär. Hier wurde bereits über einen 22-jährigen Russen berichtet, der sich für den Eintritt in die russische Armee interessierte und in einem Video sagte, was er in der Ukraine tun wolle. Seine Motivation: «Erstens, ist es sehr cool, dem Land zu dienen. Zweitens kann man leicht Leute töten, ohne dafür ins Gefängnis zu müssen. (…) Du kannst Nazis fangen und sie foltern.» (https://aldrovandi.net/2024/01/20/ukraine-aktuell-nr-696-20-1-24-22uhr/)

OSCAR: «20 TAGE IN MARIUPOL»

Das Werk von Mstislav Chernov erhielt den Oscar für den besten Dokumentarfilm. Bei der Preisverleihung sagte Chernov: «Das ist der erste Oscar in der Geschichte der Ukraine. Aber vielleicht bin ich der erste Regisseur auf dieser Bühne, der sagt, dass er diesen Film am liebsten nie hätte machen wollen.» Und «Ich würde dies gerne dafür eintauschen können, dass Russland niemals die Ukraine angreift und niemals unsere Städte besetzt. Damit die Russen nicht Zehntausende meiner Mitbürger töten. Ich würde es geben, wenn sie alle Geiseln freilassen würden, die unsere verteidigt haben.Landsoldaten, Zivilisten, die in ihren Gefängnissen sitzen» https://t.me/uniannet/127885

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