Ukraine Aktuell Nr. 593 (9.10.23/21Uhr)

LEICHTE FORTSCHRITTE

Auf den beiden Hauptachsen der ukrainischen Offensive in Richtung Melitopol und Bachmut gab es teilweise Erfolge. Dies schreibt der ukrainische Generalstab in seinem Morgenrapport. In Richtung Melitopol in der Südukraine hatte das ukrainische Militär westlich von Verbovoye in der Region Saporoschje teilweise Erfolge. Im Osten der Ukriane in Richtung Bachmut haben die Streitkräfte der Ukraine in den Gebieten Kleshcheevka und Andreevka teilweise Erfolge erzielt. https://t.me/nexta_live/63748

Trotzdem, so schreibt der Generalstab am Abend: «Die operative Lage im Osten und Süden der Ukraine ist weiterhin schwierig.» https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua

WETTER WIRD ENTSCHEIDEND

Aufgrund starker Regenfälle in Richtung Lymano-Kupian nahm die Aktivität der Gefechte ab. Gestern fanden 11 Gefechte statt und auch die Zahl der Einsätze von Flugzeugen und Drohnen durch die russische Armee ging zurück. Dasberichtete Ilja Jewlasch, Leiter des Pressedienstes der östlichen Truppengruppe der ukrainischen Streitkräfte. https://suspilne.media/590445-cerez-silni-opadi-na-limano-kupanskomu-napramku-znizilas-aktivnist-boiv-evlas

In den nächsten Tagen kommen kalte Temperaturen in die Ukraine. In den nächsten 3 Tagen sinkt die Temperatur nachts auf 1℃ , tagsüber schwankt die Lufttemperatur um 7-12℃ . https://t.me/insiderUKR/63108

1’000 MINENRÄUM-TEAM NÖTIG

In der Ukraine haben Minenräumungen den gleichen Stellenwert wie militärische Operationen. Das  erklärte der erste stellvertretende Verteidigungsminister Oleksandr Pawljuk. Bis Ende Jahr werden 1’000 Minenräum-Teams in 10 Bataillonen aufgestellt. Für 700 Teams habe man schon genug Personal beisammen. Die Minenräumungen werden landesweit koordiniert. https://t.me/c/1394092619/56008

Aktuell bedrohen die von den Russen verlegten Minen 6 Millionen Menschen in der Ukraine. Tausende könnten getötet oder verletzt werden, wenn keine geeigneten Maßnahmen ergriffen werden, sagte Premierminister Denys Shmyhal. Er ergänzte: «Bisher wurden in der Ukraine rund 250 Menschen durch Landminen getötet und über 500 verletzt oder verstümmelt.» https://t.me/KyivIndependent_official/24474

RECHTFERTIGUNG VON TERROR

Beim russischen Raketenanschlag auf eine Gedenkfeier von Dorfbewohnern in Groza kamen 52 Zivilisten ums Leben. https://aldrovandi.net/2023/10/06/ukraine-aktuell-nr-590-6-10-23-22uhr/ Bisher haben Putins Helfer derartige Terroranschläge als Fakemeldungen bezeichnet, den Ukrainern in die Schuhe geschoben oder dazu geschwiegen. Im Fall des Anschlags auf Groza ist dies anders. Der für sein dreistes Auftreten bekannte russische UN-Botschafter Wassili Nebensja bestätigte heute seinen Ruf: «Die Beerdigung eines der Nationalisten fand im Dorf Groza statt, viele ukrainische Neonazis waren dort anwesend», rechtfertigt Nebensja den Angriff auf Zivilisten. https://t.me/insiderUKR/63130

Von den 52 Toten konnten bisher 49 Menschen identifiziert werden. Weiterhin vermisst werden 5 Personen, darunter 2 Kinder. https://t.me/c/1394092619/55993

UKRAINISCHE WAFFEN FÜR HAMAS

Der militärische Geheimdienst Russlands – der GRU  hat den Terroristen der Organisation Hamas Waffen übergeben, welche Russland in der Ukraine erobert hat. Es handelt sich um Waffen aus westlicher Produktion. Das berichtet der ukrainische Geheimdienst. Nach seinen Angaben sei diese Waffenübergabe Teil eines grösseren Plans. Als nächstes werde behauptet, dass die Ukraine regelmässig westliche Waffen an die Hamas Terroristen verkaufe. https://t.me/nexta_live/63778   

9 KINDER ZURÜCKGEBRACHT

Neun weitere ukrainische Kinder wurden aus vorübergehend von den Russen besetzten Gebieten in das kontrollierte Gebiet der Ukraine zurückgebracht. Dies gab Oleksandr Prokudin, der Leiter der Kherson Militärverwaltung bekannt. Erreicht wurde die Rückführung der Kinder durch die Hilfsorganisation «Save» in Zusammenarbeit mit verschiedenen ukrainischen Ministerien.

Bereits am 5. Oktober erklärte der Gründer von «Save» Ukraine, Mykola Kuleba, dass 19 ukrainische Kinder aus den vorübergehend von Russland besetzten Gebieten zurückgebracht worden seien. https://nv.ua/ukr/ukraine/events/ukrajina-povernula-shche-dev-yat-ditey-iz-timchasovo-okupovanih-teritoriy-novini-ukrajini-50359244.html

LEBEN UNTER BESCHUSS

Im Zusammenhang mit der Rettungsaktion von «Save» beschreibt deren Gründer Mykola Kuleba das Schicksal von zwei Kindern und deren Mutter:

«Jede Nacht fliegen Flugzeuge und bombardieren. Die ganze Zeit über verstecken sich die Kinder und ich, einer im Badezimmer, ein anderer im Flur. Wir leben wie in der Hölle», sagt die alleinerziehende Mutter Yulia, die zwanzig Jahre lang in der Eisenbahnverwaltung der Stadt Kostiantynivka gearbeitet hat.

Das Viertel, in dem die Familie Loktionov lebt, wird oft beschossen, denn es liegt nicht weit von Bakhmut entfernt. Hier schießen feindliche Granaten erbarmungslos auf die Häuser der Menschen, Krankenhäuser und Schulen. Sogar das humanitäre Hauptquartier, in dem die betroffenen Bewohner der Region Donezk um Hilfe baten, wurde getroffen. All dies geschah vor den Augen der 15-jährigen Diana und des 10-jährigen Danylo – Yulias Kinder. Die Kinder sahen einfach zu, wie ihre fröhliche Kindheit zerstört wurde.

Bereits im April letzten Jahres wollte die Mutter ihren Sohn und ihre Tochter aus dem Bombardement holen, doch dann wurde die Frau sehr krank, und später auch die Kinder. Die Rettung musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Bis dahin lebte die Familie, erschöpft von der Krankheit, weiter in Angst und Sorge.

Eine Woche vor der Evakuierung ereignete sich ein schockierendes Ereignis, das Yulia dazu zwang, das Team von Save Ukraine dringend zu kontaktieren. Damals explodierte eine russische Rakete mitten auf dem Lebensmittelmarkt der Stadt. Viele Menschen starben. Leider war auch die Tochter von Yulias Kollegin und Kollegin, die gerade in die erste Klasse gekommen war, unter ihnen. Für Yuliia, Mutter von zwei Kindern, war dies ein Schock: «Ein Mensch, mit dem ich gearbeitet habe, mit dem ich kommuniziert habe, mit dem ich befreundet war, ist gestorben… Das ist ein solcher Schmerz im Herzen, den man nicht in Worte fassen kann. Ich war in einem solchen Zustand, dass ich bereit war, überall hin zu gehen, nur um den Bombenangriffen, dem Beschuss und der Angst zu entkommen, in der meine Kinder und ich viele Monate lang lebten.»

Doch selbst in dieser Nacht, am Vorabend der Rettung, hielten die Russen die Familie wach und zwangen sie, im Korridor vor Angst vor lauter Granaten zu zittern. Glücklicherweise brachte das Team von Luhansk Save Ukraine Yulia und die Kinder am frühen Morgen in die sicherere Stadt Kramatorsk, von wo aus die Familie nach Kiew in unser Zentrum «Hoffnung und Heilung» gebracht wurde. Hier haben Freiwillige die Familie untergebracht und werden sie bei der Wiederherstellung ihres Lebens nach Kräften unterstützen.

Yulia fand keine Worte, um ihre Dankbarkeit für die Rettung ihrer Kinder auszudrücken. Die Mutter wird endlich wieder ruhig schlafen können. https://twitter.com/MykolaKuleba/status/1711422584678474047

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