Ukraine Aktuell Nr. 594 (10.10.23/22Uhr)

HEFTIGE KÄMPFE IM OSTEN

Bereits um 6 Uhr am Morgen begann eine heftige russische Bombardement-Serie der ukrainischen Stadt Avdjivka. Eingesetzt wurden Flugzeuge, Artilleriegeschosse und Mehrfachraketenwerfer. https://t.me/insiderUKR/63146

In der Region dauerten den ganzen Tag sehr heftige Kämpfe an, aber alle Angriffe in Richtung der Stadt wurden von den Streitkräften der Ukraine abgewehrt. «Es wurden keine Verluste an Frontlinien oder Stellungen registriert». Das sagte Oleksandr Shtupun, Sprecher der ostukrainischen Verteidigungskräfte. https://www.radiosvoboda.org/a/news-avdiivskyi-napriamok/32631672.html

Ein Video zeigt, wie die russische Armee mit gepanzerten Fahrzeugen mittels einer Pontonbrücke einen kleinen Fluss bei Avdiivka überwinden wollte. Der erste Panzer, der dies versuchte, rutschte ab und ersoff im Wasser. https://t.me/nvua_official/63963

RUSSLAND MELDET ERFOLGE

Am östlichsten Rand der Front sollen die Russen in den letzten Stunden Fortschritte gemacht haben. Das berichtet der Kreml-nahe Militärblogger Rybar (1.1 Mio. Follower auf Telegram). Er schreibt: «Nach heftigen Kämpfen ist es den russischen Einheiten gelungen, auf breiter Front von Nowowodjanoje und Ploschtschanka aus vorzustossen und fast den östlichen Stadtrand von Makejewka zu erreichen. (…) Der Angriff gestaltet sich aufgrund der zahlreichen Minensperren auf der Linie Makejewka – Newskoje schwierig. Darüber hinaus verlegt das ukrainische Kommando weiterhin Reserven für die Verteidigung vor Ort.» https://twitter.com/rybar_force/status/1711763941892714768

ANGRIFFE AUF EINEN BAHNHOF

Heute Morgen beschossen russische Truppen die Stadt Ocheretine in der Region Donezk. Eingesetzt wurden Raketen vom Typ Oragan, die normalerweise als Boden-Luft-Raketen eingesetzt werden, sowie Artillerie und Mehrfachraketenwerfer.

Durch den Beschuss geriet der Bahnhof in Brand. Es gibt keine toten oder verletzten Zivilisten. Das sagte Mykola Kowalenko, der Leiter der Militärverwaltung der Siedlung. https://suspilne.media/590701-rosijski-vijska-z-uraganiv-obstrilali-oceretine-zagorivsa-zaliznicnij-vokzal/

PIPELINE BESCHÄDIGT

Finnland informierte heute über eine vorsätzliche Beschädigung einer Unterwasser-Gaspipeline und eines Kommunikationskanals zwischen Finnland und Estland. Dies sei am 8. Oktober entdeckt worden und «war wahrscheinlich ein vorsätzlicher Akt», gab die finnische Regierung bekannt.

Der finnische Präsident Sauli Niinisto sagte, dass «die Ursache des Schadens noch nicht klar ist», aber wahrscheinlich «das Ergebnis einer externen Aktivität» sei. https://kyivindependent.com/finland-points-to-deliberate-damage-to-underwater-gas-pipeline/

In den Wochen bevor es zur Beschädigung der «Baltic Connection-Pipeline» kam, wurde das russische Forschungsschiff Sibirjakow im Finnischen Meerbusen gesichtet. Dasselbe Schiff sei schon kurz vor der Explosion der Nordstream-Pipeline vor Ort gewesen. Das schreibt der amerikanische Militärblogger Chuck Pfarrer und nennt das neuste Ereignis ein «Déja vu». https://twitter.com/ChuckPfarrer/status/1711754187476816361

MILLIARDENPAKET AUS BERLIN

Deutschland hat ein Militärhilfepaket in Höhe von 1 Milliarde Euro für die Ukraine angekündigt. Das Verteidigungsministerium des Landes nannte folgende Hauptbestandteile: Ein Patriot Luftverteidigungssystem, drei Gepard-Flugabwehrgeschütze und IRIS-Systeme. Bei IRIS handelt es sich ein Luftverteidigungssystem gegen Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen, Marschflugkörper und ballistische Kurzstreckenraketen. Das Paket umfasst auch Waffen, gepanzerte Fahrzeuge und Ausrüstung für Militärpersonal. Und in den nächsten Wochen werden bereits versprochene 15 Leopard1 Panzer ausgeliefert. https://t.me/tv11ua/61359

 «Wir erhöhen mit diesem neuerlichen ‹Winterpaket› die Einsatzbereitschaft der ukrainischen Streitkräfte in den kommenden Monaten noch weiter», sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius vor der morgigen Sitzung des sogenannten Ramstein-Formats. https://www.n-tv.de/politik/Berlin-schnuert-Milliarden-Winterhilfe-Paket-fuer-die-Ukraine-article24455185.html

ZUSAMMENARBEIT MIT RUMÄNIEN

Der ukrainische Präsident Zelenskyj war heute in Rumänien bei seinem Amtskollegen Klaus Johannis und die beiden Staatschefs unterzeichneten ein umfassendes Abkommen zur Zusammenarbeit. Unter anderem wird es einen Getreidekorridor der Ukraine über Moldawien und Rumänien geben. Rumänien wird der Ukraine mehr Geschosse für die Artillerie liefern und in Rumänien wird ein Zentrum für die Ausbildung ukrainischer F-16-Piloten eingerichtet. https://t.me/insiderUKR/63167

In seiner Abendansprache sagte Zelenskyj: Wir bereiten noch einige Dinge vor, sie werden mächtig sein. (…) Unsere strategischen Beziehungen sind eine neue Kraft für die gesamte Schwarzmeerregion. Wenn es uns gelingt, alles umzusetzen, was wir geplant haben, wird in diesem Teil Europas eine neue Quelle der wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Entwicklung entstehen.» https://t.me/c/1394092619/56088

GEMEINSAME MINENRÄUMUNG

Die Türkei, Rumänien und Bulgarien werden die Minenräumung des Schwarzen Meeres durchführen. Diese Länder beabsichtigen, sich gemeinsam an der Räumung der Minen zu beteiligen, die sich aufgrund des russischen Krieges gegen die Ukraine im Schwarzen Meer befinden, schreibt Bloomberg. Die gemeinsame Einheit könnte nächsten Monat gegründet werden. Die Minenräumaktion steht in keinem Zusammenhang mit NATO-Aktivitäten. https://www.bloomberg.com/news/articles/2023-10-10/nato-allies-to-form-mine-sweeping-force-to-clear-black-sea-route?leadSource=uverify%20wall

RUSSLAND IN DER UNO ISOLIERT

Das Kreml-Regime scheiterte mit seinem Versuch, wieder eine Rolle im UN-Menschenrechtsrat zu spielen. Für eine erfolgreiche Wahl wären 97 Stimmen notwendig gewesen. Russland erhielt in der geheimen Abstimmung 83 Stimmen. Problemlos in den Rat gewählt wurden demgegenüber Bulgarien mit 160 Stimmen und Albanien mit 123 Stimmen. Die Wahl für den UN-Menschenrechtsrat gilt für die Periode 2024 – 2026. https://t.me/nvua_official/63973

Die polnische Delegation schrieb auf seinem Twitteraccount «Poland in the UN»: «Die Generalversammlung hat die Kandidatur Russlands abgelehnt und damit bestätigt, dass für ein Land, das einen brutalen Angriffskrieg führt, kein Platz im Menschenrechtsrat ist.» https://twitter.com/PLinUN/status/1711769337806098873

FUSSBALLER WEITER AUSGESPERRT

Am 26. September hatte der Europäische Fussballverband (UEFA) beschlossen, dass russische U-17-Teams wieder an europäischen Wettbewerben teilnehmen können, zum Beispiel an der EM-Qualifikation. Diese Zulassung von russischen Fussballern im Alter von unter 17 Jahren wurde breit kritisiert. Heute hat die UEFA ihren Entscheid widerrufen. Begründet wurde das so: «Der Punkt wurde von der Agenda genommen, da keine technische Lösung gefunden werden konnte, die es russischen Teams erlaubt, zu spielen.»

Dies teilte die Europäische Fußball-Union der Deutschen Presse-Agentur nach der Sitzung des Uefa-Exekutivkomitees in Nyon mit. https://t.me/KyivIndependent_official/24520 & https://www.spiegel.de/

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