UKRAINE AKTUELL Nr. 774 (7.4.24/20Uhr)

  • Zick-Zack des NATO-Chefs
  • Russen töten Kriegsgefangene
  • News von den vier Kriegsfronten
  • Grosse Anti-Orban Demonstration

STOLTENBERGS NEUE AUSSAGEN

Bisher galt NATO-Generalsekretär als felsenfester Verbündeter der Ukraine. In einem Interview mit der britischen BBC liess er heute andere Töne verlauten.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte im TV-Interview, dass die Ukraine entscheiden muss, welche Kompromisse sie im Krieg mit der Russischen Föderation zu akzeptieren bereit ist. Obwohl Stoltenberg sagte, dass militärische Unterstützung von entscheidender Bedeutung sei, um die Ukraine in die Lage zu versetzen, die russischen Streitkräfte zurückzudrängen und Putin zu zwingen, seine Besatzungsziele aufzugeben, deutete er an, dass die Ukraine möglicherweise auch Zugeständnisse machen müsse: «Letzten Endes muss die Ukraine entscheiden, zu welchen Kompromissen sie bereit ist. Wir müssen sie in die Lage versetzen, am Verhandlungstisch ein akzeptables Ergebnis zu erzielen», sagte Stoltenberg.

Er sagte, er fordere die Ukraine nicht auf, jetzt Zugeständnisse zu machen, und fügte hinzu, dass «echter Frieden» erreicht werden könne, wenn «die Ukraine sich durchsetzt».

Stoltenberg sagte auch, dass es eine «autoritäre» Allianz zwischen der Russischen Föderation, China, Iran und Nordkorea gebe, wobei jedes Land die anderen praktisch unterstütze und sich alle vier «immer mehr aufeinander zubewegten. (…) China stützt die russische Kriegswirtschaft und liefert wichtige Teile für die Rüstungsindustrie, und im Gegenzug verpfändet Moskau seine Zukunft an Peking», so Stoltenberg. https://www.bbc.com/news/uk-politics-68749299

WEHRLOSE GEFANGENE GETÖTET

Russische Besatzer erschossen unbewaffnete ukrainische Kriegsgefangene in Krynki in der Region Kherson. Gemäss der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft wurden heute auf einem russischen Telegram-Kanal ein Video veröffentlicht, welches das Kriegsverbrechen dokumentiert.

«Das Video zeigt, wie ein Vertreter der russischen Streitkräfte mehrere Schüsse auf unbewaffnetes, unbewegliches Militärpersonal abfeuert, wahrscheinlich mit einem Maschinengewehr.»

Nach Angaben der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft wurde eine Voruntersuchung wegen Verstoßes gegen die Gesetze und Gebräuche des Krieges sowie vorsätzlichen Mordes eingeleitet. https://www.unian.net/war/voyna-v-ukraine-okkupanty-rasstrelyali-ukrainskih-voennyh-vozle-krynok-12597300.html

NEWS VON 4 FRONTABSCHNITTEN

  • An der Front in SAPORISCHJA blieb die Intensität der Kämpfe gering. Die russischen Streitkräfte starteten einen einzigen Angriff im Gebiet nordwestlich von Verbove, um eine Stellung anzugreifen, die im Rahmen der Sommeroffensive befreit worden war.
  • In der Gegend von AVDIIVKA konnte der Feind vorrücken. Berditschi ist fast vollständig unter russische Kontrolle geraten, während sich die ukrainischen Einheiten in vielen Gebieten hinter den Fluss Durna zurückgezogen haben. Dieses Manöver war vom Generalstab seit langem geplant worden.
  • An der KHERSON-KRIM-Front führten die russischen Streitkräfte sechs erfolglose Angriffe auf die Stellungen der ukrainischen Marineinfanterie durch. Dem Feind wurden keine territorialen Zugeständnisse gemacht.
  • Im Operationssektor BAKHMUT konzentrierten die russischen Streitkräfte ihre Bemühungen in Richtung Chasiv Yar und nahmen einen Teil des Waldgebiets östlich der Siedlung ein. Ihre Bemühungen in Bohdaniwka führten zu keinerlei Fortschritten. https://twitter.com/astraiaintel/status/1776885682037788961

SPEKULATIONEN ÜBER FRANKREICH

  • Die «Neue Zürcher Zeitung / NZZ» nannte in ihrer englischen Ausgabe vier Szenarien, welche Funktionen das französische Militär in der Ukraine ausüben könnte, sofern Staatspräsident Macron den Worten Taten folgen lässt:
  • Nördlich von KYIV könnten sie für Sicherheit sorgen und eine Invasion aus Weißrussland verhindern. Dann können die Einheiten der ukrainischen Streitkräfte an die Front verlegt werden.
  • In Richtung SAPORISCHJA unterstützen Sie die Streitkräfte der Ukraine und verhindern Sie einen Durchbruch durch den Dnjepr.
  • In ODESSA könnte die Sicherheit des Hafens gewährleistet werden.
  • Das letzte Szenario ist eine mögliche Verlegung nach MOLDAWIEN wo das Militär die örtliche Armee im Falle russischer Provokationen unterstützen könnte. https://www.nzz.ch/english/what-would-happen-if-macron-sent-french-troops-to-ukraine-ld.1824711

KREML VERLOR DREIMAL MEHR

Die Verluste der russischen Armee an technischem Material ist dreimal höher, als die Schäden für die Ukraine. Dies geht aus einer Auswertung über die Verluste im Monat März hervor: https://twitter.com/EuromaidanPress/status/1776689083974082796/photo/1

Gepanzerte Transportfahrzeuge verlor Russland in einem Monat 535 und die Ukraine 77. Panzer verlor Russland 205 und die Ukraine 68. Und bei der Artillerie ist das Verhältnis der zerstörten Geräte 129 zu 70.  

TRUMPS UKRAINE PLAN

Der abgewählte US-Präsident Donald Trump hat wiederholt gesagt, er könne den Krieg Russlands in der Ukraine sehr schnell beenden. Der «Washington Post» zufolge will er das folgendermassen tun: Er schlägt vor, die Ukraine zu zwingen, die Krim und den Donbass aufzugeben, schreibt das Medium unter Berufung auf Personen, die mit Trump oder seinen Beratern darüber gesprochen haben und anonym bleiben wollen. In der Veröffentlichung wird darauf hingewiesen, dass sich diese Strategie grundlegend von Bidens Politik unterscheidet – der Abschreckung russischer Aggression und der militärischen Unterstützung der Ukraine. https://www.washingtonpost.com/politics/2024/04/05/trump-ukraine-secret-plan/

Anton Gerashchenko, Berater des ukrainischen Innenministers, schreibt dazu: «Trump scheint zu glauben, dass dies ein «gesichtswahrender» Ausweg für Russland und die Ukraine wäre. In Wirklichkeit würde dies den endgültigen Zusammenbruch der Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg bedeuten und signalisieren, dass das Recht der Gewalt nun Vorrang vor der Kraft des Rechts hat.» https://twitter.com/Gerashchenko_en/status/1777003192015880693

DROHNE ÜBER AKW EXPLODIERT

Eine Drohne ist über dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischja explodiert. Dieses wird aktuell von russischen Technikern betrieben, die den Strom stehlen und für russische Zwecke verwenden.

Die Internationale Atomenergieagentur – IAEA/IAEO – schreibt: Die Experten der IAEO wurden vom Atomkraftwerk Saporischja darüber informiert, dass heute eine Drohne auf dem Gelände detoniert ist. Eine solche Detonation steht im Einklang mit den Beobachtungen der IAEO. «Ich fordere dringend dazu auf, Handlungen zu unterlassen, die den 5 IAEO-Grundsätzen widersprechen und die nukleare Sicherheit gefährden», sagte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi. https://twitter.com/iaeaorg/status/1776958995909030239

Die russische Seite beschuldigt die Ukraine, ohne Beweise vorzulegen.

GROSSE ANTI-ORBAN DEMO

Victor Orban, Putins Unterstützer und Vorbild für Rechtsradikale und Neonazis in Europa, kommt innenpolitisch unter Druck. Gestern demonstrierten Zehntausende Menschen vor dem Parlament in Budapest und forderten den Rücktritt des ungarischen Ministerpräsidenten Orban.

Grund für die Proteste sind neue Enthüllungen über Korruption in Orbans Regierung und im Parlament. Entsprechende Belege hatte ein ehemaliger Mitarbeiter von Orbán, Peter Magyar, mit einer Audioaufnahme veröffentlicht. https://www.reuters.com/world/europe/tens-thousands-march-budapest-against-orban-2024-04-06/

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