UKRAINE AKTUELL Nr. 758 (22.3.24/11Uhr)

  • Massiver Raketen- und Drohnen Angriff
  • Kriegsminister in Bomben-Fabrik
  • Verbrecher an der Front – Gefängnisse leer
  • Ungarn stärkt Russlands Wirtschaft
  • Skeptische Gedanken zur Mobilisierung

ANGRIFF MIT 150 RAKETEN UND DROHNEN

In der Nacht auf heute griff Russland mit vielen Raketen und iranischen Shahed-Drohnen die Energie- und Wasser-Infrastruktur der Ukraine an. Volodymyr Zelenskyj schrieb: «In dieser Nacht gab es mehr als 60 „Märtyrer“ (Shaheds-Drohnen) und fast 90 Raketen verschiedener Typen. Die Welt sieht die Ziele russischer Terroristen so klar wie möglich: Kraftwerke und Energieversorgungsleitungen, einen Staudamm, gewöhnliche Wohngebäude, sogar einen Trolleybus. Russland führt Krieg gegen das normale Leben der Menschen. Mein Beileid gilt den Familien und Angehörigen der Opfer dieses Terrors.» und «Es gibt keine Verzögerungen bei russischen Raketen, wie bei Hilfspaketen für unseren Staat. „Shaheds“ sind nicht unentschlossen, wie manche Politiker.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/9830

Unter anderen wurde der grösste Staudamm des Landes beim Dnjepr in Saporischja attackiert. Getroffen wurde ein Trolleybus, der über den Damm fuhr und Passagiere beförderte. Das ukrainische Wasserkraftunternehmens Ukrhydroenerho teilte mit: «Derzeit brennt es am Damm. Rettungskräfte arbeiten vor Ort, um die Folgen der zahlreichen Luftangriffe zu beseitigen» und fügte hinzu, dass die Situation am Damm «unter Kontrolle» sei. (FOTO des brennenden Damm-Gebäudes). https://t.me/andriyshTime/19758

In Kharkiv kam es zu 15 Einschlägen von S-300 und X-22-Raketen und dies führte zu Strom- und Wasserknappheit. «Die Stadt ist praktisch völlig ohne Licht. 700’000 Menschen sind ohne Strom. Die Beseitigung der Folgen ist im Gange. Die Situation ist unter Kontrolle, Spezialisten sind im Einsatz.», schrieb Oleh Synegubov, der Leiter der regionalen Militärverwaltung. https://t.me/synegubov/8789

In Kyiv verbrachten gegen 40’000 Menschen die letzte Nacht in den geschützten Räumen der U-Bahn (FOTO), während draussen die Raketen in der Hauptstadt einschlugen.  https://twitter.com/JayinKyiv/status/1771026829089910987

SHOIGU IN BOMBENFABRIK

Das russische Verteidigungsministerium hat ein Video aus einer Fabrik in der Region Nishnij Nowgorod, der fünftgrössten Stadt Russlands, veröffentlicht. Das Video zeigt Kriegsminister Schoigu bei einem Rundgang durch das Werk und bei der Überprüfung der Produktion der superschweren FAB-3000-Luftbomben. Es handelt sich um neu entwickelte FAB-3000M-54-Luftbomben, die bald an Bord der schweren Bomber Tu-22M3 der russischen Luftwaffe für den Einsatz im Krieg in der Ukraine in Dienst gestellt werden sollen. https://twitter.com/sentdefender/status/1771002264393531558

Um welche Produktionsanlage es sich handelt, wurde nicht gesagt, damit sie nicht zu Schaden kommt. Doch auf dem Video identifizierten Analytiker von InformNapalm, Inschriften die den Namen der Fabrik und damit ihren Standort verrieten. Es handelt sich um die «Arsenal-53 in Nishnij Nowgorod.» https://twitter.com/victoriaslog/status/1770963483468677312

1 Kilometer neben der Bombenfabrik «Arsenal-53» befindet sich das Chemiewerk Swerdlowa, der grösste Sprengstoffhersteller im Dienste Russlands. Es handelt sich um eine sehr grosse Anlage … (@seriyps)

WAGNERIANER IN BELGOROD

Unter den russischen Freiwilligenkräften, die auf russischem Boden kämpfen, sind auch ehemalige Kämpfer der Wagner-Gruppe. Das sagte Denis Kapustin, Leiter des Russischen Freiwilligenkorps (RDK).

Video mit englischem Untertiteln: https://twitter.com/i/status/1770791268043419838

VERBRECHER AN DER FRONT

Weil bereits mehrere zehntausend russische Gefangene in den Krieg gegen die Ukraine geschickt wurden, leeren sich die Gefängnisse und werden überflüssig.

Zwei Justizvollzugsanstalten in der russischen Region Krasnojarsk werden demnächst geschlossen. Es handelt sich um das IK-7 im Dorf Areiskoye im Bezirk Emelyanovsky und um das IK-16 im Dorf Gromadsk im Bezirk Ujarski.

Fast alle Häftlinge wurden zu den Streitkräften überstellt, um am Krieg gegen die Ukraine teilzunehmen. Dies kündigte der Kommissar für Menschenrechte im Gebiet Krasnojarsk, Mark Denisow, an.

Er wird von der russischen Plattform «The Insider» so zitiert: «Ein einmaliger starker Rückgang der Zahl der Sträflinge unter den Bedingungen der BBS veranlasste einige, den Verantwortlichen von der Notwendigkeit zu berichten, die Strafvollzugsanstalten in Russland aus Gründen der Optimierung und Wirtschaftlichkeit zu schliessen.»

Denisow ist jedoch überzeugt, dass dies nur eine vorübergehende Massnahme ist: «Der Krieg wird früher oder später enden. Alles wird wieder normal, denn die soziale Struktur der Gesellschaft hat sich nicht verändert.» https://theins.ru/news/270138

RUSSEN VERSENKEN SICH SELBST

30% der russischen Schwarzmeerflotte wurde vom ukrainischen Militär-Geheimdienst mittels Seedrohnen und Raketen versenkt. Seither hat Putin den Rest seine Flotte von der besetzten Krim zum Hafen Noworossijsk verlegt, wo sie von Drohnen nicht erreicht werden können. https://twitter.com/KyivIndependent/status/1770857456605811004

Die russische Seestreitkraft ist aber weiterhin in der Ostsee aktiv. Dort versenkte sie ein Schiff, allerdings ein russisches. Der russische Trawler (Fischerei-Schiff) «Captain Lobanov» wurde von einer russischen Rakete getroffen & versenkt, die von einem Schiff der russischen baltischen Flotte abgefeuert wurde.

Der Vorfall ereignete sich am 19. März während einer Übung. Es gab drei Tote und vier Verletzte an Bord des Trawlers zu beklagen.

In ersten Meldungen hatte es geheissen, es habe eine Explosion an Bord gegeben. Nun meldeten sich Verwandte der Opfer mit dem wirklichen Sachverhalt. https://twitter.com/bayraktar_1love/status/1770874621421633937

UNGARN STÄRKT RUSSLAND

Ungarn ist bereit, mit Russland «offen über die Zusammenarbeit in den Wirtschaftssektoren» zu sprechen, gegen die die Europäische Union keine Sanktionen verhängt hat. Diese Erklärung gab der ungarische Aussenminister Péter Szijjártó in Prag nach dem Treffen von EU-Aussenministern ab.

«In Sektoren, in denen es keine Sanktionen gibt, würden wir auf pragmatischer Basis, wenn es in unserem nationalen Interesse liegt, gerne eine Zusammenarbeit mit den Russen entwickeln, wie es viele europäische und transatlantische Länder tun. Manche von ihnen verdeckt, manche offen», sagte Szijjártó. https://www.radiosvoboda.org/a/news-uhorshchyna-rosia-siiarto/32871672.html

GEDANKEN ZUR MOBILISIERUNG

Zwei Tage nach dem Wahlbetrug kündigte der russische Minister Shoigu die Mobilisierung von mehreren hunderttausend weiteren Russen für Russlands Krieg gegen die Ukraine an.

Dara Massicot, Russland-Spezialistin vom amerikanischen ThinkTank «Carnegie Endowment for International Peac» (Washington D.C.), machte sich dazu «ein paar Gedanken»:

Ich möchte den russischen Ankündigungen über neue Einheiten einen Kontext hinzufügen. Schoigu hat diese Art von Änderungen in Friedenszeiten regelmässig angekündigt und sie dann nicht umgesetzt (wie 2016). Dies ist ein Krieg, also ist es anders. Behalten Sie es im Auge, aber nehmen Sie es nicht für bare Münze. Ein paar Gedanken.

Im Jahr 2016 sagte Schoigu, dass 10 neue Divisionen aufgestellt werden sollen, vor allem die IVO Ukraine. Wir haben sie aufgespürt. Sie basierten auf bestehenden Brigaden, nicht auf neuen Einheiten. Sie fügten der Armee keine neuen Truppengattungen hinzu und sie waren bis Herbst 2021 unterbesetzt.

Schoigu sagte letztes Jahr, man werde eine Armee mit kombinierten Waffen für die Ukraine schaffen, und das hat man auch getan. Aber dann haben sie in Avdiivka innerhalb von fünf Monaten praktisch die gesamte Ausrüstung dieser Einheit verloren.

Ich glaube, dass sie versuchen werden, diese Einheiten aufzustellen – ich bezweifle jedoch, dass sie in der Lage sein werden, sie in den nächsten Jahren auszurüsten und mit Personal auszustatten, da es in der Vergangenheit bereits zu Problemen gekommen ist. Die Wiederaufstellung von Grund auf erfordert weit über 100’000 Soldaten. Dann müssen sie ausgerüstet werden, wenn die Ausrüstung in die Ukraine geht.

Es ist ein Unterschied, ob sie sagen, dass sie kombinierte Armeen, Divisionen, Brigaden und eine Aufstockung der Truppenkontingente schaffen werden, oder ob sie das tun, was dafür erforderlich ist: neue oder renovierte Stützpunkte mit entsprechender Ausrüstung, eine größere/erweiterte Truppe, eine einwandfreie Nachkriegsbindung und Rekrutierung.

Russland plant eine Aufstockung seiner Streitkräfte. Sie bewegen sich in diese Richtung.  Die Skepsis gegenüber den russischen Behauptungen – was sind die wirklichen Zeitpläne, und welche Beweise gibt es, die darauf hindeuten, dass sie dies durchführen – bleiben berechtigt. https://twitter.com/massdara/status/1770870298449002525

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