UKRAINE AKTUELL Nr. 736 (29.2.24/21Uhr)

  • Erneuter Abschuss von drei Russen-Jets
  • Zwei Dörfer im Donezk befreit
  • Russische Soldaten werden «entsorgt»
  • Medwedew verschläft Putins Rede

MINUS 3 RUSSISCHE JETS

Heute gelang es den ukrainischen Verteidigern 3 russische Kampfjets vom Typ SU-34 im Osten des Landes abzuschiessen. Die Aktionen gelangen bei Avdiiv und Mariupol und wurden vom Kommandeur der Luftwaffe der ukrainischen Streitkräfte, Mykola Oleschuk bestätigt. Damit haben die Ukrainer in den letzten 12 Tagen 13 russische Flugzeuge vom Himmel geholt. https://twitter.com/Gerashchenko_en/status/1763270999083217287

Vor dem Krieg verfügte die russische Luftwaffe insgesamt über 437 moderne Kampfflugzeuge (SU-27, 30, 34, 35) sowie einige Mig-29 und Mig31 für eines der grössten Länder der Welt. Mit dieser Luftwaffe – von der nicht alles einsatzfähig ist – muss sich die russische Föderation bei der Nordsee, im Süden und im Osten des Landes verteidigen. Wenn die Erfolgsquote der Ukrainer so weitergeht, dann bleibt von Putins Himmelsmacht bald nicht mehr viel übrig.  https://twitter.com/secretsqrl123/status/1763188459924066379

ZWEI DÖRFDER IM DONEZK BEFREIT

Im Rahmen ihres Vorstosses im Osten der Ukraine griffen die russischen Truppen den südöstlichen Teil von Krasnohorivka in der Region Donezk an und drangen in die Stadt ein. Soldaten der dritten ukrainischen Sturmbrigade griffen die russischen Truppen an und konnten sie aus Krasnohorivka vertreiben. Maksym Zhorin, stellvertretender Kommandeur der dritten Sturmbrigade meldete: «Ab sofort ist Krasnohorivka unter der Kontrolle der ukrainischen Truppen.»

Die russischen Verluste beliefen sich auf 100 getötete und verwundete Soldaten, sagte die Brigade: «Die Russen weigerten sich, zu kapitulieren und wurden in den von ihnen besetzten Häusern eliminiert», heisst es in der Erklärung. https://kyivindependent.com/third-assault-brigade-says-it-knocked-out-russian-forces-from-krasnohorivka/

Die ukrainischen Streitkräfte vertrieben die Russen aus den Außenbezirken von Orlowka. Damit seien «Fehlkalkulationen» von ukrainischen Armeeführern in Richtung Avdeevsky korrigiert worden. Das sagte Olexandr Syrskyj, Chef des ukrainischen Generalstabs. Die Aussagen machte Syrskyj beim Besuch an der betroffenen Front. https://suspilne.media/695090-buli-pevni-prorahunki-v-okremih-komandiriv-sirskij-pro-poizdku-na-front-ta-pro-vibitta-okupantiv-z-okolici-orlivki

200’000 DROHNEN SEIT 1.JANUAR

Im Januar-Februar 2024 produzierten ukrainische Hersteller etwa 200’000 FPV-Drohnen. (FPV heisst «First Person View», das sind Drohnen, welche mit einer Videobrille geflogen werden). Diese Drohnen können zur Aufklärung genutzt werden, aber auch Sprengkörper tragen, welche über feindlichem Material und Menschen abgeworfen werden.

In diesem Jahr werde die Produktionskapazität in der Ukraine das Niveau von 2 Millionen Drohnen verschiedener Typen, einschließlich FPV, erreichen. Das sagte die stellvertretende Ministerin für strategische Industrie, Hanna Gvozdyar gegenüber dem Magazin Forbes. https://forbes.ua/news/ukrainski-virobniki-vipustili-blizko-200-000-fpv-droniv-z-pochatku-roku-zastupnitsya-golovi-minstrategpromu-29022024-19573

UKRAINE WILL AUTARK WERDEN

In den ersten zwei Monaten des Jahres 2024 wurden bereits 46 Muster von Waffen und militärischer Ausrüstung, die in der Ukraine entwickelt und hergestellt wurden, kodifiziert und in den Streitkräften eingesetzt. Der stellvertretende Verteidigungsminister Ivan Gavryliuk sagte: «Wir tun unser Möglichstes, damit die Ukraine im Laufe der Zeit so autark wie möglich ist, wenn es darum geht, die Verteidigungskräfte mit den notwendigen Waffen zu versorgen. Gleichzeitig betone ich, dass in der Phase der Beschleunigung der Entwicklung der inländischen Verteidigung die Unterstützung unserer Partner sowie finanzielle und technologische Investitionen äusserst wichtig sind.»

Es bleibe wichtig, eine gemeinsame Waffenproduktion mit internationalen Partnern und Konsortien zu schaffen, sagte Gavryliuk weiter. https://t.me/operativnoZSU/138589

«SOLDATEN WERDEN ENTSORGT»

Russen, die im Zuge des Austauschs in die Russische Föderation zurückkehren, dürfen nicht nach Hause, sondern werden sofort an die Front zurückgebracht. «Das ist bewusste Entsorgung», sagt Andrey Yusow, Sprecher des ukrainischen Geheimdienstes. Nach der Rückkehr aus ukrainischer Gefangenschaft werden die Soldaten in die sogenannte «Behandlung» geschickt, die vom russischen Geheimdienst FSB organisiert wird. Sofort danach werden sie zur Rückkehr an die Front gezwungen: «Sie haben Angst vor der Wahrheit. Denn ein Rückkehrer aus der ukrainischen Gefangenschaft kann erzählen, wie es in der ukrainischen Gefangenschaft wirklich ist. Was russische Besatzer und Mörder tatsächlich in der Ukraine tun. Und er kann über Kriegsverbrechen reden. Das russische Putin-Regime hat Angst vor diesem Bazillus. Daher ist dies eine bewusste Entsorgung», sagte Yusow.

Laut ihm haben russische Familien nicht immer die Möglichkeit, mit Verwandten zu kommunizieren, auch nicht per Telefon. https://t.me/uniannet/127053

PUTINS LANGWEILIGE REDE

Putins sprach heute in Moskau, stiess ein paar Drohungen gegen den Westen aus, forderte Verhandlungen mit den USA und lobte die grossartige Wirtschaft in Russland.

Weitere Kernpunkte der Rede: Putin drohte mit Raketenangriffen auf Länder, die Truppen in die Ukraine entsenden; Die „Sonderoperation“ wurde von der absoluten Mehrheit der Russen unterstützt; «Wir haben diesen Krieg im Donbass nicht begonnen, aber wir werden alles tun, um ihn zu beenden und den Nationalsozialismus auszurotten»: «Russlands strategische Nuklearstreitkräfte sind in voller Bereitschaft»; Die Behauptung, dass Russland einen Angriff auf Europa vorbereitet, ist Unsinn; Die Behauptung, dass Russland den Einsatz von Atomwaffen im Weltraum vorbereitet, ist ein Schwindel. https://t.me/insiderUKR/70490

Von dieser Rede waren nicht alle gleich begeistert. Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew, der sich mit seinen harschen Telegram-Sprüchen eine gewisse Bekanntheit geschaffen hat, langweilte sich offensichtlich und schlief mehrere Male ein. https://twitter.com/DarthPutinKGB/status/1763178025472979275

TUCKER CARLSON DISTANZIERT SICH

In einem Podcast mit einem amerikanischen Journalisten sagte der von Fox News entlassene Journalist Tucker Carlson nach seinem Gespräch mit Putin: «Mir hat der ganze Teil des Gesprächs mit Putin wirklich nicht gefallen, in dem er einfach versucht hat, die Ukraine zu verunglimpfen. Das ist das Dümmste, was ich je gehört habe. Ich habe immer noch nicht verstanden, was „Entnazifizierung“ bedeutet. Das gibt es nicht Nazi-Bewegung im Jahr 2024. Die Ukrainer Nazis zu nennen, ist irgendwie sehr kindisch», sagte er. https://t.me/insiderUKR/70506

MACRON IST NICHT ALLEIN

Verschiedene Staatschefs haben klar deklariert, dass eine Stationierung von westlichen Soldaten in der Ukraine nicht in Frage kommen und distanzierten sich damit von der Aussage des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron. Dieser hatte wörtlich gesagt: «Es gibt heute keinen Konsens darüber, offiziell Bodentruppen zu entsenden», meinte Macron. «Aber in der Dynamik darf nichts ausgeschlossen werden. Wir werden alles tun, was nötig ist, damit Russland diesen Krieg nicht gewinnen kann.»

Dass Macron mit diesen Überlegungen nicht allein ist, belegte heute die estnische Premierministerin Kaja Kallas. Sie sagte, dass westliche Staats- und Regierungschefs die Möglichkeit der Stationierung von Bodentruppen in der Ukraine nicht ausschliessen sollten: «Ich denke, das sind auch die Signale, die wir an Russland senden, dass wir verschiedene Optionen nicht ausschließen. Denn alle Länder haben verstanden, dass wir alles tun müssen, damit die Ukraine diesen Krieg gewinnt und Russland verliert», sagte sie. https://t.me/uniannet/127029

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