UKRAINE AKTUELL Nr. 711 (4.2.24/21Uhr)

  • Zelenskyj ging direkt an die Front
  • Sehr kritische Situation in Avdiivka
  • Ukrainischer Angriff auf Bäckerei
  • Gefangenen-Begnadigung ist vorbei
  • Putin-Gegner ohne Chance
  • Wie die Corvette versenkt wurde

ZELENSKYJ AUF FRONTBESUCH

Neben den Frontabschnitten Avdiivka und Kynky ist vor allem Robotino ein hart umkämpfter Ort. Dieser befindet sich im südlichen Abschnitt der Kampfzone in der Region Saporischschja. Dorthin ging heute der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj und besuchte eine vorgeschobene Stellung der  65. separaten mechanisierten Brigade. Er zeichnete 5 Soldaten aus. https://www.unian.net/war/zelenskiy-vnezapno-priehal-na-peredovuyu-v-rabotino-chto-izvestno-12532989.html

Auf Telegram schrieb Zelenskyj, dass er ausserdem das East East Air Force Command in Dnipropetrowsk und in Krywyj Rih liess er sich über die Versorgung der Region mit Energie informieren. Zelenskyj schreibt: «Maximaler Respekt und Dankbarkeit an alle, die für das Wohl des Staates kämpfen, sich für die Ukraine und ihr Volk einsetzen, und an alle, die helfen – jeden Freiwilligen, jede Freiwilligengemeinschaft. An alle, die im Staat und mit dem Staat sind.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/9360

AVDIIVKA SITUATION IST KRITISCH

Der ukrainische Kriegsreporter Sapilenko schreibt: «Laut meinen Quellen in Avdiivka ist die Lage in der Stadt heute kritisch geworden. Russische Angriffsflugzeuge nutzten das bewölkte Wetter und die Unmöglichkeit einer qualitativ hochwertigen Luftaufklärung und drangen von Nordosten, um es konventionell auszudrücken, von der Seite des Steinbruchs Awdijiw in die Stadt ein. Sie umgingen die ukrainischen Kampfformationen und verschanzten sich in den Gebäuden. Das bedeutet, dass sie Hunderte Meter von der logistischen Hauptader der ukrainischen Verteidiger entfernt sind.

Doch noch sei die Lage nicht aussichtslos, sagen die Militärs. Wenn es Infanteriereserven mit Kampferfahrung in städtischen Gebieten gibt, kann der russische Durchbruch immer noch verhindert werden, wie es vor zwei Wochen im Gebiet «Zarskoi Okhota» und in der Soborna-Strasse der Fall war. Tatsächlich wird in diesen Tagen über das Schicksal von Avdiivka entschieden. https://t.me/Tsaplienko/47758

SCHLUSS MIT PESSIMISMUS

Der britische Aussenminister David Cameron forderte westliche Politiker und Journalisten auf, pessimistische Aussagen über die Aussichten auf einen Krieg in der Ukraine aufzugeben. Gegenüber der «Sunday Times»: https://www.thetimes.co.uk/article/david-cameron-iran-us-strikes-interview-xgpkl3xh7

Sagte Cameron, dass das Gerede über eine Pattsituation und darüber, dass die Zeit nicht auf der Seite der Ukraine sei, aufhören sollten. «Unsere Wirtschaft ist 25-mal größer als die Russlands, und wir sind mehr als fähig zu zeigen, dass die Zeit auf unserer Seite ist und nicht auf Putins Seite», sagte er. Der Minister fügte hinzu, dass Russland bereits mit dem Einmarsch in die Ukraine eine grosse strategische Niederlage erlitten habe. Er beabsichtig seinen Standpunkt mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zu besprechen, falls dieser die Präsidentschaftswahl im November 2024 gewinnt.

ANGRIFF AUF BÄCKEREI

Nach Angaben Russlands hat die Ukraine gestern eine Rakete ein Restaurant und eine Bäckerei in der von Russland besetzten Stadt Lysychansk beschossen und dabei seien 10 Menschen getötet worden. Bei dem Angriff setzte die Ukraine nach Angaben der von Russland unterstützten Behörden das von den Vereinigten Staaten gelieferte hochmobile Artillerieraketensystem (HIMARS) ein. Rettungstruppen suchten die ganze Nacht hindurch nach Überlebenden in den Trümmern des zerstörten Restaurants Adriatic und der Bäckerei in der Moskovska-Straße. Dabei konnten zehn Menschen lebend aus den Trümmern geborgen werden. Die Ukraine hat sich noch nicht zu diesem Anschlag geäussert. https://twitter.com/ArturRehi/status/1754226825939558858

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BEGNADIGUNGEN SIND VORBEI

Ein Jahr lang hat die russische Armee Mörder, Vergewaltiger und andere Schwerverbrecher begnadigt, wenn sie 6 Monate lang am Krieg gegen die Ukraine teilgenommen haben. Auf diese Weise wurden gegen 50’000 Kriminelle aus Zuchthäusern und Straflagern entlassen und für die russische Armee mobilisiert. Doch damit ist Schluss, schreibt die BBC. Jetzt werden sie nicht mehr begnadigt, sondern müssen unter verschärften Bedingungen bis zum Ende des Krieges kämpfen, anstatt vorzeitig nach Hause zu gehen. «Wenn ihr euch jetzt meldet, seid ihr bereit zu sterben», schreibt ein Mann namens Sergei in einem Chatroom für ehemalige russische Gefangene, die in der Ukraine kämpfen. Gemäss BBC gehöre er seit Oktober zu einer neuartigen Armeeeinheit mit dem Namen «Sturm V», der die Häftlinge nun zugeteilt werden. «Früher konnte man sechs Monate lang auf der Flucht sein. Aber jetzt muss man es bis zum Ende des Krieges schaffen», schreibt er. https://www.bbc.com/news/world-europe-68140873

KEINE HILFE FÜR ISRAEL OHNE UKRAINE

Die Regierung des US-Präsidenten lehnt den Gesetzentwurf des Repräsentantenhauses über die Hilfe Israels ohne zusätzliches Geld für die Ukraine ab, sagte das Weisse Haus.

Im Oktober schlug US-Präsident Joe Biden dem US-Kongress vor, 106 Milliarden Dollar bereitzustellen, um der Ukraine und Israel gemeinsam zu helfen. Bisher wurde diese Entscheidung nicht getroffen.

Nun macht der Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson den Vorschlag, dass nächste Woche separat über den Gesetzentwurf zur Hilfe für Israel in Höhe von 17,6 Milliarden Dollar abgestimmt wird.

«Wir lehnen diese Tricks entschieden ab, die nichts zum Schutz der Grenze beitragen, nichts dazu beitragen, dem ukrainischen Volk bei der Verteidigung gegen Putins Aggression zu helfen und den palästinensischen Zivilisten, von denen die meisten Frauen und Kinder sind, für die Israel sich geöffnet hat, humanitäre Hilfe zu verweigern.» Dies sagte Karin Jean-Pierre Sprecherin des Weissen Hauses. https://t.me/nvua_official/73443

PUTIN GEGNER OHNE CHANCE

Boris Nadezhdin ist ein russischer Gegner des Krieges gegen die Ukraine. Er bemüht sich zurzeit als offizieller Kandidat für den Wahlkampf um das russische Präsidentenamt zugelassen zu werden. Nun berichtet das Wahlkomitee von Nadezhdin, dass sie 2.5 Millionen Exemplare einer Zeitung mit dem Wahlprogramm drucken wollten. Doch mehr als 60 Druckereien weigerten sich die Wahlkampfzeitung für zu drucken. Auch eine Druckerei, welche den Auftrag angenommen hatte, weigerte sich schliesslich, gab die Vorauszahlung zurück und berief sich auf Anweisungen «von oben». https://t.me/novaya_europe/29408

WIE DIE CORVETTE VERSENKT WURDE

Anton Gerashchenko, Berater des ukrainischen Innenministeriums, vebreitete Detailinformationen über die Zerstörung des russischen Raketenschiffs ««Ivanowez» vom 1. Februar, die heute weitgehend bestätigt wurden. Hier Auszüge:

«Zum ersten Mal in der Geschichte der Weltkriege zerstörte ein von einem Weltraumsatelliten gesteuerter Gruppenangriff von Marinedrohnen ein Kriegsschiff, das sich auf hoher See in voller Kampfbereitschaft befand. (…) Aufgrund der geringen Größe, Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit der Drohnen gelang es den Russen jedoch nicht, sie zu treffen. (…) Die erste Drohne traf das Heck der Korvette von der Steuerbordseite aus und setzte die Schiffsschrauben ausser Gefecht. Die Korvette konnte ihre volle Geschwindigkeit nicht erreichen, blieb aber nicht stehen. Die zweite Drohne traf ebenfalls die Propeller, allerdings auf der Backbordseite. Mit diesen beiden Treffern wurde die Korvette bewegungs- und manövrierunfähig gemacht. Die dritte Drohne schlug in der Mitte des Rumpfes unter den Moskit-Raketenwerfern ein und verursachte ein großes Loch auf der Backbordseite. Der Drohnenoperator schickte die vierte Drohne direkt in dieses Loch. Die Explosion der vierten Drohne war für das Schiff tödlich. Durch den Aufprall wurden vier Moskit-Raketen mit einem Gesamtgewicht von je 4 Tonnen zur Explosion gebracht. Die Raketenkorvette Iwanowetz wurde buchstäblich in Stücke gerissen, so dass die Besatzung kaum eine Überlebenschance hatte. (…) Es ist erwähnenswert, dass das Ziel des Angriffs nicht darin bestand, das Schiff zu treffen, sondern es vollständig zu zerstören, weshalb eine ganze Gruppe von Drohnen entsandt wurde, um die ordnungsgemäße Ausführung der Aufgabe zu gewährleisten, wodurch dem Feind maximale Verluste zugefügt werden konnten.» https://twitter.com/Gerashchenko_en/status/1753376327481151946

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