Ukraine Aktuell Nr. 688 (12.1.24/22Uhr)

  • GB: Sicherheitsabkommen und Milliardenhilfe
  • Kollaboration: Metropolit angeklagt
  • Kampfroboter: Ersteinsatz einer Bodendrohne
  • Grossdiebstahl: 3’000 Tonnen Sonnenblumenkerne weg
  • Hoher NATO-Beamter: «Krieg wird lange dauern»

ERSTES SICHERHEITSABKOMMEN

Die Ukraine und Grossbritanien haben heute ein Sicherheitsabkommen unterzeichnet. Dies gaben der britische Regierungschef Rishi Sunak und der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensykyj vor den Medien bekannt. «Dieser Tag ist bereits in die Geschichte unseres Landes eingegangen.» und «Heute ist der Tag, an dem sich die Geschichte Europas verändert hat.» sagte Zelenskyj und schrieb auf seinem Telegram: «Wir einigten uns auf jährliche Unterstützung für die Ukraine, auf umfassende Zusammenarbeit im Interesse des ausreichenden Potenzials unserer Verteidigungs- und Sicherheitskräfte, unseres verteidigungsindustriellen Komplexes, unserer staatlichen Institutionen und Sozialsysteme. Dadurch werden wir ein solches Sicherheitsniveau erreichen, dass allein die Tatsache seiner Existenz dazu dienen wird, ein aggressives Russland abzuschrecken.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/9176

Das «Abkommen über die Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit zwischen der Ukraine und dem Vereinigten Königreich Grossbritannien und Nordirland» ist vorerst für 10 Jahre gültig. Ein vergleichbares Abkommen wird mit den USA vorbereitet.

SUNAKS UKRAINE BEKENNTNIS

Heute gab Grossbritannien das grösste Verteidigungshilfepaket für die Ukraine seit Kriegsbeginn in Höhe von 2,5 Milliarden Pfund (2.9 Milliarden Euro) bekannt. Mit dem neuen Vertrag verpflichtet sich Großbritannien, der Ukraine im Falle weiterer Angriffe der Russischen Föderation Land-, See- und Lufthilfe zu leisten. Es enthält keine Verpflichtung für Grossbritannien, im Falle eines erneuten russischen Angriffs an der Seite der Ukraine in den Krieg einzutreten.

Im ukrainischen Parlament sprach der britische Premierminister Rishi Sunak und nahm Stellung zum Abkommen seines Landes mit der Ukraine: «Wir werden Ihnen helfen, den Krieg zu gewinnen. Die beste Option ist, die Entwicklung Ihrer Militärindustrie zu unterstützen.» Weitere wichtige Aussagen: Es ist nicht die Ukraine, die die NATO mehr braucht, sondern die NATO, die die Ukraine braucht; Unsere Vereinbarung bedeutet, dass Sie das Vereinigte Königreich nicht um Hilfe bitten oder überreden müssen; «Wir können und werden uns nicht zurückziehen. Und wir werden zeigen, dass unsere Feinde Unrecht hatten». https://t.me/insiderUKR/67942

MEDWEDEW FLIPPT AUS

Dmitri Medwedew ist Stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, war früher Staatspräsident Russlands und ist für seinen exzessiven Alkoholkonsum bekannt. Unbekannt war, dass Medwedew wenig von Geschichte weiss, zum Beispiel nicht, dass Grossbritanien wie die Sowjetunion gegen Nazi-Deutschland kämpfte.

Wütend schrieb er auf seinem Telegram-Kanal: «Der britische Premierminister Rishi Sunak traf in Kiew ein, um ein „historisches Sicherheitsabkommen“ zu unterzeichnen. (…) Und noch etwas: Ich hoffe, dass unsere ewigen Feinde, die arroganten Briten, verstehen, dass der Einsatz ihres offiziellen Militärkontingents in der Ukraine eine Kriegserklärung an unser Land bedeuten wird.» https://t.me/medvedev_telegram/436

INTENSIVE KÄMPFE

Einen Eindruck der intensiven Kämpfe der Infanterie in den Wäldern von Kreminna gibt dieses Video, aufgenommen mit einer Helmkamera. https://twitter.com/i/status/1745887894613438499

Bilder aus den Schützengräben der Kreminna Wälder erinnern an vergleichbare Bilder anderer Kriege in Europa. Sie zeigen Soldaten der Azov-Brigaden und wurden von der operativen Leitung der Armee freigegeben, welche dazu schreibt: «Während des Ersten Weltkriegs verteidigten ukrainische Schützen ihre Heimat in tiefen Schützengräben, in von Kugeln und Granaten zerrissenen Wäldern. Ein Jahrhundert später setzen ihre ideologischen Nachkommen ihren Kampfweg unter den gleichen Bedingungen fort.» https://t.me/operativnoZSU/131763

METROPOLIT ANGEKLAGT

Vasyl Povoroznyuk, Metropolit der «Ultraorthodoxen Kirche – Moskauer Richtung / UOC-MP) wird von der ukrainischen Justiz wegen Kollaboration mit dem russischen Feind angeklagt. Der Metropolit der Diözese Luhansk hatte die «Beitrittszeremonie» von Luhansk zur russischen Föderation gesegnet. Seine Segnung machte er im September 2022 im Kreml. Zuvor hatte er in mehreren Akten mit dem Gauleiter der Russen in Luhansk, Leonid Pasechnyk, kooperiert.

Derzeit versteckt sich der Geistliche im vorübergehend besetzten Gebiet der Region Luhansk. «Es werden Massnahmen ergriffen, um ihn vor Gericht zu stellen», schreibt die ukrainische Justiz. https://t.me/operativnoZSU/131731

LEW RUBINSTEIN IST TOT

Der russische Kritiker Lew Rubinstein ist vor ein paar Tagen von einem Fahrzeug unmittelbar vor seinem Haus überfahren worden und starb nun an den Folgen. Er gehörte zu den wenigen prominenten Kritikern des Krieges und hat die Situation in Russland zuletzt mit dem Stalinismus verglichen. https://twitter.com/MattheusWehowsk/status/1745864202546237603

DIEBSTAHL VON SONNENBLUMEN-KERNEN

Fast 3’000 Tonnen gestohlene ukrainische Sonnenblumenkerne wurden von der besetzten Krim in die Türkei exportiert. Für die Verschiebung des Diebstahlsguts wurde das in Rumänien registriertes Schiff «GAM Express» verwendet, welches bis zum Jahr 2019 unter den Namen «Lady Eman», « Narsis» und «Haje Amira» fuhr. Der Transport geschah zwischen dem Hafen Feodosia auf der Krim zum türkischen Hafen Samsun.

Auf den Diebstahl machen Journalisten des Projekts «Kiborg.news» aufmerksam. Wie die Journalisten schreiben, hat dasselbe Schiff, damals noch unter dem Namen «Narsis» mehrfach gestohlenes Getreide von der Krim nach Syrien, Libyen und die Türkei transportiert. https://kiborg.news/2024/01/12/gam-express-ex-lady-eman-narsis-haje-amira-vykradennya-ukrayinskogo-nasinnya-sonyashnyka-z-okupovanoyi-feodosiyi/

STORM UND TAURUS

Die deutsche Armee besitzt eine weitreichende Rakete mit dem Namen «Taurus». Die Regierung hat jedoch die Lieferung dieser Waffe an die Ukraine bisher abgelehnt. Taurus werden als sogenannte Luft-Boden-Raketen unter die Flügel von Kampfflugzeugen aufgehängt und während des Fluges in Richtung Ziel ausgelöst. Am 23.November hatte der Generaldirektor von Taurus, Joachim Knopf erklärt, die Integration der deutschen Taurus-Rakete in die ukrainische Luftwaffe werde bis zu sechs Monate dauern.

Die Franzosen haben bewiesen, dass es auch schneller geht. Die französisch-britischen «SCALP /Storm Shadow» – Raketen sind in der Ukraine bereits erfolgreich im Einsatz und von den Russen gefürchtet. Sie werden unter den Flügeln der ukrainischen SU-24 Kampfflugzeugen abgeschossen. «Wir konnten Storm Shadow/SCALP-EG-Raketen innerhalb weniger Wochen an ukrainische Su-24-Bomber anpassen, während es unter normalen Bedingungen Jahre gedauert hätte. Wir haben es schnell geschafft, weil wir die Autorität hatten, eine technische Lösung zu entwerfen». Das sagte Eric Beranger, CEO der Firma MBDA, welche die SCALP-Raketen herstellt. https://t.me/operativnoZSU/131758

ERSTEINSATZ EINES KAMPFROBOTERS

Die Ukrainer nennen eine neue Bodenwaffe eine «Bodengestützte Drohne» und veröffentlichten heute die ersten Bilder https://twitter.com/i/status/1745886829700616323

Gemäss der Beschreibung der Armee handelt es sich um ein Fahrzeug, welches gegen leichte Waffen gepanzert ist, über eine Wärmebildkamera und einen  ShaBlya M2-Kampfturm verfügt, eine Geschwindigkeit vom 20 Km/h erreicht und ferngesteuert werden kann. https://twitter.com/Heroiam_Slava/status/1745799230071972197

Auf dem Video ist erkennbar, wie sich das Gefährt auf einer Strasse bewegt und einen Panzer ins Visier und dann mit Mehrfachschüssen angreift, der sich mehrere hundert Meter entfernt von der Drohne entfernt befindet.

«KRIEG WIRD LANGE DAUERN»

Der Rumäne Mircea Geoană ist Stellvertreter des NATO-Generalsekretärs Jens Stoltenberg und machte in einem Interview brisante Aussagen. Die Kernpunkte: Der Krieg zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation wird lange dauern und möglicherweise nicht einmal im Jahr 2025 enden. «Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass eine der beiden Seiten militärisch in der Lage ist, zu gewinnen.»; Es gibt ein Problem mit der Industriekapazität in Europa. Vor 30 Jahren dachten wir, dass die Zeit nach dem Ende des Kalten Krieges ruhig und friedlich sein würde;

Der russische militärisch-industrielle Komplex «erfüllt die heutigen Bedürfnisse». Darüber hinaus schicken Nordkorea und Iran Waffen an die Russische Föderation; «Die Ukrainer haben es mit unserer Unterstützung geschafft, 50 % des Territoriums zurückzugeben. Das ist keine Kleinigkeit.» https://www.digi24.ro/stiri/externe/mircea-geoana-sub-nicio-forma-nu-vom-putea-accepta-ca-rusia-sa-revina-pe-granita-romaniei-2647659

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