Ukraine Aktuell Nr. 671 (26.12.23/23Uhr)

  • Schwarzmeerflotte verkleinert
  • Warum das Schiff im Hafen lag
  • Aussagen von Armeechef Zaluzhnyj
  • Drohnen töten einzelne Soldaten

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SCHWARZMEERFLOTTE VERKLEINERT

In der Nacht auf heute explodierte das 112 Meter große Landungsschiff «Nowotscherkassk» im Hafen Feodosia der Halbinsel Krim. Das Schiff war vermutlich mit iranischen Shahed-Kamikaze-Drohnen beladen, was die immense Explosion erklärt, die gefilmt wurde. https://t.me/insiderUKR/66914

Die Explosionen führten zu Schäden in der Stadt beim Hafen. Wie russische Medien berichten, flogen Fenster mitsamt ihres Rahmens auf die Strassen und der Bahnverkehr wurde «aus technischen Gründen» eingestellt. https://t.me/c/1421125476/38686

Das Schiff selbst ist nicht mehr auffindbar. An der Stelle, wo gestern noch das Schiff ankerte, ragen nur einzelne Wrackteile aus dem Wasser (FOTO im Newsletter).

Heute Abend erschienen erste Satellitenbilder des Hafens. Sie zeigen den Ort des zerstörten Kriegsschiffes und dass daneben ein zweites Schiff – dessen Identität nicht bekannt ist – ebenfalls gesunken ist. https://t.me/c/1421125476/38697

Aktuell hat die russische Armee kein Kriegsschiff mehr im Schwarzen und Asowschen Meer. Vor dem Angriffskrieg gegen die Ukraine umfasste Putins Schwarzmeerflotte 55 Schiffe und Untersse-Boote. Von diesen wurden in den letzten Monaten acht Schiffe versenkt, darunter das Hauptschiff, die «Moskwa». (KARTE im Newsletter).

ZEICHEN DER UKRAINISCHEN STÄRKE

Grant Shaps, Verteidigungsminister von Grossbritanien schreibt auf Twitter: «Diese jüngste Zerstörung von Putins Flotte zeigt, dass diejenigen, die glauben, es gäbe eine Pattsituation im Ukraine-Krieg, falsch liegen!

Sie haben nicht bemerkt, dass in den letzten 4 Monaten 20 % der russischen Schwarzmeerflotte zerstört wurden.

Russlands Vorherrschaft im Schwarzen Meer ist nun in Frage gestellt, und die neue, von Großbritannien und Norwegen geführte Maritime Capability Coalition trägt dazu bei, dass die Ukraine den Sieg auf See davonträgt.» https://twitter.com/grantshapps/status/1739596311475716262

WIE DIE UKRAINER ANGRIFFEN

Der ukrainische Militärblogger «Tendar» veröffentlicht eine Karte mit dem Angriffsdispositiv und schreibt: «Die Zerstörung des Landungsschiffs der Ropucha-Klasse Nowotscherkassk im russisch besetzten Feodosia beweist einmal mehr, dass die ukrainischen Streitkräfte durchaus in der Lage sind, komplexe Operationen mit westlicher Technologie durchzuführen.

Es ist wahrscheinlich, dass eine oder mehrere ukrainische Su-24M Sturmshadow/SCALP-EG-Raketen abgefeuert haben. Die massiven Sekundärexplosionen deuten unmittelbar darauf hin, dass das russische Schiff bis zum Rand mit Munition und Sprengstoff gefüllt war.  

Wiederholte Fälle ähnlicher Ereignisse zeigen, dass die russische Armee nicht über die Fähigkeiten, den Beruf und, ehrlich gesagt, den militärischen Verstand verfügt, um einer voll ausgerüsteten ukrainischen Armee zu begegnen. Das erklärt, warum die Russen so wild entschlossen sind, alle westlichen Lieferungen zu stoppen, denn sie sind verzweifelt. Sie können einfach nicht aufhalten, was auf sie zukommt, wie diese Vorfälle beweisen. https://twitter.com/Tendar/status/1739613534755979653

HINTERGRÜNDE ZUM SCHIFF-ANGRIFF

In einem Interview mit Radio «New Voice» sprach Volodymyr Zablotskij, Marineexperte von Defence Express, über die Nowotscherkassk, die von der Luftwaffe zerstört wurde, und warum das Schiff überhaupt dort war. (Auszüge)

Es handelt sich um ein großes, in Polen gebautes Landungsschiff, Projekt 775. Es ist dasselbe wie die bereits bekannten «Olenegorskiy Gornyak« und «Minsk», die zerstört wurden. Interessant ist die Frage, warum dieses Schiff dort war. Die Antwort: Es ist die Folge früherer Angriffe. Der erste war die Beschädigung der Eisenbahnstrecke der Kertsch-Brücke. Nun kann nur jeweils eine Lokomotive mit zwei Waggons die Brücke befahren. Das ist zu wenig für die Front. Das zweite Hindernis sind die von uns beschädigten Strassen, so dass kaum noch Munition auf dem Strassenweg an die Front kommt. So ist der Feind gezwungen, Landungsboote zu benutzen, weil er Munition in grossen Mengen braucht. Natürlich blieb dies unserem Geheimdienst nicht verborgen. Wir haben aufgezeichnet, wo es war, was es war und warum.

Man nimmt an, dass das Schiff voll beladen war mit einer Ladung Shahed-Drohnen. Aber er hat sie nicht aus dem Iran mitgebracht, wie einige Kommentatoren behaupten, denn das Schwarze Meer erreicht den Iran auf keine Weise. Die Iraner beliefern die Russen mit Drohnen über das Kaspische Meer und dann per Bahn nach Noworossijsk oder Temryuk. Von dort aus werden sie mit Landungsschiffen je nach Anforderung hierher oder nach Mariupol transportiert.

In diesem Fall handelte es sich um einen Volltreffer durch einen Storm Shadow oder SCALP-Marschflugkörper im Hafen von Feodosia. Dies ist noch nicht offiziell bekannt gegeben worden. https://nv.ua/ukr/ukraine/events/korabel-novocherkask-yak-vdalosya-vraziti-vdk-i-shcho-vin-znachiv-dlya-rf-ekspert-novini-ukrajini-50379493.html

WAS DER ARMEECHEF SAGT

Valeri Zaluzhnyj, Generalstabschef der vereinigten Ukrainischen Streitkräfte (AFU), sagte heute vor den Medien unter anderen: «Ich brauche Menschen, Munition und Waffen, um weiter kämpfen zu können»; Die letzten Truppen haben sich aus Marjinka zurückgezogen; «Marjinka gibt es nicht mehr»; Einige Stellungen in der Nähe von Marjinka werden weiter gehalten; Die Verteidigung von Avdiivka könne noch 2 bis 3 Monate aufrecht erhalten bleiben; Zur Verteidigung sagte Zaluzhnyj: «„Sei es Bakhmut, sei es Avdiivka, wir werden genau so lange verteidigen, wie wir genug Kraft haben. Wenn die Kraft nicht ausreicht, werden wir eine solche Entscheidung treffen und unser Volk retten. Und dann werden wir es zurückgewinnen.»;

Es werden keine nicht oder schlecht ausgebildeten Soldaten an die Front geschickt; Die Ukraine habe dank ihrer internationalen Partner die Möglichkeit 10 Brigaden gleichzeitig auszubilden; Eine Rotation an der Front innert 6 Monaten sollte die Regeln werde; Eine Demobilisierung von Soldaten nach 36 Monaten ist möglich, sofern es jeweils Ersatz für die Demobilisierten gebe. Die Ziele der Mobilisierung werden von der Regierung definiert. Zaluzhny ist sich sicher, dass die westlichen Partner ihre Unterstützung fortsetzen werden und es keine Probleme mit Waffen in der ukrainischen Armee geben wird. https://t.me/operativnoZSU/128968

ANGRIFF AUF BAHNHOF KHERSON

Gegen 140 Zivilisten warteten am Bahnhof in Kherson auf einen Zug, also Granaten der russischen Armee einschlugen. Nach der vorläufigen Opferbilanz kam ein Polizeileutnant aus der Region Kirovograd ums Leben. Zwei weitere Polizisten liegen mit Granatsplitter-Verletzungen im Krankenhaus. Eine nicht näher ermittelte Zahl weiterer verletzter Personen wurden ambulant versorgt. https://t.me/insiderUKR/66950

3 TOTE ZIVILISTEN

Heute Morgen um 8 Uhr beschossen russische Truppen den Ort Torezk in der Region Donezk mit Artillerie. Eine 67-jährige Frau starb in ihrem eigenen Garten und ein 74-jähriger Mann erlag seinen Verletzungen in der Nähe eines örtlichen Krankenhauses

Gleichzeitig wurde ein 73-jähriger Mann beim Beschuss von Sewernoi in der Gemeinde Torezk getötet und ein 62-jähriger Bewohner in der Nähe eines Privathauses verletzt. https://suspilne.media/647844-rosijski-vijskovi-obstrilali-toreck-ta-selise-pivnicne-na-doneccini-troe-ludej-zaginuli/

IMMER MEHR EINZELTÖTUNG-VIDEOS

Die ukrainische Armee tötet immer mehr russische Soldaten mit Drohnen und stellt die dabei hergestellten Videos zur Abschreckung ins Internet. Zum Inhalt eines dieser Videos: Zu sehen sind zwei russische Soldaten in einer völlig zerstörten Landschaft von Kratern und kaputten Baumstümpfen. Einer der Soldaten sitzt auf dem Boden in einem Loch. Als er die Drohne, die über ihm schwebt, bemerkt zeigt er (FOTO) auf seinen Kameraden, der in einem anderen Loch liegt und sich unter seinem Mantel versteckt. Die Drohne nimmt diesen Mann ins Visier, wirft eine Granate ab, welche den Körper zerteilt. Danach kehrt die Drohne zum ersten Mann zurück und tötet ihn ebenfalls mit einem Granatenabwurf. Die Szene dauert 2 Minuten und wurde schon 315’000 Mal gesehen. https://t.me/insiderUKR/66940

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