Ukraine Aktuell Nr. 657 (12.12.23/22Uhr)

  • Erfolge der Ukraine im Donezk;
  • Krieg der Hacker auf beiden Seiten;
  • Putin will mehr Kriegsschiffe;
  • Kampf um US-Hilfe in Washington;
  • Minenräumer aus der Schweiz;
  • Polen unterstützt Ukraine

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ERFOLGE DER UKRAINE IM DONEZK

Ukrainischen Truppen ist es in der Nacht gelungen, den Ort Horlivka in der Region Donezk zu befreien. Dabei wurden mindestens fünf russischen Soldaten gefangengenommen. https://t.me/suspilnedonbas/18083

Eine positive Meldung gibt es auch aus der Schlacht um Avdiivka. Die ukrainischen Truppen stossen an verschiedenen Teilfronten vor und konnten mehrere russische Panzer und gepanzerte Mannschaftswagen zerstören Ausserdem ist es gelungen, eine zuvor verlorene Stellung bei der Gagarin-Mine am nordwestlichen Stadtrand von Gorlovka zurück zu erorbern. .https://twitter.com/Damien94475559/status/1734617840802480403

HACKER-KRIEG: STEUERSYSTEM KAPUTT

Hacker haben im Auftrag des ukrainischen Geheimdienstes GUR das Steuersystem der russischen Föderation angegriffen. Nach Angaben des Geheimdienstes war die Aktion erfolgreich: «Tatsächlich handelt es sich um die vollständige Zerstörung der Infrastruktur eines der wichtigsten Staatsorgane der terroristischen Russischen Föderation und zahlreicher begleitender Steuerdaten über einen langen Zeitraum. Durch den Cyberangriff erhielten alle Server Schadsoftware.

Die Konfigurationsdateien, die jahrelang das Funktionieren des umfangreichen Steuersystems der Russischen Föderation sicherstellten, wurden vollständig gelöscht – die gesamte Datenbank und ihre Sicherungskopien wurden zerstört.» Die Kommunikation zwischen der Zentrale in Moskau und 2’300 russischen Territorialverwaltungen ist lahmgelegt, ebenso wie zwischen dem Föderalen Steuerdienst der Russischen Föderation und dem «Steuerdaten-Zentrum» Office.ed-it.ru (http://office.ed-it.ru/).

Der Internetverkehr mit Steuerdaten in ganz Russland geriet in die Hände des ukrainischen Militärgeheimdienstes. https://t.me/insiderUKR/66124

HACKER-KRIEG: «KYIVSTAR» BESCHÄDIGT

Auch die Russen scheinen Hacker im Kriegseinsatz zu haben. Das grösste ukrainische Mobilfunk-Netzwerk wurde Opfer eines massiven Hackerangriffs. Landesweit fielen heute die Mobilfunk- und Internet-Dienste aus und die Störung hält an. «Die IT-Infrastruktur von Kiewstar ist teilweise zerstört», sagte Generaldirektor Olexander Komarov. Das Unternehmen sei gezwungen gewesen, Kyivstar physisch abzuschalten, um den Zugang der Angreifer zu begrenzen. Experten arbeiten an einer Lösung, doch eine schnelle Wiederherstellung des Netzwerks ist möglicherweise nicht möglich. Derzeit ist bekannt, dass die persönlichen Daten der Abonnenten nicht kompromittiert wurden. Komarov glaubt, dass die Russen hinter dem Angriff stecken. Ihr Ziel ist es, die virtuelle Infrastruktur maximal zu zerstören. Sie hätten das Ziel teilweise erreicht.

Dies sei der erste so starke Hackerangriff in der gesamten Geschichte des Mobilfunks in der Ukraine, schreibt das Unternehmen. https://t.me/insiderUKR/66123

Aufgrund eines Hackerangriffs auf Kyivstar funktioniert die Steuerung der Strassenbeleuchtungsanlage in Kramatorsk nicht. Energietechniker müssen jedes Umspannwerk manuell einschalten. Die Situation wird durch die Wetterbedingungen erschwert, aufgrund von Böen vereister Netze sind einige Dörfer und Bezirke ohne Strom. https://suspilne.media/637670-paralizovana-sistema-vulicnogo-osvitlenna-naslidki-zbou-u-zvazku-kiivstar-u-doneckij-oblasti/) https://t.me/suspilnedonbas/18086

PUTIN WILL MEHR MARINE

Das amerikanische «Institut for the study of war» (ISW) schreibt: «Der russische Präsident hat seine Absicht bekundet, die russischen Marinekapazitäten weit über die Ukraine und Osteuropa hinaus zu erweitern, wahrscheinlich in dem Bestreben, Russlands Fähigkeit, den Westen zu bedrohen, zu stärken und auszubauen.» Gestern habe Putin im Sewmasch-Schiffbauwerk in Sewerodwinsk bei der Flaggenhissung von zwei atomgetriebenen U-Booten mit strategischer Rakete, dem Marschflugkörper-Träger Krasnojarsk (U-Boot der Jasen-M-Klasse) und dem Träger für interkontinentale ballistische Raketen Kaiser Alexander III (U-Boot der Borei-A-Klasse) im (Gebiet Archangelsk) teilgenommen. Dabei sagte Putin, laut ISW: Russland plane, die russische Marine quantitativ zu verstärken und die russische Seemacht in der Arktis und im Fernen Osten sowie im Schwarzen Meer, in der Ostsee und im Kaspischen Meer zu stärken. https://www.understandingwar.org/backgrounder/russian-offensive-campaign-assessment-december-11-2023

KAMPF UM US-HILFE

Von amerikanischer Seite bleiben nur noch bis Ende Jahr Geld für die Ukraine übrig. Gemäss John Kirby, Koordinator für strategische Kommunikation beim Nationalen Sicherheitsrat der USA müsste die Hilfe für die Ukraine nach dem neuen Jahr möglicherweise eingestellt werden.

In einem Interview mit dem amerikanischen Sender CNBC sagte Kirby: «Wenn Sie glauben, dass wir zu viel für die Unterstützung der Ukraine ausgeben, dann stellen Sie sich vor, wie viel amerikanisches Blut es kosten wird, wenn Putin seinen Willen bekommt… Wer kann garantieren, dass er nicht ein NATO-Land angreift», sagte Kirby.

Er fügte hinzu, dass mit dem Einsetzen des Frosts der Boden gefrieren wird und es für die ukrainischen Verteidigungskräfte viel schwieriger sein wird, die russische Offensive an der Front ohne zusätzliche Unterstützung durch Verbündete abzuwehren. https://t.me/nvua_official/68956

Seit Oktober ist der US-Kongress nicht in der Lage, eine Entscheidung über die Bereitstellung zusätzlicher Hilfe für die Ukraine zu treffen. Das Weisse Haus hat 106 Milliarden Dollar für die Ukraine und Israel beantragt, wovon mehr als 61 Milliarden Dollar für die Ukraine vorgesehen waren.

Die Gespräche und Verhandlungen gehen unterdessen weiter. Dabei beteiligt ist auch der ukrainische Präsident Zelenskyj, der in Washington verschiedene Politiker beider Parteien getroffen hat. Er schreibt: «Ich informierte die Mitglieder des US-Senats über die derzeitige militärische und wirtschaftliche Lage der Ukraine und die Bedeutung der Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Unterstützung durch die USA und beantwortete ihre Fragen.» https://twitter.com/ZelenskyyUa/status/1734612044341563499

Beim konservativen TV-Sender Fox-News meldete sich der Republikaner Don Bacon zu Wort: «Es liegt in unserem nationalen Sicherheitsinteresse, dass die Ukraine unabhängig bleibt…Mit ca. 10% unseres Verteidigungsbudgets…haben wir 300’000 russische Soldaten vom Schlachtfeld geholt…Wir haben das getan, ohne dass ein einziger amerikanischer Soldat oder eine amerikanische Soldatin in der Ukraine war.» https://twitter.com/GOP4Ukraine/status/1734601326296809591

OFFERNSIV NACH NATO-HANDBÜCHERN

«Die Hoffnungen der Ukraine auf eine Gegenoffensive haben sich nicht erfüllt». Die NATO-Lehrbücher, denen die ukrainischen Streitkräfte folgen wollten, «müssen in die Archive zurückgeschickt werden». Das sagte Oleksiy Danilov, Sekretär des ukrainischen Verteidigungsrates. «Menschen machen manchmal Fehler. Man kann nicht sein ganzes Leben lang exzellent sein. Das bedeutet nicht, dass der Sieg nicht auf unserer Seite sein wird», sagte Danilov. https://t.me/c/1394092619/58737

MINENRÄUMER AUS DER SCHWEIZ

Das Schweizer Unternehmen Global Clearance Solutions (GCS, https://gcs.ch/ ) aus Freienbach im Kanton Schwyz wird im Jahr 2024 die Zahl der in die Ukraine gelieferten unbemannten Minenräummaschinen auf 70 Einheiten erhöhen. Das Unternehmen hat die mechanischen Entminungsplattformen GCS-100 und GCS-200 in ihrem Angebot.

Die Firma plant, die Zahl im letzten Quartal 2023 auf 25 Maschinen, im Frühjahr 2024 auf 40 und bis Mitte 2024 auf 70 steigern. https://t.me/operativnoZSU/126985

POLEN AUF SEITE DER UKRAINE

Der gestern gewählte polnische Regierungschef Donald Tusk sagte bei seiner Antrittrede unter anderem:
«Polen wird seine Führungsposition in der Europäischen Union wiedererlangen… Polen wird seine Stärke ausbauen, die Position, die es verdient.»
«Polen ist und wird ein wichtiges, starkes, souveränes Glied in der NATO sein, und Polen wird ein loyaler, stabiler Verbündeter der Vereinigten Staaten sein, der auf seine Stärke und Bedeutung vertraut.»
«Wir werden … lautstark und entschlossen die volle Mobilisierung der freien Welt, der westlichen Welt, fordern, um der Ukraine in diesem Krieg zu helfen. Es gibt keine Alternative.» https://twitter.com/Gerashchenko_en/status/1734587053210280113

«Wir werden die volle Mobilisierung des Westens zur Unterstützung der Ukraine fordern. Ich kann mir nicht länger anhören, wie Politiker von Kriegsmüdigkeit in der Ukraine sprechen. Sie sagen Präsident Zelenskyj,  dass sie der Situation überdrüssig sind. Ein Angriff auf die Ukraine ist ein Angriff auf uns alle!» https://twitter.com/pravda_eng/status/1734566055433879962

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