Ukraine Aktuell Nr. 639 (24.11.23/21Uhr)

SCHWACHPUNKT MOBILISIERUNG

«Jetzt ist das Problem der Mobilisierung noch akuter als der Mangel an Granaten». Das sagt Roman Kostenko, Mitglied des ukrainischen Parlaments, der selber an der Front kämpft (FOTO). Der Spezialist für Militärfragen sagte, dass nach der Absetzung von Militär-Kommissaren die Mobilisierung von Soldaten  zurückgegangen sei. «Es ist eine Situation eingetreten, die schnell behoben werden muss. Sonst werden wir sehr grosse Probleme haben». Kostenko glaubt, dass «unpopuläre Entscheidungen» der politischen Führung nötig seien . Zum Beispiel die Herabsetzung des Mobilisierungsalters. https://nv.ua/ukraine/events/proval-mobilizacii-posle-uvolneniya-voenkomov-v-tck-budut-izmeneniya-kostenko-novosti-ukrainy-50371011.html

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj sagte heute, dass das Thema «Mobilisierung, Demobilisierung, Militär-Kommissare, Rotation, Wehrpflicht» heute mit dem Verteidigungsminister und anderen Führungspersonen besprochen habe. Es handle sich um ein komplexes Problem, aber nächste Woche werde er einen «umfassenden Mobilisierungsplan» vorstellen und im Detail erklären. https://t.me/c/1394092619/57988  

VERZWEIFELTE RUSSEN

Auf der linken Seite des Dnjeprs werden die russischen Besatzer zunehmend zurückgedrängt. An den 5 kleinen Frontabschnitten verlieren die Russen Menschen, Material und Land. Der russische Militärblogger «Schlachtreserve» schreibt: «Die Lage in der Nähe von Krynky ist, gelinde ausgedrückt, weiterhin so beschissen, dass es keine Energie mehr gibt, diese Scheisse zu verschweigen. Unsere Jungs kämpfen nicht um ihr Leben, sondern um den Tod mit dem Feind, der seine Kräfte in diesem Gebiet weiter aufbaut.» Die Ukrainer würden eine grosse Menge an Beobachtungs- und Kampfdrohnen einsetzen. Auf russischer Seite gebe es viel zu wenige: «Wir brauchen ausgebildete Drohnen-Aufklärungsteams. Die sind rar, wenn nicht gar nicht vorhanden.» Und zum Zustand der Truppe schreibt der russische, Pro-Kreml-Blogger: «Das Personal der Sturmtruppen leidet unter ständigen Verlusten durch Alkoholismus und Nachlässigkeit.». Es gebe viel «Friendly Fire», also Beschuss durch die eigene Armee. Er zitiert diesen Dialog: «Manchmal wirft er seinen Mörser mit einem Dutzend Minen, in der Hoffnung, die miesen Ukrainer («Urkops») zu treffen, aber er hört im Funk: «Was macht ihr Schwuchteln da?»; «Wir treffen die Ukrops!»; «Ihr schiesst auf uns, ihr Wichser!» https://t.me/rodinarussia27/2194

EINZELTÖTUNGEN

In den letzten Tagen werden vermehrt Videos veröffentlicht, welche zeigen, wie die Ukraine mit Drohnen einzelne Soldaten der russischen Armee tötet. Die Drohnen schweben über den Schützengräben und Schützenlöchern und werfen Granaten ab, welche beim Aufschlag explodieren. Mit Detailaufnahmen wird das Leiden der verletzten russischen Soldaten gezeigt. Ein solches Video wurde zum Beispiel heute von der operativen Führung der ukrainischen Armee veröffentlicht. Zu sehen sind, wie herumliegende Soldaten, welche sich tot stellen, getötet werden. Der Begleittext dazu lautet: «Die Besatzer geben vor, tot zu sein, in der Hoffnung auf einen Oscar, bekommen aber stattdessen einen Darwin Award.» https://t.me/operativnoZSU/124685

RACHE DER BESATZER

Noch sind die ukrainischen Positionen auf der linken Seite des Djneprs nicht genug gross, um die Russen daran zu hindern die rechtsufrige Stadt Kherson mit Artillerie zu beschiessen. Je mehr die Ukrainer vorrücken, umso intensiver wird der Beschuss von Kherson. Die neuste Gewaltwelle hat vor einer Woche begonnen. Mehrere Wohnviertel von Kherson wurden heute erneut gnadenlos von russischer Artillerie beschossen. Die Geschosse schlugen in zivilen Häusern ein. Spezialisten des regionalen kommunalen Notfall- und Rettungsdienstes Cherson kamen ihnen schnell zu Hilfe. In einem ersten Schritt wurden die zerbrochenen Fensterscheiben mit Multiplex-Platten abgedeckt. https://t.me/operativnoZSU/124698

ALTE, ALKOHOLIKER UND KRIMINELLE

Der ukrainische Generalstab beschreibt heute Abend, dass russische Soldaten schlecht versorgt sind mit Winterkleidern, Nahrungsmitteln und Wasser. «Hervorzuheben ist die äusserst geringe „Qualität“ der neuen Rekruten – es handelt sich meist um ältere Menschen, die Probleme mit Alkohol, Drogen, Glücksspiel usw. haben. Unter den Soldaten der russischen Besatzungsmacht herrscht die Meinung, dass die Führung sie bewusst auf „Fleisch“-Angriffe schickt.»

Und über die Besatzer der ukrainischen Stadt Melitopol im Süden der Ukraine heisst es: «Es gibt auch Informationen darüber, dass im besetzten Mariupol russische Soldaten aus dem Kreis ehemaliger Häftlinge ihren Kommandanten aufgrund seiner ständigen Drohungen, Schikanen und der Hinrichtung anderer Eindringlinge töteten.» https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua

UKRAINISCHE SPEZIAL-DROHNE

Die Ukraine hat ein unbemanntes Flugobjekt entwickelt und es «Jupiter Hunter» getauft. Das Gerät ist mit einem Rechnen ausgestattet, der die eingegeben Zieldaten mit den effektiven Umgebungsdaten abgleichen kann. Weil die Drohne «autonom» funktioniert, ist sie unempfindlich gegen Störsender. Diese Drohnen wurden gebaut, um bei der Befreiung der Krim aktiv zu werden. Der Entwickler schreibt zudem: «Es gibt auch Exemplare der Jupiter Hunter-Familie, die Moskau erreichen können, aber darüber werden wir später sprechen.» https://t.me/bochkala_war/16366

In der Ukraine sei eine «Armee an Robotern und Drohnen» am Entstehen. Das sagte der ukrainische Minister Mykhailo Fedorov. «Wir werden uns auf unsere Ideologie verlassen – Marktöffnung, Transparenz und die maximale Chance, Unternehmer anzuziehen, die bereits verschiedene Produkte entwickelt haben und wissen, wie man Produkte skaliert» https://t.me/c/1394092619/57978

DUBIOSER TOTER JOURNALIST

Der gestern getötete Russe Boris Maksudow

https://aldrovandi.net/2023/11/23/ukraine-aktuell-nr-638-23-11-23-21uhr/ war offenbar nicht als Journalist für «Russia 24» sondern als Kämpfer an der Front. Wie die russische Plattform «The Insider» schreibt, war Marksudow in einem Tarnanzug ohne Pressekennzeichnung bei einem Schützengraben, als er von Granatsplittern tödlich verletzt wurde. Dazu passe, so «The Insider», auch die Aussage des russischen Kriegsministers Sergej Schoigu, der sagte, dass Marksudow bei «einem Kampfauftrag» getötet worden sei. https://theins.ru/news/267043  

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