Ukraine Aktuell Nr. 636 (21.11.23/21Uhr)

  • Verzweifelte Kämpfe bei Avdiivka
  • Russen am Dnjepr stark unter Druck
  • Grosses Hilfepaket aus Deutschland
  • Putin begnadigt Mehrfachmörder
  • Slowakei beendet Ukraine-Unterstützung

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BRUTALSTE KÄMPFE BEI AVDIIVKA

Video von der Front in Avdiivka zeige einen Ausschnitt aus der Kriegsrealität an dieser umkämpften Stelle. Die russischen Truppen haben enorme Verlust an Material und Personal erlitten. Neuerdings versuchen sie in kleinen Truppen die ukrainische Verteidigung anzugreifen. Einige der Russen sind sich aber offenbar ihrer Chancenlosigkeit bewusst. Diese Soldaten legen sich neben herumliegende Leichen ihrer Kameraden, bedecken sich mit Stofffetzen und stellen sich tot. Die ukrainischen Drohnen über dem Schlachtfeld erkennen mit ihren Kameras jedoch auch kleine Bewegungen und richten ihre Artillerie entsprechend aus. https://t.me/operativnoZSU/124285

Heute sei die Intensität der Angriffe auf die Verteidiger von Avdiivka kleiner gewesen als in den letzten Tagen. Vermutlich werde eine dritte grosse Angriffswelle vorbereitet. Das sagte der Leiter der Militärverwaltung von Avdiivka,Vitaliy Barabash. https://t.me/suspilnedonbas/17631

DNJEPR-FRONT: RUSSEN UNTER DRUCK

Die Kämpfe auf der von Russland kontrollierten linken Dnjeprs Seite verschärfen sich. Die Analysten vom «Institut for the study of war» (ISW) schreiben: «Ukrainische Streitkräfte setzten ihre Operationen am östlichen (linken) Ufer von Kherson am 20. November fort und rückten Berichten zufolge weiter vor. Russische Militärblogger behaupten, dass ukrainische Kräfte ihre Zone der Kontrolle in den westlichen Teil von Krynky erweitert &dass die Kämpfe in der Nähe der Siedlung weitergehen». https://twitter.com/TheStudyofWar/status/1726785794260848994/photo/2 Den Ukrainern ist es gelungen, bei Krynky ihre Position auszubauen und in Richtung einer für die Russen wichtigen Verbindungsstrasse vorzurücken. https://twitter.com/NOELreports/status/1726885728326496502

Ebenfalls Probleme haben die Russen bei Oleshky, gegenüber der Antonivka-Brücke. Sie rieten den Besatzungstruppen von Oleshky die Stadt zu verlassen. Der ukrainische Militärblogger PStyleOne1 zitiert russische Quellen mit Bildern und schreibt: «Die Situation scheint sich schneller zu verschlechtern als von den Russen erwartet wurde.» https://twitter.com/PStyle0ne1/status/1726711349663940735

Gemäss anderen Quellen führen die Russen in Oleshky Razzien durch und suchen nach Helfern für die ukrainische Armee. https://twitter.com/AndySch64494719/status/1726907914877800560

GROSSE MOBILISIERUNG ERWARTET

Nach den russischen Präsidentschafts-«Wahlen» im März 2024 werde die Macht des Kremls noch mehr gestärkt sein. Darum werde es kurz nach den Wahlen zu einer umfassenden Mobilisierung kommen. «Der Kreml wird sein militärisches Potenzial ohne Rücksicht auf die öffentliche Meinung in der Russischen Föderation voll ausschöpfen.» Das sagte heute der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Oleksiy Danilov, in seiner Rede auf dem Internationalen Sicherheitsforum in Kanada. «Die Ukraine und die Welt haben nicht mehr als vier Monate Zeit, sich darauf vorzubereiten».

Zu den Kriegszielen Russland sagte Danilov: «Die strategischen Ziele Russlands sind den ukrainischen absolut entgegengesetzt. Es geht um die Zerstörung des ukrainischen Staates und die Absorption des ukrainischen Ethnos im Rahmen der «russischen Welt». Der Kreml wird dieses Ziel nicht aufgeben und bereitet sich auf einen langen Krieg vor», sagte er. https://www.unian.net/war/voyna-v-ukraine-v-snbo-predupredili-o-totalnoy-mobilizacii-v-rossii-uzhe-vesnoy-12461862.html

NEUES DEUTSCHES HILFE-PAKET

Boris Pistorius, der deutsche Verteidigungsminister, traf heute unangekündigt in der ukrainischen Hauptstadt Kyiv ein. Zusammen mit dem ukrainischen Verteidigungsminister Rustem Umerov (FOTO links) besuchte Pistorius (FOTO rechts) die Truppen. Dabei gab er ein neues Militärhilfepaket bekannt: Es umfasst 4 IRIS-T-Systeme, also Luftverteidigungssysteme. Ausserdem werden 20’000 Granaten vom Kaliber 155 mm, Panzerabwehrminen und andere Waffen geliefert. Die Gesamtwert beträgt 1.3 Milliarden € . https://t.me/operativnoZSU/124263

In seiner Abendansprache sagte Volodymyr Zelenskyj, dass danke der Hilfe «unsere Städte und Tausende Leben unseres Volkes vor dem russischen Terror gerettet» werden. Und weiter: «Deutschland gehört zu den Vorreitern bei der Unterstützung unserer Verteidigung, unseres Staates und der Sicherung des Friedens in ganz Europa.» Zelenskyj gab auch bekannt, dass er mit Pistorius die Pläne für die gemeinsame Produktion von Waffen in der Ukraine besprochen habe. https://t.me/V_Zelenskiy_official/8669

PUTIN BEGNADIGT MEHRFACH-MÖRDER

Der ausgezeichnete ukrainische Journalist Illia Ponomarenko schreibt heute auf Twitter: «Putin begnadigt Nikolay Ogolobyak einen aus der russischen Stadt Jaroslawl stammenden Satanisten, der wegen ritueller Morde zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war. Im Jahr 2008 hatte er als Teil einer siebenköpfigen Gruppe vier Teenager erschlagen und zerstückelt, während er Beschwörungsformeln sang und ihre Gesichter mit Blut tränkte (FOTO Ogolobyak links, Opfer rechts).

Dieser Ogolobyak sollte bis 2030 im Gefängnis bleiben.  Doch der Mehrfachmörder meldete sich bei de russischen Sturm-Z-Einheiten, verbrachte sechs Monate an der Front in der Ukraine, wurde als Invalider entlassen und kehrte dann in seine Heimatstadt zurück. Jetzt streift der Mann durch die Strassen von Jaroslawl, betrunken und schreit sich die Seele aus dem Leib, wie russische Medien berichten.»  https://twitter.com/IAPonomarenko/status/1727047392766108096   

GLEICH DREI HOHE BESUCHE IN KYIV

Am Morgen trafen zu unangekündigten Besuchen in der Hauptstadt ein: Maia Sandu, Präsidentin von Moldawien; Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates und Boris Pistorius, Deutscher Verteidigungsminister. https://t.me/insiderUKR/65081

Nach einem gemeinsamen Treffen zwischen Sandu, Michel und Zelenskyj, sagte Charles Michel den Medien: «Ich bin absolut davon überzeugt, dass unsere Zukunft sicherer ist, wenn die Ukraine in der Europäischen Union ist.» Die Ukrainer «kämpfen für unsere gemeinsamen Werte» und «unsere gemeinsame Zukunft», sagte Michel. An die Menschen in der Ukraine und der Republik Moldau gewandt, sagte er, dass die jeweiligen Präsidenten «eine sehr klare und strategische Entscheidung» getroffen hätten, als sie sich für eine EU-Mitgliedschaft entschieden. «Es ist unsere moralische Pflicht und auch unsere strategische Verantwortung, alles zu tun, um dieser Entscheidung gerecht zu werden», so Michel.https://t.me/KyivIndependent_official/26207

SLOWAKEI BEENDET UKRAINE-HILFE

Heute stellt die Regierungskoalition der Slowakei unter Robert Fico ihr Regierungsprogramm im Parlament vor. Gestaltet wurde es von der Kreml-freundlichen Links-nationalistischen Partei «SMERT» und ihren Partner-Parteien vom linksradikalen und rechtextremen Rand.  Das slowakische Parlament stimmte in der Mehrheit für das Programm. Damit ist die Hilfe der Slowakei an die Ukraine offiziell gestoppt. https://t.me/c/1394092619/57870

Vor dem Regierungswechsel stand die Slowakei entschlossen an der Seite der Ukraine. Geliefert wurden unter anderem die folgenden – ursprünglich mehrheitlich russischen – Waffensysteme: S-300-Luftverteidigungssysteme, M-17-Hubschrauber, MiG-29-Jäger, selbstfahrende Haubitzen vom Typ Zuzana 2, Munition für das Grad MLRS sowie Munition und Treibstoff.

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