Ukraine Aktuell Nr. 624 (9.11.2023/21Uhr)

ZWEITE SÜDFRONT ENTWICKELT SICH

Neben den kleinen, aber stetigen Fortschritten auf der Front-Achse Saporischja, gibt es Fortschritte der Ukraine bei der Kherson-Dnjepr-Front. Beim «Kosakenlager» (Kozachi Laheri) und beim Ort Polma auf der linken Seite des Dnjeprs haben die Ukrainer sogenannte «Brückenköpfe» errichtet. (Siehe Karte von Chuck Pfarrer) https://twitter.com/ChuckPfarrer/status/1722596279346205188/photo/1 .

Sich an diesen Orten festzusetzen, ist schwierig, weil dort sumpfiges Gebiet dominiert und die Gegend von der russischen Artillerie ohne Unterbruch beschossen wird.

Der New Voice und BBC-Journalist Euan McDonald schreibt: «In der Zwischenzeit berichten russische Milblogger, dass die Infanterietruppe der Ukraine in Krynky auf etwa 300 Mann angewachsen sein könnte, und dass Versuche unternommen wurden, ukrainische Panzer über den Dnjepr zu bringen. Ausserdem beklagen sich die Russen darüber, dass Kampfhubschrauber der Ukraine in dem Gebiet aktiv sind. (…) Die Ausdehnung der ukrainischen Kontrolle und der Einmarsch in das etwa 30 km östlich gelegene Krynky scheint vor kurzem erfolgt zu sein, zeitgleich mit den unerbittlichen russischen Angriffen auf Awdijiwka in der Oblast Donezk im vergangenen Monat. Die russischen Streitkräfte sind dort im Einsatz, so dass sie möglicherweise in Cherson überlastet sind.» https://twitter.com/Euan_MacDonald/status/1722693034955985223

Der deutsche Militärblogger Andy Schneider schreibt heute Abend unter Bezug auf russische Quellen: «Schlechte Nachrichten für die Russen bei Krynky. Die AFU (ukrainische Streitkräfte) rückt in dem südlichen Waldgürtel vor. Die AFU setzt Helikopter ein. Die Russen ziehen sich zurück, sie behaupten sie haben keine Mittel sich zu wehren. Es ist offenbar sehr ungemütlich für die Russen. Sehr viel Dynamik.» https://twitter.com/AndySch64494719/status/1722671851606888638

Wie der russische Militärblogger @WarGonzo bemerkt, operiert eine stattliche Anzahl Flugabwehrsysteme nahe des Dnjepr-Ufers. Dazu gehören auch «Geparden» Luftabwehr-Panzer. So wird ein geschützter Luftraum geschaffen, welcher die Russen davon abhält mit Kampfjets und Raketen anzugreifen. Heute schrieb @WarGonzo: «In Richtung Kherson- Krynky. versuchten ukrainische Truppen, unterstützt durch Artillerie von den Inseln, erneut einen Angriff in der Gegend von Poima, Peschanoye und Podstepnoye. Bei Krynok ergriffen sie die Initiative und erweiterten ihren Brückenkopf.» https://t.me/wargonzo/16342

SORGE ÜBER ORBANS NÄHE ZU PUTIN

Heute trafen sich die Botschafter der NATO-Mitgliedstaaten und der schwedische Botschafter in Budapest. Anlass für das Treffen war die wachsende Besorgnis der NATO-Mitglieder über die sich vertiefenden Beziehungen Ungarns zu Russland. Während der Krieg Russlands gegen die Ukraine noch andauert, haben sich die Ereignisse in den ungarisch-russischen Beziehungen in den letzten Tagen beschleunigt: Am vergangenen Freitag führte Außenminister Péter Szijjártó Gespräche in Moskau, und am 16.Oktober traf Viktor Orbán den russischen Präsidenten Putin in Peking, was mit einem «Händeschüttel-Bild» (FOTO) belegt ist.

David Pressman, der US-Botschafter in Budapest sagte: «Wir sind alle besorgt darüber, dass der ungarische Premierminister sich mit Präsident Putin getroffen hat, während Russland als Aggressor Krieg gegen die Ukraine führt».

Orban bezeichnete bei seinen Gesprächen mit Putin den Krieg Russlands gegen die Ukraine als «militärische Operation» und dass die Beendigung der Flüchtlingsströme, das Ende der Sanktionen und der Feindseligkeiten für den gesamten Kontinent, einschließlich Ungarns, von entscheidender Bedeutung seien. Die Beiden erörterten die ungarisch-russische Zusammenarbeit im Bereich der Gas- und Ölversorgung sowie der Kernenergie.

Der US-Botschafter Pressmann sagte dazu: «Es ist besorgniserregend, dass Ungarn beschlossen hat, sich auf diese Weise mit Putin auseinanderzusetzen. Ebenso wie die Sprache, die der Premierminister verwendet hat, um Putins Krieg in der Ukraine zu beschreiben. Beides hätte es verdient, diskutiert zu werden.» https://www.szabadeuropa.hu/a/nato-nagykovet-svedorszag-orban-putyin-oroszorszag-usa-pressman/32645116.html

RUSSLAND SCHWÄCHT EIGENEN SCHUTZ

Russland schwächt seine eigene Verteidigung, indem sie aus entfernen Regionen Waffensysteme in die Ukraine verschieben muss, aufgrund der dortigen Verluste. Dies berichtet der britische Geheimdienst in seinem heutigen Bulletin: «Nach den in der vergangenen Woche gemeldeten Verlusten mehrerer russischer Boden-Luft-Raketensysteme (SAM) vom Typ SA-21 deuten neue Analysen darauf hin, dass Russland wahrscheinlich SAMs, die routinemässig entfernte Teile Russlands schützen, neu zuweisen muss, um die Abdeckung über der Ukraine aufrechtzuerhalten. Die Entfernung von Systemen, die an strategisch wichtigen Punkten sowie entlang der russischen Grenzen positioniert sind, würde mit ziemlicher Sicherheit die russische Luftverteidigung an der Peripherie des Landes schwächen. Die Umverteilung strategischer Luftverteidigungsmittel wäre ein weiterer Beweis dafür, dass der Ukraine-Konflikt Russlands Militär weiterhin überfordert und seine Fähigkeit, eine Basisverteidigung in seinem riesigen Gebiet aufrechtzuerhalten, beeinträchtigt.» https://twitter.com/DefenceHQ/status/1722540909697409337

MOSKAU WILL MATERIAL ZURÜCK

Russland versucht, seine militärische Ausrüstung aufgrund der Verluste in der #Ukraine zurückzukaufen. Dies berichtet das «Wall Street Journal». Moskau hat den Waffenhandelsmarkt über viele Jahre hinweg aufgebaut. Jetzt wenden sich die Russen an alte Kunden, um das zurückzukaufen, was sie verkauft haben. Insbesondere will die Russische Föderation Motoren von Kampfhubschraubern kaufen, die sie zuvor an Pakistan, Ägypten, Belarus und Brasilien geliefert hat. Der Grund dafür sind die grossen Verluste an der Front. (Zitiert gemäss: https://twitter.com/nexta_tv/status/1722617539463901496)

SPEKULATIONEN ÜBER PUTIN

Anton Gerashchenko, Berater des ukrainischen Innenministers, veröffentlichte heute zwei aktuelle Videos von Putin, auf denen sich Putins Gesicht wesentlich unterschied. Auf dem einen erscheint auf Putins rechter Wange eine grosse Ausbuchtung. Auf dem anderen Foto ist Putins Wange geglättet. Geraschenko fragte lediglich: «Was ist mit Putins Wange los?» https://twitter.com/Gerashchenko_en/status/1722356203961868311 (FOTOS im Newsletter)

Die deutsche BILD schrieb, dass möglicherweise ein Tumor aus Putins Wange sichtbar sei, es sich um die Folgen einer Schönheits-OP handelt und dass die Bilder auch ein Hinweis auf einen Doppelgänger Putins sein könnten. https://www.bild.de/video/clip/news-ausland/au-backe-diktator-raetsel-um-putins-gesicht-86033210.bild.html

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