Ukraine Aktuell Nr. 613 (29.10.23/21Uhr)

FAMILIE VON TSCHETSCHENEN GETÖTET

Soldaten des tschetschenischen Diktators Ramsan Kadyrow verübten einen Terroranschlag gegen eine zivile Familie im von Russland besetzten Donezk. Kadyrows Mörderbande beanspruchte ein bewohntes Einfamilienhaus in der Stadt Volnovakha für sich, während dort eine Geburtstagsfeier stattfand. Als sich die Eltern der Grossfamilie weigerten, das Haus zu räumen, wurden sie und weitere 7 Menschen getötet.

Das Foto zeigt die Mutter und den Vater mit vier ihrer Kinder, darunter ein Schüler der vierten Klasse und ein Junge, der in den Kindergarten ging.

Für die Gewaltverbrechen im von Russland besetzten Donezk ist die sogenannte «Republik Donezk» verantwortlich. Sie hat angeblich ein Strafverfahren eröffnet. https://t.me/c/1394092619/56904

OELRAFFINERIE IN VOLLBRAND

Die für das russische Militär wichtige Afip-Ölraffinerie in der russischen Region Krasnodar brennt. Auslöser waren zwei Drohnen, welche der ukrainischen Geheimdienst SBU zur Raffinerie gesteuert hatte.

Die Raffinerie ist einer der wichtigsten Brennstofflieferanten für die russische Flugwaffe. «Alleine im letzten Jahr wurden 7 Millionen Tonnen Flugbenzin produziert, welches für feindliche Militärflugzeuge verwendet wurde, die täglich die Ukraine angreifen.», schreibt die ukrainische Armeeführung.

Neben mehreren Destillationsanlagen seien auch «einige» Panzer beim Angriff in Brand geraten. https://t.me/operativnoZSU/120979

JUDENVERFOLGUNG IN DAGESTAN

Gestern berichtete ich an dieser Stelle über eine Demonstration in der russischen autonomen Republik

Karatschai-Tscherkessien an der die Vertreibung der Juden aus ihrer Region gefordert wurde. https://aldrovandi.net/2023/10/28/ukraine-aktuell-nr-612-28-10-23-21uhr/

Heute kommt es in einer anderen Teilrepublik der russischen Föderation zu anti-jüdischen Ausschreitungen. In Dagestan stürmten mehrere dutzend junge Männer, sogenannte «Entnazifikatoren», mit dem Ruf «Allahu Akbar!» den Flughafen Machatschkala und rissen alle Türen auf, betraten Büros und schliesslich die Flugpiste. Sie hatten gehört, dass dort ein Flugzeug aus Tel Aviv angekommen sei und suchten nach den jüdischen Passagieren. Sie versuchten, das Flugzeug zu stürmen, aber die Crew hatte die Türe von innen geschlossen. Die Polizei reagierte nicht.

Ausserhalb des Flughafens überprüften Einwohner von Dagestan die Pässe von Passagieren in Autos und suchen nach Personen, die aus Israel eingeflogen sind. Vor kurzem soll der Polizeichef von Dagestan am Flughafen eingetroffen sein und rede mit den Aufrührern. https://t.me/operativnoZSU/120995  & https://t.me/insiderUKR/64064

SCHLUSS MIT GAS-TRANSIT 2024

Russisches Gas floss bisher zu einem grossen Teil über die Ukraine nach Europa, was für die Ukraine lohnenswert war. Nun will die dafür verantwortliche ukrainische «Naftogaz». Wenn der Vertrag 2024 auslaufe, werde der Transit eingestellt, sagte Vorstandsvorsitzender Oleksiy Chernyshov.

Ihm zufolge sei die Ukraine bereit, auf den Gastransit zu verzichten, wolle aber die EU-Partner nicht täuschen. Anfragen europäischer Unternehmen bezüglich der Notwendigkeit, den Transit fortzusetzen, sind bisher nicht eingegangen. Tschernyschow erinnerte daran, dass die EU plant, bis 2027 vollständig auf russisches Gas zu verzichten, weshalb sie nicht auf der Fortsetzung des ukrainischen Transits bestehe.

Er betonte, dass die Ukraine den aktuellen Vertrag erfülle, um ein verlässlicher Partner für Europa zu bleiben, obwohl Russland nicht für alle Verträge zahle. https://t.me/c/1394092619/56896

3 GUTE WOCHEN FÜR PUTIN

Die britische «Times» sieht die drei Wochen seit dem Terroranschlag der Hamas gegen israelische Zivilisten als «gute Wochen für Putin». «Russland intensiviert Attacke, während die Welt nicht hinschaut», schreibt der Times-Analyst und führt aus: «Da sich amerikanische Waffen und die Aufmerksamkeit des Westens plötzlich auf den Nahen Osten verlagerten, schickte Russland mehr Menschen und Ausrüstung in heftige Offensiven im Donbass, in Richtung Kupjansk, bei Avdiivka, in Richtung Saporoschje und nördlich von Tokmak, um den Vormarsch der Ukrainer zu stoppen.» Gleichzeitig werde Russland voraussichtlich erst frühestens im Frühjahr 2025 in der Lage sein, eine weitere umfassende strategische Offensive gegen die Ukraine durchzuführen. https://www.thetimes.co.uk/article/russia-ukraine-war-winter-offensive-avdiivka-5dw8wtc8g

KOMMANDANT ABGESETZT

Der Kommandeur der russischen «Dnjepr»-Truppengruppe (Gebiet Kherson), Generaloberst Oleh Makarewitsch, wurde seines Amtes enthoben. An seiner Stelle wurde Generaloberst Mykhailo Teplinsky ernannt.  Makarewitsch wurde gefeuert, weil seine Angaben über die Lage an der Front nicht mit den Informationen übereinstimmten, welche der Kreml verbreitet hatte.

Ein Sprecher der ukrainischen Armee sagte zur Absetzung: «Normale russische Soldaten sehen den Krieg und beginnen, sich zu weigern, in den Krieg zu ziehen. Das russische Kommando täuscht oder versucht, neue Kräfte aus den Tiefen Russlands einzusetzen.» Putins Armee hoffe, mit «Rotationen» die Probleme auf Führungsebene zu lösen. https://t.me/c/1394092619/56888

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