Ukraine Aktuell Nr. 570 (16.9.23/20 Uhr)

ZWEI FREAK STORYS

Heute keine Kriegsnachrichten, dafür zwei Meldungen über zwei Freaks, die in diesem Krieg Russlands gegen die Ukraine ebenfalls eine kleinere Rolle spielen: Ramsan Kadyrow und Nathalie Yamb.

FREAK 1: RAMSAN KADYROW

Der selbsternannte tschetschenische Staatschef Ramsan Kadyrow soll seit längerem krank sein und sein Zustand soll sich in den letzten Tagen stark verschlechtert haben, soweit, dass er sich jetzt im künstlichen Koma befindet. Das berichtete ich gestern unter Berufung auf den ukrainischen Geheimdienst. (Ukraine Aktuell Nr. 569). Ähnliche Meldungen verbreiteten heute auch russische Militärblogger. Über den Grund für die Erkrankung wird spekuliert. Handfeste Informationen fand ich in einem Artikel vom 11.September, verfasst von @UKikaski vom Beobachtungsnetz «Osint»:

Ramsan Kadyrow, von dem man annimmt, dass er drogensüchtig ist, lief in Grosny in seinem Pyjama herum, als der russische Geheimdienst FSB beschloss, einzugreifen. Sie brachten ihn zurück in seine Residenz und kontaktierten Putin, der anordnete, dass er zur Behandlung seiner Sucht nach Moskau geflogen werden sollte.

@UKikaski zitiert den Telegram Kanal der «Tschetschenische Republik Itschkerien», der oppositionellen Exil-Regierung, welche nur von der Ukraine anerkannt wird:

«Vom Morgen des 6. bis zum Morgen des 7. September war Ramsan Kadyrow, der unter starkem Einfluss von Betäubungsmitteln stand, einen ganzen Tag lang unterwegs. Am frühen Morgen des 7. September wachte Kadyrow auf und ging im Schlafanzug von seiner Residenz bis zum Büro des Bürgermeisters von Grosny spazieren, wobei er die Wachen anwies, ihn nicht zu begleiten. Es ist unklar, warum Kadyrow dorthin ging und was in seinem Kopf vorging, aber bald kam sein Gefolge zu ihm, dem der FSB den Befehl gab. Kadyrow wurde abgeführt und in die Residenz zurückgebracht, woraufhin der FSB, nachdem er Putin den Vorfall gemeldet hatte, von diesem den Befehl erhielt, Kadyrow dringend zur Behandlung nach Moskau zu bringen. Kadyrow wurde noch am selben Abend mit dem Flugzeug nach Moskau gebracht, wo er sich (erneut) einer Behandlung wegen Drogenabhängigkeit unterziehen muss.» Quelle: https://twitter.com/UKikaski/status/1701340210003329336 ;

FREAK 2: NATHALIE YAMB

Vor einer Woche fanden in den besetzten ukrainischen Gebieten sogenannte Wahlen statt, die von «Internationalen Beobachtern» begleitet wurden. Wie die Besatzer am Montag meldeten, wählten 75% die Partei Putins.

Olexander Sherba, ehemaliger Botschafter der Ukraine in Österreich (2014 – 2021), hat eine Liste veröffentlicht, auf der 34 «Internationale Beobachter» aufgeführt sind. https://democratic-integrity.eu/wp-content/uploads/2023/09/CDI-EPDE-FO-2023.pdf?fbclid=IwAR1ISCRvlRB-5lnAZP640fKaWwJVRd5yrxXhQD7gpc8P9KzQ1zZBUnPUrhk

Darunter befindet sich auch Nathalie Yamb aus der Schweiz. Eine kurze Recherche zeigt folgendes Profil dieser «internationalen Beobachterin»:

Nathalie Yamb wurde 1969 in La Chaux-de-Fonds als Tochter eines Kameruners und einer Schweizerin geboren. Sie wuchs in Gränichen auf, bis ihre Eltern 1977 die Schweiz verliessen, um nach Kamerun zu ziehen.

Yamb wird vom US-Aussenministerium beschuldigt, mit der Wagner-Gruppe in Verbindung zu stehen und ein Teil der russischen Propaganda in Afrika zu sein. In den sozialen Netzwerken ist sie unter dem Pseudonym: «The Lady of Sochi» bekannt.

Sie lebte seit 2007 in der Elfenbeinküste und wurde im Dezember 20192 aus dem Land in die Schweiz abgeschoben und lebt seither im Kanton Zug. In Frankreich ist sie seit Januar 2022 persona non grata.

In ihrem Interview mit RTS (TV der Westschweiz) sagte sie im März 2023 unter anderem, dass sie vollkommen bereit sei, von Prigoschin oder Putin bezahlt zu werden, und dass sie in dieser Hinsicht «keine Gewissensbisse» habe.

Gemäss dem Zürcher Tagesanzeiger erklärte Yamb vor wenigen Tagen, dass sich die Bewohner der besetzten Gebiete «als Teil der Russischen Föderation fühlen».

Ich veröffentliche hier die Liste mit den bisher bekannten 34 «Wahlbeobachtern». Noch zu leistende Recherchen von interessierte Journalisten könnten weitere Informationen über diese Subjekte hervorbringen.

Quellen:

https://fr.wikipedia.org/wiki/Nathalie_Yamb ,

https://www.rts.ch/info/suisse/13884021-linfluenceuse-suisse-nathalie-yamb-menacee-de-mort-pour-son-soutien-a-la-russie.html https://www.tagesanzeiger.ch/im-dienst-des-russischen-regimes-schweizerin-reiste-fuer-putins-propaganda-in-den-donbass-247148850682

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