Ukraine Aktuell Nr. 561 (7.9.23/21Uhr)

OPERNGESANG IN MARIUPOL

Eine Delegation von Journalisten, Bloggern und «Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens» aus China trafen in der sogenannten «Republik Donezk» ein, welche unter russischer Kontrolle steht. Mit dabei war auch die chinesische Opernsängerin Wang Fang. Die in edlen Accessoires gehüllte Dame sang das sowjetische «Katyusha»-Lied https://twitter.com/i/status/1699796242463953384 .

Als Ort ihrer Darbietung hatte sie das von Russen ausgebombte Theater in Mariupol gewählt. Dort waren im März 2022 mehrere dutzend Kinder und Erwachsene beim Abwurf einer Fliegerbombe getötet worden. Wang Fang nahm bei ihrem Gesang keine Referenz an die Opfer.

Der von Russland eingesetzte Chef der Marionetten-Republik, Denis Puschilin, nannte den Auftritt «sehr rührend».

RÜCKZUG AM HELLEN TAG

Die ukrainischen Truppen rücken in Richtung Klischtschiwka vor. Heute veröffentlichte die ukrainische Militärführung ein Video, welches die Flucht von Russen aus Klischtschiwka zeigt.

Das von einer Drohne aufgenommen Video zeigt eine Gruppe von 10 Männern, welche aus zerstörten Häusern auf eine Überlandstrasse rennt. Kaum sind sie auf der Strasse, schlagen Geschosse ein. Die übrigbleibenden Soldaten rennen weiter, zwei von ihnen nehmen einen Verletzten mit. Nach mehreren Beschüssen scheint niemand überlebt zu haben.

Die ukrainische Armee schreibt dazu: «Rusnaa flieht aus Klischtschiwka unter Beschuss mit Streumunition». https://t.me/operativnoZSU/113511

Der Militärblogger Tendar (297’000 Abonnenten auf Twitter) schreibt: «Diese Aufnahmen zeigen den Rückzug der russischen Truppen aus Klischtschiwka, während sie beschossen werden. Genau wie in Urozhaine haben die Russen den denkbar schlechtesten Zeitpunkt für ihren Rückzug gewählt: Tagsüber und ohne gepanzerte Fahrzeuge. Absolut katastrophal.» https://twitter.com/Tendar/status/1699850184367194286

TOKMAK RÜCKT IN DEN FOKUS

Gemäss verschiedenen Meldungen befindet sich die ukrainische Armee noch 20 Kilometer von der besetzten Stadt Tokmak entfernt. In diesem südukrainischen Ort lebten vor dem Krieg 33’000 Menschen.

Heute ist Tokmak eine von den Russen mit Verteidigungsanlagen umfasste Stadt und einer der wichtigsten logistischen Knotenpunkte der russischen Armee. Über Tokmak werden unter anderem die Besatzungstruppen ganz im Süden der Ukraine und auf der besetzten Halbinsel Krim mit Waffen, Munition, Treibstoff, Lebensmitteln und weiteren Gütern versorgt.

Nach Angaben von @anno1544 bereiten sich die russischen Truppen auf das Verlassen von Tokmak vor: «Die russischen Besatzungstruppen zeigen Anzeichen einer Vorbereitung auf die „Evakuierung“ aus Tokmak – sie stehlen und nehmen alles mit, was sie können.» https://twitter.com/anno1540/status/1699690399839715513

NATO-CHEF VERTEIDIGT UKRAINE

Die ukrainischen Streitkräfte gewinnen nach Einschätzung von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei ihrer Gegenoffensive weiter an Boden. Trotz der schwierigen Kämpfe sei es der Armee gelungen, «die Verteidigungslinien der russischen Streitkräfte zu durchbrechen und vorzurücken», sagte Stoltenberg am Donnerstag vor EU-Abgeordneten in Brüssel.

Und Stoltenberg sagte weiter: «Und dann beschweren sich dieselben Experten, die uns gesagt haben, dass die Ukraine innerhalb weniger Wochen fallen würde, über die Geschwindigkeit der Verteidigung. Die Realität ist, dass die Ukraine tatsächlich die Erwartungen immer wieder übertrifft. Und wir müssen uns daran erinnern, was unsere Verantwortung ist. Unsere Verantwortung ist es, sie zu unterstützen.» https://twitter.com/i/status/1699819846874141044

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WEITERE 600 MIO DOLLAR

Das Pentagon kündigte ein neues Militärhilfepaket für die Ukraine im Wert von 600 Millionen US-Dollar an. Es enthält:

Ausrüstung zur Unterstützung und Integration der Luftverteidigungssysteme der Ukraine; Zusätzliche Munition für hochmobile Artillerie-Raketensysteme (HIMARS);105-mm-Artilleriegeschosse; Mittel der elektronischen Kriegsführung und der elektronischen Kriegsführung gegen Funk; Munition zum Überwinden von Hindernissen; Ausrüstung zur Minenräumung; Support und Ausrüstung für Schulung, Wartung. https://t.me/insiderUKR/61481

MUSK SCHALTETE STARLINK AB

In einer neu erscheinenden Biografie über den Tesla- und Twitter-Besitzers Elon Musk enthüllt der Autor Walter Isaacson einen für die Ukraine gefährlichen Entscheid des Milliardärs.

Musk habe seinen Ingenieuren letztes Jahr befohlen, sein an die Ukraine gelieferte satellitengestützte Internetsystem «Starlink» nahe der Krimküste abzuschalten. Damit wollte er einen geheimen Angriff der Ukraine auf die russische Marine vereiteln.

Als sich die mit Sprengstoff beladenen ukrainischen Unterwasserdrohnen der russischen Flotte näherten, «verloren sie den Kontakt und landeten harmlos am Ufer», schreibt der Autor.

Ausschlaggebend für die Entscheidung Musks war dessen Angst, dass Russland auf den Angriff der Ukraine auf die Krim mit Atomwaffen reagieren würde. Dies berichtet CNN: https://clips-mp4-aka.warnermediacdn.com/…/cms3-CNN…

«UKRAINE IST DER ANFANG»

Der erste Kanal des russischen TV’s zeigte ein Interview, des – von der Weltwoche hoch geschätzten – Propagandisten Wladimir Solowjow mit General Andrei Mordwitschew, Kommandeur der russischen Heeresgruppe «Mitte».

Die beiden Herren spazieren in Uniform durch einen Wald. Dabei entwickelt sich dieser Dialog https://twitter.com/i/status/1699758000204902867 :

«-Wird der Krieg noch lange dauern?

-Ich denke, der Krieg wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Es ist sinnlos, über bestimmte Termine zu sprechen. Wenn wir über Osteuropa sprechen, was wir tun müssen… Natürlich wird es länger dauern.

-Ist die Ukraine nur eine Zwischenetappe?

-Ja, genau. Das ist erst der Anfang.» https://twitter.com/artursorin/status/1699758000204902867

VIDEOBELEG FÜR ZERSTÖRUNG

Der ukrainischen Armee soll es gelungen sein, einen 200 Mio. Dollar teurer Spezialradar der russischen Armee in der Südukraine zu zerstören. Über die Anlage «Predel-E» erschienen vor 10 Tagen die ersten Berichte. https://aldrovandi.net/…/ukraine-aktuell-nr-551-28-8…/

Ein Foto und ein Video zeigen das ausgebrannte mobile Küsten-Überhorizont-Erkennungsradars «Predel-E» im südukrainischen Hafen Zhelezny. Es wurde 2023 von der Russischen Föderation in Dienst gestellt. Predel-E war nur eine Woche lang im Kampfeinsatz, bevor es von einer Rakete getroffen wurde. https://t.me/insiderUKR/61472

Mit der Anlage konnte die russische Armee unter anderem tieffliegende Drohnen und Überwasser-Drohnen erkennen.

KAMPF HINTER DER FRONT

In der von Russland besetzten Stadt Oleshki wurde ein Auto mit russischen Militäroffizieren und Geheimdienst-Mitarbeitern in die Luft gesprengt.

Ein FSB-(Geheimdienst)-Offizier wurde sofort getötet. Der zweite liegt noch immer in schwerem Zustand auf der Intensivstation. Drei Soldaten, die sie im Auto begleiteten, wurden verwundet. Nach Angaben von «Ukraine Insider» hat der ukrainische Geheimdienst SBU das Attentat verübt.

Die in die Luft gesprengten FSB-Offiziere «arbeiteten» im besetzten Skadovsk. Und sie besuchten Oleshki, um dort sogenannte «Filtrationsmassnahmen» durchzuführen und gleichzeitig Ukrainer zu foltern. https://t.me/insiderUKR/61471

WIDERSTAND IN RUSSLAND

Der ukrainische Journalist Jason Jay Smart ist seit 2010 in Russland mit einem lebenslangen Arbeitsverbot belegt und arbeitet als Korrespondent für die Kyiv Post.

Heute veröffentlichte er ein Video https://twitter.com/i/status/1699848552275415303 , welches nach seinen Angaben im russischen St.Petersburg aufgenommen wurde.

Zu sehen ist eine brennende Haustüre, welche gemäss Smart zum St. Petersburger Rekrutierungsbüro der Armee gehört.

Die Frau schaut dem Feuer zu und schmeisst mindestens zweimal einen Stein in die Scheibe des Büros im Erdgeschoss des Gebäudes.

«Der Widerstand im Innern Russland wächst», schreibt Smart. https://twitter.com/officejjsmart/status/1699848552275415303

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