Ukraine Aktuell Nr. 509 (17.7.23/21Uhr)

KRIM BRÜCKE AUSSER BETRIEB

«Kertsch-Brücke» heisst der Übergang, der Russland mit der besetzten Halbinsel Krim verbindet. Die Kertsch-Brücke gilt als «Putins Stolz» und wurde nach der Invasion der Krim erstellt. Diese Brücke ist seit heute ausser Betrieb. Ein oder mehrere unbekannte Sprengkörper trafen heute die Brücke und verursachten erhebliche Schäden.

Nach Angaben des US-Militärbeobachters Chuck Pfarrer kam vermutlich eine Variante der 2. Generation des unbemannten Oberflächenschiffs (USV) der Ukraine zum Einsatz (FOTO). Das Kampfschiff kann 450 Kilogramm Sprengstoff transportieren. https://twitter.com/ChuckPfarrer/status/1680974108882788356

Marat Khusnullin, ehemals Bürgermeister von Moskau und heute stellvertretender Ministerpräsident Russland, unterrichtete Putin in einer Videokonferenz über den Zustand der Brücke . Laut Khusnullin ist eine Struktur der Auto-Fahrbahn zerstört und kann nicht repariert werden. Ein Teil der Brückenkonstruktion in Richtung Kertsch ist völlig zerstört, er muss entfernt werden. Der Verkehr in beide Richtungen soll am 15. September auf einem Teil der Brücke freigegeben werden, die andere Seite im November. Putin machte sich eifrig Notizen. https://twitter.com/i/status/1680993220623233029

Bilder des Maxar Satelliten (FOTO) zeigen, das eine Fahrbahn aus der Achse geworfen wurde. https://twitter.com/ckoettl/status/1680980733224013824 .

Ein Video des «Wall Street Journals» zeigt das Ausmass der Schäden von nahe. https://www.wsj.com/…/bridge-between-russia-and-crimea…

Aktuell fliehen offenbar viele Menschen von der Krim-Insel. Eine Auswertung von Google Maps (FOTO) zeigt 10 Kilometer lange Staus auf der Festland-Strecke zwischen der Krim und den besetzten Gebieten im Osten der Ukraine. https://twitter.com/…/status/1681005115044696064/photo/1

Die Panik der Flüchtenden sind in verschiedenen sozialen Netzwerken sichtbar. Es geht dabei um fehlende Tankstellen, überteuerte Wasserverkäufe, fehlende Mobilnetzverbindungen, russische Kontrollen und die Enttäuschung über Moskau, welche die Brücke nicht schützen konnte. https://twitter.com/Gerashchen…/status/1680936587406761985

Putin meldete sich am Abend am russischen TV und sprach von einem «terroristischen Akt» für den es «eine russische Antwort» geben werde. https://t.me/c/1394092619/51600

PUTIN STOPPT KORN-LIEFERUNG

Das Moskauer Aussenministerium gab heute bekannt, dass sich Russland aus den «Getreideabkommen» zurückzieht und erst zurückkehren wird, sobald alle «Abkommen» im Hinblick auf die Interessen Russlands erfüllt sind.

Das Abkommen entstand auf Initiative der Türkei. Der türkische Präsident teilte mit, dass man das Thema während des Besuchs von Putin in der Türkei erörtern werde. Erdogan hat Putin bereits einmal dazu gebraucht, das bereits gekündigte Abkommen zu verlängern.

Hinzu kommt, dass die Türkei sich letzte Woche verpflichtet hat, ukrainische Schiffe während der Transporte im Schwarzen Meer zu begleiten und zu schützen, falls Russland das Abkommen aufkündigt.

Die USA hatte der Russischen Föderation mit «katastrophale Folgen» für den Fall gedroht, dass sie sich weigert, das Getreideabkommen fortzusetzen, was zu einer Hungersnot in vielen Regionen der Welt führen würde.

Die Antwort des offiziellen Kiews: «Wir haben keine Angst», sagte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj. Die Ukraine sei dafür, die Getreidelieferungen auch nach dem Rückzug Russlands aus dem Abkommen fortzusetzen. Es gebe keine Vereinbarungen zwischen der Ukraine und Russland, fügte er hinzu. Durch den Rückzug aus dem Getreideabkommen verstösst Russland gegen seine Vereinbarungen mit der Türkei und der UNO. https://ukrainefrontlines.com/…/the-grain-agreement…/

RUSSLAND GRIFF FEUERWACHE AN

Russische Raketen wurden heute auf die Kleinstadt Bilopilla (15’000 Einwohner) unweit der russisch-ukrainischen Grenze in der Region Sumy in der Nordostukraine abgefeuert.

Eine Rakete tötete die beiden Einheimischen Liudmyla Prykhodko und Nina Dedushko, welche in einem Park auf einer Bank sassen. Eine andere Rakete traf die Feuerwache der Stadt. 6 Feuerwehrleute wurden verletzt. (FOTO)

Serhiy Kruk, der Leiter der staatlichen Verwaltung der Oblast Sumy, schreibt zum Terrorakt: «Zynischer Beschuss einer Feuerwache im Gebiet Sumy. Wieder einmal beschiesst Russland diejenigen, die Menschen retten und durch die Genfer Konvention geschützt sind». https://euromaidanpress.com/…/russia-violates-geneva…

GROSSE TRUPPEN KONZENTRATION

Russland hat eine schlagkräftige Gruppierung von mehr als 100’000 Personen, mehr als 900 Panzern, mehr als 555 Artilleriesystemen und 370 Mehrfachraketenabschuss-Systemen in Richtung Liman-Kupyansk (KARTE) konzentriert. Dies erklärte der Sprecher der Ostgruppe der ukrainischen Streitkräfte, Serhiy Cherevaty.
Er wies darauf hin, dass während des Krieges in Afghanistan, zur Zeit der höchsten Konzentration der sowjetischen Truppen, dort etwa 120’000 sowjetische Soldaten stationiert waren.

Nach Angaben des Armeesprechers sind die russischen Luftlandeeinheiten und die besten russischen motorisierten Infanterieeinheiten in Richtung Liman-Kupiansk konzentriert. Sie werden von mobilisierten Reservisten, territorialen Truppen, privaten Militärkompanien und der Storm-Z-Kompanien (Zuchthaus Kompanien) unterstützt. https://news.liga.net/…/pochti-kak-pik-v-afganistane…

«Der Feind hat sich zum Ziel gesetzt, die Verteidigungskräfte in der Gegend von Kupjansk zu besiegen und die Offensive tief in die ukrainischen Kampflinien hinein fortzusetzen.», sagte Oleksandr Syrskyj, Chef der ukrainischen Armee. https://t.me/c/1394092619/51595

Hanna Malyar, stellvertretende Verteidigungsministerin der Ukraine, schreibt zur Lage an diesem Frontabschnitt: «Der Feind rückt seit Ende letzter Woche aktiv in Richtung Kupiansk im Gebiet Kharkiv vor. Er versucht, unsere Einheiten über die Barriere des Flusses Oskil hinaus zu drängen. Unsere Truppen sind in der Defensive und leisten starken Widerstand. Die Lage ist schwierig. Es finden heisse Gefechte statt.» https://t.me/annamaliar/940

BAKHMUT IN DER ZANGE

Die Ukrainer haben fast alle beherrschenden Höhen an der Nord- und Südflanke von Bakhmut besetzt, und das russische Militär kann die Stadt weder verlassen noch kann es sich in der Stadt bewegen.
Die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Malyar sagte am ukrainischen TV: «Jetzt ist Bakhmut eine Falle für die russischen Truppen. Wir beschiessen die Stellungen der russischen Armee, und diese erwidert das Feuer, aber die Besatzer können die Stadt nicht verlassen, und sie können sich nicht in der Stadt bewegen».

Die russische Armeeführung verlegt Verstärkungen nach Bakhmut, um ihre Positionen zu halten. https://suspilne.media/530743-ukrainski-oboronci-zajnali…/

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