Ukraine Aktuell Nr. 458 (27.5.23/23Uhr)

LUKASCHENKO ANGEBLICH IM SPITAL

Der weissrussische Diktator Alexander Lukaschenko habe sich heute geheim mit Putin im Kreml getroffen. Danach sei er in das Zentrale Klinische Krankenhaus Moskaus transportiert worden. Aktuell würden Spezialisten Blutreinigungsverfahren durchführen. Lukaschenko sei in einem «nicht transportfähigen» Zustand.

Dies schreibt der weissrussische Oppositionelle und Präsidentschaftskandidat Valery Tsepkalo.

Nach seinen Angaben bestehe die Aufgabe der Mediziner darin Lukaschenko zu retten und jegliche Spekulationen über eine mögliche Vergiftung durch den Kreml zu beseitigen.

Tsepkalo rief die Staatschefs des Westens auf, in den kommenden Tagen eine «strategische Sitzung» einzuberufen und das Thema «Wahlen und andere Massnahmen zu besprechen, die zur Sicherung der Übergangszeit ergriffen werden sollten». https://twitter.com/ValeryTsep…/status/1662397252411830272

HACKER VERÖFFENTLICHEN NACHRUF

Auf der Webseite des Eishockey-Clubs Dynamo Minks erschien ein Nachruf auf Lukaschenko, weissrussischer Diktator und Fan des Clubs (FOTO).

Eine Hackergruppe mit dem Namen «Cyber Partisan» schreibt darin: «Der Wachs-Grossvater ist schwer krank. Sie und ich wissen das. Das Regime wird ohne einen Führer sterben. Das Land und das belarussische Volk werden auch nach seinem Tod weiterleben.» https://t.me/astrapress/28122

Aktuell ist die Webseite https://hcdinamo.by/ nicht mehr erreichbar.

KÄMPFE IN GRENZNÄHE

In der russischen Region BRJANSK haben Kamikaze-Drohnen Lastwagen angegriffen und ausgeschaltet. Dabei starben zwei russische Soldaten. Das berichten russische Medien. Der Angriff habe auf der Strasse Brovnichi – Sushany stattgefunden, etwas mehr als einen Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Ausserdem, so die Medien, gäbe es Versuche «ukrainischer subversiver Aufklärungsgruppen», die Grenze in der Gegend von Brovnychi und Sushany zu durchbrechen. Es fänden dort Kämpfe statt. https://t.me/Tsaplienko/32622

In der russischen Region BELGOROD geriet ein Umspannwerk der Stadt Shebekino/ Shebekinsky in Brand und in der Folge fiel die Stromversorgung aus. Ob dafür die sogenannten «Anti-Putin-Kämpfer» der Russen-Legion verantwortlich sind oder die ukrainische Armee, ist derzeit nicht klar. https://t.me/c/1394092619/47760

Gemäss dem russischen Gouverneur von Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, wurde Shebekino in den letzten 24 Stunden fünfmal beschossen. Mehrere Privathäuser, Geschäfte und Autos seien dabei beschädigt worden. https://t.me/astrapress/28131 Gegenüber der russischen Agentur TASS beklagte sich Gladkow, dass er selbst beschossen wurde, als er mit dem Auto in Shebekino eintraf. https://t.me/tass_agency/193704

EXPLOSIONEN IN BERDJANSK

Die südukrainische Stadt Berdjansk – zwischen Mariupol und der Krim gelegen – ist von russischen Truppen besetzt.

Heute schlugen dort ukrainische Raketen bei einem Militärstützpunkt ein. Dabei seien viele russische Soldaten getötet worden. Das berichtet die aus Berdjansk geflüchtete Stadtregierung.

Videos zeigten Rauchsäulen über dem Azov-Kabelwerk in Berdjansk, in welchem russische Soldaten stationiert gewesen seien.

Weder die ukrainische Armee noch die russische äusserten sich zu den Vorfällen. https://kyivindependent.com/ukraine-says-it-attacked/

In einem Interview mit der BBC sagte Oleksij Danilow vom Sicherheits- und Verteidigungsrat, dass die Offensive noch nicht begonnen habe, man jedoch bereit sei. Die Ukraine greife seit dem ersten Tag des Überfalls russische Kontrollzentren und Sammelpunkte an. https://www.bbc.com/news/world-65725004

WARNUNG VOR PROVOKATION

Der ukrainische Militärgeheimdienst (HUR) warnt vor eine Provokations-Aktion der russischen Armee in der Region Saporischja.

In einer sogenannten «Falschflaggen-Operation» werde ein Chemiewaffenangriff der Ukraine auf russische Soldaten simuliert. Auf den Uniformen toter russischer Soldaten würden Rückstände von Chemiewaffen angebracht, damit man deren Tod den Ukrainern in die Schuhe schieben könne.

Nach Angaben des Militär-Geheimdienstes wurde die Provokation am heutigen Tag begonnen und solle dazu dienen, die ukrainische Offensive zu stören. https://t.me/KyivIndependent_official/19145

RELATIVER STILLSTAND BEI BAKHMUT

Hanna Malyar, stellvertretende Verteidigungsministerin der Ukraine, stellt die Situation bei Bakhmut so dar:

«Gestern und heute gab es keine aktiven Kämpfe, weder in der Stadt noch an den Flanken. Stattdessen beschiesst der Feind aktiv die Aussenbezirke der Stadt und ihre Zufahrten. Unsere Truppen kontrollieren die Aussenbezirke von Bakhmut im südwestlichen Teil im Bereich von «Plane». Wir halten die zuvor besetzten Höhen nördlich und südlich von Bakhmut. Gleichzeitig wurde der Vormarsch gestern und heute unterbrochen, um andere Aufgaben zu erfüllen. Der Rückgang der feindlichen Offensivaktivitäten ist auf die Ablösung und Umgruppierung von Truppen zurückzuführen.» https://t.me/annamaliar/797

Demgegenüber behauptet der Sprecher der ukrainischen Ost-Truppen, dass es den Verteidigern gelungen sei bei Bakhmut weitere 300 – 400 Meter vorzurücken. https://t.me/c/1394092619/47755

SELBSTLOB DES GEHEIMDIENSTES

Neben dem Nachrichtendienst der ukrainischen Armee (HUR) unter Führung von Kyrylo Budanow gibt es den Geheimdienst SBU unter Leitung von Vasyl Malyuk.

Malyuk führt den SBU erst seit Anfang Februar dieses Jahres und äusserte sich heute erstmals zur Arbeit seines Dienstes.

Seine Kernaussagen: Seit Beginn des Krieges wurden 300 russische Agenten enttarnt, die zum Teil «umgedreht» wurden und heute gegen Russland arbeiten. Der SBU habe unter anderem im Oktober 2022 die Schiffe der Schwarzmeerflotte angegriffen. Die SBU verfüge über eine spezialisierte «Jäger-Einheit» (Okhotnyk), welche ihre Spezialisten an den «heissesten Orten» einsetze. An einigen Kommandounternehmen nehme er selbst teil, sagte Malyuk. https://t.me/Tsaplienko/32626

TASS-NEWS ZU DESERTEUREN

Die russische Propagandaagentur TASS berichtet über die Flucht einer Gruppe von Soldaten aus einer Militäreinheit der sogenannten «Republik Donezk», von denen einige später in der «Republik Luhansk» (LPR) gefasst wurden. (Beide sogenannten Republiken stehen unter der Kontrolle Russlands.)

TASS schreibt: «In der Region Soledar sind sieben ehemalige Gefangene, Angehörige einer der Einheiten, mit Waffen aus einer Militäreinheit geflohen. Drei von ihnen wurden im Gebiet Bryanka auf dem Territorium der ‹LPR› festgenommen». Ein weiterer Deserteur sei von den eigenen, mitflüchtenden Kameraden erschossen worden, weil er sich ergeben wollte, so TASS. https://t.me/tass_agency/193683

HUNDERTE DEUTSCHE AUSGEWIESEN

Russland weist Hunderte von deutschen Staatsangehörigen aus, die in den Bereichen Kultur und Bildung arbeiten. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Betroffen sind 350 Lehrer, Diplomaten, Kulturvermittler oder Mitarbeiter des Goethe-Instituts. «Moskaus diplomatische Kriegserklärung», titelt die Süddeutsche Zeitung. https://www.sueddeutsche.de/…/russland-ausweisung…

PRIGOSCHIN UNTER DRUCK

Der Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin hetzte wochenlang gegen das russische Verteidigungsministerium und Putins Armee. Nun schlägt das Verteidigungsministerium zurück.

Den russischen Medien wurde in einem Schreiben (FOTO) verboten, den Namen der Söldnerfirma «PMC Wagner» und den Namen von Prigoschin zu nennen. Im Brief an die Medien heisst es: «Jede Erwähnung von Wagner PMC oder Prigozhin wird als Diskreditierung der russischen Armee angesehen».

Wer dagegen verstösst, könne gemäss Strafgesetzbuch verfolgt werden. https://t.me/c/1394092619/47768

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