Ukraine Aktuell Nr. 442 (11.5.23/23Uhr)

KAMPF UM BAKHMUT

Der gestern gemeldete Vorstoss ukrainischer Verteidiger im Süden von Bakhmut umfasst eine Tiefe von 2,6 Kilometern und eine Breite von 3 Kilometern.

Die russischen Angreifer seien in Bezug auf die Ausrüstung deutlich überlegen gewesen, aber die ausgebildeten ukrainischen Angriffsbrigaden konnten die Verteidigungsanlagen zum Einsturz bringen.

Das sei noch nicht der Beginn der grossen Offensive, könnte aber helfen, die russischen Besatzer von Bakhmut einzuschliessen. Diese Einschätzung vertritt der ukrainische Militärexperte, Reserveoberst Oleg Zhdanov. (Lagekarte im abonnierten Newsletter) https://t.me/astrapress/26622

Soldaten des Asow-Regiments veröffentlichten Bilder der gestürmten russischen Stellungen, inklusive umfassender Munitionsfunde. Sie schrieben dazu ironisierend: «Lend-Lease-Lieferungen von den Russen an Bakhmut haben begonnen». https://t.me/insiderUKR/54272

Der amerikanische Militärexperte Chuck Pfarrer schreibt über den ukrainischen Vorstoss im Süden von Bakhmut und nennt auch einen Erfolg im Norden:

«Nach unbestätigten Berichten ist es den ukrainischen Kräften gelungen, einen kombinierten Angriff in Richtung Soledar zu unternehmen.» https://twitter.com/…/status/1656755073479766021/photo/1

Jewgeni Prigoschin, Chef der Wagner-Söldner, meldet seine Version des derzeitigen Stands in Bakhmut. «PMC «Wagner» bewegt sich in westlicher Richtung. Der maximale Vorstoß beträgt 220 Meter. 2,18 Quadratkilometer bleiben unter feindlicher Kontrolle. Wir bewegen uns vorwärts wie ein Pferd mit Scheuklappen.» https://t.me/llordofwar/137711

DOPPELANGRIFF AUF TORETSK

Um 13 Uhr haben russische Truppen das Dorf Toretsk in der Region Donezk mit Artillerie angegriffen. Dabei wurde ein Mensch verletzt.

Zwei Stunden später wurde dasselbe Dorf erneut beschossen. Dieses Mal mit Mehrfach-Raketenwerfern vom Typ «Smerch».

Fünf Männer und drei Frauen erlitten Verletzungen unterschiedlichen Grades. «Unter den Opfern ist eine ganze Familie», erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die Strafverfolgungsbehörden haben ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Kriegsgesetze und -bräuche (Artikel 438 Teil 1 des Strafgesetzbuchs der Ukraine) eingeleitet. https://suspilne.media/473302-vijskovi-rf-obstrilali…/

SLOVIANSK BESCHOSSEN

Um 9 Uhr20 heute Morgen schlug eine russische S-300 Rakete im Hof eines Landwirtschaftsbetriebs in Slowiansk ein. Dabei wurde eine 93-jährige Frau schwer verletzt, welche später im Krankenhaus verstarb. Dies berichtet die Donezker Polizei.

Ihre Schwiegertochter wurde ebenfalls verletzt und berichtete über den Angriff auf ihr Haus:

«Es war nur ein riesiges Geräusch, wissen Sie, wie ein ‹Knall› – und das war’s. Und als ich die Augen aufmachte, hing das ganze Zeug über mir, die Decke hing herunter, ich war in all diesen Dingen gefangen.» https://t.me/suspilnedonbas/13203

MOBILISIERUNG GEHT WEITER

Die Republik Buratjen liegt an der Grenze zur Mongolei und gilt als einer der ärmsten Regionen der russischen Föderation. Die Gegend zählt knapp eine Million Einwohner.

Bei der Invasion der Ukraine kamen bisher überdurchschnittlich viele Burjaten ums Leben.

Die Plattform «Sibir.Realia» meldet, dass die zweite Welle der Mobilisierung in Burjatien begonnen hat.

Das Büro für militärische Registrierung und Rekrutierung im Bezirk Chorya in Burjatien hat bestätigt, dass die Mobilisierung in der Republik fortgesetzt wird.

Die burjatische Staatsanwaltschaft hat bisher 15’000 Einberufungen als als nicht legal eingestuft.

«Der Umfang der Mobilisierung hat vorallem im April und Mai stark zugenommen. Sie mobilisieren alle, auch Kranke und Halbblinde», sagte die Menschenrechtsaktivistin Nadezhda Nizovkina. https://www.sibreal.org/…/v-buryatii…/32406354.html

GB LIEFERT RAKETEN

Das Vereinigte Königreich bestätigt, dass es die Ukraine mit Langstreckenraketen beliefert. Die gelieferten Marschflugkörper vom Typ «Storm Shadow» haben eine Reichweite von über 250 km.

Im Gegensatz dazu haben die von den USA gelieferten HIMARS-Raketen, die von der Ukraine eingesetzt werden, eine Reichweite von etwa 80 km.

Die Raketen werden von Kampfflugzeugen aus abgeschossen. Nach dem Start sinken sie auf Bodennähe, um Radaranlagen zu unterfliegen.

Die Waffen sollen ausschliesslich auf ukrainischem Boden eingesetzt werden.

Anfang dieses Jahres hatte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksii Reznikov versprochen, dass Raketen mit grösserer Reichweite nicht für Angriffe auf Ziele in Russland selbst eingesetzt würden.

Nach der Bestätigung der Waffenlieferung sagte der Sprecher des Kremls, Dmitri Peskow, Moskau werde auf den Einsatz der von Großbritannien gelieferten Storm Shadow-Waffen durch die ukrainischen Streitkräfte «angemessen» militärisch reagieren. https://www.bbc.com/news/world-europe-65558070

SPEKULATIONEN ÜBER WAFFENHILFE

Der amerikanische Botschafter in Südafrika, Reuben Brigeti, wirft Südafrika vor, Waffen an Russland geliefert zu haben.

Darauf angesprochen sagte der Sprecher der Regierung in Pretoria:

«Es ist allgemein bekannt, dass ein russisches Schiff mit dem Namen Lady R in Südafrika angedockt hat. Seitdem wurden Behauptungen über den Zweck der Reise aufgestellt. Obwohl bisher keine Beweise für diese Behauptungen vorgelegt wurden, hat die Regierung zugesagt, eine unabhängige Untersuchung durchzuführen, die von einem pensionierten Richter geleitet werden soll.»

Der Reierungssprecher sagte zudem, man habe die Anschuldigung des US-Botschafters «mit Sorge zur Kenntnis genommen». https://www.unian.net/…/ssha-obvinili-yuar-v-pomoshchi…

JAPAN HILFT GROSSZÜGIG

Japan wird 1 Milliarde Dollar bereitstellen, um den Nachbarländern der Ukraine bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus dem kriegsgeschüttelten Land zu helfen. Das kündigte der japanische Finanzminister Shunichi Suzuki bei einem Vorbereitungstreffen für den nächsten G7-Gipel teil.

Dieses Treffen beginnt am 19.Mai in Hiroshima.

«Ich möchte konkrete Ergebnisse erzielen und sie auf dem Gipfel in Hiroshima vorlegen», sagte Suzuki. https://edition.cnn.com/…/russia-ukraine-war-news-05-11-23

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