Ukraine Aktuell Nr. 514 (22.7.23/22Uhr)

KRIM UNTER BESCHUSS

Auf der besetzten Halbinsel Krim ist nach Explosionen in der Nähe des Bahnhofs Elevatornaya in Oktjabrskoje ein Feuer ausgebrochen. Nach bisher nicht bestätigten Angaben wurden ein Öldepot, eine Flugzeugpiste und ein Munitionsdepot getroffen. https://t.me/c/1394092619/51855

Im Bezirk Krasnogvardeyskij wurde ein Munitionsdepot gesprengt. Urheber der Explosion war ein Drohnenangriff. https://t.me/astrapress/33122

Im Umkreis von 5 Kilometer rund um beschossene Militäranlage in Krasnogvardeyskij wird die Bevölkerung evakuiert. Ausserdem wurde der Betrieb der Eisenbahn eingestellt. Das sagte der von Russland eingesetzte «Krim-Gouverneur» Sergei Aksjonow, der zu Putins Partei «Einiges Russland» gehört. https://t.me/c/1394092619/51859

Im Laufe des Tages gab es noch weitere Videos in den sozialen Netzen, welche Explosionen auf der Krim zeigen sollten. Aber die Orte und die Umstände wurden nicht eindeutig angegeben. 

Das strategische Kommando der ukrainischen Streitkräfte bestätigte lediglich, dass ein Öldepot und russische Militärlager auf der von Russland besetzten Krim erfolgreich zerstört worden sei. https://kyivindependent.com/military-oil-depot-russian…

WAS DIE USA LIEFERN

In einem Militärpaket von 400 Millionen Dollar sind die folgenden Waffen und Hilfsmaterialien enthalten: 

Munition für die Flugabwehrraketensysteme NASAMS, «Patriot» und «Stinger» sowie Munition für das weitreichende Artillerieraketensystem HIMARS. Zudem wird Munition für Panzerabwehrwaffen einschließlich TOW und Javelin geliefert. Eine kleinere Tranche umfasst mehrere gepanzerte Mannschaftstransporter des Typs Stryker und Entminungsausrüstung. https://t.me/c/1394092619/51849

Aus der Meldung geht nicht hervor, ob es sich bei diesem 400 Mio.$ Paket um einen Teil der 1,3 Milliarden Dollar Hilfe handelt, über die die USA am Donnerstag informiert haben, oder ob es ein neues Projekt ist.

NEUE MUNITION-PRODUKTION

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall will der Ukraine in diesem Jahr 40’000 Schuss für das gepanzerte Luftabwehrsystem «Gepard» liefern. In den nächsten Jahren insgesamt 300’000. 

Zu diesem Zweck hat das börsenkotierte Unternehmen in der deutschen Stadt Unterluss eine neue Produktionsstrasse in Betrieb genommen. 

Die Gepard-Panzer wurden von Deutschland an die Ukraine geliefert und gelten als sehr effizient. Allerdings besteht ein Mangel an Munition. https://t.me/c/1394092619/51877

KAMERAMANN VERLETZT

Eugene Shilko, ein Kameramann der Deutschen Welle wurde durch russische Streumunition in der Ukraine verwundet. Er befindet sich aktuell im Krankenhaus. 

Shilko drehte in der Stadt Druschkiwka im Bezirk Kramatorsk in der Region Donezk, 23 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Während den Dreharbeiten wurde der Ort durch russische Streumunition beschossen. 

Ein ukrainischer Militärangehöriger wurde bei dem Angriff getötet, mehrere andere wurden schwer verletzt. https://t.me/dwglavnoe/29779

Durch den Beschuss wurden auch mehrere zivile Wohnungen beschädigt und Bewohner der Häuser verletzt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen Kriegsverbrechen eingeleitet. https://t.me/suspilnedonbas/14930

POLEN REAGIERT AUF PUTIN-LÜGE

Der in Warschau sitzende russische Botschafter Sergej Andrejew wurde wegen der jüngsten antipolnischen Äusserungen Putins ins polnische Aussenministerium vorgeladen. 

Damit reagierte Polen auf Putins Äusserungen, Stalin habe Polen die westlichen Wojewodschaften «geschenkt», und Warschau solle der UdSSR für die «Wiederherstellung der Unabhängigkeit» danken.

Andrejew wurde darauf hingewiesen, dass Versuche, die Grenzen zu revidieren, inakzeptabel seien, doch der Botschafter reagierte aggressiv auf diese Kritik. Der stellvertretende Leiter der polnischen Diplomatie, Pawel Jablonski, erklärte, Botschafter Andrejew habe sich nicht an das diplomatische Protokoll gehalten und sein Verhalten entspreche voll und ganz der aktuellen russischen Politik. https://t.me/c/1394092619/51869

UNESCO VERURTEILT ANGRIFFE

Die UNESCO hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die jüngsten russischen Raketenangriffe verurteilt, die das zum Weltkulturerbe gehörende historische Zentrum von Odessa beschädigt haben.

«Nach der Zerstörung eines historischen Gebäudes während des russischen Raketenangriffs auf Lemberg Anfang Juli ist dies der zweite Angriff auf ein Gebiet, das unter dem Schutz der Welterbekonvention steht und gegen die Haager Konvention zum Schutz von Kulturgütern bei bewaffneten Konflikten von 1954 verstösst», so die UN-Organisation. https://t.me/KyivIndependent_official/21431

MYSTERIÖSER MANAGER-TOD

Anton Cherepennikov, Eigentümer der russischen IKS Holding, ist gestorben. Er war 40 Jahre alt. Offiziellen Angaben zufolge war die vorläufige Todesursache ein Herzstillstand.

Cherepennikovs IKS Holding ist das größte Unternehmen in Russland im Bereich Informationssicherheit und operative Ermittlungssysteme (besser bekannt als «Abhören»).

Sein Unternehmen bedient seit langem russische Strafverfolgungsbehörden und wird von ihnen kontrolliert. Er trug dazu bei, dass Internet- und Telefongesellschaften dazu verpflichtet wurden, private Kommunikation und Daten ihrer Nutzer offenzulegen.

Cherepennikov beteiligte sich an der Entwicklung eines Gesichtserkennungssystems in Moskau. 

Im Jahr 2023 wurden Cherepennikov und IKS Holding sanktioniert. https://twitter.com/Gerashchen…/status/1682689336867794945

SOLIDARITÄT MIT NAVALNY

Der ehemalige georgische Präsident Micheil Saakaschwili schrieb einen Solidaritätsbrief für den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny. 

Grund dafür ist der laufende Prozess, indem Navalny weitere 20 Jahre Zuchthaus drohen. 

Saakaschwili schreibt: «Alexej, du bist ein Symbol von viel grösserer historischer Bedeutung als alle deine Peiniger zusammen.» 

Er sei überzeugt, so der ehemalige georgische Präsident, dass «Putins Regime mit grosser Geschwindigkeit zu Ende geht». 

«Ihr müsst am Leben und gesund bleiben. Hören Sie nicht auf diejenigen, die Ihnen vorwerfen, dass Sie nach Russland zurückkehren. 

Wir können unsere Länder nicht verändern, ohne dort zu sein, auch wenn das grosse Entbehrungen im Gefängnis bedeutet», fuhr Saakaschwili fort, der jetzt selbst in Georgien Haft sitzt. 

«Seien Sie stark, seien Sie gesund, und der Rest wird kommen», beendete er seinen Brief. https://t.me/dwglavnoe/29781

ASTRA BRAUCHT HILFE

In der Ukraine und in Russland gibt es mehrere unabhängige Medienverlage, auf welche ich in der Berichterstattung zurückgreife. Diese Kollegen und Kolleginnen rufen immer wieder zu Spenden auf, damit sie ihre Arbeit weiterführen können. Ab und zu veröffentliche ich diese. 

Heute ein Spendenaufruf von ASTRA:

«ASTRA ist wahrscheinlich das erste Medienorgan unabhängiger russischer Journalisten, das ohne Startkapital, ohne Investoren, ohne Sponsoren und ohne Zuschüsse zu existieren begann – allein durch den Enthusiasmus seiner Autoren.

Innerhalb eines Jahres haben die Journalisten der Publikation https://t.me/astrapress/24924 ; https://truestoryaward.org/story/302 ) über die Probleme der Bewohner der besetzten Gebiete zu berichten, https://t.me/astrapress/18034 in der «LDNR» 15 illegale Keller für russische Soldaten, die sich weigerten zu kämpfen, ausfindig zu machen und die Freilassung von Menschen https://telegra.ph/My-rasstrelyaem-vas-i-skinem-v-odnu… aus einem davon zu erreichen, die Geschichten von 5 Offizieren https://telegra.ph/Oficery-12-29 der Russischen Föderation aufzuzeichnen, die nach dem Lager für Kriegsverweigerer in Bryanka spurlos verschwunden sind, ein Interview mit einem Einwohner von Bucha https://telegra.ph/Te-zverstva-kotorye-russkie-delali-v… , der die Besatzung überlebt hat, zusammen mit Kollegen von «Meduza» https://t.me/astrapress/2854 die einzige große Untersuchung von Morden und Vergewaltigungen in der Nähe von Kiew durchzuführen, über Massenentführungen und Folter https://t.me/astrapress/4960 von Einwohnern des besetzten Cherson zu berichten, eine Untersuchung mit Zeugenaussagen über die Tragödie im https://t.me/astrapress/8070 Schauspielhaus von Mariupol durchzuführen und als erster darüber zu berichten, wie russische Mobilisierte https://t.me/astrapress/24786 gezwungen werden, Verträge zur Terrorismusbekämpfung zu unterzeichnen. 

Außerdem erhielten wir den Editorial Board Award https://t.me/astrapress/5700 und wurden für den internationalen journalistischen True Story Award nominiert. https://truestoryaward.org/story/302

Darüber hinaus organisieren wir regelmässig Spendenaktionen, um kriegsgeschädigten https://t.me/astrapress/7787 Ukrainern und russischen politischen Gefangenen zu helfen.

Wenn Sie möchten, dass ASTRA weiterbesteht, schicken Sie Ihren Freunden einen Link zum Kanal, kaufen Sie eine Anzeige (@AstraReklamaBot ) oder spenden Sie, was immer Sie können. Vielen Dank»

Spenden- und Kontaktmöglichkeiten Pay Pal @astrapress, Direktüberweisung: https://my.qiwi.com/form/Mykhayl-AWBcy9wixi eMail: astrapress@protonmail.com

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