Ukraine Aktuell Nr. 370 (28.2.23/22Uhr)

SCHWEIZER RAKETEN-TEILE

Firmen aus fünf Ländern, darunter die Schweiz, lieferten elektronische Komponenten für russische Raketen. Entdeckt wurden Bestandteile von zwei Schweizer Firmen in Trümmern russischer Raketen.

Einerseits handelt sich um Elemente der Firma «Traco Power Company», die in russischen Boden-Boden-Raketen vom Typ «Iskander» (SS-26, NATO Bezeichnung «Stone») gefunden wurden.

Anderseits waren elektronische Hardware-Teile der Schweizer Firma «STMicroelectronics», in Trümmern der Luft-Boden-Raketen vom Typ KH-101 und im Marschflugkörper Kalibr vorhanden.

Die drei Raketentypen haben zu mehreren hundert Toten im Krieg Russlands gegen die Ukraine geführt.

Wesentliche Teile in den Raketen stammen auch von den US-Firmen «Texas Instruments», «Motorola», «Marvell», «Intel», «Zilog», den holländischen «Philipps», den deutschen «Harting» sowie Lieferanten aus Taiwan.

Die Angriffe mit den drei russischen Waffensystemen und die darin in Trümmern gefundenen Bestandteile werden dokumentiert im 38-seitigen Report «Ermöglicher von Kriegsverbrechen? Vom Westen hergestellte Komponenten in Russlands Krieg gegen die Ukraine»
https://www.iphronline.org/wp-content/uploads/2023/02/Enabling-War-Crimes-report-final.pdf

Der Report mit vielen Bildmaterial und Quellen wurde vom International Partnership for Human Rights (IPHR) und The Independent Anti-Corruption Commission (NAKO) erstellt.

FOTOS: Kalibr-Rakete und Bruchstücke einer Kalibr-Rakete nach einem Angriff auf Vinnytsia, 14. Juli 2022.

BAKHMUT ZU ¾ UMZINGELT

Gemäss der Militäranalyse-Plattform «DeepState» ist Bakhmut von drei Seiten umzingelt. Aber die Hauptstrasse im Westen bleibt unter der Kontrolle des ukrainischen Militärs.

DeepState schreibt: «Abschnitt Bakhmut – der Feind hat den Keil zwischen Berkhivka und Yahidne ausgeweitet und damit eine gefährliche Situation für die Bakhmut-Garnison geschaffen.» https://t.me/DeepStateUA/15776

Am Morgen sprach Oleksandr Syrskyi, Chef der ukrainischen Landstreitkräfte, über die Situation in Bakhmut. «Trotz erheblicher Verluste hat der Feind die am besten ausgebildeten Wagner-Sturmtruppen in die Offensive geschickt und versucht, die Verteidigung unserer Truppen zu durchbrechen und die Stadt einzukesseln. In den Kämpfen um Bakhmut zeigen unsere Soldaten zahlreiche Beispiele für Widerstandsfähigkeit, Mut und Heldentum». https://suspilne.media/399485-oleksandr-sirskij-rozpoviv-pro-situaciu-v-bahmuti/

Am Abend ordnete Syrskyi an, zusätzliche ukrainische Einheiten nach Bakhmut zu verlegen. Das sagte die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Malyar.
«Der Feind hat seine Hauptanstrengungen dort konzentriert, da er die Grenzen der Region Donezk erreichen will. Die Lage dort ist sehr angespannt», sagte Malyar. https://t.me/suspilnedonbas/11528

BRAND IN ÖLDEPOT

In der russischen Region Krasnodar, gegenüber der besetzen Halbinsel Krim, brannten Teile eines Öl-Lagers. Nach Angaben der Stadtverwaltung brach in der Nacht zum 28. Februar das Feuer in einem Öldepot in der südrussischen Stadt Tuapse aus.

Kurz zuvor waren zwei Explosionen zu hören gewesen, sagten Anwohner gemäss der lokalen Radiostation «93ru». (FOTO: Baza)

Nach Angaben des russischen Nachrichtensenders Astra gehört das betroffene Öllager dem größten russischen Ölkonzern Rosneft und befindet sich neben einer Militärkaserne. Die Urheber der Explosionen sind nicht bekannt. Das Feuer ist unterdessen gelöscht.

In derselben Nacht berichteten Gouverneure aus dem russischen Belgorod und der Republik Adygea das grosse Drohnen abgestürzt sind, deren Herkunft unbekannt sei. https://t.me/KyivIndependent_official/15946

RUSSEN MOBILISIEREN IN MOLDAWIEN

Die Republik Moldawien befindet sich zwischen Rumänien und der Ukraine. In der ukrainischen Grenzregion besetzen die Russen einen Landstreifen, den sie «Transnistrien» nennen.

In dieser international nicht anerkannten «Republik» werden ab Morgen, 1. März alle wehrfähige Männer unter 55 Jahren mobilisiert. Sie sollen Teil der sogenannten «Friedenstruppen» werden.
Pro Monat wurde ihnen ein Sold von 2’800 transnistrischen Rubeln, das sind 614 Franken/Euro, versprochen https://nv.ua/ukr/world/countries/u-pridnistrov-ji-ogolosili-nabir-mirotvorciv-50307461.html

Unter dem Titel «Friedenstruppen» sind russische Soldaten seit 1990 in der besetzten moldawischen Region präsent. Vor zwei Wochen hatte der ukrainischen Geheimdienst vor einem russischen Putsch in Moldawien gewarnt, der von «Transnistrien» ausgehen könne. https://aldrovandi.net/2023/02/13/ukraine-aktuell-nr-355-13-2-23-21uhr/

LUKASCHENKOS TRAUM

Heute reiste der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko nach Peking. Bereits gestern hatte er dem chinesischen Staats-TV ein Interview gegeben.

Dabei schlug Lukaschenko unter anderem vor, die Industriepolitik von Russland, Weissrussland und China zu kombinieren.

Er habe bereits einen Industriepakt mit Russland abgeschlossen. Nun könne er sein Land den Chinesen als Partner anbieten und am Ende alle drei zusammenführen. «Wir sind ein guter Brückenkopf, wenn ich so sagen darf, profitabel».

Der bereits bestehende Industriepark «Great Stone» zeige die Möglichkeiten für die Eroberung der Märkte vieler Länder. Er selbe könne sich vorstellen, chinesische Unternehmen von Steuern zu befreien. https://t.me/llordofwar/87190

DEMONSTRATION AM SAMSTAG

Die nationale Friedenskundgebung unter dem Motto «Stand With Ukraine» findet am Samstag in Bern statt. Sie wird von einem breiten, überparteilichen Bündnis gemeinsam mit dem Ukrainischen Verein in der Schweiz organisiert.

Die Nationalrätinnen Christa Markwalder, Tiana Angelina Moser und Natalie Imboden sowie Nationalrat Cédric Wermuth werden sprechen.

Besammlung ist um 14Uhr auf der Schützenmatte mit einem anschliessenden Demo-Zug zum Bundeshausplatz. Die Kundgebung ist bewilligt.

Die Forderungen sind:
– Unterstützung für die Menschen in der Ukraine
– Wirksame Umsetzung der Sanktionen: Kein Geld für Putins Regime
– Aktive Friedenspolitik der Schweiz: Humanitäre Einsätze und Beitrag zur Errichtung eines Sondertribunals zur Untersuchung der begangenen Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen.

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