Ukraine Aktuell (8.4.22/23Uhr)

BLUTBAD AM EVAKUATIONS-BAHNHOF

Im Bahnhof Kramatorsk – am Rand der umkämpften Donezbecken-Zone – warteten heute mehrere hundert Menschen auf einen Evakuationszug in Richtung befreite Ukraine, als zwei Raketen des Typs «Tochka-U» einschlugen. Mehrere Menschen wurden getötet, anderen wurden Körperteile abgerissen. Es waren so viele Verletzte, dass das örtliche Spital zeitweise nicht mehr nachkam mit operieren.

Wie Pavlo Kyrylenko, Regionalgouverneur von Donezk heute Abend sagte, starben zwölf der Opfer im Krankenhaus, während 38 auf der Stelle. getötet wurden. Kyrylenko warnte, dass sich die Zahl der Opfer wahrscheinlich ändern werde. Zurzeit gebe es immer noch 98 Verletzte, darunter 16 Kinder.

Wer die Raketen abgefeuert hat, ist nicht bewiesen. Die russische Seite behauptet, dass sie es nicht gewesen sei, weil sie gar nicht über solche Raketen verfügen. Im Laufe des Tages gab es immer mehr Belege, dass zumindest diese Aussage nicht stimmt.

Am Morgen erschienen zeitgleich mit dem Raketenangriff auf sogenannten «Z»-Propaganda-Kanälen im Internet Berichte, wonach die russischen Streitkräfte auf eine «Ansammlung von AFU (Armed Force Ukrainian)-Kämpfern» am Bahnhof von Kramatorsk geschossen hätten. Solche Meldungen erschienen auf den Plattformen «Novorossiya militia reports», «Siloviki» und «Russian Tarantas», wie das Putin-kritische, journalistische Magazin «The Insider» berichtet (https://theins.ru/news/250117). Diese Orignalmeldungen wurden im Laufe des Tages abgeändert.

Das russische Verteidigungsministerium verneinte am Nachmittag, dass die Raketen von ihm abgeschossen wurden und bezeichnete Schuldzuweisungen als «Provokation». Sie besitze seit vielen Jahren keine der verwendeten Tochka-U-Raketen.

Wie der Journalist Surnacheva/@Schroeding nachwies, prahlte jedoch die russische Armee am 15.2.22 im Rahmen ihrer Manöver mit der Wirksamkeit ihrer «Tochka-U» Raketen (https://twitter.com/Schroeding/status/1512412311016943626).
Auch im Ukraine-Krieg wurden an der weissrussischen Grenze russische Tochka-U-Raketen eingesetzt, wie das Conflict Intelligence Team am 6. März belegte (https://twitter.com/CITeam_en/status/1500475853490343936).
Und auch das Belarusian Hajun project@MotolkoHelp veröffentlichte am 30.März ein Video, welches den Transport russischer Tochka-U Raketen auf weissrussischen Boden in Richtung Ukraine zeigte (https://twitter.com/MotolkoHelp/status/1509099435262976000).

PUTINS ARMEE MIT REKRUTIERUNGS-PROBLEMEN

Da die bisherigen Aussagen des ukrainischen Generalstabes den Realitäten entsprachen, könnte auch diese Information zutreffen:
«Der russische Feind hat erhebliche Probleme mit der Rekrutierung von Militäreinheiten, die während der Kampfhandlungen in der Ukraine grosse Verluste erlitten haben. Nach vorliegenden Informationen wollen mehr als 80 Prozent des russischen Personals einiger Einheiten, die am Krieg beteiligt waren, nicht an weiteren Feindseligkeiten teilnehmen. Die Kommandeure der russischen Besatzungstruppen haben die Entlassung von Soldaten, deren Verträge vor dem Ende der so genannten «besonderen Militäroperation» ausgelaufen sind, untersagt.»

RUSSLAND SCHICKT ZIVILISTEN ZURÜCK

Vor Ausbruch des Krieges verliessen mehrere tausend Personen die sogenannten «autonomen Republiken» im Donezbecken und flüchteten in organisierten Konvois nach Russland. Gemäss der damaligen russischen Propaganda, suchten die Flüchtenden Schutz vor der Gewalt der Ukrainer.

Nun hat Russland die «Republiken Donezk und Luhansk» angewiesen, die damals Evakuierten wieder zurückzunehmen. Nach zwei Monaten Aufenthalt in Russland müssten alle diese Personen das Land verlassen.

Die Sicherheitslage in den beiden «Republiken» hat sich jedoch in den letzten zwei Monaten nicht verbessert, denn die Ukraine will diese besetzten Gebiete weiterhin zurück erobern.

ENGLAND VERSTÄRKT WAFFENLIEFERUNGEN

Das britische Verteidigungsministerium gab am Abend bekannt: «Heute erhöhen wir unsere militärische Unterstützung für tödliche und nicht tödliche Hilfe auf insgesamt 450 Millionen Pfund (CHF 550 Mio), während die Ukraine weiterhin gegen die illegale Invasion von Präsident Putin kämpft.».

Die zugesagte neue Lieferung umfasst 800 Anti-Panzer-Waffen vom Typ Javelin und Starstreak, Panzerbrechende Munition, Schutzwesten, Helme und Nachtsichtgeräte.

FOTOS:
— Der Bahnhof Kramatorsk nach dem Abtransport der Leichen und Verletzten. (Facebook lässt die Publikation grausamerer Aufnahmen nicht zu und droht bei Widerhandlung mit Konto-Sperrung).
— Die Überreste eine der Tochka-U-Raketen beim Bahnhof Kramatorsk. Auf der Seite steht auf russisch geschrieben: «Für die Kinder». Das Motiv «für die Kinder» verwenden russische Vertreter öfters als Rache für Kinder, die im Donezbecken angeblich von Ukrainern getötet wurden.

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