#UKRAINE AKTUELL Nr. 1652 (1.9.2026 /8 Uhr)

  • Russland intensiviert Terror
  • «Nächste Monate entscheidend»
  • Frontstadt Sloviansk wird zerstört
  • Sieben Tote nach Angriff auf Kyiv
  • Zwei russische Offiziere getötet
  • Brand im Ostseehafen Ust-Luga
  • Italiener kapern Schmuggel-Schiff
  • Briten bauen Rakete ohne US-Teile
  • Premierminister Modi ermahnt Putin

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RUSSLAND INTENSIVIERT TERROR

Gemäss dem britischen «Telegraph» hat der Kreml seine Taktik geändert. Anstellet einzelner, gross angelegter Angriffe führt Russland nun ununterbrochene Beschusswellen durch, die bis zu 60 Stunden dauern können. An einem einzigen Tag wurden in Kiew 19 Luftalarme ausgelöst, was die Luftverteidigung erschöpft und die Raketenbestände reduziert.

Die Strategie Russlands besteht darin, ukrainische Städte unbewohnbar zu machen. Laut der Zeitung sind bereits in Kherson die Folgen dieser Taktik zu spüren, während Kharkiv und Saporischschja ständig unter Beschuss stehen.

Das offensive Potenzial Russlands wächst, laut Schätzungen der NATO, deutlich schneller als das der Ukraine, schreibt «The Telegraph». Die Ukraine befinde sich an einem Wendepunkt: Die nächsten Monate könnten entscheidend für den weiteren Verlauf des Krieges sein. https://www.telegraph.co.uk/news/2026/08/30/unrealistic-optimism-isnt-helping-ukraine/

SLOVIANSK WIRD ZERSTÖRT

Die ukrainische Frontstadt Sloviansk in der Region Donezk wird weiter verteidigt. Nun hat die russische Armee damit begonnen, die Stadt mit gelenkten Bomben zu zerstören Am Montag führte Russland Luftangriffe auf die Innenstadt von Sloviansk durch. Wohnhäuser und eine historische Druckerei wurden zerstört. https://x.com/den_kazansky/status/2092591884761727429

Der ukrainische Generalstab schreibt im Tagesbericht am Montagmorgen: «In der Richtung Sloviansk führte der Feind acht Sturmangriffe in den Gebieten der Ortschaften Krywa Luka, Dibrova, Zakytne, Mykolajivka und Riznykivka durch.» Zwölf Stunden später hiess es: «Im Raum Sloviansk haben die Verteidigungskräfte zwei Vorstossversuche der Angreifer in der Nähe von Ozerne und Kryva Luka erfolgreich gestoppt.» https://www.facebook.com/GeneralStaff.ua

SIEBEN TOTE IN KYIV

In der Nacht zum 1. September hat Russland erneut mit ballistischen Raketen die zivile Infrastruktur der ukrainischen Hauptstadt angegriffen. Die Rakete schlug beim Bahndepot in Kyiv ein. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben, darunter sechs Bahnarbeiter. Ein Bahnarbeiter befindet sich im Krankenhaus.Dutzende Mitarbeiter konnten sich rechtzeitig in einem Schutzraum in Sicherheit bringen.

Die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden dokumentieren dieses Kriegsverbrechen Russlands. https://t.me/kyiv_n/105284; https://www.pravda.com.ua/eng/news/2026/09/01/8051257

ZWEI TOTE UNTERDRÜCKER

Generalleutnant Ramil Ibatullin, Kommandant der 2. Gardearmee Russlands und «Held der Russischen Föderation», wurde am 28. August in der Region Donezk getötet. Sein Tod wurde offiziell bestätigt. Die Todesumstände sind unklar.

Ukrainische Blogger vermuten, dass er beim ukrainischen Angriff auf einen Kommandoposten in der von Russland besetzten Stadt Donezk ums Leben kam. https://twitter.com/crimeanvoyager/status/2093687399414956192

Oberleutnant Ljubow Ponomarewa kam in der Nacht vom 24. August im besetzten Teil der Oblast Kherson ums Leben. Sie wurde mit militärischen Ehren beigesetzt und posthum mit dem Orden für Tapferkeit ausgezeichnet.

Ponomarewa stand im Dienst der SOBR – der «Spezialeinheit für schnelle Reaktion». Die Sondereinheit der Nationalgarde steht im Verdacht, an willkürlichen Verhaftungen, Verschleppungen, Misshandlungen und Folter von Zivilisten beteiligt zu sein.

Nach Angaben der ukrainischen Drohnenarmee kam Ponomarewa bei einem Angriff auf einen SOBR-Stützpunkt in Strilkove ums Leben. Bestätigt ist dies bisher nicht. https://www.facebook.com/photo.php?fbid=122228021414499948&set=a.122095170248499948&type=3&mibextid=wwXIfr&rdid=0vb5KXPJaZfbrzBt&share_url=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fshare%2F19W8vr1iVo%2F%3Fmibextid%3DwwXIfr#

DROHNEN ÜBER LENINGRAD

Die Region Leningrad – mit St. Petersburg im Zentrum – wurde in der Nacht auf heute von ukrainischen Drohnen angegriffen. Dokumentiert sind Angriffe auf den Ostseehafen Ust-Luga.

Über einen der wichtigsten Exporthäfen Russlands schrieb Alexander Drozdenko, der Gouverneur von Leningrad um 4 Uhr morgens: «Durch den Drohnenangriff wurden Schäden im Hafengebiet von Ust-Luga festgestellt, es gibt Brände. Die Rettungsdienste sind vor Ort im Einsatz. Informationen über die Folgen werden noch ermittelt. Die Abwehr des Angriffs wird fortgesetzt.» https://t.me/drozdenko_au_lo/11937

Und eine Stunde später meldete Drozdenko: «Die Luftwarnung in der Oblast Leningrad wurde aufgehoben. Während des Angriffs wurden in unserer Region 52 feindliche Drohnen abgeschossen. Es gibt keine Opfer, die Folgen des Angriffs werden noch untersucht.»

https://t.me/drozdenko_au_lo/11938

Der Hafen Ust-Luga liegt am Finnischen Meerbusen in der Oblast Leningrad. Er ist etwa 110 Kilometer von Sankt Petersburg und rund 35 Kilometer von der Grenze zu Estland entfernt. Ust-Luga ist einer der grössten und modernsten Seehäfen Russlands an der Ostsee und exportiert insbesondere Rohöl und Flüssiggas.

ITALIENER STOPPEN ÖLTANKER

Italienische Ermittler haben den Öltanker «MV SUN» (IMO 9293117) im Rahmen der europaweiten Aktion «Eunavor Med Irini» im Mittelmeer überprüft. Das Schiff fuhr unter der Flagge von Kamerun und gilt als Teil von Putins Schmugglerflotte («Schattenflotte»), die illegal Erdöl transportiert.

An der Überprüfung und Inspektion des Tankers war das italienische Patrouillenschiff (Fregatte) «Paolo Emilio Thaon di Revel» beteiligt. Auf dem Tanker landete eine Inspektorengruppe mit einem Hubschrauber SH-90A.

Dies ist das sechste Schiff, das in den letzten Monaten von den Streitkräften der Europäischen Union im Zusammenhang mit der Teilnahme an der «Schattenflotte» Russlands gestoppt und kontrolliert wurde. https://t.me/milinfolive/178559

RAKETE OHNE US-TEILE

Grossbritannien hat drei Langstreckenwaffen getestet, die keine US-Komponenten enthalten. Die Tests der Prototypen fanden im Rahmen des Projekts «Brakestop» statt. Die siegreichen Entwürfe stammen von MBDA UK, MGI Engineering und Rotron Aerospace.

Anforderungen an die Raketen: Die bodengestützten Waffen sollen Sprengköpfe mit einem Gewicht von etwa 225 Kilogramm über eine Entfernung von mindestens 500 Kilometern transportieren. Ein Exemplar soll nicht mehr als 400’000 Pfund (ca. 470’000 Euro) kosten und mit einer Produktionsrate von bis zu 20 Raketen pro Monat in Serie gehen. Eines der Modelle soll noch bis Ende dieses Jahres in der Ukraine eintreffen.

Durch die Absenz von amerikanischen Elementen in der Waffe benötigt Grossbritannien keine Bewilligung des Weissen Hauses für die Übergabe der Rakete an die Ukraine. https://militarnyi.com/en/news/british-stone-cloak-drone-ew-system-to-be-localised-in-ukraine; https://x.com/SimplyonWorld/status/2091860077799948752

WIDERSPRÜCHE ZU MUSK

Elon Musk, Eigentümer bzw. CEO von SpaceX, dem Betreiber des Satellitennetzwerks Starlink, sagt, dass er nicht dagegen sei, wenn die Ukraine Starlink für Angriffe gegen Raketen- und Drohnenbasen in Russland benutzt. Erlaubt werden müsse das aber vom Weissen Haus.

Damit widerspreche Musk der Aussage von Trump, schreibt die «Financial Times». Trump hatte letzte Woche erklärt, dass Musk gegen die Verwendung von Starlink für Angriffe im Innern Russlands sei und das Weisse Haus deshalb keine Freigabe bewilligen könne.

Nur wenige Minuten nach dem Artikel der «Financial Times» erschien ein Bericht der Zeitung «The Kyiv Independent», welcher dieser Darstellung widerspricht. Dort schreiben die Autoren, dass Musk entgegen anderslautenden Meldungen weiterhin gegen eine Verwendung von Starlink für Angriffe auf russische Abschussbasen sei.

https://x.com/visionergeo/status/2094406797817745411; https://kyivindependent.com/musk-opposes-allowing-ukraine-to-use-starlink-for-strikes-on-russia-despite-recent-media-reports-sources-say; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1644-24-8-2026-9uhr-2/ («Neue Krise Trump – Zelenskyj»);

MODI ERMAHNT PUTIN

In Bischkek, der Hauptstadt von Kirgistan, findet seit gestern das zwei Tage dauernde Gipfeltreffen der «Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit» (SCO) statt.

Der indische Premierminister Narendra Modi nutzte die Gelegenheit, um Putin die Leviten zu lesen. Vom Blatt ablesend sagte Modi: «Jeder einzelne Tag, den wir im Krieg verbringen, wirft die Menschheit zurück. Und jeder einzelne Schritt in Richtung Frieden erfüllt die gesamte Menschheit mit neuer Hoffnung und Begeisterung.

Wir müssen uns von einem endlosen Krieg hin zu einem Ende des Krieges bewegen. Wir müssen diesen Weg einschlagen, der auch für das Wohl der Menschheit unerlässlich ist.

Es ist der Ruf der Menschheit, dass alle Probleme so schnell wie möglich friedlich gelöst werden. Das ist Indiens Botschaft – die Botschaft aus dem Land Gandhis, dem Land Buddhas: eine Botschaft des Friedens, eine Botschaft der Menschlichkeit.»

Während Modi diese Worte sagte, schaute Putin auf den Boden. Video mit englischen Untertiteln: https://x.com/Gerashchenko_en/status/2094469723643936960/video/1

KOMMENTAR: Indien liefert Russland Benzin und kauft Rohöl ab. Damit trägt Indien dazu bei, die russische Wirtschaft zu stabilisieren und die Finanzierung des Krieges zu erleichtern. Wenn Modi diese Geschäfte beendet, werden die Worte des Friedens konkret.

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