- Notstand in Rostow am Don
- Brand beim Onlinehändler DNS
- Hafen Noworossijsk reduziert
- Russische Benzinkrise verschärft
- Benzin-Importe genügen nicht
- Ukraine greift Energiepunkte an
- Schwerer Schlag gegen Besatzer
- Strategischer Bomber beschädigt
- Angriffe gegen Kyiv seit 2 Tagen
- UNICEF-Lager in Kyiv zerstört
- Putin trifft Xi, Modi und Erdoğan
NOTSTAND IN ROSTOW AM DON
In der russischen Region Rostow am Don hat der Gouverneurs Jurij Sliusar den allgemeinen Notstand ausgerufen. Grund für die Massnahmen sind die Stilllegung der Häfen und die Beeinträchtigung der Schifffahrt im Asow- und im Schwarzen Meer.
Die Behörden wiesen darauf hin, dass die Stilllegung der Häfen zu einer Ansammlung grosser Mengen von Produkten bei landwirtschaftlichen Produzenten geführt hat und möglicherweise zu einer Beeinträchtigung der Lebensbedingungen der Menschen und zu finanziellen Verlusten führen kann. Dies meldet die russische Nachrichtenagentur RBC. https://t.me/rbc_news/155652
In der Nacht auf heute wurden im Bezirk Bataisk in der Region Rostow über 20 Explosionen durch Drohnen gemeldet. In der Nähe dieses Ortes befinden sich Lagerhäuser von Onlinehändlern. Ein Lagerhaus des Onlinehändler «DNS» steht seit 3 Uhr morgens in Vollbrand. Die Firma ist auf den Versand von Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik spezialisiert. https://t.me/exilenova_plus/30009
Ebenfalls in Rostow am Don erfolgte ein Angriff auf ein Lager des zweitgrössten russischen Onlinehändlers «Ozon». Wie die Ozon-Firmenleistung mitteilt, entstand ein kleiner Brand, der «sofort gelöscht» werden konnte. Trotzdem habe das Lager den Betrieb vorübergehend eingestellt. https://t.me/ozonmarketplace/3253

MSC STOPPT NOWOROSSIJSK
Die weltweit grösste Containerreederei MSC (Mediterranean Shipping Company) hat die Zusammenarbeit mit dem russischen Hafen Noworossijsk ausgesetzt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mitteilte, hänge dies mit dem kürzlichen Angriff von Drohnen auf das Containerschiff MSC ULSAN III zusammen, das auf den Weg zum russischen Hafen war.
MSC empfiehlt seinen Kunden, alternative Transportmöglichkeiten zu suchen. Gleichzeitig setzt MSC seine Zusammenarbeit mit anderen russischen Häfen fort, darunter auch in Sankt Petersburg. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-08-26/top-container-line-halts-russian-black-sea-service-due-to-drones
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj sagte am Freitag, dass der Hafen der südrussischen Stadt Noworossijsk weitgehend vom internationalen Schiffverkehr abgeschnitten ist: «Unser Ziel ist erreicht: Kein Schiff soll in Noworossijsk ein- oder auslaufen.» Zelenskyj versprach, Wege zu finden, um auch andere russische Häfen zu blockieren. Dies sei ein wirkungsvoller Weg, um die russische Kriegswirtschaft zu schwächen. https://t.me/Crimeanwind/108322

RUSSLAND FEHLT BENZIN
Derzeit produzieren russische Raffinerien nur etwa 80’000 Tonnen Benzin pro Tag, während der Bedarf bei 115’000 Tonnen pro Tag liegt. Dass Russland nur 70% seines eigenen Bedarfs decken kann, meldet die Nachrichtenagentur Reuters.
Grund für die Unterversorgung sind die verstärkten Angriffe ukrainischer Drohnen in den letzten Wochen auf Raffinerien in Perm, Nischni Nowgorod und Jaroslawl. Die Anlagen mussten ihre Produktion unterbrechen und die Reparaturen können mehrere Wochen dauern.
Wie in «Ukraine Aktuell Nr. 1647» berichtet, sind aktuell nur 6 von 36 russischen Raffinerien in Vollbetrieb. 15 Raffinerien haben den Betrieb derzeit eingestellt und weitere 15 Raffinerien produzieren nur teilweise.

Die russische Regierung versucht mit Importen aus Weissrussland, sowie kaukasischen und asiatischen Staaten die Benzinknappheit auszugleichen. Nach Schätzungen von Händlern wurde im August bisher eine Gesamtmenge von 220’000 Tonnen importiert. Das entsprich einer Tagesmenge von 7’000 Tonnen. Diese Importmenge genügt nicht, um das Inlandsdefizit in Russland auszugleichen.
Aufgrund der wachsenden Knappheit führen die Regionen Russlands erneut Beschränkungen und Quoten für den Verkauf von Kraftstoffen ein. Aus vielen Regionen werden lange Warteschlangen vor Tankstellen gemeldet, die praktisch rund um die Uhr sichtbar sind.
https://www.reuters.com/business/energy/russias-gasoline-output-drops-70-domestic-demand-late-august-after-drone-attacks-2026-08-28; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1647-27-8-2026-12uhr/;

ANTI-ENERGIE-KAMPAGNE
Die von Robert «Magyar» Brovdi geleitete ukrainische Drohnenarmee (SBS, «Vögel von Magyar») fliegt ihre Einsätze aktuell in der 2. Front, direkt hinter der Kampfzone. Schwerpunkt sind die Strom- und Gasversorgungsanlagen auf der besetzten Krim-Halbinsel und in der besetzten Südzone.
Magyar schreibt: «21 Energiekraftwerke und das Wärmekraftwerk Luhansk wurden in den drei Tagen vom 26. bis 28. August von den «Vögeln» des SBS lahmgelegt.» Magyar ergänzt: «Gewöhnt euch an den Blackout, ihr Würmer. Wie sich herausstellt, spielen zwei Seiten dieses Spiel. Der Winter wird früh und dunkel kommen. Auch auf der Krim.»
Die Streichliste der SBS umfasst:
🔥Im besetzten Teil der Oblast Luhansk: Das Wärmekraftwerk «Schtschastja» in Schtschastja; das 220-kV-Umspannwerk in Alchevsk. Das 110-kV-Umspannwerk in Luhansk;
🔥Im besetzten Teil der Oblast Donezk: Das110-kV-Umspannwerk «YUDV» in Lisne; das 110-kV-Umspannwerk «VAOK» in Wladimirka; das 110-kV-Umspannwerk in Pawliwka; das 110-kV-Umspannwerk in Dmytrivka; das 110-kV-Umspannwerk «Voykove Tyagova» in Lyubivka; das 110-kV-Umspannwerk in Novotroitske; das 110-kV-Umspannwerk in Novoazovsk;
🔥Im besetzten Teil der Oblast Saporischschja: Gasverteilerstation in Staropetrowka; Gasverteilstation in Marininivka;
🔥Im besetzten Teil der Oblast Kherson: Das 150-kV-Umspannwerk in Tymofiivka; das 150-kV-Umspannwerk in Henitschesk.
🔥Auf der besetzten Halbinsel Krim: 110-kV-Umspannwerk in Kovylne; das 110-kV-Umspannwerk in Novoozernje; das 110-kV-Umspannwerk in Krainje; das Umspannwerk in Niva; die Gasverteilerstation in Rozdolne; die Gasverteilstation in Novopawliwka; Gasverteilstation in Partisan.
Zwischen dem 1.Juli und dem 28. August haben «die Vögel von Magyar» insgesamt 315 Stromknotenpunkte auf der Krim und in anderen besetzten Gebieten ausser Betrieb gesetzt. https://t.me/robert_magyar/2770
SCHLAG GEGEN BESATZER
Der ukrainischen Armee scheint am Donnerstag mit ihrem Angriff auf zwei Objekte in Donezk – siehe «Ukraine Aktuell Nr. 1647» – ein schwerer Schlag gegen die Besatzungstruppen des Donbas gelungen zu sein. Betroffen wurden mehrere Kontrollpunkte und das Hauptquartier «Zentrum».
- 27 Personen wurden getötet (Schlachtfeldcode «200»)
- 58 Personen wurden verwundet (Schlachtfeldcode «300»)
Unter den «300» sind zwei Generäle, ein Oberst und ein Oberstleutnant, berichten ukrainische Militärblogger. Das amerikanische «Institut for the Study of War» (ISW) meldet den Tod eines ranghohen russischen Offiziers.
Die oben genannten Zahlen betreffen jene, die tot oder verletzt geborgen wurden. Die ukrainischen Militärblogger von «ExileNovaPlus» schreiben: «Viele Terroristen sind noch unter den Trümmern. Die Zahlen werden sich ändern. Der Boden ist voller Leichen.» https://t.me/exilenova_plus/29976; https://understandingwar.org/research/russia-ukraine/russian-offensive-campaign-assessment-august-28-2026

TU-95 BOMBER BESCHÄDIGT
Auf dem russischen Militärflugplatz «Engels-2» wurden am Freitagmorgen ein strategischer Bomber vom Typ Tu-95 stark beschädigt. Am Flugzeug fehlt ein Teil des rechten Flügels.
Die Tu-95MS ist ein strategischer Bomber mit Nuklearfähigkeit, den die russischen Streitkräfte regelmässig einsetzen, um luftgestützte Marschflugkörper gegen die Ukraine abzufeuern.
Unweit der getroffenen Maschine steht das Gerippe eines anderes Tu-95-Bombers, der bei einem früheren Angriff komplett zerstört worden war. https://t.me/absolutely_reliable/37
Der Flughafen «Engels-2» befindet sich in der russischen Oblast Saratow und ist rund 1’100 Kilometer von Kyiv entfernt. Von dort aus starten immer wieder strategische Bomber, ausgerüstet mit Hyperschallraketen und Marschflugkörpern für Angriffe vorwiegend auf ukrainische Städte.

DAUERANGRIFFE AUF KYIV
Seit mehr als zwei Tagen greifen immer wieder russische Drohnen die ukrainische Hauptstadt und die Region von Kyiv an. Die russischen Streitkräfte haben mindestens 338 solcher Drohnen eingesetzt. Dabei wurden insgesamt 14 Lagerhäuser und Logistikzentren von Drohnen in Brand gesetzt.
- Verteilzentren von «Comfy» (Onlinehändler für Elektronikartikel), «Fora» (Supermarktkette), «Fozzy» (Einzelhandel), «Aurora» (Discounter, «One Dollar Shop»), «Dom Igroshek» (Spielwaren), «Yasno» (Solarpanel) wurden beschädigt oder zerstört.
- Ein Lager von «Roshen» (Süss- und Backwaren) wurde in Tschubynske zerstört.
- Ein Lager der UNICEF (Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen) mit humanitärer Hilfe für Kinder und Familien, die von dem Krieg betroffen sind, wurde in Tschubynske zerstört.
- Ein Depot der «Nova Poshta» (Post) ist in Swjatopetrowsky vollständig ausgebrannt.
- Lager für Bücher der Firmen «Vivat», «Osnowy» und «Readeat» wurden beschädigt oder zerstört.
Das staatliche ukrainische «Zentrum für Informationsverteidigung» schreibt: «Russland versucht, Kyiv zu lähmen, indem es in Wellen eine geringe Anzahl von Raketen-Drohnen einsetzt. Der Gegner verfügt nicht über erhebliche Ressourcen. Das Ziel ist die Erschöpfung der Luftverteidigung und der Bevölkerung.» https://t.me/u_now/210495; https://t.me/c/1269013410/93752; https://en.interfax.com.ua/news/general/1196507.html

PUTINS DIPLOMATISCHE OFFENSIVE
Vom 31. August bis 1. September findet in Bischkek, der Hauptstadt von Kirgistan, das Gipfeltreffen der «Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit» (SCO) statt.
Putin wird dabei von Aussenminister Sergei Lawrow, seinem Berater Juri Ushakow und weiteren Ministern begleitet.
Geplant sind unter anderem Treffen von Putin mit den Staatschefs von China (Xi Jinping), Indiens (Narendra Modi), der Türkei (Recep Tayyip Erdoğan), Armeniens (Nikol Pashinyan) sowie den Präsidenten von Tadschikistans (Emomalij Rachmon), der Mongolei (Ukhnaa Khürelsükh), Kirgisistans (Sadyr Dschaparow) und Kasachstans (Kasym-Schomart Tokajew).



