- Neue Krise Zelenskyj – Trump
- Weiterer Friedensplan vorgestellt
- Parade der Drohnen in Kyiv
- Sprengstoffproduktion geschwächt
- Bilanz der Angriffe gegen Ozon
- Ozon-Aktien verlieren fast 30%
- Kreml plant Raubzug im Inland
- Medwedew droht Armenien
- Humanitäre Ukraine-Hilfe Italiens
- Solidarität mit der Ukraine
NEUE KRISE ZELENSKYJ –TRUMP
Trump und Volodymyr Zelenskyj trafen sich in den letzten zwei Wochen zweimal. Beim ersten Treffen sagte Zelenskyj, dass Elon Musks Firma «SpaceX» die Erlaubnis gegeben habe, Starlinkverbindungen für Drohnen zu nutzen, die tief im Innern Russlands angreifen. Es fehle nur noch die politische Zustimmung des Weisse Hauses.
Dann kam das zweite Treffen. Trump sagt Zelenskyj, er sei reingelegt worden, weil Musk rundweg abgelehnt habe und dass er deshalb keine Freigabe für weitere Angriffe gebe. Zelenskyj wendet sich an sein eigenes Departement, und dort räumt man ein, dass die Informationen «möglicherweise falsch» waren.
Musk sagte seinerseits, dass er den Krieg beendet sehen möchte und nicht verlängert und dass er deshalb keine Freigabe für weitere Angriffe gebe. Zelenskyj glaubt weiterhin, dass er Musk überzeugen könne. Das Vertrauen Trumps in die ukrainische Regierung scheint unter dieser Episode gelitten zu haben. https://x.com/LetsArmUKR/status/2091857244384055553

WEITERER FRIEDENSPLAN
Volodymyr Zelenskyj stellte am Montag einen Friedensplan vor, der zusammen mit den beiden Trump-Delegierten Jared Kushner (Trumps Schwiegersohn) und Steven Witkoff (New Yorker Immobilienhändler) erarbeitet worden sei.
Der Plan habe auf einer A4-Seite Platz und umfasse drei Punkte:
- Einen Waffenstillstand als zentrales Element.
- Eine von den USA vorgeschlagene Pufferzone, in der beide Seiten «gleichermassen zurückweichen», wodurch eine von einer dritten Partei verwaltete Freihandelszone entstehen soll.
- Ein Rahmenwerk, das festlegt, welche Massnahmen die EU und die NATO für den Schutz der Ukraine ergreifen würden.
Zelenskyj fügte an, dass die beiden Trump-Delegierten noch «andere Ideen» haben, aber diese seien der Ukraine noch nicht mitgeteilt worden.
Laut dem Bericht könnte sich auch der Vatikan an den Diskussionen über den Plan beteiligen. Erzbischof Paul Richard Gallagher ist bereits in Russland eingetroffen und wird heute mit dem russischen Aussenminister Sergei Lawrow zusammentreffen. https://www.thetimes.com/world/russia-ukraine-war/article/zelensky-peace-plan-ceasefire-latest-772nnwglp

PARADE DER DROHNEN
Zum Unabhängigkeitstag demonstrierte die Ukraine ihre technologische Überlegenheit. Anstelle der traditionellen Militärparade zum Unabhängigkeitstag, die aufgrund der Sicherheitslage im Krieg nicht abgehalten werden kann, fuhren heute ukrainische Bodenroboter-Komplexe durch die Innenstadt von Kyiv, See-Drohnen schwammen entlang des Dnepr-Flusses, und Militärflugzeuge sowie Kampfdrohnen flogen darüber hinweg.
Volodymyr Zelenskyj schrieb dazu: «Bodenbasierte Robotersysteme – «Termit», «Rys», «Simba», «Ardal», «Zmiyj» und «Ratel». Unsere Flotte, die die Ukraine während des grossen Krieges geschaffen hat – ukrainische maritime Drohnen. «Sea Baby», «Magura» und «Sargan». Unsere Luftabwehrsysteme – P1-Sun, «Litawer» und «Sting». Ukrainische Bomber – Vampire, «Lazar» und Heavy Shot, Aufklärungsdrohnen – Shark und LF-400, unsere Langstreckenwaffen – «Morok» und «Sin». Und das ist nur ein Teil dessen, worauf die Ukraine stolz sein kann.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/20560

ANGRIFF AUF SCHWEFELWERK
Am Montag trafen ukrainische Drohnen das Gasverarbeitungswerk Astrachan und fügten damit der russischen Sprengstoffproduktion einen schweren Schlag zu. Getroffen wurden in der 1’330 Kilometer von Kyiv entfernten Anlagen insbesondere zwei Gasseparatoren.
Analysten vermuten, dass damit das Werk ein Viertel seiner Produktionskapazität verliert.
Die Anlage von Astrachan ist für die russische Waffenindustrie wichtig, weil Schwefel aus dem im Erdgas enthaltenen Schwefelwasserstoff gewonnen wird. Schwefel ist ein Schlüsselelement für die Herstellung von Schwarzpulver, und ohne Schwefelsäure ist die Synthese von Sprengstoffen (Trinitrotoluol, Hexogen, Octogen) nicht möglich.
Russland importiert derzeit Schwefel für den eigenen Bedarf, obwohl es vor einigen Jahren noch zu den grössten Exporteuren gehörte. https://x.com/NOELreports/status/2091943789224988933

BILANZ DER OZON-ANGRIFFE
24 Stunden nach den Angriffen ukrainischer Drohnen auf Lagerkomplexe des russischen Onlinehändlers «Ozon» steht fest, dass drei der fünf Anlagen zerstört wurden:
- Krasnodar (45.069882, 38.920367) Fläche ca. 9’000 m²; fast vollständig zerstört.
- Enem, Republik Adygeja (44.950409, 38.896699), Fläche ca. 91’200 m²; fast vollständig zerstört.
- Tyube, Republik Dagestan (43.046933, 47.270178), Fläche ca. 130’000 m²; fast vollständig zerstört.
- Adigejsk, Republik Adygeja (44.873147, 39.176783), Fläche ca. 108’000 m²; keine Schäden festgestellt.
- Newinnomyssk, Region Stawropol (44.696610, 41.910693), Fläche ca. 93’500 m²; keine Schäden festgestellt.
Die Ozon-Aktie verlor gestern zeitweise fast 30 %.
In dieser Nacht wurden keine Angriffe gemeldet. https://t.me/exilenova_plus/29654

KREML PLANT RAUBZUG
Putin hat ein «Dekret» unterzeichnet, das dem russischen Staat erlaubt, Firmen auszuplündern. Unternehmen und ihr gesamtes Vermögen können vom russischen Staat «vorübergehend» beschlagnahmt werden, wenn sich die Firmen nicht selber effizient gegen Drohnen- und Raketenangriffe schützen.
Die zu beschlagnahmenden Firmen stammen aus dem Brennstoff- und Energiekomplex, sowie den Wirtschaftszweigen Industrie, Kommunikationswesen, Transportwesen, Logistik, Wohnungs- und Kommunalwesen und dem Energiesektor, einschliesslich der Kernenergie.
Immobilien, Wertpapiere und Eigentumsrechte können unter die Kontrolle der staatlichen Behörde «Rosimushchestvo» gestellt werden. Vermögenswerte dürfen nur mit Genehmigung der russischen Regierung an ihre Eigentümer zurückgegeben werden.
KOMMENTAR: Putins Dekret bedeutet im Grunde, dass der Kreml die Kontrolle über jede russische Einrichtung übernehmen kann, die von einer Drohne getroffen wurde. Dabei wäre die Verteidigung des Landes Sache des russischen Militärs. Diese breit angelegte Enteignungsdrohung erfolgt nur eine Woche nach einer für den Kreml erfolgreichen Geldsammlungsaktion in der russischen Wirtschaft.
https://x.com/JayinKyiv/status/2091902339539955722; https://x.com/front_ukrainian/status/2091920625614897450;

RUSSLAND DROHT ARMENIEN
Armenien plant in Kürze ein Beitrittsverfahren zur Europäischen Union einzuleiten. Das erklärte der armenische Premierminister Nikol Paschinjan. Zu diesem Thema werde es auch ein Referendum in Armenien geben.
Gestern drohte Dmitri Medwedew, die Nummer 2 im Sicherheitsrat der Russischen Föderation: Armenien werde niemals Mitglied der «Europäische Union werden, die von chronischen Krankheiten geplagt ist, aber es wird die Beziehungen zu Russland und anderen Ländern der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) langfristig belasten», sagte Medwedew, in einem Gespräch mit TASS. Medwedew sagte über den demokratisch gewählten Regierungschef Armenien, das sind «die schizophrenen Ambitionen des gegenwärtigen Herrschers eines kleinen Landes».
Dies sind ganz andere Töne, als sie Putin im Mai verlauten liess. Damals sagte der Kreml-Herrscher: Armenien müsse sich rasch zwischen der EU und der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft entscheiden. In diesem Fall sei eine «sanfte und intelligente Trennung» möglich. https://t.me/rbc_news/155377
https://t.me/rbc_news/155342; https://tass.ru/politika/28040505

ITALIEN HILFT DER UKRAINE
Italien wird im Vorfeld der Wintersaison weiterhin humanitäre Hilfe leisten und bereitet ein neues Hilfspaket vor. Dies erklärte die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni bei einem Treffen der «Koalition der Willigen» in Kyiv.
Laut Meloni wird Italien die Souveränität, territoriale Integrität und Unabhängigkeit der Ukraine weiterhin unterstützen. Insbesondere plant das Land die Bereitstellung weiterer Generatoren, um die Bevölkerung zu unterstützen und die Stabilität des ukrainischen Energiesystems aufrechtzuerhalten.
Auch der italienische Aussenminister Antonio Tajani kündigte ein neues Hilfspaket für die Ukraine an. Er betonte, wie wichtig es sei, die Sicherheit, Verteidigung und den Wiederaufbau der Ukraine zu unterstützen, und forderte, den Druck auf Moskau aufrechtzuerhalten. https://twitter.com/mezha_net/status/2091926763219669369

SOLIDARITÄT MIT DER UKRAINE
Zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine wurden berühmte Gebäude weltweit in den ukrainischen Nationalfarben blau und gelb beleuchtet.
In Paris erstrahlte der Eiffelturm, in London das Palace of Westminster, in Brüssel das Hauptquartier der Europäischen Kommission und in Baku das Heydar-Aliyev-Zentrum.

In Zürich zogen mehrere hundert Menschen durch die Stadt, um ihre Solidarität mit der angegriffenen Ukraine zu zeigen.



