#UKRAINE AKTUELL Nr. 1644 (24.8.2026 /9Uhr)

  • 35 Jahre unabhängige Ukraine
  • Vor 4 ½ Jahren: Der Überfall
  • EU gibt Milliarden für Waffen
  • Angriffe auf drei Ozon-Lager
  • Sinn der Online-Lager-Angriffe
  • Ukraine darf «Scalps» bauen
  • Bruch Zelenskyj – Fedorov
  • Keine Korruption bei Zelenskyj
  • Erfolge der russischen Armee
  • Putins Forderungen & Strategie
  • Russen griffen Bonbon-Fabrik an

UNABHÄNGIGKEITSTAG

Heute vor 4 ½ Jahren, am 24. Februar 2022, überfiel die russische Armee die Ukraine und ist seither mit dem Versuch gescheitert, das Land zu erobern.

Heute vor 35 Jahren –– am 24. August 1991 –– erklärte die Ukraine für ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion.

Dieser Unabhängigkeitstag wird in der Ukraine gefeiert. Bereits in der Nacht bildete sich ein Festumzug in Kharkiv, wo die Menge feierte und Slogans gegen das Kreml-Regime rief («Putin ist ein Arschloch»). Junge Menschen fuhren mit geschmückten Musik-Lautsprecher-Lastwagen in die Innenstadt, wo sie gemeinsam tanzten.

In Kyiv werden heute Regierungsvertreter und wichtige internationale Persönlichkeiten zum Festtag eintreffen. Bereits gestern reisten mehrere Staatschefs an und trafen sich mit Präsident Volodymyr Zelenskyj.

EU GIBT GELD FÜR MILITÄR

Die EU-Chefin Ursula von der Leyen schreibt heute zum Unabhängigkeitstag der Ukraine: «Am Unabhängigkeitstag der Ukraine bekunden wir unsere unerschütterliche Unterstützung. Heute haben wir 6’100’000’000 Euro für Luft- und Raketenabwehrsysteme, Raketen, Munition und Radarsysteme bewilligt, die die Ukraine dringend benötigt. Europa steht euch heute, morgen und so lange wie nötig zur Seite.» https://x.com/vonderleyen/status/2091769983218934197

Die so gewährten 6.1 Milliarden Euros ergänzt die bereits von der Europäischen Kommission genehmigten Pläne in Höhe von 16 Milliarden Euro, von denen bereits 8,35 Milliarden Euro an die Ukraine im Rahmen des «Verteidigungs»-Teils des Unterstützungspakets von 90 Milliarden Euro ausgezahlt wurden. https://t.me/u_now/209900

3 FERNANGRIFFE AUF OZON

In der Nacht auf heute wurden drei Lager des russischen Online-Versandhandels angegriffen und in Brand gesetzt: Die Lager befinden sich in Tyube (Dagestan), Enem (Adygeja) und Krasnodar

Im grossen Logistikkomplex von Ozon in Tyube (Republik Dagestan) ist ein grossflächiger Brand ausgebrochen. Die Anlage mit einer Gesamtfläche von 130’000 Quadratmetern befindet sich im Industriepark «Tyuba» in der russischen Republik Dagestan, 1’510 Kilometer Luftlinie von Kyiv entfernt. Neben der regionalen Bedeutung ist «Tyuba» auch wichtig für die Transporte von Waren auf der «Nord-Süd-Achse» in Richtung Aserbaidschan und Iran.

Das Ozon-Logistikzentrum in Enem (Republik Adygeja) hat eine Lagerfläche von 91’200 m². Von dort aus findet die Verteilung in regionale Zentren in der Region Krasnodar, Adygeja und anderen Regionen des Nordkaukasus und Südrusslands statt.

Bei der Anlage in Krasnodar soll es sich um ein regionales Ozon-Verteilzentrum mit 9’000 Quadratmetern Fläche handeln. Details sind keine bekannt.

https://t.me/exilenova_plus; https://t.me/u_now/209877

GRÜNDE FÜR DIE ANGRIFFE

In Gesprächen mit Journalisten zum Unabhängigkeitstag erklärte Volodymyr Zelenskyj, weshalb Onlinehändler wie «Wildberries» oder «Ozon» angegriffen werden:

«Warum greifen wir gerade Wildberries an? Weil es dabei sowohl um die Lieferung von Militärgütern als auch um grosse Geldsummen für Russland geht. Unsere Operation war sehr sorgfältig kalkuliert. Es waren ihre Angriffe auf unsere Logistik, die uns dazu veranlasst haben, logistisch in gleicher Weise zu reagieren.

Aber wir schlagen zu, ohne dabei das Ausmass ihrer Verluste aus den Augen zu verlieren. Allein bei dieser einen Operation gegen Wildberries beläuft sich die Summe – und zwar ausschliesslich in Bezug auf die direkten Verluste in Russland – auf rund eine Billion Rubel (10,3 Milliarden Euro). Und wenn man die Schulden des Unternehmens, die damit verbundenen Verluste für andere Unternehmen und Privatpersonen sowie die Notwendigkeit einer Umstrukturierung des Betriebs und des Wiederaufbaus von Wildberries berücksichtigt, beläuft sich der Betrag auf 3’000’000’000’000 Rubel.» https://twitter.com/zelenskyyua/status/2091459832284852453

UKRAINE DARF SCALP BAUEN

Die von Frankreich und England entwickelte Marschflugkörper Scalp/Storm Shadow haben sich bisher als sehr wirksame, bunkerbrechende Waffe gezeigt.

Nun meldet die britische Regierung, dass geheime Informationen über die Waffe an die Ukraine für den Nachbau weitergegeben dürfen. Das europäische Verteidigungsunternehmen MBDA wurde entsprechend informiert. In der Regierungsmeldung heisst es: «Grossbritannien hat zugestimmt, dass das Rüstungsunternehmen MBDA geheime Informationen über britische Komponenten für die Langstreckenrakete SCALP veröffentlichen darf, um lokale Montageanlagen in der Ukraine einzurichten.»

Die Entscheidung wurde kurz vor dem ersten Auslandsbesuch des britischen Premierministers Andy Burnham bekannt gegeben. Er wird heute nach Kyiv reisen, wo er an Veranstaltungen zum Unabhängigkeitstag und an einer Sitzung der «Koalition der Willigen» teilnehmen wird. https://www.gov.uk/government/news/britain-is-100-behind-you-prime-minister-andy-burnham-visits-kyiv-on-ukrainian-independence-day-for-first-international-trip

«KEINE KORRUPTION BEI ZELENSKYJ»

In einem Interview mit der BBC sagte der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov, dass er persönlich noch nie gesehen habe, dass Zelenskyj in korrupte Aktivitäten verwickelt wäre.

«Während der gesamten Zeit, in der ich mit dem Präsidenten zusammengearbeitet habe (seit 2019), habe ich von ihm keine Anweisungen oder Aufgaben erhalten, die dem Gesetz oder meinen Vorstellungen von Anstand widersprechen würden», sagte Fedorov.

Fedorov erklärte gleichzeitig gegenüber der BBC, eine in der vergangenen Woche angekündigte Untersuchung wegen Geldwäscherei bedeute, dass Selenskyj dazu befragt werden sollte, ob er von möglicher Korruption in seinem engsten Umfeld wusste. https://www.bbc.com/news/articles/cwy4ypzvd7po

BRUCH ZELENSKYJ – FEDOROV

In einem Interview sagte Volodymyr Zelenskyj zum Verhalten des ehemaligen Verteidigungsministers: «Fedorov wird in die falsche Richtung gedrängt». Nach dessen Entlassung als Minister habe er versucht, Mykhailo Fedorov in der Regierungsverantwortung zu behalten:

«Ich habe ihm vier verschiedene Möglichkeiten angeboten, im Team für unser Land zu arbeiten. Normalerweise treffe ich mich nicht viermal mit jemandem, um ihm einen Job anzubieten, da ich das für wenig konstruktiv halte. In diesem Fall habe ich es jedoch getan, da wir eine gute und langjährige Beziehung haben. Mykhailo hat alle vier Angebote abgelehnt. Nun, das ist seine Entscheidung.» https://twitter.com/ukrreview/status/2091444714356572502

VORRÜCKEN UND TRAUM

Die Analysten des amerikanischen «Institute for the Study of War» (ISW) bestätigen die Geländegewinne der russischen Armee im Osten der Front: «Russische Truppen sind kürzlich östlich von Slovjansk vorgerückt, wobei sie weiterhin vorrangig darauf abzielen, günstige Stellungen östlich und südöstlich der Stadt zu sichern, um Frontalangriffe auf Slovjansk und den Rest des Festungsgürtels vorzubereiten.»

Trotz dieser relativen Erfolge liege Putin in seiner Einschätzung daneben: «Der russische Präsident setzt dem russischen Militär weiterhin unrealistische Fristen für die Eroberung des gesamten Gebiets von Donezk, was wahrscheinlich zum Teil auf sein Missverständnis der Realitäten auf dem Schlachtfeld zurückzuführen ist.» https://twitter.com/TheStudyofWar/status/2091687551799062545

Putin versuche aber alles, um den Kriegswillen des russischen Volkes hochzuhalten: «Putin nutzte seine Rede vom 22. August am Parteitag von «Einiges Russland», um die Partei noch stärker als Kriegspartei zu etablieren. Damit schuf er die Voraussetzungen dafür, den unvermeidlichen Sieg der Partei bei den bevorstehenden Staatsduma-Wahlen als Beweis dafür zu nutzen, dass das russische Volk einen langwierigen Krieg in der Ukraine unterstützt, und festigte gleichzeitig die kriegsbefürwortende Haltung der Partei als zentralen Bestandteil der informellen staatlichen Ideologie Russlands.»  https://x.com/TheStudyofWar/status/2091306658882281574

BONBON-FABRIK ATTACKIERT

Russland hat eine Fabrik des US-Unternehmens Mondelēz in der Region Sumy angegriffen. Zwei russische Drohnen haben Gebäude des Unternehmens beschädigt und fünf Mitarbeiter verletzt. Dies teilte der ukrainische Aussenminister Andrij Sibiga mit.

Mondelēz produzierte in dieser Fabrik Schokolade wie Milka, Milka Max Fun sowie Kekse wie «Bärli», Oreo, TUC und Belvita.

Andere Produkte des Unternehmens, die auf dem ukrainischen Markt verkauft werden (z.B. Kaugummi Dirol, Bonbons Halls, Schokolade Toblerone oder Picnic), werden aus ausländischen Fabriken importiert.

Trump reagierte bisher nicht auf die Beschädigung amerikanischen Eigentums. https://t.me/u_now/209853

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