- Russischer Grossangriff auf Kyiv
- Schutzsuchen in U-Bahn-Stationen
- Neuer Verteidigungsminister gewählt
- 103 ausgehungerte Gefangene zurück
- Angeblich Massenflucht nach Georgien
- Russlands Benzinkrise verschärft sich
- Schweiz erweitert die Kreml-Sanktionen
++++++++++++++++++
ABO – ARCHIV – WEITERVERBREITEN – SPENDEN
Im kostenlosen Newsletter sind sämtliche Quellen sichtbar und direkt verlinkt.
Unter www. ukraineaktuell.com sind alle Beiträge seit dem 24. Februar 2022 veröffentlicht und in vielen Sprachen dank eines Übersetzungstools lesbar. Dort kann auch der Newsletter kostenlos bestellt werden.
Wer «Ukraine Aktuell» mit einer Spende unterstützen will, kann dies über «Buy Me a Coffee»: https:// buymeacoffee.com/aldrovandi tun oder direkt über das Schweizer Bankkonto.
CH07 0824 3117 3705 1200 6 (UA Aldrovandi Mario. Les Courtines, F-30220 Aigues-Mortes)
++++++++++++++++++++
SCHUTZ UNTER DEM BODEN
In der Nacht auf Donnerstag griffen russische Raketen und Drohnen die ukrainische Hauptstadt Kyiv an. Bisher ist der Tod von 12 Menschen gemeldet worden. Sieben dieser Opfer starben im Bezirk Solomensky. Dort wurde unter anderem ein fünfstöckiges Wohngebäude beschädigt. Mindestens 33 Menschen wurden in Kyiv verletzt. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten dauern an.
Russlands Armee hatte geschätzt 70 Raketen auf Kyiv abgefeuert. Sie wurden an sechs verschiedenen Orten aus der grenznahen Region und der besetzten Südzone in Richtung der Hauptstadt abgefeuert.
Zum Schutz vor dem russischen Terror begaben sich Tausende von Menschen rechtzeitig in die tief gelegenen U-Bahnstationen der Hauptstadt und übernachteten dort. https://t.me/uniannet

NEUER VERTEIDIGUNGSMINISTER
Der Nachfolger von Mykhailo Fedorov ist Yevhenii Khmara, den Volodymyr Zelenskyj vorgeschlagen hatte.
Das ukrainische Parlament (Werchowna Rada) hat Khmara mit 312 Stimmen zum ukrainischen Verteidigungsminister gewählt. 20 Abgeordnete stimmten dagegen, zwei enthielten sich. 116 Parlamentarier nahmen an der Abstimmung nicht teil.
Die Wahl fand einen Tag später als geplant statt, weil es Unsicherheiten gab, ob genug Stimmen für Khmara zusammenkommen. https://www.reuters.com/world/europe/ukraines-parliament-approves-yevhenii-khmara-new-defence-minister-2026-08-19/
Der damit offiziell entlassene Reformer Mykhailo Fedorov hatte am Dienstag Schlagzeilen gemacht, als er verlangte, dass in der Ukraine auch während des Krieges Wahlen stattfinden sollen. Russland dürfe die demokratischen Prinzipien in der Ukraine nicht durch einen von ihm entfesselten Krieg verhindern. https://euractiv.com/de/news/entlassener-ukrainischer-verteidigungsminister-drangt-auf-einen-weg-zu-wahlen
Volodymyr Zelenskyj sagte nach der Ernennung von Khmara, die Beschaffung von genug Waffen in Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern und inländischen Produzenten sei eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Verteidigungsministers. Ausserdem müssten die Truppen «alles haben, was sie benötigen, um russische Angriffe abzuwehren, unsere Positionen an der Front zu halten, unsere aktiven Operationen durchzuführen und Angriffe zu starten.»
Als Ziel im Kampf gegen Russland definierte Zelenskyj: «Wir müssen diese Kriegsideologie ausrotten.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/20451

103 GEFANGENE ZUHAUSE
Im Rahmen des Kriegsgefangenenaustausches wurden 103 ukrainische Soldaten aus den russischen Lagern entlassen. Die Bilder der Heimkehrenden zeigen abgemagerte Männer.
Es handelt sich um Verteidiger aus den Streitkräften, dem Staatlichen Grenzschutzdienst und der Nationalen Garde. Unter den Befreiten sind Kämpfer, die die Ukraine in Mariupol, in den Regionen Donezk, Luhansk, Charkiw, Saporischschja, Cherson, Dnipro und Sumy verteidigt haben.

Im Gegenzug entliess die ukrainische Regierung 103 russische Soldaten. Diese wirkten auf Bildern russischer Medien vergleichsweise gut ernährt. https://www.reuters.com/world/russia-ukraine-swap-103-prisoners-war-each-2026-08-19; https://ria.ru/20260819/rossija-2111834436.html

BERICHTE ÜBER MASSENFLUCHT
Fast 20’000 Menschen überqueren täglich die Grenze von Russland nach Georgien, berichten verschiedene russischen Medien.
Am Grenzübergang «Oberer Lars/Upper Lars» werden seit mehreren Tagen riesige Staus festgestellt. Laut Angaben der russischen Zollbehörde passierten am 15. und 16. August jeweils über 19’000 Menschen den Grenzübergang Upper Lars. Dort haben sich nach Berichten von Augenzeugen lange Warteschlangen von Autos gebildet und tausende Menschen sind zu Fuss unterwegs.
Das georgische Innenministerium bezeichnete die Berichte über die Massenflucht als «Desinformation». Es seien etwa gleichviele ausländische Menschen nach Georgien eingereist, wie ausgereist.
Eine Massenflucht von russischen Staatsbürgern nach Georgien war zuletzt im September 2022 zu beobachten, nachdem Putin die «teilweise Mobilmachung» angekündigt hatte. Als Grund für die gemeldete Massenflucht wird auch dieses Mal eine mögliche bevorstehende Mobilisierung russischer Männer für die Armee vermutet. Sie wird für die Zeit nach den Wahlen Ende September erwartet und schon heute gibt es Anzeichen für deren Vorbereitung.
https://t.me/c/1269013410/93277; https://x.com/nexta_tv/status/2090101677554556944 ; https://x.com/heroiam_slava/status/2090142747487240551; https://x.com/airpower33/status/2090120507060560054
RUSSLANDS BENZINKRISE
Die zweite Welle der Treibstoffkrise nimmt von Tag zu Tag an Fahrt auf. Es ist interessant, die Details der aktuellen Situation zu betrachten und sie mit der ersten Welle zu vergleichen.
Erste Welle: Mai – Juli 2026
Ein grossflächiger Mangel begann sich im Mai nach einer Reihe ukrainischer Angriffe auf russische Ölraffinerie zu entwickeln. Im Sommer weitete sich das Problem weit über einzelne Regionen hinaus aus. An Tankstellen bildeten sich Schlangen und es gab Verkaufsbeschränkungen.
Der Export von Treibstoffen wurde eingeschränkt. Benzin wurde zwischen den Regionen umverteilt, Moskau erhielt Priorität bei der Versorgung, Russland erhöhte seine Einkäufe in Belarus und Kasachstan drastisch, und die Qualitätsanforderungen an Benzin wurden gelockert, um die verfügbaren Mengen zu erhöhen.
Zweite Welle: August 2026 – bis heute
Ende Juli und Anfang August setzten sich die ukrainischen Angriffe auf die russische Ölraffinerie fort.
Am 17. August berichtete die Nachrichtenagentur Reuters über Verkaufsbeschränkungen für Treibstoffe in mindestens 10 Regionen Russlands. Der Verkauf von Benzin an der St. Petersburger Börse ist seit Anfang August um etwa 20% gesunken. «Rosneft» hat eine Begrenzung von 30 Litern pro Fahrzeug eingeführt, «Tatneft» von 50 Litern und «Gazprom Neft» von 40-60 Litern. Reuters meldete auch Schlangen an Tankstellen in Moskau.
Allerdings gibt es nun eine grundsätzlich neue Entwicklung. Russland, einer der grössten Ölexporteure der Welt, begann, Benzin per Schiff aus Indien zu importieren.
Am 17. August traf eine Lieferung von etwa 68’000 Tonnen indischem Benzin im Hafen von Vitino ein. Mindestens zwei weitere Lieferungen sind unterwegs. Parallel dazu laufen weiterhin Lieferungen aus Belarus und Kasachstan.
Moskau hat ausserdem das Verbot des Exports von Benzin und Diesel bis zum 31. Januar 2027 verlängert.
Der wesentliche Unterschied zur ersten Welle besteht darin, dass die Notfallmassnahmen, die bei der ersten Krise nur für wenige Wochen Abhilfe schafften, bereits ergriffen wurden und sich als unzureichend erweisen.
Das vorübergehende Problem wandelt sich allmählich in eine langwierige und akute Treibstoffkrise, deren schnelle Lösung derzeit nicht absehbar ist. https://t.me/exilenova_plus/29257
SCHWEIZ ERWEITERT SANKTIONEN
Der Schweizerische Bundesrat hat beschlossen, zusätzliche Massnahmen aus dem im April 2026 verabschiedeten 20. Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland einzuführen. Die neuen Massnahmen treten heute in Kraft. Die Beschränkungen betreffen Flüssigerdgas (LNG), Exporte und den Finanzsektor.
Nach dem Vorbild der Europäischen Union hat die Schweiz beschlossen, ihr Exportverbot für Güter auszuweiten, die «Russlands militärisches und technologisches Potenzial stärken sowie die russische Industrie stärken». Darüber hinaus werden zusätzliche Beschränkungen für Güter eingeführt, die «Russland erhebliche Einnahmen bescheren».
Konkret verbieten die Schweizer Behörden die Nutzung russischer Plattformen für die Übertragung und den Austausch von Kryptowährungen. Im Energiesektor hat der Bundesrat neue Dienstleistungsverbote in Bezug auf Flüssiggas-Tanker und Eisbrecher sowie auf Flüssiggas-Terminals in Russland erlassen. Zudem gilt nun ein Verbot für den Verkauf von Tankern an Russland.
https://t.me/rbc_news/155126; https://www.admin.ch/en/newnsb/XuqpJCrrV3oZ6ho1bqUuo



