• Grossangriff auf Region Moskau
  • Moskau: Wenige Schäden bekannt
  • Russlands Luftabwehr-Defizite
  • Kreml lässt Opposition eliminieren
  • Russische Armee tätowiert Söldner
  • Mykhailo Fedorov noch im Rennen
  • Positive Frontbilanz für den Juli
  • Aufruf eines ukrainischen Soldaten

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ANGRIFFE AUF MOSKAU

Die ukrainische Medienplattform «Insider UA» meldet: «Ein Ölraffwerk und ein Wildberries-Lagerhaus brennen: Ein Schwarm von «freundlichen» Drohnen greift Moskau und die Region Moskau an.» https://t.me/insiderUKR/131391

Über den grossanlagelegten Angriff ist zurzeit das Folgende bekannt:

  • Laut Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin flogen seit Montagnachmittag 620 Drohnen in Richtung Moskau. Mehr als 180 davon seien über der Region Moskau abgeschossen worden.
  • Andrei Worobjow, Gouverneur der Region Moskau, bezeichnete den nächtlichen Angriff als «grossangelegt» und behauptet, dass in der Region 150 Drohnen abgeschossen wurden.
  • Worobjow gab die Folgen der Angriffe für mehrere Orte in der Region Moskau bekannt, darunter Bogorodskoje. Dort «traf eine Drohne ein Lagerhaus der Firma Wildberries im Atlant Park», schrieb Worobjow und es brach ein Feuer aus, wie der Beamte mitteilte.
  • Gemäss den letzten Meldungen sind die Schäden am Wildberries-Lager gering.
  • An verschiedenen Stellen in Moskau sind Brände ausgebrochen, zum Teil durch abstürzende Drohnen verursacht und zum Teil durch Einschläge der russischen Luftabwehr.
  • In der Nacht wurden für die Flughäfen Wnukowo, Domodedowo, Schukowski und Scheremetjewo Start- und Landebeschränkungen eingeführt.

https://nv.ua/ukr/world/countries/ataka-droniv-na-moskvu-ppo-zayavila-pro-zbittya-ponad-70-bezpilotnikiv-50633492.html; https://t.me/u_now/209191;

TASS BESTÄTIGT ANGRIFFE

Die russische Propagandaagentur TASS meldet selten Angriffe ukrainischer Drohnen auf russisches Gebiet und wenn, dann meist nur von «Trümmern». In dieser Nacht war dies etwas anders.

Zu den Angriffen der letzten 12 Stunden meldet TASS um 4:18 Uhr: «Zwischen Montagnachmittag und 05:00 Uhr MEZ am Dienstag flogen 620 Drohnen in Richtung Moskau, von denen 180 im Moskauer Gebiet zerstört wurden, teilte Sobjanin (Bürgermeister Moskaus) mit.» https://t.me/tass_agency/390757

TASS um 4:35 Uhr: «Laut Berechnungen von TASS war der Versuch eines Angriffs ukrainischer Drohnen auf Moskau der grösste in den letzten zwei Jahren.» https://t.me/tass_agency/390759

TASS um5:34 Uhr: Mehr als 150 feindliche (ukrainische) Drohnen wurden in der Nacht und am Morgen von den Luftabwehrkräften und elektronischen Gegenmassnahmen in der Region Moskau abgeschossen, teilte der Gouverneur mit. https://t.me/tass_agency/390766

TASS um 5:36 Uhr: «Ein unbemanntes Fluggerät (Drohne) hat ein Lager von Wildberries im Bezirk «Atlant-Park» im Bezirk Bogorodski in der Region Moskau getroffen. Ein Feuer ist entstanden, wurde jedoch lokalisiert, teilte der Gouverneur mit.» https://t.me/tass_agency/390768

LUFTABWEHRDEFIZITE RUSSLANDS

Russland kann nicht einmal seine grössten Lagerhäuser schützen und dies offenbare gemäss dem amerikanischen «Institute for the Study of War» (ISW) seine Defizite in der Luftverteidigung.

Gemäss ISW zeigt «Russlands Unfähigkeit», die grössten Logistikzentren von Wildberries zu schützen, dass Moskau nicht über genügend Luftabwehr verfügt, um die gesamte Infrastruktur im eigenen Hinterland abzudecken.

Unterdessen sind 7 der 10 grössten Wildberries-Lager zerstört. Zu den Folgen schreiben die amerikanischen Analysten, dass diese Offensive zusätzlichen Druck sowohl auf die russische Wirtschaft als auch auf die ohnehin schon überlastete Luftabwehr ausübt.

Die Lagerhäuser sind auch deshalb von Bedeutung, weil sie zur Versorgung des russischen Militärs beitragen, unter anderem mit Drohnenkomponenten und Navigationsausrüstung. https://understandingwar.org/map/ukrainian-strikes-targeting-russian-wildberries-warehouses-between-july-17-and-august-16-2026/

KREML ELIMINIERT OPPOSITION

Urteil gefällt: Das Oberste Gericht Russlands wies den Einspruch der Jabloko-Partei zurück und bestätigte damit ihr Wahlverbot endgültig. Mit dem Gerichtsentscheid hat der Kreml die einzige registrierte Anti-Kriegspartei definitiv von den Wahlen zur Staatsduma («Parlament» der Russischen Föderation) Ende September ausgeschlossen.

Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt dazu: «Mit nur einer Handvoll regionaler Sitze hätte «Jabloko» die Dominanz der von Putin unterstützten Partei «Einiges Russland» bei den Wahlen im September ohnehin nicht ins Wanken bringen können, doch die Gerichtsentscheidung vom Montag schränkt die Möglichkeit der Russen, ihren Widerstand gegen den vierjährigen Krieg zum Ausdruck zu bringen.» https://www.reuters.com/world/russian-anti-war-partys-election-ban-dismays-some-voters-2026-08-11

Vor dem Gerichtsgebäude nahmen Polizeikräfte während der Verhandlung über 85 Personen fest, die vor dem Gerichtsgebäude protestierten. Die Demonstranten liessen sich widerstandslos abführen. https://twitter.com/wogoa1/status/2089304731785085420

RUSSLAND TÄTOWIERTE SÖLDNER

Russland kennzeichnet ausländische Söldner mit Ordnungsnummern wie Waren. Das meldet der ukrainische Militärgeheimdienst GUR.

Anstelle von standardmässigen militärischen Ausweisen werden den Söldnern auf ihrer Ausrüstung oder direkt auf der Haut fortlaufende «Inventarnummern» angebracht. Diese Kennzeichnung soll es Moskau ermöglichen, die Leichen getöteter Kämpfer auf dem Schlachtfeld als «Unbekannte» zu behandeln, sie als «verschwunden» zu melden und die Auszahlung von Entschädigungen an die Familien der Kämpfer in Afrika und Asien zu vermeiden und gleichzeitig über den Verlust informiert zu sein.

Die ukrainische Plattform «Inside UA» schreibt: «Dieses System erinnert an die Praxis in den Nazi-Konzentrationslagern, wo den Häftlingen anstelle ihres Namens eine Nummer zugewiesen wurde. Auf diese Weise verwandelt Russland ausländische Söldner in nummerierte Angriffseinheiten.» https://t.me/insiderUKR/131379

FEDOROV NOCH IM RENNEN

Das ukrainische Parlament («Werchowna Rada») wird den von Volodymyr Zelenskyj vorgeschlagenen Kandidaten für das Verteidigungsministerium möglicherweise nicht ernennen und weiterhin am entlassenen Minister Mykhailo Fedorov festhalten. Das schreibt Serhij Sternenko, ein bekannter ukrainischer Aktivist, Blogger, YouTuber und Spendensammler, der sich stark für die ukrainischen Streitkräfte einsetzt.

Sternenko schreibt: «Die Werchowna Rada wird die Ernennung der Minister für Verteidigung und Aussenangelegenheiten nach der Unterbrechung am Dienstag, 18. August, nicht behandeln. Für die Ernennung von Jewhen Chmara zum amtierenden Verteidigungsminister könnten möglicherweise nicht genügend Stimmen vorhanden sein. Ein Teil der Abgeordneten kritisiert nicht so sehr Chmara, sondern erhebt die Forderung, Mykhailo Fedorov wieder in sein Amt einzusetzen.

Darüber hinaus ist Chmara derzeit aktiver Offizier, während das Gesetz «Über die nationale Sicherheit der Ukraine» vorsieht, dass der Verteidigungsminister eine zivile Person sein muss.» https://t.me/ssternenko/62485

In Kyiv, Lemberg, Kharkiv, Odesa, Dnipro, Iwano-Frankovsk, Sumy und anderen Städten der Ukraine finden weiterhin täglich kleinere und mittlere Demonstrationen für Fedorov statt. Die Protestwelle dauert bereits 34 Tage.

KURZBILANZ FÜR JULI

In der 1. Front – der unmittelbaren Kampfzone – wurden im Juli 42’860 russische Soldaten getötet, schwer verletzt oder gefangengenommen. Das berichtet der ukrainische Generalstab. Gleichzeitig gelang es der ukrainischen Armee in der Südfornt gegen 20 Ortschaften zu befreien und Territorium zurückzuugewinnen. https://twitter.com/war_radar2/status/2088902038759350606;

Der in Kanada lebende ukrainische Militärblogger Mykhailo Rohoza schreibt, dass es Hinweise gibt, dass die ukrainische Armee im Süden der Front einen Korridor in Richtung Schwarzes Meer schafft. Sollte dies gelingen, so Rohoza, würde die besetzte Zone in zwei Teile aufgespalten. Eine Zone würde in Richtung Donbas, die andere in Richtung der besetzten Halbinsel Krim verlaufen. Andere Quellen für diese Einschätzung sind mir derzeit nicht bekannt. https://twitter.com/mykhailorohoza/status/2088658517448065075

AUFRUF EINES SOLDATEN

Der ukrainische Soldat Ihor Suleiman hat auf seiner Facebook Plattform ein Selfie-Video veröffentlicht, das er seinen 10’600 Followern präsentierte:

«Ich bin ein 60-jähriger Grossvater. Schaut mich doch mal an. Ich verteidige den Staat schon seit fünf Jahren. Und ihr? Sitzt ihr da draussen und versteckt euch unter Frauenkleidern?

Ich bin kein Sturmkämpfer, ich sitze nicht im Schützengraben an der Front.

Aber ich trage volle Kampfausrüstung, mit Schutzpanzerung und einer Waffe in der Hand. Und ich erfülle meine Aufgabe, die es ermöglicht, die Front zu versorgen.

Ich möchte, dass alle, die mich sehen und hören, sich ein Beispiel an solchen wie mir nehmen. Vorwärts! Lasst uns unser Heimatland verteidigen. Jeder Mann zwischen 22 und 60 Jahren muss dort sein, wo er gebraucht wird. Es spielt keine Rolle, ob du ein Kind hast, drei oder fünf. Du schützt deine Kinder – du gehst.

Und man muss nicht mit dem Finger auf Abgeordnete, Polizisten oder andere zeigen. Vergesst die Ausreden. Nimm die Waffe und mach dich wie ich auf den Weg, so wie ich, um das zu verteidigen, was dir lieb und teuer ist. Wir, solche wie ich, sind die wahre Waffe der ukrainischen Streitkräfte. Vielleicht werde ich posthum ausgezeichnet, aber davor habe ich keine Angst, ich bin sogar bereit dafür.» https://www.facebook.com/reel/1414594970589942

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