#UKRAINE AKTUELL Nr. 1634 (14.8.2026 /8Uhr)

  • 437 Zivilisten im Juli getötet
  • Verräter auf der Krim liquidiert
  • Angriffe auf Ostsee-Hafen
  • Russland verkauft Gas & Öl
  • Ukrainische Drohne in Lettland
  • Einkaufszentren angegriffen
  • Explosion in Sprengstofffabrik
  • Putin droht Europa
  • Grosser Umbau der Armee

TÖDLICHER MONAT JULI

Der Juli 2026 war der tödlichste Monat für Zivilisten in der Ukraine seit vier Jahren: 437 Menschen starben durch russische Angriffe auf Städte und Wohnhäuser. Weitere 2’610 Zivilisten wurden durch russische Angriffe verletzt. Das sind 30 % mehr zivile Opfer als im Juni, so heisst es in einem Bericht der UN-Überwachungsmission für Menschenrechte.

Besonders betroffen waren Kinder: 17 starben, weitere 166 wurden verletzt. Dies ist die höchste monatliche Zahl seit April 2022.

Die meisten zivilen Opfer wurden in den Regionen Kyiv, Kherson, Saporischschja und Sumy registriert. https://t.me/uniannet/198413

VERRÄTER LIQUIDIERT

Auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim kam Robert Shagew durch eine Bombenexplosion ums Leben. Schagew war ein ehemaliger ukrainischer U-Boot-Kommandant, der 2014 nach Russland überlief und später an russischen U-Boot-Raketenangriffen gegen die Ukraine teilnahm.

Nach seinem Verrat an der Ukraine wurde er zum Kapitän 1. Rang befördert und befehligte die Besatzung eines U-Boots des Projekts 636 der 4. russischen U-Boot-Brigade im Marinestützpunkt Noworossijsk.

In dieser Funktion war der 49-Jährige für den Abschuss von Marschflugkörpern auf ukrainische Städte, Energieanlagen und zivile Infrastruktur verantwortlich.

Der Sprengsatz war in einem Abfalleimer nahe beim Wohnort von Robert Schagew deponiert und durch eine Fernzündung ausgelöst worden. Shagew starb noch am Tatort.

https://x.com/casetabosque/status/2087828457728176330; https://t.me/mash/76916;

https://x.com/bayraktar_1love/status/2087825366127690032; https://t.me/Crimeanwind/107074

ANGRIFFE AUF REGION LENINGRAD

In der Nacht auf heute Freitag gab es einen grösseren Drohnenangriff auf die Leningrader Region. Ziel war unter anderem der Ostsee-Hafen Ust-Luga. Der für Russland wichtige Hafen dient als zentraler Umschlagplatz für den Export von Rohöl, Flüssigerdgas (LNG), Kohle und Düngemitteln.

Alexander Drozdenko, Gouverneur der Region Leningrad, schrieb in den frühen Morgenstunden auf Telegram: «Derzeit wurden in der Oblast Leningrad 51 feindliche Drohnen abgeschossen. Durch die Beschädigung kam es im Hafen von Ust-Luga zu einem Brand. Spezialisten haben mit der Brandbekämpfung begonnen. Die Kampfhandlungen dauern an.» https://t.me/drozdenko_au_lo/11601

RUSSLAND VERKAUFT GAS & ÖL

Im Juli gingen die Exportverladungen russischer Erdölprodukte um 23 % auf 4.7 Mio. Tonnen zurück. Das ist ein historischer Tiefstand und weniger als die Hälfte der im Juli 2025 verladenen 9.6 Mio. Tonnen. Im Hafen Tuapse, der seit Mai anhaltenden Drohnenangriffen ausgesetzt ist, wurden den zweiten Monat in Folge fast keine Erdölprodukte verladen.

Im Juli stammten 100 % der von Belgien importierten fossilen Energieträger aus Russland aus Erdgas bzw. LNG. Damit verhält sich Belgien anders als Frankreich und Spanien, die ihre Importe um 46% reduzierten. Dennoch bleibt die EU derzeit der grösste Abnehmer von Flüssiggas (LNG) und Erdgas, vor China, Japan, Südkorea und der Türkei.

Am meisten Geld für russisches Erdgas und Erdöl gaben im Juli Ungarn (486 Millionen Euro) und die Slowakei (299 Millionen Euro) aus. Sie bezogen Erdöl über die Drushba-Pipeline und Erdgas über die «Balkan-Stream»-Pipeline.

Die Europäische Union hat sich im Januar 2026 auf ein vollständiges Verbot russischer Erdgas-Importe mit LNG-Schiffen ab Anfang 2027 und auf ein Verbot von Gasimporten über Pipelines bis im Herbst 2027 geeinigt.

Die Daten über die Bezüge für Erdöl und Erdgas stammen vom «Center for Research on Energy and Clean Air (CREA)», das seinen Sitz in Helsinki hat.

Gemäss diesen Daten bleibt China der grösste Bezüger von fossilen Brennstoffen aus Russland. Der Chinaanteil macht rund 43% aller russischen Verkäufe aus. An zweiter Stelle liegt Indien.

Ein ebenfalls grosser Bezüger von russischer Kohle, Rohöl, Ölprodukten und Gas ist die Türkei.

Der US-Senat hatte letzte Woche einen Gesetzesentwurf verabschiedet, den die Länder mit einem 100% Zoll bestraft, die Russland Erdgas oder Erdöl kaufen. Das Gesetz tritt allerdings erst in Kraft, wenn auch das US-Repräsentantenhaus JA dazu sagt. https://energyandcleanair.org/july-2026-monthly-analysis-of-russian-fossil-fuel-exports-and-sanctions/

DROHNE GEGEN LETTLAND

In Lettland haben NATO-Jäger eine Drohne abgeschossen, während St. Petersburg von einem gross angelegten Drohnenangriff heimgesucht wurde. Das schreibt «Astra», eine regimekritische russische Plattform. Es könnte sich um eine durch elektronische Abwehrmassnahmen der Russen fehlgeleitete ukrainische Drohne handelt, schreibt Astra.

Bereits am 19. Mai war eine ukrainische Drohne zum ersten Mal über estnischem Gebiet abgeschossen worden. Drei Tage zuvor hatte Astra berichtet, dass die Ukraine die baltischen Länder nicht im Voraus über Drohnen informiert.

Im Juni berichteten die estnischen Geheimdienste über die Entdeckung einer unexplodierten Drohne mit fünf Kilogramm Sprengstoff in der Nähe der Grenze zu Russland, die möglicherweise während des Angriffs auf St. Petersburg verloren gegangen war. https://t.me/astrapress/122040

EINKAUFSZENTREN ABGEBRANNT

In der von Russland besetzten Donbas-Zone brannte in dieser Nacht in Jenakijeevo das Einkaufszentrum «Galaktika» mit einer Grundfläche von 8’100 Quadratmetern komplett ab. Zuvor waren laut Anwohnern Explosionen zu hören.

Bereits in der Nacht auf Montag ist ein «Galaktika»-Zentrum in Makijivka mit einer Fläche von 21’410 m² beschädigt worden.

Zum Sinn dieser Operationen in der 2. Front schreiben die ukrainischen Militärblogger von «ExileNovaPlus»: «Die genannten Einkaufszentren wurden unter anderem von Militärangehörigen der Besatzungstruppen besucht, da sie eine grosse Auswahl an Geschäften mit militärischer Ausrüstung boten. Die Angriffe auf die «Galaktikas» können als symbolische Antwort auf die systematische Zerstörung der ukrainischen Handels- und zivilen Infrastruktur durch Russland interpretiert werden.» https://t.me/exilenova_plus/28770

EXPLOSION IN MUNITIONSFABRIK

In Colleferro nahe Rom kam es zu einer riesigen Explosion in der Munitionsfabrik des Rüstungskonzern KNDS. KNDS (Krauss-Maffei Wegmann + Nexter Defense Systems) ist ein führender deutsch-französischer Rüstungskonzern für militärische Landsysteme mit Sitz in Amsterdam, der in Italien Sprengstoff für Artilleriegeschosse herstellt.

Vor der Explosion brach in der Fabrik ein Feuer aus. Nach ersten Angaben soll der Brand in einem Bereich zur Herstellung von Schiesspulver entstanden sein.

Nach ersten Berichten gab es keine Verletzten.

Ob es sich um einen Unfall oder einen Anschlag handelt, ist derzeit nicht bekannt.

https://www.focus.de/panorama/video-zeigt-explosion-von-knds-munitionsfabrik-bei-rom_4cd82a1d-600d-4550-bb3f-d8158aa92c04.html; https://www.facebook.com/watch/?v=28203350982622154

PUTIN DROHT EUROPA

Gekleidet in einer Marineuniform drohte Putin der EU mit dem Entern ihrer Handelsschiffe, als Reaktion auf das jüngste Sanktionspaket. Die Aussagen machte der russische Staatschef am 12. August an Bord des Lenkwaffenkreuzers «Warjag» in der Nähe der Insel Sachalin, wo er Manöver der Pazifikflotte verfolgte.

Am 23. Juli hatte die Europäische Union das 21. Sanktionspaket verabschiedet Die neuen EU-Vorschriften erlauben es den Mitgliedstaaten, Güter zu beschlagnahmen und zu verkaufen, die von Schiffen transportiert werden, bei denen der Verdacht auf Verbindungen zur russischen «Schattenflotte» besteht.

Putin bezeichnete dies als «Piraterie und bewaffneten Raub» sowie als Verstoss gegen das internationale Seerecht. Russland werde im Falle der Durchführung der Beschlagnahmungen auf die gleiche Weise gegen die westliche Handelsflotte vorgehen. Putin sagte, Russland behalte sich das Recht vor, überall auf der Welt zu reagieren, einschliesslich des Einsatzgebiets der Pazifikflotte. https://twitter.com/jarek2025/status/2087867129529868586

GROSSER UMBAU DER ARMEE

Die ukrainische Armee steht vor einem grossen Umbau. Dieser betrifft Führungspersonen der ersten Front, Abbau von Bürokratie und Förderung operativer Freiheiten, aber auch Anpassungen für Drohnenangriffe in der zweiten und dritten Front.

  • Ein Schwerpunkt ist die Verstärkung der kritischsten Abschnitte an der Kampffront, insbesondere im Gebiet Donezk. Besondere Aufmerksamkeit gilt den ukrainischen Operationen rund um Slawjansk, Kostiantynivka und Dobropillia.
  • Es wird zu personellen Veränderungen in der Führung kommen. Erforderlich sind Kommandanten, die sich schneller anpassen können als der Feind, unnötige Bürokratie beseitigen, das Leben der Soldaten schützen und fähigen Offizieren Entscheidungsspielraum geben.
  • Die ukrainischen Luftlandetruppen sollen grössere operative Freiheit und Fähigkeiten auf dem Schlachtfeld erhalten.
  • Die Luftabwehr bleibt eine weitere Priorität. Diese gilt nicht nur für Kyiv und die grossen regionalen Zentren, sondern zunehmend auch für Front- und Grenzgemeinden, die russischen Angriffen ausgesetzt sind.
  • Angepasst werden sollen auch die Fernangriffe. Einige bereits bewilligte Aktionen werden überarbeitet und neue Zielobjekte definiert. Details, Ziele und der Zeitplan werden nicht bekannt gegeben.

Die vier Bereiche besprachen der neu ernannte Oberbefehlshaber Mykhailo Drapatyi, der Generalstabschef Ihor Skybiuk und der amtierende – aber noch nicht gewählte – Verteidigungsminister Yevhen Khmara mit Präsident Volodymyr Zelenskyj. Konkrete Beschlüsse werden in den kommenden Tagen erwartet und teilweise bekanntgegeben. https://twitter.com/mykhailorohoza/status/2087557532801757187

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