#UKRAINE AKTUELL Nr. 1630 (10.8.2026 /8Uhr)

  • Nervöser Kreml vor den Wahlen
  • Mehr Söldner für Putins Armee
  • Nordkorea liefert Arbeiterinnen
  • Grosse Schäden an Kraftwerken
  • Russen greifen zivile Fabrik an
  • Ukrainer zerstören Luftabwehr
  • Türkei verkauft Angriffswaffen
  • Schiffsbesitzer reicht Klage ein

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PUTIN ERHÖHT REPRESSION

Vom 18. bis 20. September 2026 sind in Russland Wahlen zur Staatsduma, dem Unterhaus des sogenannten russischen Parlaments, vorgesehen. Dort haben bisher nur regimetreue Parteien oder Parteien der «regimetreuen Opposition» Sitze. Im Wahlkampf hat sich allerdings eine Partei hervorgetan, die nicht in dieses Schema passt: die Partei «Jabloko». Sie stellt sich gegen den Krieg und kritisiert die diversen Missstände in Russland.

Gemäss dem britischen «Telegraph» hat der Kreml nun die Repression gegen die Opposition vor den Wahlen verstärkt. 23 Jabloko-Politikern wurde die Kandidatur verweigert. Ihnen werden systemkritische Veröffentlichungen vorgeworfen. Dazu gehören Bilder des ermordeten Oppositionellen Alexander Navalny, Verweise auf verbotene soziale Netzwerke oder das Foto eines T-Shirts in Regenbogenfarben.

Von der Partei «Jabłoko» sind acht Mitglieder inhaftiert. Aufgrund einer eingereichten Klage prüft der Oberste Gerichtshof Russlands ein Wahlverbot für diese Partei.

Die britische Zeitung beschreibt Putins Zustand vor den Wahlen als «paranoid». https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/08/08/paranoid-putin-cracks-down-opposition

SÖLDNER FÜR PUTINS ARMEE

Noch verzichtet das Kreml-Regime auf eine breite Mobilisierung für die russische Armee. Nach Angaben von Volodymyr Zelenskyj ist diese für die Zeit nach den Wahlen geplant. Der ukrainische Präsident beruft sich dabei auf Angaben ukrainischer Geheimdienste.

Da die russische Armee pro Monat zwischen 30’000 und 35’000 Soldaten durch Tod, Verletzung, Gefangennahme oder Desertion verliert, muss sie sich weiterhin mit teuer erkauften einheimischen Söldner aufrüsten. In den ersten drei Monaten konnte die Zahl der Neurekrutierungen die Zahl der Ausgeschalteten nicht ausgleichen. Nach einer Analyse von Janis Kluge (Forschungsgruppe: Osteuropa und Eurasien der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik) hat sich die Rekrutierung in den Monaten April bis Juli 2026 allerdings erhöht.

Kluge schreibt: «Die Personalbeschaffung in Russland erholte sich nach einem schwachen ersten Quartal. Im zweiten Quartal verlief sie ähnlich wie im Vorjahr. Basierend auf regionalen Budgetdaten belief sich die Gesamtzahl der neuen Anstellungen auf 93’000, was etwa 1’000 pro Tag entspricht. Die Personalbeschaffung bleibt jedoch weiterhin teurer.»

https://www.swp-berlin.org; https://x.com/jakluge/status/2086377521843421567/photo/1

KOMMENTAR: Pro Tag schaltet die ukrainische Armee zwischen 1’200 und 1’500 russische Soldaten aus Mit einer Rekrutierung von 1’000 Soldaten pro Tag werden diese Verluste nicht ausgeglichen, sodass die Grösse der russischen Armee schrumpft. Ausserdem kostet diese Art der Rekrutierung sehr viel Geld und dieses muss von den einzelnen Regionen aufgebracht werden, die fest zugeteilte Quoten erfüllen müssen. Einige Regionen leiden derart stark unter diesen Kosten, dass sie andere staatliche Aufgaben wie Gesundheit, soziale Ausgaben oder solche für den Strassenbau nicht mehr leisten können. Diese Situation verschärft die inneren Spannungen in Russland.

ARBEITERINNEN IMPORT

Einheitlich gekleidete Arbeiterinnen aus Nordkorea werden aktuell von Russland importiert. Sie werden in Fabriken und auf Bauernhöfen beschäftigt, berichten russische Medien.

Gruppen von bis zu 40 Frauen werden russischen Unternehmen in Online-Anzeigen angeboten. Sie sollen in der Fliessbandproduktion, der Lebensmittel- und Textilindustrie sowie in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Die Frauen dürfen nur gemeinsam arbeiten, und der Arbeitgeber muss ihnen eine separate Etage oder ein separates Gebäude zur Unterbringung zur Verfügung stellen. Die Beschäftigung wird über einen Dienstleistungsvertrag angeboten, ohne dass jede einzelne Mitarbeiterin separat einen legalen Aufenthaltsstatus erhalten muss.

Die Bezahlung beträgt ab 480 Rubel pro Stunde. Das entspricht einem Lohn von 5,10 Euro, was für russische Verhältnisse viel ist. https://t.me/u_now/208266

ZERSTÖRTE KRAFTWERKE

Vor ein paar Wochen warnte Volodymyr Zelenskyj die Ukraine und die Weltöffentlichkeit davor, dass ein «unvorstellbar harter Winter» kommen könne. Er verwies dabei auf die Pläne des Kremls, die Infrastruktur der Ukraine vor den kalten Tagen zu zerstören.

Bei seinem Besuch in Serbien sagte Zelenkyj an diesem Wochenende: «In der Ukraine gibt es nach den Angriffen Russlands praktisch keine intakten Wärmekraftwerke mehr». Aufgrund der massiven Zerstörung der Energieinfrastruktur wird in der Ukraine die neue Heizsaison unter extrem schwierigen Bedingungen beginnen. Gleichzeitig arbeitet die Ukraine weiterhin mit internationalen Partnern an der Stärkung der Energiekooperation, insbesondere mit Serbien. https://www.youtube.com/live/inR_Y–LjxE

ANGRIFF AUF ZIVILE FABRIK

Die russische Armee hat die Fabrik «Kromberg & Schubert» angegriffen und in Brand gesetzt.

Das Unternehmen stellt elektrische Kabelsysteme für die Automobilindustrie her und beliefert unter anderem BMW, Audi, Mercedes-Benz und Volkswagen. Das Unternehmen befindet sich in Schytomir (Zentralukraine), weit weg von der Front  und dort arbeiten rund 3500 Personen.

Nach dem Grossbrand wurde die Produktion vollständig und für unbestimmte Zeit eingestellt. Mitarbeiter kamen beim Angriff nicht zu Schaden. https://t.me/u_now/208213

ABWEHRSYSTEM ZERSTÖRT

Am Wochenende haben ukrainische Drohnen in Südrussland russische Luftabwehrstellungen ausgeschaltet. Es handelt sich um mehrere Komplexe bei der Stadt Gelendschik und in der Region Rostow am Don. Nach Angaben der Drohnenarmee unter der Leitung von Robert «Magyar» Brovdi wurden folgende Komplexe zerstört:

➡️ S-400 «Triumph»-System in Gelendschik, Region Krasnodar;

➡️ Flugabwehrgeschützkomplex «Pantzir-S1» – Jeisk, Region Krasnodar;

➡️ Flugabwehrsystem «Tor» – Pudowy, Region Rostow;
➡️ Radarsystem «Podljot-K1» – Golowatiwka, Region Rostow;
➡️ Radarsystem «Kasta 2E2» – Latonowo, Region Rostow.

Ausserdem hat «Magyars» Drohnenarmee einen Tanker und zwei Frachtschiffe im Schwarzen Meer versenkt. https://t.me/robert_magyar/2718

TÜRKEI LIEFERT ANGRIFFSWAFFEN

Die Türkei plant, der Ukraine ATACMS-Raketen, Raketenwerfer sowie weitere Streumunition und Artilleriemunition zu übertragen.

Es handelt sich um die folgenden Waffen- und Munitionsmengen:

➡️ 12 M270-MLRS-Werfer;

➡️ 70 ballistische M39-ATACMS-Raketen;

➡️ 2’524 ungelenkte 227-mm-Raketen vom Typ M26, ausgerüstet mit DPICM-Streusprengköpfen;

➡️ 47’000 203-mm-Streugeschosse vom Typ M509A1 für die selbstfahrenden Geschütze 2S7 «Pion» und M110.

Die Lieferung wird über türkische, bulgarische und amerikanische Rüstungsunternehmen abgewickelt. Dies berichtet die ukrainische Plattform «Militarnyi» und beruft sich dabei auf ein Protokoll des US-Kongresses vom 6. August.

Bei den russischen Militärbloggern stösst dieser Waffentransfer sauer auf. Der Blogger «Romanov» meldet seinen 150’000 Telegram-Abonnenten den Waffendeal und verweist auf die «Friedengespräche von Istanbul. Milinfolive schreibt, dass die Waffen von den «Türkischen Vettern» geliefert werden und «Julia Wityazeva» beklagt sich, dass dies «kein Friedensplan von Zelenskyj» sei.

https://militarnyi.com/en/news/ukraine-receive-atacms-and-m270-turkey/  ; https://www.govinfo.gov/content/pkg/CREC-2026-08-06/pdf/CREC-2026-08-06.pdf; https://t.me/vityzeva; https://t.me/romanov_92,  https://t.me/milinfolive,

SCHIFFBESITZER WILL KLAGEN

Der türkische Eigentümer des Frachters, «Reyhan Sarı», und 15 Besatzungsmitglieder bereiten eine Beschwerde beim Internationalen Strafgerichtshof vor. Sie behaupten, dass das Schiff vorsätzlich im Schwarzen Meer angegriffen wurde.

Am 22. Juli befand sich die «Reyhan Sarı» auf dem Weg vom russischen Hafen Taman nach Trabzon mit einer Ladung Kohle. Vor Noworossijsk wurde das Schiff von einer Drohne angegriffen: ein Seemann kam ums Leben, mehrere wurden verletzt. Anschließend erreichte das Schiff selbstständig Trabzon.

Am Tag des Vorfalls gab die Ukraine bekannt, dass 13 Schiffe im Schwarzen und Asowschen Meer angegriffen wurden, die zur Unterstützung der russischen Militärlogistik und des Exports von Energieträgern eingesetzt wurden. «Reyhan Sarı» wurde damals aber nicht unter den angegriffenen Schiffen genannt. https://t.me/u_now/208286

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