- Kritische Moskauer Worte
- «Kreml ist ein Superverlierer»
- Neuer Angriff auf Wildberries
- WB-Brand in 2’000 km Distanz
- WB-Rabatte von 10 Centimes
- Raffineriebrand in Jaroslawl
- Russlands Raketenproduktion
- Starlink-Alternative in Betrieb
- Die Zerstörung einer Frontstadt
KRITISCHE MOSKAUER WORTE
Der Moskauer Bürgermeister Sergei Sobianin wird immer wieder als einer der möglichen Nachfolger von Putin genannt. Nun distanzierte sich Sobianin in einem Interview von den primitiven Kriegstreibern im Kreml und den Medien:
«Ständig hören wir davon, dass die gesamte Wirtschaft mobilisiert werden müsse, dass es zu einem Krieg komme und so weiter. Wenn es in unserem Leben keine innere Ruhe gibt – es keine Friedenswirtschaft gibt –, wenn wir keine Steuern erheben, die Leute kein Geld verdienen und die politische Lage völlig anders ist, werden wir im Krieg keinen Erfolg haben. Und Leben zu vernichten, eine normale Wirtschaft zu zerstören, bedeutet, das Land selbst zu vernichten.
Deshalb sind das sinnlose Reden von Leuten, die nicht verstehen, wie moderne Wirtschaft und moderne Kriegsführung funktionieren. Der moderne Krieg hat zwei Fronten: erstens das eigentliche Schlachtfeld, die heisse Front, und zweitens ein gesundes, stabiles Wirtschaftssystem. Ohne beides ist ein Sieg unmöglich.» https://x.com/Gerashchenko_en/status/2085052689373692057/video/1

«SUPERVERLIERER RUSSLAND»
Timothy Snyder ist ein US-amerikanischer Historiker, Professor mit Schwerpunkt Osteuropa und Holocaust-Geschichte an der Yale University und der Universität Toronto. Er schrieb die Bestseller «Bloodlands» oder «Über Tyrannei: 20 Lektionen für den Widerstand». Snyder sagte in einem Interview:
«Russlands Entscheidung, 2014 in die Ukraine einzumarschieren, war für das Land katastrophal und führte dazu, dass Russland zu einem Satellitenstaat oder Klientelstaat Chinas wurde – zu einem «Superverlierer».
Die Russen hätten das nicht tun müssen, sie haben sich bewusst dafür entschieden. Sie hätten eine viel grössere Macht sein können, wenn sie sich zwischen China und dem Westen positioniert hätten.
Stattdessen haben sie sich entschieden, sich auf eine Seite zu stellen, den Westen zu verprellen und in die Ukraine einzumarschieren.
Das Ergebnis unter Putin ist also – auch wenn die Leute Putin als starken Mann sehen –, dass Russland heute viel weniger mächtig ist, als es hätte sein können.
Das meine ich mit «Superverlierer»: Man startet von der Position einer Supermacht aus, verfügt aber über ganz bestimmte «Verlierer-Talente», um diese zu ruinieren.» https://x.com/BohuslavskaKate/status/2083665460151681383/video/1

WILDBERRIES BRAND IM OSTEN
Jekaterinenburg, östlich des Uralgebirges, befindet sich 2’085 Kilometer von der ukrainischen Hauptstadt Kyiv entfernt. Dort schlug heute Morgen ukrainische Kampfdrohnen in die Lagerhalle des Internetgiganten Wildberries ein. Auf Videos ist eine fortschreitende Rauchentwicklung zu sehen. Nach den neusten Angaben brennt das Lager an zwei Stellen.
Dies ist der grösste Logistikkomplex des Unternehmens in der Oblast Swerdlowsk mit einer Fläche von 158’500 m² und ein wichtiger Logistikknotenpunkt von Wildberries in den Ural.
Das Unternehmen bestätigt den Angriff und schreibt, dass «Feuerwehrteams im Einsatz sind». 800 Mitarbeiter wurden evakuiert. Wildberries schreibt: «Die Annahme aktueller Lieferungen ist vorübergehend eingeschränkt; sie werden auf andere Standorte umgeleitet.» https://t.me/exilenova_plus/28326; https://t.me/nvua_official/184806; https://t.me/rwb_press_service/1683

WILDBERRIES MASSNAHMEN
Der als «russisches Amazon» bezeichnete Onlinehändler Wildberries hat auf die Angriffe mit ukrainischen Drohnen reagiert. Sie nennt die Attacken allerdings nicht beim Namen, sondern spricht von «Ereignissen», respektive: «Schäden an Waren aufgrund von höherer Gewalt auf den Logistikstandorten des Unternehmens im Zeitraum vom 18. Juli bis zum 3. August.»
Den russischen Lieferanten, in der Mehrzahl kleinere und mittlere Unternehmen, werden Vergünstigungen beim «Sofortversand» versprochen, die in der Regel 10 Rubel (0.1 Euro, also 10 Cent) betragen. Im Weiteren wurde eine Webseite eingerichtet, auf der die finanzielle Unterstützung für die «Opfer» aufgeführt, aber auch «Kostenlose psychologische Beratungen für Mitarbeiter, Künstler und deren Familien» angeboten wird.
Um den Schutz des Unternehmens zu verstärken, die eine Schlüsselrolle in der russischen Wirtschaft spielt, gab es laut dem Unternehmen «Gespräche auf staatlicher Ebene mit Leningrad Oblast, Republik Tatarstan, Tula Oblast, Iwanowo Oblast, Krasnodar Region. Wir stehen in aktivem Dialog mit Moskau, Rostow, Nižegorodsk und Nowosibirsk sowie vielen anderen Regionen.»
https://t.me/rwb_press_service/1680; https://esg.rwb.ru/measures;
Zur Bedeutung der Angriffe auch lesenswert: «Ukraine Aktuell Nr. 1623 «Warum Wildberries angegriffen wird»: https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1623-3-8-2026-9uhr/)

BENZINKNAPPHEIT
Wie gemeldet, wurde die Grossraffinerie Jaroslawl, nordöstlich von Moskau, am Morgen des 6. August von ukrainischen Drohnen angegriffen. Danach brachen an mehreren Stellen Brände im PJSC «Slavneft-Yanos» Werk aus. An den Angriffen beteiligt waren verschiedene Einheiten der ukrainischen Drohnen- und der konventionellen Armee.
Die Folge war bei den Tankstellen kurz danach sichtbar. Vor den Tankstellen in Jaroslawl bildeten sich kilometerlange Warteschlangen. https://t.me/risk_dept/642; https://t.me/exilenova_plus/28265

GROSSE RAKETENPRODUKTION
Russland steigert die Produktion ballistischer Raketen, während die Ukraine mit einem zunehmenden Mangel an Luftabwehrraketen zu kämpfen hat. Das sich verschärfende Ungleichgewicht droht, den Druck auf ukrainische Städte in den kommenden Monaten zu erhöhen.
Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes produziert Russland derzeit rund 120 ballistische Raketen pro Monat, darunter Iskander-M- und Kh-47M2-Kinzhal-Raketen, sowie 20 bis 25 Zircon-Hyperschall-Marschflugkörper. Ausserdem erweitert Moskau sein Arsenal mit KN-23-Raketen, die von Nordkorea geliefert werden.
Der Militärgeheimdienst geht davon aus, dass der Kreml auf eine Strategie der Zermürbung setzt und versucht, gross angelegte Raketenangriffe zu intensivieren. Derweil wartet die Ukraine auf zusätzliche westliche Luftabwehr-Abfangraketen, die Entwicklung eigener Raketenabwehrsysteme und die Serienproduktion von im Inland hergestellten ballistischen Raketen.
Dem Bericht zufolge sind viele ukrainische Patriot-Starteinheiten derzeit ohne Abfangraketen, wobei sowohl die PAC-2- als auch die PAC-3-Abschussbehälter Berichten zufolge leer sind. Infolgedessen dürfte Russlands wachsendes Arsenal an ballistischen Raketen in den kommenden Monaten eine der grössten Bedrohungen für Kiew und andere ukrainische Städte sowie für die kritische Infrastruktur des Landes bleiben. https://x.com/nstrike1231/status/2085014240398544941

STARLINK-ALTERNATIVE
Russland meldet erste Erfolge im Aufbau einer Alternative zum Starlink-Kommunikationsprogramm: 12 von 16 Satelliten des «Rassvet»-Programms haben ihre Betriebshöhe von 550 Kilometer Höhe erreicht. Sie überfliegen die Ukraine viermal täglich, doch nur zwei bis drei Überflüge finden mit ausreichender Sichtverbindung statt, um eine Verbindung zu Bodenterminals herzustellen. Diese Kommunikationsfenster von jeweils 1 bis 1 ½ Stunden pro Tag kann Russland nutzen, um Marine-, Angriffs- und Aufklärungsdrohnen für seine Angriffe auf die Ukraine zu steuern.
Eine zweite Charge von 16 Satelliten wurde Ende Juli gestartet. Bis Oktober–November sollen sie die Anzahl der Kommunikationsfenster verdoppeln. Bei diesem Tempo wird Russland bis März 2027 eine vierte Charge starten und bis zum Hochsommer 2027 eine nahezu durchgehende Satellitenabdeckung über der Ukraine erreichen.
Das Projekt wird vom «Büro 1440» geleitet und soll eine weltweite Satellitenverbindung für die Kommunikation am Boden als Alternative zu «Starlink» ermöglichen.
https://militarnyi.com/en/news/rassvet-stable-coverage-window-over-ukraine/; https://1440.space/en/

ZERSTÖRUNG EINER FRONTSTADT
Druzhkówka ist eine Stadt in der ukrainischen Region Donezk. Sie steht täglich unter Beschuss durch die russischen Streitkräfte. Die Besatzer greifen sie mit gelenkten Flugbomben, Artillerie und Drohnen an.
Druzhkówka gehört zum Verteidigungsgürtel der ukrainischen Streitkräfte. Der Ort liegt etwa 15 km von der Frontlinie entfernt. https://t.me/u_now/207946
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KORRIGENDUM: Bei der Meldung über die Jagd auf einen ukrainischen Gemüsehändler mit einer russischen Drohne habe ich die falsche Stadt angegeben: Es war Kherson, nicht Kharkiv. Auf der Webseite und auf Facebook wurden diese Fehlmeldung korrigiert.



