- Kreml befahl Raketenangriff
- Städte und Zivilisten als Ziele
- Weitere Wildberries-Lager brennen
- Südrussischer Hafen attackiert
- Drohnen flogen bis 1820 km weit
- Missbrauch in ukrainischer Armee
- Mykhailo Fedorov bleibt standhaft
- Das schäbige Leben einer Russin
RAKETENANGRIFFE AUF STÄDTE
In der Nacht auf heute griff die russische Armee mit mehreren Flugkörpern zivile Wohngebiete in ukrainischen Städten an. Unter Beschuss gerieten Kyiv und die Region Kyiv, Lemberg, Raduschne in der Oblast Dnipro, die Oblast Poltava, Kharkiv, die Oblast Rivne, Ivanofraisk, die Oblast Tscherkassy und die Oblast Vinnizja.

Die russische Armee setzte Raketen vom Typ «Zyrkon» und Marschflugkörper der Typen «X 101» und «Kalibr» ein. Allein auf die westukrainische Stadt Lemberg/Lviv wurden 22 Raketen und Marschflugkörper abgefeuert, berichtet der Bürgermeister. Die meisten hätten rechtzeitig neutralisiert werden können. Dennoch wurden mehr als 20 Wohngebäude sowie Kindergärten und eine Schule beschädigt.

In Kyjv suchten die Bewohner Schutz vor den Raketen in den tiefgelegenen U-Bahn-Stationen.

Im Dorf Raduschne nahe Kryvyj Rih kam eine ganze Familie ums Leben. Zu den Opfern gehören zwei Mädchen im Alter von 5 und 12 Jahren und vier Erwachsene. Acht weitere Personen wurden verletzt, darunter zwei Kinder – ein Junge im Alter von 6 und ein Junge im Alter von 15 Jahren. Als Tatwaffen wurden eine russische «Iskander-M» und eine «Zirkon»-Rakete identifiziert.
Weitere Tote werden aus den Städten Kyiv und Poltava gemeldet. Das ganze Ausmass an menschlichen Opfern ist am Donnerstagmorgen noch nicht bekannt. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten dauern an.
Am Mittwochabend hatte Volodymyr Zelenskyj geschrieben: «Die Russen haben sich vor einigen Tagen auf einen gross angelegten Angriff vorbereitet, und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dieser Angriff in dieser Nacht stattfinden wird. Es ist wichtig, dass unsere Partner vollständig verstehen, was vor sich geht, und dass der Schutz von Menschenleben direkt von ihrer Bereitschaft oder Unbereitschaft abhängt, uns mit Flugabwehrraketen zu unterstützen.»
https://t.me/u_now/; https://t.me/c/; https://t.me/V_Zelenskiy_official/20228

NEUE WILDBERRIES BRÄNDE
Seit heute Morgen brennt in Pensa ein Lager des russischen Onlinehändlers «Wildberries» mit einer Fläche von 90’000 Quadratmetern. Die Luftlinie zwischen dem südöstlich von Moskau liegenden Pensa und Kyiv beträgt 1’040 Kilometer. (Koordinaten: 53.267317,44.791081).

Auch aus Udmurtien, tief im russischen Hinterland, wurden heute Videos eines Einschlags in einem Wildberries-Lager in Sarapul verbreitet. Der Ort befindet sich 1’630 Kilometer von Kyiv entfernt.

Das am Mittwochmorgen in Brand gesetzte Logistik- und Lagerzentrum in Rjasan, südöstlich von Moskau, ist die drittgrösste derartige Anlage des Onlinehändlers «Wildberries». Die Lagerfläche betrug 175’000 Quadratmeter.
Wie Videos belegen, waren mehrere ukrainische FP-1-Drohnen beim Angriff beteiligt. Sie flogen paarweise über Rjasan – einer Stadt mit 518’000 Einwohner – bevor sie bei Wildberries einschlugen. https://t.me/exilenova_plus/27408

BRÄNDE IM HAFEN VON TAMAN
Aus der südrussischen Region Krasnodar werden mehrere Brände im Hafen von Taman gemeldet. Satellitenbilder zeigen starke Wärmeentwicklungen an mindestens 12 Stellen.

Der betroffene Hafen liegt nahe der Kertsch-Krim-Brücke und umfasst mehrere Tank- und Gaslager. Er wird von der Gruppe OTEKO/Tamanneftegaz betrieben. Dort werden pro Jahr 19,9 Millionen Tonnen Erdgas und Erdöl umgeschlagen und das Volumen des Tanklagers erreicht 640’000 m³. https://t.me/Crimeanwind/106043; https://militarnyi.com/uk/news/bpla-urazyly-naftogazovyj-terminal/

1’820 KM ENTFERNT
In der ostrussischen Stadt Perm brennen in der dortigen Ölraffinerie technische Plattformen zwischen den Anlagen AVT-4 und AVT-5. Das ist der Bereich, wo das Erdöl in verschiedene Fraktionen wie Teer, Schweröl, Diesel oder Benzin zerlegt wird. Der Brand ist durch Videos belegt.
Die LUKOIL-«Permnefteorgsintez» ist eine der grössten Raffinerien Russlands mit einer Kapazität von fast 13 Millionen Tonnen pro Jahr. Sie versorgt sowohl den zivilen Sektor als auch die russische Armee mit Treibstoffen.
Die Einschlagstelle befindet sich bei den Koordinaten 57.90961207464139, 56.12301250040115 und die Luftlinie zwischen den Städten Perm und Kyiv beträgt rund 1’820 Kilometer.

MISSBRAUCH IN DER ARMEE
Der Kommandant einer ukrainischen Militäreinheit in der Region Odesa hat etwa 83 Soldaten gezwungen, ein privates Haus für ihn zu bauen. Dies berichtet der Generalstaatsanwalt Ruslan Krawchenko. Zusätzlich wurden die Baumaterialien mit Militärfahrzeugen transportiert.
Der Einsatz der Militärangehörigen auf der privaten Baustelle habe mehrere Monate gedauert.
Der Generalstaatsanwalt schreibt: «Es geht hier nicht nur um die illegale Nutzung staatlicher Ressourcen. Es handelt sich um eine Ablenkung der Soldaten von der Erfüllung ihrer eigentlichen Aufgaben, was unter Kriegsbedingungen direkte Auswirkungen auf die Kampfbereitschaft der Einheit hat.»
Dem Kommandanten, im Dienstgrad eines Majors, droht nun eine Haftstrafe von bis zu 12 Jahren.
https://t.me/ruslan_kravchenko_ua/1159

FEDOROV BLEIBT STANDHAFT
In einem Interview machte der zurückgetretene ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov unter anderem folgende Aussagen:
- Ich werde in der Ukraine bleiben. Ich werde nicht für ein anderes Land arbeiten. Was auch immer ich als Nächstes tue, wird mit diesem Kriegsplan verbunden sein: ein Bereich, eine Technologie, die das Schlachtfeld verändern kann. Das Parlament hat mich als Verteidigungsminister abgesetzt, aber es kann mir weder meine Vision noch meine Ideen nehmen.
- Die Mobilmachung ist ein Trichter. Die Menschen fürchten den Tod, daher müssen wir verschiedene Wege aufzeigen, wie man dienen kann.
- Wir haben den Markt für Ausländer geöffnet, die Einsatzzulage auf 7’000 Dollar angehoben, Korpsversetzungen erlaubt und Verträge eingeführt. Aber wir hätten die Reform öffentlich diskutieren sollen.
- Der neue oberste Befehlshaber der Ukraine, General Drapatyi hat nun beste Chancen, die von uns begonnene asymmetrische Umgestaltung der Armee fortzusetzen. Wir haben Dienstzeiten, Aufschübe und weitere Änderungen eingeführt. Nun müssen die militärischen Vorschriften fertiggestellt werden, damit die Soldaten tatsächlich beginnen, Verträge zu unterzeichnen.
- Die Krim-Strategie hat funktioniert.
- In Saporischschja werden täglich 97–100 % der russischen «Molniya»-Drohnen abgeschossen. Die Initiative hängt von schnellen Entscheidungen ab.
- Im Mai und Juni stellte die Ukraine Rekorde bei der Rückeroberung von Gebieten gegenüber dem Vormarsch Russlands auf und zerstörte Zehntausende Luftziele.
- Die Behauptungen, ich hätte meine Befugnisse überschritten, sind falsch. Ich habe mich nie mit Brigade- oder Bataillontaktiken befasst. Ich habe strategisch gearbeitet.
- Bei der Operation «Auchan» hat die Ukraine 800 russische Fahrzeuge in einem Umkreis von 50–70 km zerstört. Bei «Auchan-2» haben wir spezielle Drohnen gebaut und 250 russische Geschütze zerstört.
- Das eBaly-System (elektronisches System zur Führung und Koordination der Kämpfe) ist das Beste, was uns im Technologiekrieg passiert ist. Die Einheiten brauchen eine schnelle Beschaffung und die Freiheit, das zu kaufen, was funktioniert.
- Das Verteidigungsministerium und der Generalstab können nicht jede Innovation verfolgen oder wissen, was an jeder Frontlinie funktioniert.
https://x.com/Mylovanov/status/2082600310187450557, Video: https://www.youtube.com/watch?v=WbjYc4-OuT0&t=1519s

EIN RUSSISCHES LEBEN
Die russischen Blogger von «Milinfolive» beschreiben das tägliche Schicksal einer Bewohnerin in Putins Reich, ohne den Ort zu nennen, wo sie lebt. Originaltext:
«Jeden Abend macht die 79-jährige Irina Nikonovna ein Feuer im Ofen und hofft, am Morgen lebendig aufzuwachen. Sie hat keine andere Wärmequelle.
Der Ofen ist längst zerstört. Der Rauch geht direkt in den Raum, und neben der Tür liegen bereits verbrannte Stücke von Linoleum. Damit die Funken kein Feuer auslösen, schliesst Irina Nikonovna den zerstörten Bereich mit Karton, Tüchern und einem Stück Metall ab. Aber das hilft kaum.
Ihr ganzes Leben lang hat sie als Lehrerin gearbeitet. Zusammen mit ihrem Ehemann träumte sie davon, in Ruhe im eigenen Haus alt zu werden, den Garten zu pflegen und ihre Lieblingsblumen zu betreuen. Aber ihr Ehemann ist gestorben. Ihre einzige Tochter ist schwer krank und kann ihrer Mutter nicht helfen.
Jetzt lebt Irina Nikonovna allein in einem Haus, in dem jedes Anzünden des Ofens ein Risiko darstellt. Sie bittet nicht um Reichtum oder Komfort. Sie wünscht sich nur, den nächsten Winter in Ruhe zu überstehen und keine Angst mehr vor ihrem eigenen Haus zu haben. Brüder und Schwestern, wenn ihr könnt, helft bitte. Lasst es in Irina Nikonovnas Haus warm sein, und nicht voller Rauch, Angst und drohender Gefahr.» https://t.me/milinfolive/175193



