#UKRAINE AKTUELL Nr. 1613 (24.7.2026 /8Uhr)

  • Rauchsäulen über St. Petersburg
  • Vier Wildberries Lager brennen
  • Angriff auf Raketenfabrik in Kirow
  • Heute wieder Demos für Fedorov
  • «Ukraine gibt keinen Meter ab»
  • 21. Sanktionspaket von Europa
  • Rubio: «Anchorage ist gescheitert»
  • Kasachstan stoppt Weizeneinkauf
  • Putins Schutzstaffel wird grösser

UKRAINISCHER GROSSANGRIFF

Die ukrainische Drohnenarmee hat in der Nacht auf heute eine Vielzahl von Objekten in Russland angegriffen. Insbesondere in St. Petersburg brennen mehrere Lagerkomplexe des Online-Giganten «Wildberries», der unter anderem Güter mit «doppeltem Verwendungszweck» – also für militärische und zivile Verwendung – vertreibt. Über der Stadt sind mehrere Rauchsäulen erkennbar, welche erschreckte Einwohner der zweitgrössten Stadt Russlands veröffentlichen.

Angriffe werden aber auch aus anderen Regionen Russlands und von der besetzten Krim gemeldet:

  • WILDBERRIES-Lager: In Sankt Petersburg ist ein grossflächiger Brand in einem Lagerkomplex des Unternehmens mit dem Namen «Schuschar» auf einer Fläche von etwa 106’000 m² ausgebrochen.
  • WILDBERRIES-Logistik:  In Nowosaratowka, Oblast Leningrad, wurde der Logistikpark «Utkina Sawod» mit einer Fläche von etwa 210’000 m² getroffen. Dort befanden sich Logistikanlagen von Wildberries-Partnern.
  • WILDBERRIES-Lager: In der russischen Stadt Twer steht der Firmen-Lagerkomplex unter Beschuss.
  • WILDBERRIES-Lager: Grosser Brand des Komplexes in Simferopol auf der besetzten Krim.
  • ARMEE-LAGER: In Sankt Petersburg brennt ein Lager des Verteidigungsministeriums.
  • RAKETENFABRIK in Kirow: Brand in der Firma «Avitec». Dort wurden vor allem lenkbare Flugabwehrraketen für die Systeme Tor M1/M2 hergestellt. Ausserdem lieferte «Avitec» Elemente für die Raketen vom Typ X-101 und X-59M2. Die Firma steht unter US-Sanktionen. Kirow befindet sich 1’500 Kilometer von Kyiv entfernt.
  • UMSPANNSTATION: In der Region Kirowskoje auf der Krim brennt eine grosse Umspannstation.

Nach ukrainischen Angaben wurden in dieser Nacht 470 Drohnen in Richtung Russland und der besetzten Gebiete gestartet.

https://t.me/exilenova_plus/; https://t.me/uniannet/; https://t.me/u_now; https: t.me/astrpress ; https://t.me/insiderUKR/; https://t.me/Crimeanwind

DEMOS FÜR FEDOROV

Nach der Entlassung von Olexandr Syrskyj als oberster Befehlshaber wurden die Demonstrationen in der Ukraine eingestellt, weil eine ihrer beiden Hauptforderungen erfüllt war. Heute sollen sie wieder aufgenommen werden. Es bleibt nun nur noch eine Forderung: die Wiedereinsetzung von Mykhailo Fedorov als Verteidigungsminister, damit er die von ihm begonnenen technologischen Reformen des ukrainischen Militärs zum Abschluss bringen kann. Die ursprüngliche Begründung wegen des Streits zwischen Syrskyj und Fedorov sei durch die Entlassung Syrskyjs weggefallen. Die Demonstrationen sollen so lange anhalten, bis die Forderung erfüllt ist.

Mykhailo Fedorov selbst sagte, er sei dankbar für die Angebote von Präsident Volodymyr Zelenskyj, werde aber keine Regierungsrolle ausser der des Verteidigungsministers übernehmen.

Es gebe nur drei Positionen, die den Krieg jenseits des Schlachtfelds direkt prägen: Präsident, Verteidigungsminister und Oberbefehlshaber.

Er argumentierte, dass nur das Verteidigungsministerium ihm die Befugnis gebe, gegen Korruption bei Beschaffungen vorzugehen, die militärische Reform abzuschliessen, asymmetrische Operationen zu planen und eine Kultur der Lügen und Verantwortungslosigkeit zu beenden.

Gemäss neusten Umfragewerten lehnen 72% der Bevölkerung die Entlassung von Fedorov ab.

https://x.com/noelreports/status/2080316297259208838; https://x.com/kyivindependent/status/2080313319773081744; https://x.com/sulkhan/status/2080156545858277548 ;

UKRAINE GIBT KEIN LAND AUF

Kyrylo Budanov, Leiter des ukrainischen Präsidialamts: «Die rote Linie ist für alle einfach und klar. Erstens: Wir geben nichts her. Das wird nicht passieren, egal was irgendjemand versucht.

Was Donbas betrifft, kennen wir eine bestimmte Lösung, die uns vor allem zufriedenstellen wird. Und niemand hier hat das Recht, mit Land zu handeln.

Das Streben nach Frieden ist gesunder Menschenverstand, kein Zeichen von Schwäche. Die Bedingungen für die Erreichung des Friedens können völlig unterschiedlich sein.

Ich glaube nicht, dass irgendjemand in der Ukraine zustimmen wird, den Verlust selbst eines Millimeters unseres Territoriums anzuerkennen. Da bin ich absolut sicher.»

Ausserdem sagte Budanov: «Die Russische Föderation kämpft nicht um Gebiete. Sie kämpft um das Fortbestehen ihres imperialen Mythos. Früher oder später brechen alle Reiche zusammen. Russland bildet da keine Ausnahme.»

https://x.com/dakdar22/status/2080274847360295191; https://x.com/crimeanvoyager/status/2079939605785084320

21. SANKTIONSPAKET DER EU

Die Europäische Union hat ihr 21. Sanktionspaket verabschiedet. Es beinhaltet unter anderem Massnahmen gegen

… 170 Organisationen und 48 Personen;

… Mehr als 100 Banken und Kryptowährungsanbieter;

… Über 40 Schiffe aus Russlands «Schattenflotte»;

… Mehrere Ölraffinerien in Russland und Weissrussland;

… Mehr als 50 Unternehmen des russischen militärisch-industriellen Komplexes, darunter Hersteller von Langstrecken-Drohnen.

Die neuen Massnahmen zielten darauf ab, die russische Wirtschaft und Kriegsmaschinerie weiter zu schwächen. Das sagte Kaja Kallas, die Hohe Vertreterin der EU für Aussenpolitik. Ihrer Ansicht nach werde der Kreml erst dann an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn die Kosten für die Fortsetzung des Krieges zu hoch würden.  https://x.com/nexta_tv/status/2080326373076299861

USA SUCHEN AUSWEG

Am Donnerstag trafen sich der russischen Langzeit-Aussenminister Sergei Lawrow und der US-Aussenminister Marco Rubio. Nach dem Treffen machte Marco Rubio einige interessante Aussagen:

  • Die zwischen Trump und Putin besprochenen Vereinbarungen in Alaska vom letzten August gelten nicht mehr. Rubio: «Anchorage ist gescheitert».
  • Rubio: «Wir müssen also neue Vorschläge und Ideen finden, denn dieser Vorschlag war für die Ukraine damals sicherlich nicht akzeptabel, und ich glaube nicht, dass er für sie heute akzeptabel ist. Tatsächlich ist er für sie wahrscheinlich noch weniger akzeptabel.»
  • Rubio: «Wenn Frieden einkehrt, dann wird das an neuen Ideen und neuen Konzepten liegen. Und wir sind bereit, einige davon im richtigen Rahmen und in der richtigen Form anzubieten, wenn sich die Gelegenheit ergibt und die Bedingungen stimmen. Wir sind bereit, diese Rolle auf positive Weise zu übernehmen.»
  • Rubio sagt, die Ukraine töte monatlich 20’000 Russen. Die Ukraine schätzt die Zahl auf mindestens 30’000. Rubio: «Trump möchte, dass die Ukrainer in Frieden leben und den Wiederaufbau vorantreiben können und dass nicht mehr wöchentlich 5’000 junge Russen sterben.»

Das russische Aussenministerium verbreitete eine ganz andere Darstellung: «Während des Treffens mit Rubio bekräftigte Lawrow erneut die Bereitschaft Russlands, den Konflikt in der Ukraine zu lösen, sowie sein Bekenntnis zu den in Anchorage getroffenen Vereinbarungen.»

https://x.com/yasminalombaert/status/2080214241550766446;  https://x.com/Mylovanov/status/2080303629840318710/video/1; https://x.com/noelreports/status/2080234921583329351; https://x.com/natalkakyiv/status/2080332522249203827

KASACHSTAN STEIGT AUS

Am Wochenende wurde bekannt, dass China das Erdgas-Pipeline-Projekt «Siberia-2» auf Eis gelegt hatte und damit die Exporte Russlands nach China einschränkt.

Gleichzeitig hat auch Kasachstan (früher ein Teil der UdSSR) der russischen Exportwirtschaft einen Schlag versetzt. Kasachstan hat alle Importe von russischem Weizen offiziell verboten. Der Grund: Das von Moskau stark subventionierte Getreide hat den kasachischen Binnenmarkt zerstört und die eigenen Bauern zur Aufgabe der Produktion genötigt. Nun entschied sich die kasachische Regierung, die eigene Wirtschaft zu schützen, anstatt Putins vom Krieg zerrüttete Finanzen zu stützen.

Russland und Kasachstan gehören der von Russland angeführten «Eurasischen Wirtschaftsunion» an. Sie soll den «freien Warenverkehr» gewährleisten. Dass Kasachstan gegen die Regeln verstösst, um russisches Getreide zu blockieren, beweist, dass der Block unter der Last regionaler Instabilität faktisch zerbrochen ist.

Der Blogger Jarl Finland schreibt: «Russland lernt auf die harte Tour, dass ein verwundbarer, isolierter Ölstaat keine wirklichen Freunde hat – nur Nachbarn, die ihre eigenen Interessen schützen.» https://twitter.com/jalle51/status/2078538833956950215

Ebenfalls diese Woche wurde bekannt, dass der Transport kasachischen Öls zum Schwarzen Meer gestoppt wurde. Grund sind die ukrainischen Angriffe auf Tanker der russischen Schattenflotte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Kasachstan ist gezwungen, den Öltransport zu seinem wichtigsten Exportterminal an der russischen Küste des Schwarzen Meeres einzustellen. Dies gefährdet den Export des Landes, das keinen eigenen Zugang zum Meer hat. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-07-21/kazakhstan-to-stop-piping-oil-to-black-sea-after-tanker-attacks

PUTINS SCHUTZ WÄCHST

Der Kreml hat eine weitere Aufstockung des russischen Föderalen Schutzdienstes (FSO) angeordnet. Der FSO ist die Behörde, die für den Schutz der obersten Führung des Landes zuständig ist. Dies ist bereits die vierte Aufstockung seit Februar 2022. Ab heute wird die Zentrale des FSO von 785 auf 812 Mitarbeiter anwachsen. Anfang 2022 waren es noch 725 Mitarbeiter.

Westliche Medien hatten zuvor berichtet, dass der Kreml nach dem Attentatsversuch auf den Obersten Führer des Iran besorgter sei über mögliche Angriffe auf Putin, darunter auch solche mit Drohnen.

Infolgedessen tritt der Mann, der den Krieg begonnen hat, nun seltener in der Öffentlichkeit auf. Während seiner Reisen wird er zunehmend von gepanzerten Fahrzeugen, elektronischen Kampfsystemen und Hubschraubern begleitet.

https://x.com/nexta_tv/status/2071882668094968297; Siehe auch «Putin wird schwer bewacht»: https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1577-18-6-2026-8uhr/

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