- Demonstrationen weiten sich aus
- «Hoffnung ist eine gewaltige Kraft»
- General Syrskyj nicht mehr tragbar
- Zelenskyj sucht neue Lösungen
- Fedorov-Vertrauter wird Berater
- Besatzer bereiten Evakuierung vor
- Minus zwei strategische Bomber
- Verurteilung eines Putin-Kritikers
- 500%-Sanktionen im US-Senat
- Russland tötete 298 Passagiere
DEMOS WEITEN SICH AUS
Im Gegensatz zu Russland kann in der Ukraine demonstriert werden und genau das taten gestern und in der Nacht auf heute mehr Menschen als am Tag zuvor.
Die Proteste gegen die Entlassung des ukrainischen Verteidigungsministers Mykhailo Fedorov gingen in den zweiten Tag, wobei Demonstranten in Kyiv und anderen Städten «Fedorov zurück» und «Syrskyj muss weg» skandierten. Eine Demonstration mit geschätzt 10’000 Personen fand in Kyiv auf dem Iwana-Franko-Platz direkt vor dem Präsidialamt statt.

Weitere Kundgebungen unterschiedlicher Grösse wurden aus Lemberg, Odesa, Dnipro, Ternopil, Poltava, Kharkiv, Mykolajiv, Ivano-Frankiwsk und anderen Städten gemeldet. In Kharkiv musste die Demonstration in die Metrostationen verlegt werden, weil russische Drohnen die Stadt angriffen.
Die Demonstranten forderten die Wiedereinsetzung von Mykhailo Fedorov, kritisierten die fehlende Begründung für seine Entlassung und drängten das Parlament, die Parlamentspause zu beenden und unverzüglich einen Verteidigungsminister zu ernennen.
Europmaidan-Media schreibt: «Damals im Jahr 2004 und dann wieder 2014, als wir noch jung und schön waren, haben wir an der „Orangen Revolution“ und den „Winter on Fire“-Protesten, auch bekannt als Euromaidan, teilgenommen. Heute schauen wir uns dieses Video aus Kyiv mit Freude an, denn wir sind fest davon überzeugt, dass die ukrainischen Seelen, ganz gleich welchen Alters, niemals besiegt werden können. Ehre sei unseren Mitbürgern!»
https://x.com/kyivpost/status/2078233872643367148; https://t.me/exilenova_plus/25450; https://x.com/euromaidanpr/status/2078182943424446703; https://x.com/kyivpost/status/2078142011379454434; https://x.com/euromaidanpr/status/2078213609851912484; https://x.com/noelreports/status/2078213594823450695:

HOFFNUNG ALS KRAFT
Der ukrainische Journalist Illia Ponomarenko schreibt:
«Tatsächlich kann ich Ihnen eine sehr einfache und umfassende Erklärung dafür geben, was den Kern der aktuellen grossen politischen Krise und der Proteste gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Fedorov in der Ukraine ausmacht.
Der Grund dafür ist, dass Fedorovs kurze Amtszeit zusammen mit den beeindruckenden Erfolgen der ukrainischen Streitkräfte in der Luft und auf See dem ukrainischen Volk vor allem eines gegeben hat: HOFFNUNG.
Hoffnung, dass dieser schreckliche Krieg mit seinen entsetzlichen Opfern und seinem ungeheuren Heldentum in etwas weit Besserem enden könnte als – im besten Fall – dem bitteren und demütigenden „Frieden“ für die heldenhafte Ukraine, der sicherlich nichts weiter als eine kurze Atempause vor einem noch größeren Albtraum wäre.
Es ist die Hoffnung, dass das Gute letztendlich über das Böse triumphieren wird, dass das Leben den Tod überwinden und das Licht die Dunkelheit besiegen wird, dass es in dieser Welt wahrhaftig Gerechtigkeit gibt und dass das große, abscheuliche Böse, verkörpert durch das faschistische Russland, für seine Verbrechen bestraft wird.
Und wer weiss, wie sich die Geschichte noch entwickeln mag – vielleicht führt uns diese Hoffnung eines Tages zurück in unsere Heimat, nach Donezk, Luhansk, Mariupol, Melitopol, Berdjansk oder auf die Krim, die uns so heimtückisch geraubt wurde.
Und Hoffnung ist eine gewaltige Kraft.
Ich rate jedem dringend davon ab, sich den Ukrainern in den Weg zu stellen, die endlich ein Licht am Ende des Tunnels der Dunkelheit und eine Quelle echter, guter Hoffnung erblickt haben.» https://twitter.com/iaponomarenko/status/2078242016308183347

SYRSKYJ NICHT MEHR TRAGBAR
Yaroslav Trofimov, Chefkorrespondent für Aussenpolitik des «Wall Street Journals» schreibt über den derzeitigen ukrainischen Generalstabschef Olexandr Syrsykj:
«Syrskyj mag ein grossartiger Feldherr sein oder auch nicht, doch das spielt mittlerweile keine Rolle mehr. In einem Krieg, in dem die gesamte Nation kämpft und die Armee aus einer Million ehemaliger Zivilisten besteht, darf der Befehlshaber nicht so unbeliebt sein, dass er landesweit Proteste auslöst – auch nicht bei Veteranen und sogar bei aktiven Soldaten.» https://x.com/yarotrof/status/2078247328037921073
Der deutsche Militärblogger «HC Strien» schreibt: «Der Krieg wandelt sich gerade so schnell, dass Taktik und Führungsstil, die anfangs Siege brachten, heute unter Umständen fatal sind. Dann braucht es Generäle, die beides anpassen – was Syrskyj offenbar zu wenig macht.» Der deutsche Blogger bezieht sich dabei auf eine Untersuchung des ukrainischen Militärbeobachters Yuri Chornomorets der schreibt: «Ich kann bestätigen, dass wir im Zeitraum 2023–2024 aufgrund wiederholter Gegenangriffe zur Rückeroberung von Baumgrenzen und Ruinen enorme Verluste erlitten haben, und all dies verlief nach dem gleichen Muster.» https://x.com/strien9/status/2078123114127302936 ; https://x.com/Y_Chornomorets/status/2078074158043336881

ZELENSKYJ SUCHT LÖSUNGEN
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj traf sich am Freitag getrennt voneinander mit dem Militärtechnologie-Experten Serhii «Flash» Beskrestnov und dem Kommandeur des 3. Armeekorps (AZOV), Andrii Biletskyi. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Weiterentwicklung der Militärtechnologie, die Stärkung der Verteidigung der Ukraine, die Lage an der Front sowie der Truppenbedarf. https://x.com/zelenskyyua/status/2078128126807159289
Beskrestnov war Teil des Teams des zum Rücktritt gezwungenen Verteidigungsministers Mykhailo Fedorov und trat aus Protest zurück. Nun soll Beskrestnov von Zelenskyj zu seinem persönlichen Berater für die Weiterentwicklung der Verteidigung ernannt worden sein, berichten ukrainische Medien. https://x.com/noelreports/status/2078187074608411102
Ausserdem gab Zelenskyj bekannt, er habe Ihor Klymenko das Amt des Sekretärs des Nationalen Rates für Sicherheit und Verteidigung der Ukraine angeboten. Er sagte, die Rolle werde sich auf die Koordination des Sicherheits- und Verteidigungssektors, die Überwachung der Umsetzung von Entscheidungen und die Rüstungsproduktion konzentrieren. Eigentlich wollte Zelenskyj den bisherigen Innenminister als Verteidigungsminister installieren, aber das Parlament verweigerte diese Ernennung. https://x.com/NOELreports/status/2078106472035090557

KRIM BEREITET EVAKUIERUNG VOR
Die russischen Besatzungsbehörden auf der vorübergehend besetzten Krim erstellen Evakuierungslisten für die Familienangehörigen der Schwarzmeerflotte und der zivilen Mitarbeiter.
Wie jetzt bekannt wurde, hat Admiral Sergei Pinchuk, Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte und Leiter der Territorialgarnison Sewastopol, die Evakuierung mit einem dringenden Telegram eingeleitet. Die Militäreinheiten waren angewiesen worden, diese Listen bis zum 10. Juli vorzulegen.
Die Anweisung gilt für alle Militäreinheiten und Organisationen innerhalb der Garnison Sewastopol. Die Kommandobeamten wurden angewiesen, der Erfassung von Daten zu Familien und zivilen Mitarbeitern Vorrang einzuräumen, um sich auf mögliche Evakuierungsmassnahmen vorzubereiten. https://twitter.com/maks_nafo_fella/status/2078191512429469918

MINUS ZWEI BOMBER
Auf dem Flugplatz Saky auf der besetzten Krim bereitete sich eine russische Su-24M auf einen weiteren Angriff auf die Ukraine vor. Die Drohneneinheit der Nationalgarde hatte jedoch das Flugzeug aufgespürt und angegriffen. Eine erste Drohne traf die Nase des Flugzeugs. Die zweite zielte auf die Treibstofftanks und machte das Flugzeug endgültig unbrauchbar. Dies teilte die «OMEGA» Einheit am 16. Juli mit. https://x.com/euromaidanpress/status/2077991199261053347
Ausserdem kam es zur Zerstörung eines anderen strategischen Bombers vom Typ Tu-95MS auf dem Flugplatz Engels-2 vor ein paar Tagen. Volodymyr Zelenskyj meldete diese Zerstörung, 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Mit Hilfe solcher Flugzeuge greift die russische Armee ukrainische Städte an, indem aus ihnen Hyperschallraketen und gelenkte Bomben abgeworfen werden.
Auch die russische Seite bestätigte den Verlust des Bombers: «Ich habe keine guten Nachrichten für Sie bezüglich der Tu-95. Natürlich kann man argumentieren, dass die Menschen am Leben sind und das das Wichtigste ist. Das ist in der Tat das Wichtigste. Es ist nur so, dass wir solche Flugzeuge nicht mehr bauen. Wir bauen sie schon seit langer Zeit nicht mehr.» https://x.com/zelenskyyua/status/2078070330514383249; https://x.com/bayraktar_1love/status/2078171207220817925

VERURTEILUNG IN MOSKAU
Ein Moskauer Gericht hat den (ehemals) kremlfreundlichen Blogger Ilja Remeslo wegen der Verbreitung von „Fake News“ über die russische Armee zu zwei Monaten Haft verurteilt; die Behörden führten „politischen Hass“ als sein Motiv an. Über die Verurteilung berichtet die russische Medienplattform Meduza.
Remeslo war im März dieses Jahr aufgefallen, als er mehrere Putin-kritische Artikel auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichte. Kurz danach wurde er von den russischen Sicherheitskräften verhaftet und in die Psychiatrische Klinik Nr. 3 in St. Petersburg eingeliefert.
https://meduza.io/en/news/2026/07/17/after-a-now-formerly-pro-kremlin-blogger-criticized-putin-in-march-he-spent-a-month-in-a-psychiatric-hospital-now-he-faces-two-more-months-in-pretrial-detention; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1487-20-3-2026-9uhr/

SANKTIONEN FÜR SENAT BEREIT
Richard Blumenthal, demokratischer Senator der USA veröffentlichte auf seiner Webseite das von ihm und dem vor einer Woche verstorbenen republikanischen Senator Lindsey Graham vorgeschlagene Gesetz.
Der «Sanctioning Russia Act of 2026» wurde vom Senat registriert und soll in Kürze zur Abstimmung kommen. Der Gesetzvorschlag wird gemäss Blumenthal von mindestens 60 Senatoren unterstützt. Der US-Senat umfasst 100 Senatoren.
Das Sanktionspaket will unter anderem jene Länder mit einem 500% Zoll bestrafen, die russisches Erdöl oder Uran beziehen. https://www.blumenthal.senate.gov/imo/media/doc/sanctioning_russia_act_bill_text.pdf

RUSSLAND TÖTETE 298 PASSAGIERE
Am 17. Juli 2014 schossen sogenannte russisch-ukrainische Separatisten ein Passagierflugzeug ab und töteten dabei 298 unschuldige Menschen.
Der Malaysia-Airlines-Flug MH17, der von Amsterdam nach Kuala Lumpur unterwegs war, wurde über dem russisch besetzten Osten der Ukraine von einem russischen Buk-Raketensystem abgeschossen. Es gab keine Überlebenden.
Eine internationale Untersuchung kam zu dem Schluss, dass der Raketenstarter zur 53. Flakraketenbrigade Russlands gehörte, die in Kursk stationiert ist. Ein niederländisches Gericht verurteilte später drei Männer für ihre Rollen bei dem Angriff.
Zwölf Jahre später leugnet Russland weiterhin die Verantwortung, während die Verurteilten in Russland bleiben und vor der Justiz geschützt werden. https://x.com/gloooud/status/2078113637848265145



