UKRAINE AKTUELL Nr. 1606 (17.7.2026 / 8Uhr)

  • Sondernewsletter zu Fedorov
  • Kriegswichtige Tage in der Ukraine
  • Demos gegen Armeechef Syrskyj
  • Fedorov kämpfte gegen Korruption
  • Drei Rücktritte aus Solidarität
  • Zelenskyjs 1. Kandidat gescheitert
  • Zelenskyj bringt 2. Kandidaten
  • Entsetzen über Zelenskyjs Wahl
  • Parlament in der Sommerpause
  • Kritik Fedorovs an Armeechef
  • Was Zelenskyj und Syrskyj sagen
  • Es gibt eine Syrskyj-Alternative
  • Neuer Ministerpräsident gewählt
  • Verfahren gegen korrupte Minister
  • Kritik eines Veteranen aus Kanada

KRIEGSENTSCHEIDUNG IM HERZEN

Und zudem ein allgemeiner Hinweis: Dieser Newsletter ist extrem lang, aber angesichts der schwerwiegenden Vorgänge in Kyiv finde ich dies notwendig und hoffe auf Ihr Interesse und Ihre Geduld.

In der Ukraine gibt es in dieser Stunde kriegsentscheidende Vorgänge. Dies ist mein Eindruck aus der Ferne nach all den Meldungen der letzten 30 Stunden. Aus diesem Grund zuerst ein Kommentar und dann die Meldungen.

KOMMENTAR

Volodymyr Zelenskyj, der bisher auf internationaler Ebene den Stolz und die Widerstandskraft der Ukraine repräsentierte und im Innern mit seinen täglichen Botschaften den Glauben an ein Überleben hochhielt, ist dabei, einen kriegsentscheidenden Fehler zu machen. Es geht um Personalpolitik, aber vor allem geht es um den Kampf für die Herzen der Ukraine, denn diese Herzen führen die Waffen und bauen die Häuser nach jedem Terrorangriff wieder auf.

Zelenskyj riskiert diese Herzen, wenn er an Olexander Syrskyj als Generalstabschef festhält und den bisherigen Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov gehen lässt.

Wenn ein sowjetisch ausgebildeter und denkender General eines kleinen Landes gegen sowjetisch ausgebildete und denkende Generäle eines grossen Landes antritt, dann gewinnt nicht das kleine Land. Wenn aber ein modern denkender und fähiger Stratege eine asymmetrische Kampfführung erfolgreich umsetzt, dann ändert sich das Bild auf dem Schlachtfeld. Und wenn dabei die Waffen günstiger bezogen werden können, weil sie keinen Korruptionsaufschlag mit sich schleppen, dann ist das zum Vorteil der Ukraine und schliesslich auch Europas.

Mykhailo Federov repräsentiert alle diese positiven Eigenschaften. Und es ist eben kein Zufall, dass sich das Blatt seit Anfang Jahr geändert hat: Die Erfolge in der zweiten Front («Logistik-Lockdown») und in der dritten Front («Fern-Sanktionen») sind eben nicht zufällig mit der Amtszeit von Fedorov verbunden, der seit Januar im Amt ist. All das zeigte sich auch in einer wieder optimistischeren Stimmung im ukrainischen Volk, die bis vor drei Tagen da war. Wenn heute die Menschen auf die Strasse gehen und für jemanden demonstrieren, der Grund für den Optimismus ist, dann passiert das, weil das ukrainische Volk an den Sieg glaubt und glauben will.

Soweit meine Einschätzung oder in wenigen Worten gesagt: Es ist einfacher Syrskyj zu ersetzen als Fedorov.

«SYRSKYJ RAUS – FEDOROV REIN»

Die Demonstrationen für den Verbleib von Mykhailo Fedorov begannen am Donnerstag um 10 Uhr morgens zuerst in Kyiv vor dem Parlamentsgebäude und später in anderen Städten. Mehrere tausend Menschen versammelten sich während des ganzen Tages und blieben bis in die späten Abendstunden.

Zu Beginn war die Mehrheit der Slogans für die Rückkehr von Fedorov und gegen Korruption, später richtete sich der Fokus auf den amtierenden Generalstabschef und die Forderung lautete «Syrskyj muss weg!».

An den Demonstrationen nahmen auch Journalisten teil. So schrieb die eher regierungsfreundlich eingestellte Medienplattform «United24 Media»: «Heute stellt UNITED24 Media alle Veröffentlichungen vorübergehend ein. Wir sehen uns bei der Demonstration.»

https://x.com/ChristopherJM/status/2077641130196230210/video/1 ; https://x.com/JimmySecUK/status/2077808982454833361/video/1; https://united24media.com/world/today-united24-media-is-pausing-all-publications-see-you-at-the-protest-20822

KORRUPTION IM MILITÄR

Mykhailo Fedorov wurde am Donnerstag zum Thema Korruption befragt. Hier seine vollständige Antwort:

«Vom ersten Tag an haben wir ein neues, datengestütztes Beschaffungssystem eingeführt. Zuvor erstellte der Generalstab eine Liste der Unternehmen und Produkte, die gekauft werden sollten. Wir beschlossen, bei den zehn qualitativ hochwertigsten Unternehmen jeder Kategorie einzukaufen. Deshalb werden 80 % der Drohnen von Top-Lieferanten bezogen – denn an der Front gab es viel Schrott. Und 20 % über Ausschreibungen.  

Zweiter Schritt. Wir haben offene Ausschreibungen gestartet. Zunächst haben wir 155-mm-Granaten gekauft. Ein Unternehmen war gegen die Ausschreibung, nahm aber dennoch teil und senkte den Preis pro Granate um 1’000 US-Dollar. Allein bei der Artillerie haben wir über 100 Millionen US-Dollar eingespart.  

Dann haben wir eine Ausschreibung für 160’000 Angriffsdrohnen mit mittlerer Reichweite gestartet. 59 Unternehmen haben sich beworben. Das ist unser Wettbewerbsvorteil. Die Einsparungen werden bei 20–30 % liegen. Wenn das Budget hier bei über 20 Milliarden UAH liegt, dann sind 20 % Einsparungen eine riesige Summe, die in etwas anderes investiert werden kann.  

Wir haben eine grosse Anzahl von Verträgen gestoppt, die direkt zwischen bestimmten ukrainischen Unternehmen und ausländischen Firmen unterzeichnet wurden. Verträge, von denen ich bei meiner Ankunft noch nicht einmal wusste.

Als Staat haben wir uns zwar schlecht verhalten, indem wir die Geschäftsstrategien einiger Unternehmen gestört haben, aber andererseits: Warum sollten wir Granaten kaufen, von denen wir einen Überschuss haben, während uns andere Typen fehlen?»

Wir haben versucht, so viele Ausschreibungen wie möglich sowohl für Tiefenangriffsdrohnen als auch für FPV-Drohnen zu starten, da dies enorme Einsparungen bringt und den Unternehmen die Chance gibt, am freien Markt teilzunehmen.  

Korruption ist weit verbreitet. Es gab Abteilungsleiter im Verteidigungsministerium, die von bestimmten privaten Unternehmen ernannt worden waren. Das waren Abteilungsleiter, die an Sitzungen des Verteidigungsministeriums nicht teilnahmen, wenn nicht Mitarbeiter bestimmter Strafverfolgungsbehörden anwesend waren. Wir haben angefangen, diese Leute zu entlassen, zu entlassen, zu entlassen.

Einmal gab es einen Fall, in dem ein Direktvertrag mit einem bestimmten Unternehmen diskutiert wurde – etwas, das wir von diesem Unternehmen kaufen wollten. Sie hatten Gewinnspannen von 200–300 %. Es gehört einer bekannten Person, die nicht in der Ukraine lebt.

Nach Gesprächen mit dem Generalstab haben wir dieses Unternehmen ausgeschlossen, aber alles, was bei diesem Treffen gesagt wurde, wurde dem gesamten Markt bekannt. Wir haben einen Lügendetektortest durchgeführt und diese Personen ausfindig gemacht.  

Es gibt also viele solcher Geschichten, und strukturell hat sich bereits ein Wandel vollzogen. Dies wird zu Haushaltseinsparungen führen, sodass wir weiterkämpfen und das Geld für das ausgeben können, was wir wirklich brauchen. » https://twitter.com/zer0corruption_/status/2077711331717791936

PARLAMENT MACHT PAUSE

Das ukrainische Parlament, die Werchowna Rada, hat am Donnerstag die von Volodymyr Zelenskyj vorgeschlagenen Regierungsmitglieder bestätigt, mit Ausnahme des Verteidigungsministers und des Aussenministers. Diese Entscheidungen werden frühestens am 18. August, nach der Sommerpause des Parlaments, gefällt.

Mykhailo Fedorov ist von all seinen Funktionen im Verteidigungsministerium entbunden. Seine Rolle wird vorübergehend von seinem Stellvertreter Oleksii Vyskub übernommen. Vyskub war seit 2019, damals noch im Ministerium für digitale Transformation, der engste Mitarbeiter von Fedorov. https://twitter.com/blyskavka_ua/status/2077776060125479300

RÜCKTRITTE AUS SOLIDARITÄT

  • Der stellvertretende Kommandeur der Luftstreitkräfte, Pawel Lazar, hat seinen Rücktritt eingereicht. Er erklärte, dass er sich 2022 den Verteidigungskräften angeschlossen habe, um «zu siegen, und nicht um eine blosse Nachahmung von Aktivitäten zu betreiben», und dass er diese Entscheidung im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Mykhailo Fedorov von seinem Amt als Verteidigungsminister getroffen habe.
  • Serhii Sternenko, Berater von Fedorov, tritt zurück und sagt: Heute unser Staat deutlich weiter von einem Sieg entfernt. Man habe vieles verändern können, aber die richtigen Reformen hätten noch nicht einmal begonnen.
  • Serhii „Flash“ Beskrestnov ist ein Spezialist für Drohnentechnologie. Er war im April durch einen gezielten Drohnenangriffs der Russen verletzt worden. Beskrestnov ist nun aus dem Team ausgetreten und nannte Fedorov den besten Verteidigungsminister in der gesamten Geschichte unseres Landes.

ZELENSKYJS NEUER KANDIDAT

Der von Volodymyr Zelenskyj vorgeschlagene Nachfolger für das Amt des Verteidigungsministers hatte am Donnerstagmorgen im ukrainischen Parlament keine Chance. Am frühen Donnerstagabend nannte Zelenskyj einen neuen Kandidaten. Es handelt sich um Jewheni Khmara, Leiter der legendären Streitkräfte-Sondereinheit «Alpha».

Zu den Fähigkeiten von Khmara sagte Zelenskyj: «Jewgeni Khmara hat umfangreiche, in vielerlei Hinsicht beispiellose Erfahrungen bei der Durchführung technologischer Angriffsoperationen gesammelt. Genau darauf muss sich unsere Verteidigung in diesem Krieg konzentrieren.»

Die Ernennung erfolgt offenbar etwas sehr kurzfristig, denn gemäss Zelenskyj soll Khmara parallel die Arbeit der Sondereinheit «Alpha» weiterführen.

Zelenskyj sagte nicht, ab wann Khmara die Funktion übernehmen soll. Sicher ist, dass das ukrainische Parlament darüber bestimmen muss, welches erst wieder am 18. August zusammentritt.

https://t.me/V_Zelenskiy_official/19984

ENTSETZEN ÜBER ZELENSKYJ

«Special Kherson Cat / @bayraktar_1love» (460’000 X-Follower) zur Absetzung von Fedorov: «Das sieht nach einer selbstverschuldeten Wunde wie aus dem Lehrbuch aus: unpopulär in der Öffentlichkeit, vom Militär kaum verstanden und schädlich für Veränderungen, die gerade erst begonnen hatten, sich in die richtige Richtung zu bewegen. Es erfordert echtes Talent, eine so sinnlose Entscheidung zu treffen.» https://x.com/bayraktar_1love/status/2077459710274416807

«OSINT Defender» (2,3 Mio X-Follower):  «Fedorovs Entlassung hängt möglicherweise mit seiner Weigerung zusammen, lukrative Aufträge an wichtige Akteure im ukrainischen Verteidigungs- und Sicherheitsbereich zu vergeben – was denjenigen, die Zelenskyj als korrupten Staatschef brandmarken, unabhängig von der tatsächlichen Sachlage weitere Argumente liefert.» https://x.com/sentdefender/status/2077558012357554341

KRITIK AN ZELENSKYJ

Der vormalige Aussenminister Dmytro Kuleba sagt zum Konflikt zwischen Syrskyj und Fedorov: «Wenn Zelenskyj diesen Knoten durch die Entlassung von Fedorov durchschneiden würde, sollte er auch Syrskyj entlassen.» und zum «Ultimatum» von Syrskyj an Zelenskyj: «Wenn sich jemand an der Macht unantastbar fühlt und glaubt, er könne jedes Problem mit dem Präsidenten regeln, wird er selbst zum Problem. Das Problem beginnt, wenn sich ein Machtzentrum allmächtig fühlt und behauptet, es könne über alles entscheiden.» https://www.youtube.com/watch?v=0VLXxv8heGE

AUSAGEN VON FEDOROV

In einer Medienkonferenz sagte der bisherige Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov unter anderem:

  • «Ich brauche das Amt des Verteidigungsministers nicht, um Verteidigungsminister zu sein. Ich brauche das Amt des Verteidigungsministers, um den Krieg zu gewinnen. In der derzeitigen Konstellation, in der Syrskyj Oberbefehlshaber ist, sehe ich nicht, wie das gelingen soll.»
  • «Als der Präsident sagte, er habe nicht vor, Syrskyj zu entlassen, habe ich zugestimmt – es ist seine Entscheidung als Oberbefehlshaber, und ich werde lernen, mit ihm zusammenzuarbeiten. Aber alle unsere Initiativen sind auf eine völlige Blockade gestossen. Und Syrskyj ist nicht bereit, Probleme offen und von Angesicht zu Angesicht zu besprechen. Er ist bereit, an Sitzungen teilzunehmen, Intrigen zu spinnen und zu glauben, dass jemand Kampagnen gegen ihn anordnet. Und er hat ein Ultimatum gestellt. Und anstatt herauszufinden, wie man Russland asymmetrisch besiegen kann, hat er herausgefunden, wie man das Land spaltet.»
  • «Entscheidungen wurden oft nicht auf der Grundlage von Daten getroffen, sondern nach dem Prinzip der Loyalität, was die Schaffung neuer Kompetenzzentren, die Umgestaltung der Führungsstruktur und die Gewinnung von Fachkräften behinderte.»
  • Die Ukraine braucht keinen „Mann mit dem Knüppel“, der sie gewaltsam an die Front dränge. Seiner Meinung nach hätten die Ukrainer die Russen nicht dank Syrskyjs autoritärem Führungsstil aufgehalten, sondern weil sie diese Entscheidung selbst getroffen hätten. Soldaten gehen bewusst Risiken ein, um ihre Familien zu verteidigen. Deshalb muss die Armee ihre Herangehensweise grundlegend ändern: Sie muss Respekt zeigen, normale Verträge anbieten, klare Dienstbedingungen schaffen, die Möglichkeit der Rotation gewährleisten, soziale Unterstützung bereitstellen und Kommandeure einsetzen, die den Menschen zuhören und ihre Führungsrolle unterstützen
  • «Ich habe keine politische Karriere aufgebaut, keine eigenen Unternehmen gegründet, mich nicht mit Geschäften beschäftigt. Es gab keine Korruptionsskandale, keinen Aufbau von irgendwelchen Systemen von meiner Seite.»

https://x.com/front_ukrainian/status/2077695720455323936 ; https://www.facebook.com/frank.obenaus.3/posts/pfbid02znUfMeMdXBZZHW8emBbaYSPvQA32hJqgh3pBWrRXzVqR5Rszxbg7CQxHyQpEjTbwl; https://x.com/lyryevhen/status/2077689752237506619 https://x.com/front_ukrainian/status/2077694154717462585; https://x.com/hromadske/status/2077696258219639202; https://x.com/apostrophe_ua/status/2077697745066856536

AUSSAGEN VON ZELENSKYJ

Fedorovs Rückzug als Verteidigungsminister ist in der Verantwortung von Volodymyr Zelenskyj. Er hat sich aber bisher nur spärlich dazu geäussert. Gestern geschah das so:

«Ohne mich setzen sie sich nicht an einen Tisch, es kommt zu Konflikten. Der Präsident sollte in einer solchen Situation während des Krieges keine Partei ergreifen. Ich wünsche mir wirklich Einigkeit. Die Parteien haben diese jedoch nicht gefunden. Und das ist nicht nur das Problem der Parteien, sondern auch meines. Ich entbinde mich nicht von meiner Verantwortung. (…)  Die Entscheidung über die Besetzung der Posten des Verteidigungsministers und des Außenministers wird zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.» https://x.com/maks_nafo_fella/status/2077719879830933604

AUSSAGEN VON SYRSKYJ

Der jetzige Generalstabschef Olexandr Syrskyj hat sich grosse Ehren bei der Verteidigung von Kyiv beim russischen Überfall im Februar 2022 erworben. Gestern sagte er:

  • Ich bin stolz darauf, dass die Verteidigung Kiews die Hauptstadt im Jahr 2022 gerettet hat. Deshalb können die Menschen heute hier Besprechungen abhalten, Pläne ausarbeiten und Entscheidungen treffen.
  • Ich danke Mykhailo Fedorov für seine Arbeit als Verteidigungsminister. Ich hoffe, dass er dem ukrainischen Team treu bleibt.
  • Ich werde alles tun, damit die Ukraine frei und unabhängig bleibt.
  • Um die Freiheit der Ukraine zu bewahren, müssen wir uns auf den Krieg und auf eine Strategie konzentrieren, die bereits Ergebnisse bringt.

DIE ALTERNATIVE ZU SYRSKYJ

Der Befehlshaber der Vereinigten Streitkräfte, General Mykhailo Drapatyi, sprach sich am 16.Juli öffentlich für den scheidenden Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov aus und erklärte in einem Facebook-Beitrag, dass der Amtsantritt von Fedorovs Team im Verteidigungsministerium einen echten Versuch darstelle, das Militärsystem zu verändern. Drapatyi gilt in grossen Kreisen in der Ukraine als fähige Alternative zum jetzigen Generalstabschef Olexandr Syrskyj.

Drapatyi schreibt, dass Fedorovs Team versucht habe, die Vorgehensweisen innerhalb des Militärsystems zu ändern und Probleme anzugehen, deren Folgen für Soldaten und Kommandeure unmittelbar spürbar seien. Er erklärte, dass die Truppen in den vergangenen sechs Monaten im Verteidigungsministerium einen Partner gewonnen hätten, der nicht nur die Bedürfnisse der Armee deckte, sondern auch einen neuen Ansatz, schnellere Entscheidungsfindung und Unterstützung für diejenigen forderte, die bereit seien, Verantwortung zu übernehmen.

Und als Kritik an der derzeitigen obersten Militärführung schreibt Drapatyi: «Ein Kommandant hat kein Recht, zu Problemen zu schweigen, insbesondere wenn deren Kosten in verpassten Chancen, verlorener Zeit und Menschenleben gemessen werden. Schweigen schützt die Armee nicht.» https://www.facebook.com/MykhailoDrapatyi/posts/pfbid02tdoD7jPhU3NdMB9UHt6xhBziPdTPHB1xhFMxQE66zBBAaRPAnEmRfGrTGnS2mJ4Zl

NEUER MINISTERPRÄSIDENT

Serhiy Koretskyi ist der neue Ministerpräsident der Ukraine. Vor seiner Ernennung zum Ministerpräsidenten hatte sich Serhiy Koretskyi einen hervorragenden Ruf als einer der führenden Krisenmanager der Ukraine im staatlichen Energiesektor erarbeitet.

Im November 2022 wurde er zum Leiter der verstaatlichten Energieriesen Ukrnafta und Ukrtatnafta ernannt. Unter seiner Führung durchlief Ukrnafta einen tiefgreifenden Wandel und entwickelte sich von einem stark defizitären Unternehmen zu einem der profitabelsten staatlichen Unternehmen des Landes und zu einem wichtigen Steuerzahler.

Nach diesem Erfolg übernahm er die Rolle des Vorstandsvorsitzenden bei Naftogaz der Ukraine, wo er die Effizienz des Unternehmens weiter steigerte und die Energieunabhängigkeit der Ukraine stärkte. https://x.com/gloooud/status/2077689246421295220

NEUE MINISTER UNTER VERDACHT

Mindestens zwei der von Volodymyr Zelenskyj vorgeschlagenen Mitglieder der neuen Regierung stehen unter Korruptionsverdacht.

Dies trifft auf den bereits gewählten Ministerpräsidenten Serhiy Koretskyi zu. Kyrylo Shevchenko, ehemaliger Leiter der ukrainischen Zentralbank, schreibt, dass gegen Koretskyi ein Korruptionsverfahren aus seiner Zeit beim staatlichen Ölkonzern Ukrnafta läuft. Bei der Anti-Korruptionsbehörde NABU werde der Fall unter der Nummer 52024000000000080 seit Februar 2024 geführt.

Koretskyi soll Ausschreibungen umgangen haben und Material zu überhöhten Preisen bei Firmen von Freunden und seiner Frau bezogen haben. Der zu viel bezahlte Betrag belaufe sich auf rund 4,5 Millionen US-Dollar. https://x.com/kshevchenkoreal/status/2077706846618415133

Der zweite Verdacht richtet sich gegen den neuen Leiter des Innenministeriums Ivan Vyhivsky. Die ukrainische Medienplattform Bihus-Info hatte bereits 2024 über seltsame Vorgänge in Vyhivsky familiärem Umfeld geschrieben. Es geht um nicht erklärbare Firmenanteile an einem grossen Kraftstoffunternehmen von dessen Schwester, die als Lehrerin arbeitet. Nicht erklärbar seien auch der Immobilienbesitzt von Vyhivskys Partnerin und seine Schwiegermutter habe der neue Innenminister regelmässig mit neuen Autos versorgt. Vyhivsky wurde vom Parlament bestätigt.  https://x.com/bihusinfo/status/2077779402331459807

KRITISCHE STIMME AUF KANADA

Mykhailo Rohoza ist ein Veteran der ukrainischen Armee, der heute in Kanada lebt. Er schreibt seinen 33’000 X-Abonnenten:

«Dieser neue Konflikt, der zu einer öffentlichen Blamage geworden ist und echte Probleme auf dem Schlachtfeld zu verursachen droht, macht mehrere Dinge sehr deutlich.

Erstens geht es bei den Sitzungen des Stabes des Oberbefehlshabers mit dem Präsidenten offenbar weniger um die Lösung dringender Probleme als vielmehr um Machtkämpfe. Das war bereits der Fall, als Jermak und Zelenskyj Zaluschnyj (Generalstabschef vor Syrskyj) durch ständige interne Machtkämpfe aus dem Amt drängten. Es geschah auch hier erneut, wobei sich die Sitzungen zu einem Tauziehen zwischen Syrskyj und Fedorov entwickelten. Unterdessen spielte Zelenskyj die Rolle des weisen und unentbehrlichen Salomon: „Ohne mich können sie nicht einmal gemeinsam an einem Tisch sitzen.“

Zweitens: Anstatt den alten Mann (Syrskyj) in seine Schranken zu weisen, spielt der Präsident sein Lieblingsspiel: Er sorgt dafür, dass aus dem Militär keine neuen politischen Rivalen hervorgehen. Syrskyj ist in dieser Hinsicht äusserst praktisch, weshalb man ihm gestattete, parallele Befehlsketten in der Armee aufzubauen. Es ist kein Zufall, dass Drapatyi heute zum ersten Mal seit langer Zeit von echten statt nur kosmetischen Veränderungen im Militär sprach.

Drittens hat Selenskyj ein bemerkenswertes Talent dafür, langjährige Verbündete und Mitglieder seines eigenen Teams zu Feinden zu machen.» https://x.com/mykhailorohoza/status/2077765965186470009

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