UKRAINE AKTUELL Nr. 1599 (10.7.2026 / 8Uhr)

  • Mehr als 50 Schiffe angegriffen
  • No Sprit: Gouverneur klagt an
  • Putin will Rache, nicht Frieden
  • Peking: Kein A-Waffen-Einsatz!
  • Panik & Propaganda des Kremls
  • Ukrainische Schläge gehen weiter
  • Lastwagen-Chauffeure als Ziele
  • Leere Regale in der Donezk-Zone
  • 4’000 Kulturgüter beschädigt

NO SPRIT: TANKERMASSAKER

Die Ukraine hat innerhalb von nur fünf Tagen mehr als 50 Schiffe im Schwarzen Meer und im Azovschen Meer getroffen, die im Dienst Russlands unterwegs waren. Allein in den letzten 24 Stunden wurden 14 Schiffe in Brand gesetzt oder unterschiedlich schwer beschädigt. https://sbs-group.army/subdivision/usf_grouping/

Bei den Zielen handelte es sich um Tanker der «Schattenflotte», Frachtschiffe sowie Fähren, die alle versuchten, Benzin auf die Krim zu liefern. https://x.com/wartranslated/status/2075333018915365192

«Es wird kein Benzin geben. Ihr könnt aufhören zu warten. Das Spiel fängt gerade erst an», warnte das ukrainische Verteidigungsministerium die Besatzer der Krim-Halbinsel.

https://x.com/visegrad24/status/2075151115125948618;  www.facebook.com/danieleferCIA/posts/pfbid0NYWPdmUYEFbuSkf5b2V9oSF6zfSxTieYtjbGKPMsfysxfogh152Yce4ia1fq2j1Wl 

NO SPRIT: GOUVERNEUR KLAGT AN

Igor Artamonov, der Gouverneur der russischen Region Lipezk, forderte die Ölkonzerne auf, nicht länger zu lügen und Informationen über Störungen bei der Kraftstoffversorgung der Region zu verschleiern: «Es ist inakzeptabel, dass Unternehmensvertreter bei einer Sitzung der regionalen Katastrophenschutzzentrale behaupten, sie seien trotz der allgemeinen Knappheit bereit, in Betrieb befindliche Tankstellen mit Kraftstoff zu versorgen, nur damit die Einwohner wenige Stunden später das Gegenteil erleben: geschlossene Tankstellen, kein Benzin und Warteschlangen, in denen die Menschen die ganze Nacht warten.

Wenn kein Kraftstoff vorhanden ist, muss der Region die Wahrheit gesagt werden. Wenn eine Lieferung unterbrochen ist, muss dies offen kommuniziert werden. Wenn die versprochenen Mengen nicht geliefert werden können, sollten die Menschen dies im Voraus erfahren – und nicht erst, nachdem sie die Nacht damit verbracht haben, in der Schlange zu warten», sagte Artamonov gegenüber der Geschäftsführung von LUKOIL, Rosneft und Gazprom Neft. https://x.com/Gerashchenko_en/status/2075164500370595996

PUTIN WILL RACHE

Angriffe auf Ölraffinerien haben Putin in Rage versetzt und seine Entschlossenheit, den Krieg fortzusetzen, nur noch verstärkt. Dies teilten mehrere dem Kreml nahestehende Quellen der Nachrichtenagentur Reuters exklusiv mit. Der Diktator zeigt sich fest entschlossen und ist nach wie vor davon überzeugt, dass Russland den Donbas bald einnehmen wird.

Jegliche Versuche, ihn vom Gegenteil zu überzeugen oder ihn zu Verhandlungen zu bewegen, werden von Putin entschieden zurückgewiesen.

Eine Quelle von Reuters sprach von einer «hohen Wahrscheinlichkeit» einer weiteren Eskalation in den kommenden Monaten und warnte, Putin werde blutige Rache für das nehmen, was er als seine Demütigung und seine Misserfolge auf dem Schlachtfeld ansieht. https://www.reuters.com/world/europe/putin-likely-escalate-ukraine-war-despite-trump-peace-push-sources-say-2026-07-09/

PEKING WARNT DEN KREML

Seit Russlands Armee in der Ukraine Boden verliert und die Angriffe ukrainischer Drohnen gegen Ziele in Russland zunehmen, verlangen Kreml-Propagandisten den Einsatz von taktischen Atomwaffen gegen die Ukraine. Mit gezielten, örtlich begrenzten Schlägen soll der ukrainische Widerstand gebrochen werden. Beim NATO-Gipfel in Ankara hat der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj aufgedeckt, dass Russlands Verbündeter China diese Haltung absolut nicht teilt. Zelenskyj sagte:

«Einige europäische Staats- und Regierungschefs sagten mir, sie hätten mit chinesischen Vertretern gesprochen, und China habe sehr ernst, sehr scharf und sehr deutlich auf die Forderungen in den russischen Medien bezüglich bestimmter Fähigkeiten reagiert, einschließlich des möglichen Einsatzes von Atomwaffen. (…) Es ist wichtig zu betonen, dass nicht nur die Europäer, nicht nur Amerika, sondern auch China – und ich glaube, das ist das erste Mal – sehr klar und scharf reagiert hat; sie haben, wie mir die Staats- und Regierungschefs berichteten, direkt in Form eines Ultimatums reagiert und erklärt, dass der Einsatz von Atomwaffen nicht einmal in Betracht kommen darf.»

Audioaussage von Zelenskyj (ukrainisch) https://x.com/KaterynaLis/status/2075383772837486666/video/1; Übersetzung: https://x.com/katerynalis/status/2075383772837486666

PANIK, DROHUNG, PROPAGANDA

Mit einer Dreifachstrategie reagiert der Kreml auf den Druck durch die Ukraine und internationale Akteure, darunter die USA und China.

Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, trat nach dem NATO-Gipfel sichtlich verunsichert vor die Medien. Zur Idee, dass die westlichen Staaten den Luftraum über der Ukraine sperren könnten, sagte Peskow: «Wir müssen verstehen, wie gründlich diese Frage ausgearbeitet wurde, wer sie ausgearbeitet hat und so weiter.» https://x.com/nexta_tv/status/2075208488335147102/video/1

Währenddessen spielte Putins Aussenminister Sergei Lawrow bei seinem Besuch in Mozambik die Kreml-Opferkarte: Der Vorrat an gutem Willen des Kremls sei aufgebraucht und Russland werde dem Westen nie mehr glauben, dass er Verhandlungslösungen wolle. Der Westen imitiere nur Gesprächsbereitschaft und stelle inzwischen offene Ultimaten. https://x.com/AnnaDeMilanese/status/2075328578917474537/video/1

Und mit Hilfe der Zürcher «Weltwoche» kann auch der wegen seiner faschistischen Hetzreden bekannte Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow dem deutschsprachigen Publikum seine Sicht darlegen. Gegenüber dem Hauptschriftenleiter Roger Köppel behauptet Solowjow unwidersprochen, dass Russland mit dem Überfall auf die Ukraine nicht Land wollte, sondern der russischsprachigen Bevölkerung im Donbas half. https://www.youtube.com/watch?v=MYqXFxRf5pQ; https://www.journal21.ch/artikel/wir-muessen-den-feind-gnadenlos-vernichten

SCHLÄGE GEHEN WEITER

Volodymyr Zelenskyj hatte dem Kreml eine Frist von 40 Tagen gegeben, um endgültig in Verhandlungen einzusteigen. Dies war vor drei Wochen. Seither verschärft die Ukraine die Angriffe auf Ziele in Russland (3.Front) und Ziele hinter der Kampfzone in den besetzten Gebieten (2. Front) täglich.

In der letzten Nacht wurden folgende Angriffe aus der 2. Front gemeldet:

  • In Shakhtarsk, besetzte Zone in Donezk, wurde eine Umspannstation angegriffen;
  • In Asow, russische Region Rostow am Don, wurden das «Azowski Optisch-Mechanische Werk» und der Ölhafen angegriffen;
  • In Taganrog, russische Region Rostow am Don, brennt ein Hafenterminal der Firma Kurgannefteprodukt;
  • In Ilsky, russische Region Krasnodar, brennt eine Ölraffinerie;

https://twitter.com/exilenova_plus

NULL-TOLERANZ IN DER 2. FRONT

Jeder russische Lastwagenfahrer, der zur Versorgung der Militärfront oder der besetzten Gebiete beitrage, sei ein «legitimes militärisches Ziel». Dies erklärte Robert «Magyar» Brovdi, der Chef der ukrainischen Drohnenarmee und Leiter der «Magyar-Vögel» in einem Video.

Ihre Fahrzeuge seien für ukrainische Drohnen vorrangige Ziele und die Fahrer würden zusammen mit ihrer Ladung verbrennen, wenn sie sich nicht unverzüglich nach Rostow zurückziehen. Brovdis: «Steig nicht hinter das Steuer eines LKWs auf dem Landkorridor nach Krim, um schnelles Geld zu machen, selbst wenn dich der dreifache Tarif lockt.» https://t.me/robert_magyar/2571

Die Drohung von Brovdi hat Substanz. Gemäss dem französischen Militärblogger Clément Molin haben ukrainische Drohneneinheiten allein in der ersten Juliwoche 2026 über 240 russische Versorgungs-Lkw aufgespürt und vernichtet. Mindestens 80 dieser Angriffe legten Tanklastzüge in Schutt und Asche. https://x.com/clement_molin/status/2074858217931157893

LEERE REGALE IN DONEZK

Die von Russland besetzte Zone Donezk gehört zum Bereich der 2. Front und die Schläge der ukrainischen Armee haben auch dort Auswirkungen auf die Logistik. Nicht nur die Versorgung mit Benzin, sondern auch die mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs sind erschwert. Dies zeigen Aufnahmen aus einem Lebensmittelgeschäft in Donezk, veröffentlicht vom belarussischen Blogger Maxim Mirovich.

Er schreibt dazu: « In Donezk ist die echte UdSSR zurückgekehrt – leere Regale in den Geschäften mit diesen unverkennbaren weißen Regalsystemen und trostlosen Reihen von Konserven.

Vor genau 14 Jahren war Donezk Austragungsort der Fussball-Europameisterschaft, und Touristen aus aller Welt sahen eine saubere, schöne, wohlhabende europäische Stadt – die im Laufe von mehr als einem Jahrzehnt der Besatzung schlichtweg zerstört wurde.» https://x.com/mirovichmedia/status/2074778920042336599

SCHADEN AN 4’000 KULTURGÜTERN

In der ukrainischen Stadt Lwiw/Lemberg treffen sich in diesen Tagen 250 Teilnehmer aus 38 Ländern zum Thema Wiederaufbau der Kulturgüter in der Ukraine und die Verantwortung Russlands. An der internationalen Konferenz wird bei 55 Podiumsdiskussionen über ukrainische Geschichte, Kultur und den Widerstand gegen die russische Propaganda gesprochen.

Die ukrainische Vizepremierministerin Tetjana Bereżna sagte, dass im mittlerweile vierjährigen Krieg Russlands gegen die Ukraine etwa 4’000 Kulturgüter beschädigt oder zerstört worden seien. Bisher konnten 5 Millionen Euro für die Wiederherstellung der Kulturgüter gesammelt werden. Der gesamte Schaden am Kulturerbe – verursacht durch die russische Aggression – wird von der Weltbank auf 20 Milliarden Dollar geschätzt. https://t.me/u_now/204969

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