- Angriffe in die Tiefen Russlands
- Öl- und Chemiewerke brennen
- «Licht aus»-Operation auf der Krim
- 9 Tanker im Azov-Meer angegriffen
- Fedorovs digitale Armee-Revolution
- Anklage gegen ukrainischen Beamten
WEITERE FERNANGRIFFE
Die gut mit dem ukrainischen Militär vernetzten Blogger von «ExileNovaPlus» verbreiten am Mittwochmorgen erneut exklusives Material von drei Angriffen in den Tiefen Russlands.

- In der Nacht auf heute haben ukrainische Drohnen den Ölraffineriekomplex in Nischnekamsk/Nizhnekamsk in der Region Tatarstan angegriffen. Die Stadt mit 240’000 Einwohnern befindet sich 1’500 Kilometer von Kyiv entfernt. Videos von Anwohnern zeigen drei Brandherde und hoch aufsteigende Rauchwolken. Die Raffinerie ist eine der modernsten Anlagen Russlands und spezialisiert auf die Herstellung von Autobenzin, Dieselkraftstoff nach Euro-5-Standard und anderen Erdölprodukten.
- Zudem brennt seit heute in Nischnekamsk das Petrochemische Werk «Nizhnekamskneftekhim»: Die Chemiefirma ist einer der wichtigsten russischen Hersteller von Ethylen, Polyethylen, Polypropylen und synthetischem Kautschuk.
- Ebenfalls seit Mittwochmorgen brennt in der Stadt Ufa eine Ölanlage. Ufa befindet sich 1’750 Kilometer von Kyiv entfernt. Beim Brandort handelt es sich um den Knotenpunkt «Tscherkassy» der «Transneft-Ural»-Pipeline. Durch die Station verlaufen die Hauptölpipelines TON-1, TON-2, TON-3 und Ust-Balyk – Kurgan – Ufa – Almetievsk, über die Rohöl aus Westsibirien zu den Ölraffinerien in Baschkortostan und Tatarstan transportiert wird. Die Angaben wurden von OSINT-Fachleuten bestätigt.
https://t.me/exilenova_plus; https://t.me/u_now/204885;

GROSSANGRIFF AUF ROSTOW
Rostow am Don in Südrussland befindet sich in der Zone der zweiten Front, wo die ukrainische Armee insbesondere die Logistik angreift. In der zweiten Nacht in Folge gab es dort einen Grossangriff. Der russische Gouverneur Juri Slyusar berichtet, dass in 11 Bezirken von Rostow «etwa siebzig Drohnen zerstört» wurden.
Als einziges konkretes Ziel nannte der Gouverneur heute Morgen zwei Tanker, die im Taganrog-Becken im Azov-Meer getroffen worden seien. Die Schiffe hätten sich auf dem Weg nach Rostow am Don befunden und seien leer gewesen. Der Gouverneur schreibt: «Auf einem der Schiffe musste die Besatzung evakuiert werden». Weitere Angaben wurden keine gemacht.
Ganz anders lauten die Angaben der ukrainischen Drohnenarmee «SBS» unter der Führung von Robert «Magyar» Brovdi. Gemäss der «SBS» wurden in den letzten 24 Stunden im Azovschen Meer 9 Tankschiffe der «Schattenflotte» getroffen. Für die letzten 72 Stunden nennt «SBS» folgende Treffer: 19 Tanker, 1 Trockengutschiff und eine Fähre bei Kertsch.
https://t.me/Yuri_Slusar/6347; https://t.me/robert_magyar/2573;

OPERATIONEN AUF DER KRIM
Auf der Krim gibt es grossflächig keine Versorgung mit elektrischem Strom. Das Foto zeigt eine Nachtaufnahme aus Jewpatorija im Westen der noch von Russland besetzten Halbinsel, wo der Strom vollständig ausgefallen ist.
Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) – der Inlandgeheimdienst – berichtet über folgende neue Operationen auf der Krim: «Die „Alfa“-Einheiten griffen den Flugplatz „Dschankoj“ auf der Krim an, wo die Relaisstationen der Drohnen „Orion“ sowie Waffen- und Techniklager zerstört wurden. Ausgeführt wurden auch Angriffe auf die Infrastruktur des Hafens „Krim“ in Kertsch sowie auf Munitions- und Treibstofflager.» https://t.me/SBUkr/18023
Die ukrainische Drohnenarmee «SBS» berichtet über die Ausschaltung von 16 Umspannwerken in der Nacht zum Mittwoch im Rahmen der Aktion «Krimischer Schalter off». Satellitenbilder belegen die Brände bei den beiden Elektro-Unterstationen «Nizhegorodskaya» 110/35/10 kV auf der Halbinsel Krim und «NS-3» 220/35/10 kV bei der Landzunge Kertsch.
Weiterhin keinen Strom liefern die Umspannwerke im Norden der Krim, die in den vorherigen Tagen ausgefallen sind: PSE 110/35 kV «Vypasnoye» im Dschankoj-Bezirk, PSE 220/35/10 kV «Krasnoperekopsk» und PSE 35 kV «Yany Kapu» in Krasnoperekopsk sowie PSE 220 kV «Titan» in Armjansk.
https://sbs-group.army/subdivision/magyars_birds; https://t.me/exilenova_plus/24759; https://t.me/Crimeanwind/104198

FEDOROVS REVOLUTION
Michajilo Fedorov leitete das ukrainische Ministerium für «digitale Transformation» und führte die staatliche Organisation in ein neues Zeitalter. Seit Anfang des Jahres ist Fedorov Verteidigungsminister und auch dort hat das junge Regierungsmitglied einiges verändert:
- Sämtliche Kampfhandlungen werden in einer zentralen Datenbank registriert und ausgewertet und alle Armeeinheiten arbeiten über eine einheitliche Software-Plattform.
- Ausserdem sorgte Fedorov dafür, dass die «Starlink»-Nutzung durch die russische Armee abgeschaltet wurde.
- Solche Massnahmen sind wesentliche Gründe für die Erfolge der ukrainischen Armee in den letzten Wochen.
Fedorov äusserte sich in einem Interview mit der ukrainischen Plattform «TCH» ungefiltert über die aktuellen Themen der ukrainischen Armee und Verteidigung:
- Die Ukraine habe derzeit eine günstige Gelegenheit und werde in den nächsten sechs Monaten einen Vorteil auf dem Schlachtfeld haben.
- Die russischen Angriffe auf zivile Infrastruktur sind eine Qual, werden aber keinerlei Auswirkungen auf das Geschehen auf dem Schlachtfeld oder die Waffenproduktion haben.
- Die ukrainische Raketentechnik wird in diesem Krieg alles verändern – und den Status der Ukraine in der Welt. Es gibt keine finanziellen Probleme bei der Entwicklung der ukrainischen Raketentechnik. Wie unser Präsident sagte: Sie wird es geben, und sie wird Russland treffen.
- Ich habe keine Bedenken hinsichtlich der Qualität von «FirePoint» (ukrainischer Konzern für Drohnen- und Raketentechnik) – die Soldaten setzen diese Drohnen weiterhin erfolgreich ein.
- Bei Beschaffungen verlangen wir neu immer Ausschreibungen. Unsere erste Artillerie-Ausschreibung brachte Einsparungen von 16–20 %, über 100’000’000 Dollar bei einem einzigen Vertrag. Bei allen Drohnenbeschaffungen erwarten wir Einsparungen von rund 20 %.
- Die Umgestaltung des ukrainischen Militärs ist wie eine Herzoperation, bei der die Ausrüstung fehlt, es keinen Strom und keine geeigneten Injektionen gibt – und man sie trotzdem durchführen muss, damit das Herz weiter schlägt.
- Der durchschnittliche Sold der Infanterie wird bei etwa 7’000 Dollar pro Monat liegen. Bei den Sturmtruppen liegt er bei bis zu 460’000 Hrywnja, also etwa 10’000 Dollar. Schon jetzt kommen Ausländer, um für diese Soldbeträge zu kämpfen. Wenn wir sie weiter erhöhen, wird das unsere Frontlinie weiter stärken.
- Einige Politiker versuchen, unsere Arbeit zu untergraben. Aber das ist ein Problem, das uns alle betrifft – die Landstreitkräfte, die Polizei, den Oberbefehlshaber, den Generalstab. Wir sitzen alle im selben Boot und versuchen, das Land zu retten. Diese Probleme zu lösen, ist meine Pflicht.
In einem weiteren Interview sagte Michajilo Fedorov:
- Russland hat vor wenigen Tagen 30 ballistische Raketen auf Kyiv abgefeuert. Das ist das Maximum, was Putin vorweisen kann. Er kann auf dem Schlachtfeld keine Fortschritte erzielen und seine Ziele nicht mit Shaheds oder Marschflugkörpern erreichen. Also feuert er alles auf Zivilisten ab und nennt das Stärke.
- Getroffen wurde die Kyiver Pechersk-Lawra (Höhlenkloster) und angegriffen werden Wohngebäude, in denen Zivilisten leben. Putin zerstört Kultur. Er will zeigen, dass Russland noch etwas erreichen kann – aber das funktioniert nicht. Das ist eine Qual, keine Strategie. Es ändert nichts.
- Fast alle Marschflugkörper des jüngsten Angriffs wurden abgefangen, die meisten davon von F-16-Kampfflugzeugen. Sie erzielen hervorragende Ergebnisse. Sie schützen weiterhin unser Land und unsere zivile Infrastruktur. Dafür danken wir insbesondere den Niederlanden.
Originalinterview 93 Minuten Länge: https://www.youtube.com/watch?v=cTobgzbBMMY; Schlüsselstellen mit englischen Untertiteln: https://x.com/NOELreports/status/2066957946899111967/video/1 https://x.com/Mylovanov/status/2067169386717200611/video/1; https://x.com/Mylovanov/status/2067169391834284494/video/1; https://x.com/Mylovanov/status/2067169396020097189/video/1; https://x.com/Mylovanov/status/2067169399086141596/video/1; https://x.com/mylovanov/status/2067169380706770993; https://x.com/Mylovanov/status/2068036511467974957/video/1

ANKLAGE GEGEN EX-DIREKTOR
Der ehemalige Direktor des Departments für militärtechnische Politik und Waffenentwicklung des ukrainischen Verteidigungsministeriums ist wegen illegaler Waffengeschäfte angeklagt worden. Der Mann war 2023 für die Beschaffung von 250 Einheiten von 120-Millimeter-Mörsern zuständig. Es soll sich dabei weitgehend um defektes Material gehandelt haben, welches der ukrainischen Armee geliefert wurde. Die als «Überschussware» bezeichneten Mörser wurden von einer ungeprüften ausländischen Firma geliefert.
Der Inlandgeheimdienst der Ukraine (SBU) deckte die Affäre auf. Der SBU schreibt: «Die Lieferung von minderwertigen Waffen schadete der Verteidigungsfähigkeit der ukrainischen Streitkräfte. Insbesondere die Verwendung defekter Mörser in Kampfsituationen stellte eine Bedrohung für das Leben und die Gesundheit des Artilleriepersonals an der Front dar.»
Dem fehlbaren Chefbeamten drohen bis zu 6 Jahren Gefängnis wegen Amtsmissbrauch mit schweren Folgen. https://t.me/SBUkr/18024


