UKRAINE AKTUELL Nr. 1596 (7.7.2026 / 8Uhr)

  • Russland grösste Raffinerie brennt
  • Reichweite der Drohnen: 3’400 km
  • Sibirien fürchtet ukrainische Drohnen
  • Krimbesatzer erhalten kein Benzin
  • Mehrere Brände in der zweiten Front
  • «Der entscheidende Kampf im Himmel»
  • Bereits 19 Tote in Kyiv geborgen

GRÖSSTE RAFFINERIE BRENNT

Russlands grösste Raffinerie, jene von Omsk, brennt seit Montagnachmittag. Nach dem Angriff mehrerer ukrainischer FP-1-Drohnen brachen an mindestens drei Stellen der Raffinerie Brände aus.

Die Anlage befindet sich 2’750 Kilometer von der ukrainischen Hauptstadt Kyiv entfernt. Der Chefentwickler der ukrainischen Firma «FirePoint» schrieb über die modernisierten FP-1 Drohnen seiner Firma: «Die Raffinerie in Omsk erfüllt die neue FP1-Norm!!!»

Gemäss Satellitenaufnahmen von FIRMS (NASA-Plattform «Fire Information for Resource Management System») brennt es bei den ATV-10 und ATV-11-Anlagen. Das sind zentrale Produktionsorte, in welchen das Rohöl in verschiedene Produkte aufgespalten wird. Ein Schaden an den ATV-Anlagen führt zur Stilllegung der gesamten Raffinerie.

Das Werk ist im Besitz von Gazprom Neft und hat eine jährliche Kapazität von rund 22 Millionen Tonnen Rohöl. Produziert werden dort unter anderem Bitumen, Diesel, Benzin und Flugkraftstoff.

Die Raffinerie von Omsk ist ein zentraler Teil der russischen Kraftstoffversorgung mit 8% der gesamten Raffineriekapazität des Landes. Der Angriff dürfte den Treibstoffmangel in Russland weiter verschärfen.

https://x.com/Tendar/status/2074118170281951290/video/1; https://t.me/exilenova_plus/24579; https://x.com/DenShtilierman/status/2074088089677361542

ÖLFELDER IN REICHWEITE

Die Ukraine gibt die maximale Reichweite ihrer modernisierten Drohne FP-1 (FirePoint) mit bis zu 3’400 Kilometer an. Das schreiben die russischen Militärblogger von «Milinfolive» und veröffentlichen eine Karte mit den potenziellen Zielen. Davon wurden bereits einige erreicht, wie zum Beispiel die Drohnenfabrik Alabuga.

Im neu erreichbaren Bereich befinden sich weitere wichtige Industrien des militärisch-wirtschaftlichen Komplexes, darunter solche in den Autonomen Kreisen Chanten und Mansen (Ugra) und Jamal-Nenzen, 2’500-3’000 Kilometern von der Ukraine entfernt.

  • Die Region Chanten und Mansen ist das Herzstück der russischen Ölindustrie. Etwa 40% der gesamten Ölförderung in Russland wird von dort geliefert. Hier befinden sich Hunderte der grössten Ölfelder und Zehntausende von Bohrlöchern, die einen Grossteil der russischen Öl- und Gasindustrie versorgt.
  • Der Autonome Kreis der Jamal-Nenzen ist ebenfalls wichtig, denn die Region liefert über 75-80% der russischen Erdgasförderung. Hier befinden sich die grössten Gasfelder des Landes – Urengoi, Bovanenkowo, Yamburg und Zapoljarnoe. Ausserdem ist der Autonome Kreis der Jamal-Nenzen eine der grössten Regionen für die Förderung von Gaskondensat und Öl.

https://t.me/exilenova_plus/24588; https://t.me/milinfolive/175587

DROHNENALARM IN SIBIRIEN

In Sibirien befinden sich einige russische Rüstungsbetriebe und Werke der Energieindustrie, die von den ukrainischen Drohnen verschont blieben. Bisher fühlten sich die lokalen Behörden angesichts der mehr als 3’000 Kilometer Distanz zur ukrainischen Grenze sicher.

Aber die wachsende Reichweite von ukrainischen Drohnen beunruhigt die lokale Führung. Zum ersten Mal in der Geschichte warnte der regionale Gouverneur Andrej Travnikov in der sibirischen Hauptstadt Nowosibirsk vor der Gefahr ukrainischer Drohnen. (Nowosibirsk ist die drittgrösste Stadt Russlands mit 1,6 Mio. Einwohnern und wichtigen Industriebetrieben).

Der OSINT-Analyst «Visioner» schreibt: «Die Panik trifft den regionalen Gouverneur zu einem besonders schwierigen Zeitpunkt, da sein Gebiet bereits unter einer massiven Kraftstoffkrise leidet, die durch die systematische Zerstörung von Ölraffinerien im Westen Russlands durch die Ukraine ausgelöst wurde und die lokale Regierung dazu zwingt, Kraftstoff nur für Notfalldienste zu reservieren.» https://t.me/rbc_news/152611; https://x.com/visionergeo/status/2074156643915358571

KRIM-BESATZER ALS PARIAS

Bewohner der Krim werden ausserhalb der besetzten Halbinsel zu Aussenseitern, Geächteten oder Ausgestossenen (=Parias). Einige von ihnen fahren mit dem ihnen bleibenden restlichen Benzin in die benachbarte russische Region Krasnodar. Doch dort wird ihnen das Betanken seit einigen Tagen verweigert.

Einwohner der Krim, die zu einer Tankstelle in Taman gekommen waren, können nicht tanken. Einer der sich selbst filmenden Krim-Besatzer tröstet sich mit diesen Worten: «Das ist nur eine Laune des Leiters dieser Lukoil-Tankstelle, der den Verkauf speziell an Krim-Bewohner ausgesetzt und Einheimischen Vorrang eingeräumt hat.»

In der gesamten Region Krasnodar gibt es nur noch wenige Tankstellen, welche Benzin in begrenzten Mengen anbieten. Der Preis für einen Liter Benzin beträgt aktuell 250 Rubel, was 2.84 Euro entspricht. Vor der aktuellen Treibstoffkrise kostete ein Liter Benzin weniger als 100 Rubel. https://twitter.com/Beefeater_Fella/status/2074043753363395034/video/1;

BRÄNDE IN DER 2. FRONT

Neben dem Fernbereich (3. Front) tief im russischen Hinterland, läuft die ukrainische Kampagne in der 2. Front (30 km – 200 km hinter der Kampflinie) weiter. Gegen 250 Kampfdrohnen starteten diese Nacht in Richtung Krim und der besetzten Südzone, sowie nach Südrussland und in die grenznahe Region Belgorod.

Von der Halbinsel werden mehrere Brände gemeldet, die auch mit Satellitenbildern belegt sind:

  • Auf dem Gelände der 110-kV-Unterstation «Saki» und beim benachbarten Bahnhof wurden Brände registriert;
  • Die 330-kV-Unterstation «West-Krim beim Dorf Karjernoe im Bezirk Saki brennt. Sie wurde in den letzten zwei Wochen schon sechs Mal angegriffen und ist zentral für die Stromversorgung;
  • Bei Kertsch wurden um Mitternacht Explosionen gemeldet und der Strom fiel aus;
  • In der Nähe einer bekannten Position des S-400-Luftverteidigungssystems brennt es;
  • Nahe der Kertschbrücke brennen zwei Tanker, die Benzin von Taganrog (Hafenstadt in Südrussland) auf die Krim transportieren wollten.

Weitere Angriffe in der zweiten Front, direkt hinter der Kampflinie

  • Im russischen Belgorod brennen die Firma für Fernleitungs-Gasnetze und ein Heizkraftwerk nach Raketenangriffen und einer Serie von Explosionen. Es wird berichtet, dass infolge des Angriffs in der Region Strom und Wasser ausgefallen sind;
  • Ebenfalls in Belgorod brennt es auf dem Flughafen;

https://t.me/exilenova_plus/24628; https://t.me/Crimeanwind/104082;

DER KAMPF IM HIMMEL

Der entscheidende Kampf wird am Himmel stattfinden, dort wird der Ausgang dieses Kriegs bestimmt. Das sagte Volodymyr Zelenskyj in einem Interview mit der «Financial Times».

Weitere Aussagen des ukrainischen Präsidenten:

➡️ Bald werden Tausende unserer Drohnen über Moskau fliegen, dann wird Putin über den Ural flüchten.

➡️ In diesem Kampf spielt es eine viel geringere Rolle, wessen Territorium grösser ist. Wir sind zum Kampf in der Luft übergegangen. Und in der Luft sind wir bereits wettbewerbsfähig.

➡️ Europa darf in dieser Angelegenheit nicht länger zurückhaltend sein. Es muss Technologien und industrielle Möglichkeiten mit anderen Ländern teilen, denn Patriot wird nie für alle reichen.

➡️ Wir haben gezeigt, was es bedeutet, den Himmel an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt operativ zu kontrollieren.

➡️ Je weiter Putin von Moskau entfernt ist, desto näher ist das Ende des Krieges.

https://www.ft.com/content/6ca8de40-15e4-470e-a258-6dd2d8d9d83e

BEREITS 19 TOTE IN KYIV

Der russische Angriff auf Wohnquartiere in Kyiv vom Montagmorgen hat mindestens 19 Menschenleben gefordert. In dieser Nacht wurden drei weitere Leichen aus den Trümmern eines Hauses im Bezirk Darnytsia geborgen.

In den Trümmern eines Hauses im Podolsker Bezirk könnten sich noch bis zu 10 Personen befinden, sagte der Sprecher des Staatlichen Notdienstes von Kyiv, Pavel Petrov.

Nach Angaben der Rettungskräfte dauern die Bergungsarbeiten weiterhin an, daher könnte die Opferzahl noch nicht endgültig sein.

https://t.me/uniannet/195432

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