- Mindestens 11 tote Zivilisten in Kyiv
- Russland griff in 7 Tagen 4’000 Mal an
- Kreml beklagt sich über den Westen
- Russen verstehen nicht, was passiert
- Es gibt keinen Aufstand in Putins Reich
- Russische Fakenews über Fronterfolge
- An der Front kommt es zum Lockdown
- 28’000 Russen im Juni ausgeschaltet
- J.D. Vance gibt Kyiv seine Kriegstipps
WIEDER ANGRIFF AUF KYIV
Am Sonntagabend warnte Volodymyr Zelenskyj das ukrainische Volk vor einem weiteren Angriff: «Es gibt Geheimdienstinformationen, dass die Russen einen neuen massiven Angriff vorbereiten. Das ist typisch für Putin — direkt nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem NATO-Gipfel in Ankara. Russland will weiteres Unheil stiften und Menschen töten. Bitte passt auf euch auf und achtet auf die Luftalarm-Signale.»
Tatsächlich gab es in der Nacht auf heute Montag mehrere Einschläge von russischen Flugkörpern, hauptsächlich in der ukrainischen Hauptstadt. Die Armee Russlands setzte dabei Drohnen, Marschflugkörper, ballistische Raketen und sogenannte Hyperschallraketen ein.
In Kyiv war der Podilskyi-Bezirk am stärksten betroffen. Zerstört wurden ein neustöckiges Wohngebäude, eine Garage und viel parkierte Autos. Gefunden wurden dort bisher drei Leichen.
Ein weiterer Angriff richtete sich gegen ein Mehrfamilienhaus im Kyiver Bezirk Posnjaki. Die im Haus wohnenden älteren Menschen konnten gerettet werden.
In einem beschädigten Wohnhaus im Darnytskyi Bezirk wurden zwei Leichen gefunden.
Bisher ist der Tod von 11 Personen bekannt, berichtete der Bürgermeister der Stadt, Witali Klitschko. 46 Personen wurden verletzt, 27 von ihnen wurden von Ärzten ins Krankenhaus eingeliefert. Darunter waren auch drei Kinder.
https://t.me/u_now/; https://t.me/uniannet; https://t.me/V_Zelenskiy_official/19804; https://x.com/gloooud/status/2073964357008921025

4’000 ANGRIFFE IN 7 TAGEN
In der letzten Woche – ohne die Angriffe von dieser Nacht – hat Russlands Armee die Ukraine mit rund 4’000 Sprengkörpern angegriffen. Dazu gehören 2’200 Angriffsdrohnen, 1’730 gelenkte Bomben und 106 Raketen und Marschflugkörper. Diese Zahlen nannte der ukrainische Präsident.
Volodymyr Zelenskyj schrieb: «Fast täglich werden Sumy, Saporischschja, Kherson, Kharkiv und Dnipro, unsere Grenz- und Frontgemeinden, beschossen. Es gab einen massiven Angriff auf Kyiv, bei dem 31 Menschen ums Leben kamen und weitere 102 verletzt wurden. Darunter waren vier Kinder. Mein Beileid an die Angehörigen und Freunde.»
Aktuell sei die ukrainische Luftverteidigung in der Lage 90% aller Angriffsdrohnen zu neutralisieren. Weniger effizient sei die Abwehr von ballistischen Raketen. Zelenskyj: «Genau auf die Ballistik stützt sich Moskau derzeit, um seinen Krieg fortzusetzen.» https://t.me/V_Zelenskiy_official/19801
KREML BEKLAGT SICH
Der Kreml beschwert sich über den Kriegsverlauf, den das Kreml-Regime am 24. Februar 2022 ausgelöst hat.
Putins Sprecher Dmitri Peskow räumte zum ersten Mal seit 4 ½ Jahren ein, dass die sogenannte «Sonderoperation» zu einem «echten Krieg» geworden sei, und führte dies auf die Unterstützung der Ukraine durch westliche Länder zurück.
Peskow erklärte, dass die Verbündeten Kyivs angeblich bei der Zielausrichtung von Waffen und der Aufklärung helfen, insbesondere über Satelliten und Infrastruktur.
Trotz der Neudefinition der «Sonderoperation» werden in Russland selbst Menschen verfolgt, die das Wort «Krieg» verwenden, obwohl Vertreter der Regierung, einschliesslich Peskow, es selbst regelmässig benutzen. https://t.me/nvua_official/180546; https://x.com/p_brzyski/status/2073844808645574738

TOTALES UNVERSTÄNDNIS
In Live-Videos aus Nischni Nowgorod und Wolgograd sagen russische Männer, dass sie nicht verstehen, was vor sich geht. Sie beschuldigen Putin der Ausplünderung des eigenen Volkes, weil die Benzinpreise steigen.
Andere Möchtegern-Benzinkunden beklagen sich, dass sie mehr als 12 Stunden vor Tankstellen warten müssen, die dann wegen «Reparaturen» geschlossen seien.
In einem anderen Video schimpft eine junge Frau, dass die Nachtclubs nicht mehr wie früher offen hätten.
In keinem der Videos wird der Krieg Russlands gegen die Ukraine als Grund für die Versorgungsprobleme genannt und gegen den Krieg wendet sich keine Stimme. https://t.me/exilenova_plus;

«AUFSTAND KOMMT NICHT MORGEN»
Die Anzahl von Videos, in denen sich Russinnen und Rusen über den Mangel an Treibstoff und die ukrainischen Angriffe beschweren, wird immer grösser. Aber dies ist noch kein Anfang des Aufstands, meint der ukrainische Journalist Anton Gerashchenko. Seine Einschätzung:
«Wird es in Russland wegen der Benzinkrise zu einem Aufstand kommen? Nein. Schließlich haben die Internet-Sperren nicht zu Protesten geführt.
Die meisten Russen sind an Armut, Rechtlosigkeit und Demütigungen gewöhnt. Sie sind eingeschüchtert und eher begriffsstutzig. Sklaven. Fernsehen, eine Flasche Wodka und Krieg reichen aus, um sie bei Laune zu halten.
Ein Machtwechsel könnte durch eine Vereinbarung unter den Eliten zustande kommen, sollten diese beschliessen, dass Putin ihnen nicht mehr zusagt. Doch Putin hat die Opposition bereits „gesäubert“ und ist nun dabei, seine „Freunde“ und seinen engsten Kreis zu säubern.
Im Kreml tobt hinter den Kulissen ein Krieg zwischen den Clans – nicht nur um Ressourcen, sondern um das Überleben.
Auf die Benzinkrise wird unweigerlich eine Nahrungsmittelkrise folgen: Ohne Treibstoff können keine Ernten eingebracht und keine Lebensmittel ausgeliefert werden. Die Preise werden steigen.
Dann wird die Mobilmachung folgen.
Ja, Russland steuert auf den Zusammenbruch zu und wird zerfallen. Ja, Putin führt das Land ins völlige Chaos. Interne Zerfallsprozesse haben bereits begonnen. Aber es wird nicht morgen geschehen. Leider.» https://x.com/Gerashchenko_en/status/2073416761572020393
KREML-FAKE-NEWS WIDERLEGT
Am Freitag hatten der russische Generalstab und Putin erklärt, dass die wichtige Frontstadt Konstantinovka im Osten der Ukraine unter der Kontrolle der Armee Russlands sei.
Daraufhin meldete sich das ukrainische 19. Armeekorps mit einem Video aus verschiedenen Teilen von Konstantinovka. Die Stadt stehe weiterhin unter der Kontrolle der Verteidigungskräfte: «Die Behauptungen über die angebliche Eroberung von Konstantinovka sind ein weiterer Informationsschwindel, der die Illusion von Erfolgen schaffen soll, während gleichzeitig enorme Verluste an Personal und das Scheitern der Versuche, die gesteckten Ziele zu erreichen, verschleiert werden sollen.»
Eine Frontkarte von «Deep State zeigt, dass die Stadt von drei Seiten eingeschlossen ist. Aber gemäss den ukrainischen Analysten gelingt es den Verteidigern, die Gegner am Vordringen zu hindern. Ein Beleg dafür, dass der Kreml die Stadt nicht unter Kontrolle hat, ist der russische Vorschlag, heute einen sechs Stunden dauernden «Waffenstillstand» zu befolgen. Deep State schreibt: «Dies ist ein hinterhältiger Plan, dem man auf keinen Fall zustimmen darf, denn gerade die Angriffs- und Suchaktionen unserer Piloten verhindern, dass der Feind sich vollständig festsetzen und die Stadt einnehmen kann.» Ausserdem wird darauf verwiesen, dass die «Siegesmeldungen» in Form von sogenannten «Flaggenbildern» oft nicht mit der Realität auf dem Boden übereinstimmen.
Auch der ukrainische Präsident Zelenskyj äusserte sich. Wenn die Russen die Kontrolle über Konstantinovka tatsächlich haben, dann dürfte es auch kein Problem für ein dort stattfindendes gemeinsames Treffen Putin – Zelenskyj geben. Der Kreml hat auf dieses Angebot bisher nicht reagiert.
https://t.me/nvua_official/180525; https://t.me/DeepStateUA/23621

FRONT-LOCKDOWN
Der Kampf der ukrainischen Armee gegen die russische Versorgung der Front – der «Logistik-Lockdown» – führt zu einer Reduktion der Angriffe der russischen Armee im Kampfgebiet.
Dmitro «Perun» Filatov, Kommandeur der 1. Separaten Schützenbrigade, sagte in der Sendung «Wir – die Ukraine», dass der Einfluss feindlicher Artillerie auf den verteidigten Abschnitt um 67 % zurückgegangen ist. Auch die russischen Drohnenaktivitäten nahmen um 30 % ab.
Filatov: «Der Gegner leidet unter einem akuten Mangel nicht nur an Munition, sondern auch an Treibstoff und Lebensmitteln. Selbst die Versorgung mit Wasser ist erschwert.» https://twitter.com/davinci_army/status/2073674950817272288/video/1

SÜDZONE-LOCKDOWN
Auf der Krim gehen grundlegende Dinge aus. Dazu gehören Benzin, Lebensmittel und Elektrizität. Da wo es noch Benzin gibt, stieg der Preis pro Liter Treibstoff von unter 100 Rubel auf über 300 Rubel.
Die Halbinsel stehe vor der grössten Krise seit 2014, schreiben die ukrainischen Militärblogger von «ExileNovaPlus». Funktionieren würden noch lediglich einige der Luftverteidigungssysteme. https://t.me/exilenova_plus/24486
Der von Russland eingesetzte Gauleiter Vladmir Saldo berichtet am Sonntagabend über die besetzte Kherson-Zone im Süden der Ukraine:
«Alle Bezirke der Region Kherson sind ganz oder teilweise ohne Strom. Die Energieversorger und Notdienste arbeiten bereits vor Ort und tun alles, um den Strom so schnell wie möglich in unsere Häuser zurückzubringen.» https://t.me/SALDO_VGA/16337

REKORDE IM JUNI
Die ukrainischen Streitkräfte haben im Juni in den 3 Fronten (direkte Kampfzone, besetzte Gebiete und russische Regionen) über 200’000 russische Ziele getroffen. In der 1. und 2. Front wurden fast 28’000 russische Soldaten getötet oder schwer verwundet. Das waren etwas weniger als in den Monaten März bis Mai. Diese Zahlen nannte der ukrainische Verteidigungsminister Michajilo Fedorov auf Telegram.
Insbesondere die Zahl der Angriffe in der 2. Front – Bereich hinter der Kampfzone – haben sich im Monat fast verdoppelt. Im Juni stieg auch die Intensität der Angriffe auf Ziele auf der besetzten Krim stark an. Fedorov schreibt: «Der Schwerpunkt liegt auf der Logistik des Gegners. Die Zerstörung von Lagerhäusern, Transportmitteln und Versorgungsrouten verringert die Fähigkeit des Feindes, seine Einheiten zu versorgen.»
Weiter meldet der ukrainische Verteidigungsminister: «Im Juni wurden mehrere Rekorde aufgestellt: die höchste Anzahl zerstörter Artilleriegeschütze, ein absoluter Rekord bei angegriffenen Kraftfahrzeugen und Motorfahrzeugen sowie 49’575 abgefangene Drohnen. Jeder dieser Erfolge wurde durch Videoaufnahmen bestätigt. Das elektronische System «eBalles ermöglichen es, das Schlachtfeld in Echtzeit zu sehen. Dies hilft, schnell effektive Entscheidungen zu treffen und diese auf das gesamte Militär zu übertragen.»
https://t.me/zedigital/6862 ; Video: https://x.com/NOELreports/status/2073686387962884528/video/1 ; (Mehr zum «Konzept der 3 Fronten» hier: https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1585-26-6-2026-6uhr/)

KRIEGSTIPPS VON J.D.VANCE
Die Russen befinden sich derzeit in einer Situation, in der selbst lange Angriffe mit enormen Verlusten ihnen kaum einen bedeutenden Erfolg bringen. Dies sagte der amerikanische Vizepräsident J.D. Vance, gemäss der britischen «Times».
Vance, der im Alter von 18 Jahren vier Jahre lang in der amerikanischen Armee als «Public-Affairs Manager» diente, gab der ukrainischen Armeeführung Tipps, wie sie sich in dieser Situation verhalten solle.
Seiner Meinung nach wäre es für die Ukraine angesichts des massiven Einsatzes von Drohnen und Aufklärungsmitteln sinnvoller, sich auf ihren Positionen zu verschanzen und die russischen Streitkräfte zu erschöpfen, anstatt Angriffe zu starten.
Vance ist der Ansicht, dass sich die Ukraine so weit wie möglich auf die Verteidigung konzentrieren und Verhandlungen aufnehmen sollte. https://www.thetimes.com/us/american-politics/article/jd-vance-interview-katy-balls-gv9z738fc



