- Ein Bericht von Frau Zelenskyj
- In Kyiv starben 23 Menschen
- «Faschismus in Reinform»
- Kreml verschweigt zivile Opfer
- Umfassender Treibstoffkollaps
- Benzinlieferung aus Kasachstan
- Kirgistan bittet Nachbarn um Hilfe
- Schattenflotte mit Rekordwerten
- 9 Krim-Elektrostationen attackiert
- 22 Lastwagen in Brand gesetzt
- Angeblich Russen eingeschlossen
DIE STILLE NACH DEM TERROR
In der Nacht auf Donnerstag schlug die Armee Russlands mit mehreren hundert Marschflugkörpern, Raketen und Drohnen während 11 Stunden auf mehrere Städte, insbesondere auf Kyiv ein. Bis am Freitagmorgen wurden 23 Tote und über 100 Verletzte gemeldet.
Olena Zelenska, Ehefrau des ukrainischen Staatspräsidenten Volodymyr Zelenskyj, veröffentlichte nach dem Terrorangriff auf die Zivilisten diesen Text:
«Eine unheimliche Stille herrscht dort, wo gestern noch belebte, ganz normale Wohnhäuser standen – 5-, 9- und 16-stöckige Gebäude. Die Rettungskräfte haben bereits mehrmals Minuten der Stille ausgerufen, um die Bewohner zu hören, die nach dem heutigen russischen Angriff auf die Ukraine unter den Trümmern verschüttet sind.
Diese Stille ist nicht weniger beängstigend als der Lärm des Beschusses. Sie durchdringt das gesamte Bewusstsein und schmerzt mit jeder Sekunde. Denn die Abwesenheit von Geräuschen bedeutet, dass Dutzende Menschen dort, unter den Trümmern ihrer eigenen Wohnungen, sich nicht melden können. Die Eltern, Kinder und Angehörigen von irgendjemandem schweigen. Und jedes Geräusch wird als Hoffnung wahrgenommen.
Während ich diese Zeilen schreibe, gelingt es, einige Menschen lebend zu bergen. Doch Dutzende gelten als vermisst.
Diesmal hat Russland die Ukraine nicht nur mit Drohnen, sondern auch mit ballistischen Raketen beschossen. Allein in Kiew haben sie über 20 Häuser zerstört. Das bedeutet, dass nicht nur Hunderte, sondern Tausende von Leben zerstört und ruiniert wurden.
145 Städte und Ortschaften der Ukraine wurden in dieser Nacht erneut von den Versuchen Russlands heimgesucht, sie zu vernichten. Überfüllte Keller, U-Bahn-Stationen, Tiefgaragen – überall, wo man Schutz finden kann. In dieser Nacht sagten Tausende von Kindern dort erneut: „Ich habe Angst.“ Sie fragten: „Werden wir überleben?“ Und die Eltern konnten wieder einmal keine überzeugende Antwort finden.
Wir wissen bereits von 13 Getöteten. Aber wir wissen noch nicht von allen.
Jedes Mal nach den massiven russischen Beschüssen bitte ich die Welt, uns anzuhören und zu verstehen. Auch wenn mir bewusst ist: Für diejenigen, auf deren Stadt oder Haus noch nie russische Raketen und Drohnen vom Himmel gefallen sind, die noch nie mitten in der Nacht weder das unaufhaltsam näherkommende Geräusch noch die schreckliche Stille danach gehört haben, ist es schwer, so etwas nachzuvollziehen.»
Aber damit so etwas nicht geschieht, darf die Zerstörung friedlicher Städte bei uns nicht toleriert werden. Man darf dies nicht als Normalität hinnehmen, als eine weitere Nachricht aus dem Newsfeed vor dem Morgenkaffee.
Raketen fliegen niemals nur auf einen Einzelnen. In Wirklichkeit zielen sie auf uns alle. Solange der Aggressor ungestraft bleibt.» https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=1684993443084559&id=100047217572864&mibextid=wwXIfr&rdid=oX86r6156A8Yx6DZ#
WAS DER KREML SAGT
In einem Lagebericht nimmt das russische Kriegsministerium keinen Bezug auf die zivilen Opfer und Schäden der Angriffe, sondern spricht ausschliesslich von angeblichen Erfolgen gegen die ukrainische Verteidigungsindustrie.
Getroffen worden seien beim Massenangriff in der Region Kyiv der Betrieb „RADIONIK“ (Produktion von Flugkörpern «Flamingo» und «Neptun»), das Drohnen-Montageunternehmen «Atlon Avia», das Flugzeugunternehmen «Antonov», die Produktionsfirma für Panzerzielsysteme «Kiewer Radiowerk» und das Kraftstoff- und Schmierstofflager «KIEW-3». Für diese russischen Angaben gibt es keine Bestätigungen.
Demgegenüber dokumentieren Satellitenaufnahmen Brände in der «Kyiver Zentralen Konstruktionsbüro für Armaturen»; im Maschinenbaubetrieb «Euroformat», welcher Aufzüge herstellt und bei der Firma «Rapid», die Autotransporte organisiert.
https://t.me/tass_agency/383313; https://t.me/milinfolive/175330
«FASCHISMUS IN REINFORM»
Olexandr Sherba, Botschafter der Ukraine in Südafrika und Buchautor («Ukraine vs. Darkness») schrieb nach dem Terrorangriff von Donnerstag:
«Sie sind bei uns einmarschiert. Sie waren „das grossartige Imperium“. Wir waren die niederen „Schweinezüchter“.
Als wir sie nicht mit Blumen empfingen und uns zur Wehr setzten, nannten sie uns „amerikanische Handlanger“.
Als Amerika sagte: „Das ist nicht unser Krieg“, nannten sie uns „Kriegstreiber“. Als ob wir sie angegriffen hätten.
Im fünften Jahr der Bombardierung unserer Städte fingen sie an, ihre Angriffe als „Vergeltung“ und unsere Angriffe als „Provokation“ zu bezeichnen.
Was nichts an der Wahrheit ändert: Ihr Krieg ist ein geopolitischer Mord vor aller Augen. Es ist Faschismus in Reinform.
„Nie wieder“ ist jetzt, wieder.» https://twitter.com/olex_scherba/status/2072570432503336971
TREIBSTOFF KOLLAPS
Die Angriffe ukrainischer Drohnen auf Raffinerien in Russland haben drei Auswirkungen, die teilweise erstaunen.
- Russland will im Inland sogenanntes «Euro-3»-Benzin verkaufen, das weniger raffiniert ist und bei dessen Verwendung das Risiko von Motorenschäden besteht.
Zudem muss Russland Benzin aus Nachbarländern einführen, weil die Eigenproduktion die Nachfrage nicht decken kann.
Das Nachbarland Kasachstan hat sich bereit erklärt, in den Monaten Juni und Juli je 50’000 Tonnen Benzin der Sorten AI-92 und AI-95 als «humanitäre Hilfe» nach Russland zu liefern. Die Kraftstoffnachfrage in Russland beträgt im Sommer pro Tag 110’000 Tonnen. Die in zwei Monaten gelieferte Menge reicht also nur für den Bedarf eines Tages, womit die angekündigte Lieferung eher eine symbolische Geste und ein Hinweis auf die Schwäche Russlands ist.
Angesichts der Sanktionen gegen Russland gibt es zudem Komplikationen bei der Durchführung der Lieferungen und der damit verbundenen Zahlungen, denn die russischen Banken sind weitgehend vom internationalen Zahlungsverkehr ausgeschlossen.
- Das zentralasiatische Land Kirgisistan hat diese Woche Kasachstan, Belarus, Aserbaidschan, Usbekistan und Turkmenistan angefragt, ob diese Länder die Treibstoffversorgung des Landes sicherstellen können. Bisher hat das 7-Millionen-Land Kirgisistan 90% des Benzins aus Russland bezogen. Putin hat jedoch am Wochenende bekannt gegeben, dass Russland die Benzin- und Dieselexporte einstellen werde, weil man den Treibstoff selber benötige.
- Im Juni haben die Exporte von Rohöl aus den westlichen Häfen Russlands einen Rekordwert erreicht und das dürfte laut Branchenexperten auch im Juli so sein. Geschätzt wird, dass täglich 3 Millionen Barrel über die Häfen Primorsk und Ust-Luga an der Ostsee und den Hafen Novorossiysk im Schwarzen Meer mit der sogenannten Schattenflotte verschifft werden. Der Grund für die Rekordexporte: Weil Russland das Rohöl aufgrund der kaputten Raffinerien nicht selbst zu Benzin, Diesel, Kerosin und anderen Treibstoffen verarbeiten kann, muss Russland das Rohöl via Export loswerden.
https://t.me/tass_agency/383421; https://x.com/chriso_wiki/status/2072369022096601471; https://www.reuters.com/business/energy/kyrgyzstan-asks-neighbours-help-with-fuel-supplies-russian-shortages-bite-2026-07-02/; https://x.com/nexta_tv/status/2072352188454592978; https://www.reuters.com/business/energy/russias-western-oil-exports-hit-record-june-due-refinery-outages-sources-say-2026-07-02/
KRIM-STROM IM FOKUS
Die Drohnenpiloten der ukrainischen Armee-Einheit «SBS» (unbemannte Kampfsysteme), der «Vögel von Madjar» und «Phenix» sowie der Bataillone «Kairos», «Rarog» und «Wormbusters» melden Angriffe auf 9 Stromverteilstationen auf der Halbinsel Krim in den letzten 48 Stunden:
Getroffen wurden auf der Halbinsel:
🔥Umspannstation PS 35 kV «Ozernoe», Siedlung Kar’ernoe;
🔥Umspannstation PS 110 kV «Rodnikove», Siedlung Arkadievka;
🔥Umspannstation PS 110/35 kV «Vypasnoe», Siedlung Vypasnoe;
🔥Umspannstation PS 220 kV «Donuzlav», Siedlung Krylovka;
🔥Umspannstation PS 110 kV «Karyernoe», Siedlung Karyernoe;
🔥Umspannstation PS 110 kV «Mityaevo», Siedlung Mityaevo;
🔥Umspannstation PS 110kV auf SES «Okhotnikovo», Siedlung Karyernoe;
🔥Umspannstation PS 110kV, Siedlung Shiroke, AR Krim, 1. OBR SBS
🔥Umspannstation PS 330 kV «West-Krim», Siedlung Karyernoe.
Die russischen Blogger von «Milinfolive» bestätigen die Angriffe und schreiben: «Der Gegner greift weiterhin systematisch das Energienetz der Krim und neuer Gebiete an und setzt dazu eine breite Palette von Drohnen-Kamikazes ein, die über Starlink gesteuert werden, einschließlich Drohnen mit Zielauswahl und Nachführung.»
Vier Städte und drei Bezirke auf der Krim sind «aufgrund externer Einflüsse ohne Stromversorgung», teilte der Vorsitzende des Ministerrates der Republik Krim, Juri Gotzanyuk, mit. Eine teilweise Wiederherstellung der Stromversorgung für die Verbraucher sei für die nächsten 24 Stunden geplant.
https://t.me/robert_magyar/2545; https://t.me/milinfolive/175352; https://t.me/tass_agency/383317
2. FRONT: LASTWAGENGRAB
Die ukrainische Drohnenkampagne hinter der direkten Frontlinie – in der sogenannten 2. Frontzone – brachte am Mittwoch einen grösseren Erfolg. Bei einem Angriff auf einen LKW-Stellplatz in Donezk brannten 22 Lastwagen aus. https://t.me/milinfolive/175341
GERÜCHT ÜBER «KESSEL»
Robert «Magyar» Brovdi ist der Chef der unbemannten Kampfsysteme der ukrainischen Armee und seine Aussagen gelten als vertrauenswürdig. In einem TikTok-Video berichtete Brovdi vor zwei Tagen, dass sich im Süden der Ukraine für die russische Armee ein Drama abspielt. Bei seinem Bericht berief sich Brovdi auf die lokalen Kommandeure.
Angeblich sei eine russische Gruppe von 15’000 bis 20’000 Soldaten im Süden eingekesselt. Ihre Rückzugswege seien abgeschnitten und die Logistik sei zerstört. Aus dem mitgehörten Funkverkehr der russischen Soldaten geht hervor, dass als einzige Alternative eine Kapitulation diskutiert wird.
Brovdi sagt, dass Moskau von einer «grossen Offensive» spreche, sich aber im Süden genau das Gegenteil abspiele. Er nennt allerdings keine geografischen Details und bisher haben sich auch keine anderen Quellen zu diesem angeblichen Kessel gemeldet. https://www.tiktok.com/@madyar735/video/7657166859166371080; https://x.com/annademilanese/status/2072336884714398072



