- Terrorangriff auf Zivilisten in Kyiv
- Brücke in der Südzone zerstört
- Brand in viertgrösster Raffinerie
- Kreml hat nur noch wenige Bomber
- Belarus dient weiterhin Russland
- Kasparow: Putin muss sterben
- Putin nicht wählen, hilft Zelenskyj
ANGRIFFE AUF ZIVILISTEN
In der Nacht auf heute griffen russische Drohnen, Raketen und Marschflugkörper Kyiv an. Nach ersten Angaben hatten die Russen insgesamt 50 Raketen und 70 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert, von denen mehrere in der ukrainischen Hauptstadt einschlugen.
An 28 Standorten in Kyiv wurden Explosionen und Schäden gemeldet. Getroffen wurden unter anderem ein Wohngebäude im Darnyzkyj-Bezirk, mehrere Wohnanlagen im Pechersk-Bezirk, zwei Wohnhäuser und eine Klinik im Schewtschenkiwskyj-Bezirk und ein Wohnkomplex im Swjatoshynskyj-Bezirk.
Für eine abschliessende Bilanz der menschlichen und materiellen Schäden ist es am Donnerstagmorgen noch zu früh. Ersten Meldungen zufolge kamen 10 Menschen ums Leben und über 50 wurden unterschiedlich schwer verletzt.
Das russische Kriegsministerium meldet: «In der vergangenen Nacht führte die russische Armee einen kombinierten Angriff auf feindliche Ziele in Kiew und seiner Umgebung durch.» Eingesetzt worden seien Raketen und Marschflugkörper der Typen «Zirkon» und «Iskander-M». Getroffen worden sei die Infrastruktur von Militärflugplätzen in den Regionen Dnipropetrowsk, Poltawa, Tscherkassy, Tschernihiw und Kyiv, behauptet der Kreml.
https://t.me/u_now/; https://t.me/rbc_news/152322 ; h https://t.me/uniannet/195001; https://www.reuters.com/world/russian-drones-attack-ukrainian-capital-set-central-district-hotel-fire-2026-07-01/

FRONT 2 BRÜCKE ZERSTÖRT
Die strategische Brücke Mariupol – Donezk über den Fluss Kalka in der Nähe des Dorfes Granitnoe ist nicht mehr benutzbar. Die Strassenbrücke der Strecke N-20/P-280 im Gebiet Kremenivka war schon früher beschossen worden. Doch in der Nacht auf Mittwoch brach sie nach einem Volltreffer zusammen. Damit wird die gesamte Logistik in der besetzten Südzone erheblich erschwert.
Fahrzeuge müssen nun eine Umleitung über das Dorf Kremenivka nehmen, wodurch sich Strecke zwischen Mariupol und Donezk um 15 bis 20 Kilometer verlängert. Ausserdem führen die Alternativrouten näher den 1. Front vorbei und sind somit von ukrainischen Drohnenpiloten leichter erreichbar.
https://www.facebook.com/PatrioteFrancoUkrainien/posts/pfbid0H6tKYUFm1BEDAkrh2T7ajLMehcG8Eo6qHZ9ZspUDNpWvN2G2VmfG9JMnmHzrwKdVl; https://t.me/ButusovPlus/30880

WEIT ENTFERNTE ZIELE
In der russischen Stadt Kstowo in der Region Nischni Nowgorod – 1’100 Kilometer von Kyiv entfernt – brennt die Raffinerie. Dies ist das Ergebnis eines ukrainischen Drohnenangriffs in dieser Nacht. Die von Lukoil betriebene Raffinerie gehört mit einer Verarbeitungskapazität von 17 Millionen Tonnen Öl pro Jahr zu einer der vier leistungsstärksten Anlagen der Russischen Föderation. Sie produziert von Teer bis Flugbenzin eine breite Palette von Erdölprodukten für den zivilen und den militärischen Sektor. https://t.me/u_now/204312
In Tula – einer Grossstadt mit 500’000 Einwohnern südlich von Moskau – ist ein Brand beim Ölterminal in der Nähe des Bahnhofs ausgebrochen. Anwohner hatten zuvor über den Angriff ukrainischer Drohnen berichtet. Koordinaten: 54.2130916748, 37.63635816243 https://t.me/exilenova_plus/24244

IMMER WENIGER BOMBER
Der Absturz eines strategischen russischen Bombers des Typs Tu-22M3 vor zwei Wochen verweist auf eine tiefe Krise in Putins Armee. Darauf weist Alexander Kovalenko, ukrainischer Waffenspezialist der Gruppe «Information Resistance» hin:
- Anfang 2022 verfügten die russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte (VKS RF) über 51 strategische Raketenbomber vom Typ Tu-22M3, von denen sich etwa 29 in flugtauglichem und einsatzfähigem Zustand befanden.
- Wegen ukrainischen Operationen (Beispiel «Aktion Spinnennetz» im Jahr 2025) und Abschüssen sowie selbstverschuldeten Abstürzen wegen Materialschäden oder Pilotenfehlern, hat die russische Armee seither gegen 21 Flugzeuge verloren.
- Somit verfügt die russische Armee nach dem aktuellen Absturz nach Einschätzung von Kovalenko nur noch über 7–8 Tu-22M3.
- In den letzten zwei Jahren sind gleich vier Tu-22M3 wegen Materialschäden als Folge eines hohen Verschleisses abgestürzt. Der Grund: Diese Bomber wurden wiederholt für Terrorangriffe gegen die Ukraine eingesetzt, indem sie als Abschussbasis für Hyperschallraketen genutzt wurden.
- Eine Neuproduktion von Tu-22M3 hat in Russland nur noch symbolischen Charakter. Das bedeutet, dass „neue“ Flugzeuge im Wesentlichen aus Beständen an Rümpfen aus der Sowjetzeit zusammengebaut werden. In Wirklichkeit handelt es sich dabei lediglich um die Fertigstellung „nicht realisierter“ Maschinen aus den späten 1980er- bis frühen 1990er-Jahren.
Wenn der Verschleiss an strategischen Bombern vom Typ Tu-22M3 sowie Bombern der Typen Tu-95MS und der Tu-160 in ähnlichem Umfang weitergeht, schwächt dies das russische Drohpotenzial, denn sie kann Atombomben nicht mehr mit strategischen Bombern transportieren. https://twitter.com/zloy_odessit/status/2066549150959951995

BELARUS HÖRT NICHT AUF
Funktürme zur Steuerung russischer Drohnen gegen die Ukraine («Relaisstationen») sind in Belarus weiter in Betrieb.
Der ukrainische Generalstabschef Olexandr Syrskyj sagte, dass die Relaisstationen in Weissrussland/Belarus nicht vollständig demontiert wurden. Mindestens eine von ihnen sei wieder in Betrieb genommen worden.
Angriffe der ukrainischen Seite auf die belarussischen Hilfsmittel zugunsten Russlands schloss Syrskyj nicht aus. Er sagte: «Ich denke, dass sie sie nicht mehr in Betrieb nehmen werden. Ich denke, dass sie verstehen werden, dass sie das nicht mehr tun müssen, sagen wir mal.»
Vor einer Woche hatte Volodymyr Zelenskyj noch berichtet, dass Belarus auf Druck der Ukraine hin, die Funktürme stillgelegt habe. https://t.me/milinfolive/175215; https://t.me/milinfolive/175215;

PUTINS TOD NOTWENDIG
Der ehemalige Schachweltmeister Gary Kasparow, geboren in Aserbaidschan und heute kroatischer Staatsbürger, gehört zu der grossen Gruppe von Putin-Gegnern, die im Ausland leben. In einem Interview mit «UA News» machte Kasparow verschiedene strategische Aussagen zum Krieg gegen die Ukraine und zu Russlands Zukunft:
- «Meine drei Ziele seit dem ersten Tag des umfassenden Krieges: Der Sieg der Ukraine, die Niederlage Russlands, der Zusammenbruch des Imperiums. Das ist das einzige mögliche Ergebnis dieses Krieges.»
- «Die Beseitigung Putins ist notwendig. Es gibt keine anderen Optionen. Solange Putin da ist, herrscht Krieg. Nur seine Beseitigung beendet den Krieg»
- Ein Imperium kann sich nicht zurückziehen. In dem Moment, in dem ein Imperium den Rückzug antritt, ist das sein Ende. Das galt für Rom. Es galt für jedes Imperium. Das ist nichts Neues.
- Es begann 2014 mit der Krim. Es wird mit der Krim enden. Putin und das russische Reich sind zu einer Einheit verschmolzen.
- Jeder verlorene Krieg Russlands führte zu Veränderungen. Dieser Krieg ist verloren – und schlimmer als andere, weil er sichtbar ist. Der Krimkrieg fand weit weg statt. Der Russisch-Japanische Krieg war 8’000 km entfernt. Und damals, 1917 (der 1. Weltkrieg) hatte der Zar noch nicht einmal verloren. Es kam zu einer Pattsituation, und alles zerbrach in Stücke.»
https://www.youtube.com/watch?v=Ab5BYq2ag0M; https://x.com/mylovanov/status/2071322652849942877

PUTIN NICHT WÄHLEN IST VERRAT
Für September sind Wahlen für das sogenannte russische Parlament, die «Duma», vorgesehen. Derzeit sind die Umfragewerte für Putins Partei «Einiges Russland» nicht gut und gemäss einer Prognose wird die Partei nur knapp die Wahlen gewinnen (siehe Ukraine Aktuell Nr.1568 «Putins Werte sind im Keller»).
Jetzt baut Putins Partei Druck auf die Wähler auf. Wer Putin nicht wählt, stärkt nur Zelenskyj, sagte zum Beispiel Oleg Matwejtschow, Mitglied von Putins Partei und der Staatsduma: «Zelenskyj hat kürzlich deutlich gemacht, dass er sich ein Debakel für «Einiges Russland» bei den Herbstwahlen wünscht und alles dafür tun wird. Der russische Wähler steht nun vor einer einfachen Wahl: Ist er für Putin oder für Zelenskyj? Wenn er für Putin ist, wählt er «Einiges Russland». Wenn er für Zelenskyj ist, wählt er gegen sie. Es gibt keine andere Möglichkeit», sagte Matwejtschow. https://t.me/milinfolive/175292; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1568-9-6-2026-8uhr/



