#UKRAINE AKTUELL Nr. 1586 (27.6.2026 / 8Uhr)

  • Russen jammern wegen Kriegsfolgen
  • «Flamingos» treffen Raketenfabrik
  • Lukaschenko Geheimbesuch bei Putin
  • Enger Getreuer von Putin gestorben
  • Weitere 320 Gefangene freigelassen
  • Russland hält mehrere tausend Geiseln
  • Besetzte Zone wird zur Schwachstelle

RUSSISCHE JAMMER-VIDEOS

In den sozialen Medien Russlands kursieren viele Videos, in denen sich Russinnen und Russen über die aktuelle Kriegssituation beklagen.

Einige kündigen an, dass sie die derzeit besetzte Krim-Halbinsel verlassen.  So berichtet eine Frau aus Jalta, dass es zurzeit keinen Strom, keine Internetverbindungen, keine Touristen und kein Benzin gebe. Eine andere sagt, dass sie sich um die Sicherheit ihrer Kinder fürchte und dass es auf der Krim derzeit keine sinnvolle Beschäftigung gibt.

Fotos zeigen bis zu 32 Kilometer lange Warteschlangen auf der Seite der Halbinsel vor der Kertsch-Brücke. Diese Automobilisten wollen in den russischen Süden fahren.

Andere Klagevideos beziehen sich auf die Treibstoffversorgung auf dem russischen oder zeigen Menschen, die nicht verstehen, weshalb der Krieg nun plötzlich russisches Territorium erreicht hat.

Aus dem ganzen Land werden Videos veröffentlicht, die lange Warteschlangen vor Tankstellen zeigen. https://t.me/exilenova_plus/23857; https://t.me/exilenova_plus/23855 https://x.com/rshereme/status/2070536065811632172; https://x.com/bayraktar_1love/status/2070524007590342939/video/1;

RÜSTUNGSFABRIK GETROFFEN

In Wolgograd griffen in dieser Nacht mehrere ukrainische Flamingo-Marschkörper (FIrePoint-5, GP-5) den russischen Rüstungsbetrieb «Titan-Barrikaden» an.  Auf dem Gelände eines Schlüsselbetriebs des russischen Rüstungsindustriekomplexes wurden drei Einschläge registriert. Getroffen wurden die Produktionshallen «Werk Nr. 2» und «Werk Nr. 38».

Die Firma ist direkt am Programm für das Flugabwehr-Raketensystem «Iskander-M» beteiligt. Insbesondere die Abschussanlage (9P78) und weitere Kernelemente des «Iskander»-Komplexes werden dort produziert. Daneben entwickelt «Titan-Barrikaden» Abschussanlagen für die strategischen Raketensysteme «Topol-M» und «Yars», weshalb die Firma seit 2022 unter Sanktionen der Ukraine, der USA, der EU und anderer Länder steht.

Die Distanz zwischen dem Betrieb in Wolgograd (Koordinaten: 48.782688° 44.589898°) und Kyiv beträgt 1’000 km. Der Angriff gehört zur Kategorie «3. Front» bei der Ziele von strategischer Bedeutung im Fokus stehen. Angesichts der Bedeutung von «Titan-Barrikaden» für den russischen Rüstungskomplex arbeitet das Unternehmen wahrscheinlich in zwei bis drei Schichten, um militärische Aufträge zu erfüllen. Gleichzeitig ist Wolgograd in letzter Zeit regelmässig von Raketen- und Drohnenalarmen betroffen.

https://t.me/DniproOfficial/7766; https://t.me/exilenova_plus/23902

LUKASCHENKO BEI PUTIN

Weniger als 48 Stunden, nachdem Alexander Lukaschenko von Volodymyr Selenskyj zugestimmt hatte, die den Abzug wichtiger russischer Militärausrüstung aus Weissrussland zur Folge hatten, landete der weissrussische Diktator im Altai zu einem persönlichen Treffen mit Putin.

Zum Zeitpunkt, als Lukaschenko landete, wurde ein 90 Kilometer langer Abschnitt der Autobahn in der Nähe von zu Putins Wohnsitz in Valdai komplett gesperrt.

Die Agentur NEXTA schreibt: «Das Treffen findet ohne Kameras statt, und es wird keine abschliessenden Erklärungen geben. Alles spielt sich in einer Atmosphäre äusserster Geheimhaltung ab.» https://x.com/jayinkyiv/status/2070526888527699976; https://x.com/blyskavka_ua/status/2070523767327953103; https://x.com/nexta_tv/status/2070600485460205747

Vor 7 Tagen hatte der ukrainische Präsident vom belarussischen Präsidenten ultimativ verlangt, die russischen Funktürme auf belarussischem Boden abzustellen, ansonsten dies die Ukraine tun werde. Am Mittwoch hatte sich Lukaschenko dem Druck gebeugt. https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1584-25-6-2026-8uhr/

Pavel Latushka, Mitglied der belarussischen Opposition, ehemals Minister und Botschafter unter Lukaschenko, schreibt: «Lukaschenko flog zu Putin, um ihn auf den Knien um Vergebung dafür zu bitten, dass er die Relaisstationen an der belarussisch-ukrainischen Grenze stillgelegt hatte, die für Drohnenangriffe auf Kyiv genutzt wurden.» https://twitter.com/PavelLatushka/status/2070515109340807603;

Die russischen Militärblogger von «Milinfolive» schreiben über die Bedeutung der Abschaltung der Funktürme: «Die Relaisstationen befanden sich in den Regionen Gomel und Brest in Weissrussland und ermöglichten die Verbindung zu ferngesteuerten Drohnen «Geran» und «Gerbera» über eine Entfernung von bis zu 200 km. Ähnliche Relaisstationen befinden sich in der DNR (besetzte Region Donezk), der LNR (Besetzte Region Luhansk) und der Krim, aber gerade die weissrussischen ermöglichten es den russischen Drohnen, unter der Kontrolle des Betreibers bis nach Kiew und in die westliche Ukraine zu gelangen.» https://t.me/milinfolive/174994

PUTIN-GETREUER TOT

Am 26. Juni starb der 73 Jahre alte Sergei Iwanow aus bisher nicht bekannten Gründen.

Iwanow war einer von Putins engsten Vertrauten, ein KGB-General aus St. Petersburg und ehemaliger Stabschef Putins. Angeblich hatte er sich gegen die russische Einmischung in die US-Präsidentschaftswahlen 2016 ausgesprochen. Bis zu seinem Tod war er Mitglied des Sicherheitsrates.

Die wichtigsten Stationen von Iwanow im Dunstkreis von Putins Macht:

  • Ehemaliger russischer Verteidigungsminister (2001–2007) – Er leitete das Militär während einer entscheidenden Phase der Modernisierung und des Zweiten Tschetschenienkriegs.
  • Leiter der Präsidialverwaltung im Kreml (2011–2016) – Praktisch Putins Stabschef, eine der mächtigsten zivilen Positionen in Russland.
  • Einst als möglicher Nachfolger Putins gehandelt – Mitte der 2000er Jahre wurde Iwanov weithin als führender Kandidat für das Amt des nächsten russischen Präsidenten gehandelt, bevor Putin schliesslich Dmitri Medwedew unterstützte.
  • Ein führendes Mitglied der „Silowiki“ – Er gehörte zu der mächtigen Sicherheits- und Geheimdienstelite, die das Rückgrat von Putins Herrschaft bildet.
  • Bis vor wenigen Monaten noch Berater des Präsidenten

https://x.com/anders_aslund/status/2070515659281518782; https://x.com/jayinkyiv/status/2070489602440208392; https://www.spiegel.de/ausland/sergej-iwanow-ehemaliger-verteidigungsminister-von-russland-ist-tot-a-11b98095-8282-44f4-85c3-2f3d80ad1e86   

WEITERE GEFANGENE FREI

160 ukrainische Kriegsgefangene wurden am Freitag aus russischen Camps entlassen. Der jüngste Freigelassene ist 26 Jahre alt, der älteste 66 Jahre. Die Ukraine liess ihrerseits ebenfalls 160 russische Kriegsgefangener frei. Diese befanden sich in einer körperlich weit besseren Verfassung ald die ukrainischen Kämpfer.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj sagte in seinem täglich veröffentlichten Video: «Fast alle von ihnen befanden sich seit 2022 in Gefangenschaft. Verteidiger von Mariupol, Azovstal, der gesamten Region Donezk und anderer Gebiete, darunter die Regionen Saporischschja, Kyiv und Sumy. Wir müssen alle – Soldaten und Zivilisten –, die sich noch in russischer Gefangenschaft befinden, zurückholen. (…) Seit Beginn des umfassenden Krieges wurden bereits mehr als 9’500 Menschen nach Hause gebracht. Allein in diesem Jahr wurden 1’596 Ukrainer zurückgebracht. Ich möchte mich ganz besonders bei allen bedanken, die die Menschen nach ihrer Rückkehr nicht im Stich lassen – die sie nicht ohne angemessene Unterstützung zurücklassen.»

https://x.com/Gerashchenko_en/status/2070480964103311562/photo/1; https://t.me/V_Zelenskiy_official/19648; Video ukrainische Gefangene:  https://x.com/Gerashchenko_en/status/2070516782243123557/video/1; Video russische Gefangene:  https://t.me/milinfolive/174975

RUSSLAND HÄLT GEISELN

Russland hält fast 1’900 bestätigte ukrainische Zivilisten als Geiseln fest, doch die tatsächliche Zahl der Entführten könnte bei bis zu 16’000 liegen. Das berichtet Dmytro Lubinets, der vom ukrainischen Parlament eingesetzte Menschenrechtsombudsmann.

Gemäss Lubinets ist die Rückführung von Zivilisten die schwierigste Aufgabe, da Russland häufig die Orte ihrer Inhaftierung verschleiert, die Tatsache der Inhaftierung nicht bestätigt und Menschen jahrelang ohne Anklage festhält. https://x.com/blyskavka_ua/status/2070609830503408074

 SCHWACHPUNKT SÜDZONE

Der von Russland besetzte Landstreifen vom Donbass bis fast nach Odesa dient einerseits der Versorgung der Front, aber auch der Belieferung der Halbinsel Krim. Kenneth Gregg, ein in Krasilovka (Oblast Kyiv) lebender Reporter, beschreibt die Rolle insbesondere der südlichen Zone, rund um Melitopol und in Richtung der Region Kherson. Ich fasse hier seine Erkenntnisse zusammen:

Melitopol bleibt der wichtigste Knotenpunkt des russischen Landkorridors im Süden der Ukraine. Deshalb hat die Ukraine in den letzten Wochen sehr grosse Ressourcen auf Angriffe gegen diese Infrastruktur konzentriert.

Im Fokus waren Brücken, Strassen, Eisenbahnen, Treibstofftransporte und Depots.

Kraftstoff kommt weiterhin bei den russischen Truppen an. Doch jede Zerstörung macht den Transport langsamer, teurer und gefährlicher. Der Korridor funktioniert. Nur nicht effizient.

Entscheidend ist nicht, ob eine einzige Tankstelle auf der Krim, in Melitopol oder im besetzten Kherson Treibstoff übrig hat. Die strategisch wichtige Frage ist, wie viele Liter Diesel und Benzin tatsächlich täglich die russischen Verbindungen an der Front erreichen. Dort beginnen die wirklichen Auswirkungen der Ukraine-Kampagne sichtbar zu werden.

Dies ist dieselbe Strategie, die die Ukraine erfolgreich für die Befreiung der Stadt Kherson im Herbst 2022 angewandt hat. Dann wurden die Brücken über Dnipro nicht komplett zerstört. Stattdessen wurden sie ständig im Kampf gehalten, was sie so unsicher und schwer nutzbar machte, dass die russische Versorgung allmählich zusammenbrach.

Immer mehr Indikatoren deuten darauf hin, dass Russland vor einem systemischen Logistikproblem steht und nicht lediglich unter lokal begrenzten Treibstoffengpässen leidet.. Wenn die Ukraine noch mehrere Wochen auf Strassen, Brücken, Schienen, Depots und Treibstofftransporten neutralisieren kann, besteht die erhebliche Gefahr, dass sich die heutigen Probleme den gesamten russischen Landkorridor auswirken. https://www.facebook.com/100051080026232/posts/1590323486013637/?rdid=5WzxkYitKX4oZPFK#

Facebook
Twitter
Pinterest
Telegram
Email
Print
BLICKPUNKT

Ähnliche Texte

Ukraine

UKRAINE AKTUELL Nr. 1599 (10.7.2026 / 8Uhr)

• Mehr als 50 Schiffe angegriffen
• No Sprit: Gouverneur klagt an
• Putin will Rache, nicht Frieden
• Peking: Kein A-Waffen-Einsatz!
• Panik & Propaganda des Kremls
• Ukrainische Schläge gehen weiter
• Lastwagen-Chauffeure als Ziele
• Leere Regale in der Donezk-Zone
• 4’000 Kulturgüter beschädigt

Mehr »
Ukraine

UKRAINE AKTUELL Nr. 1598 (9.7.2026 / 10Uhr)

• Trump schmeichelt der Ukraine
• Ukraine erhält Patriot-Lizenzen
• Zelenskyj lacht über den Kreml
• No-Sprit: Brennende Tanks
• No-Sprit: Brennender Tanker
• No-Spirt: 2 Raffinerien kaputt
• No-Sprit: Dieselexport verboten
• No-Sprit: Putin will beruhigen
• Tankstellen sind Kampfarenen
• Sprit kostet auf der Krim 3 Euro

Mehr »
Ukraine

UKRAINE AKTUELL Nr. 1597 (8.7.2026 / 8Uhr)

• Angriffe in die Tiefen Russlands
• Öl- und Chemiewerke brennen
• «Licht aus»-Operation auf der Krim
• 9 Tanker im Azov-Meer angegriffen
• Fedorovs digitale Armee-Revolution
• Anklage gegen ukrainischen Beamten

Mehr »

Copyright © 2020. www.aldrovandi.net. All rights reserved.