- Putin, Kreml und Krim geschützt
- Luftverteidigung geschwächt
- Pseudo-Angebot des Regimes
- Distanzangriff auf Gasversorgung
- Grossattacke mit Kampfdrohnen
- Russland hat zu wenig Benzin
- Lukaschenko gibt Druck nach
WIE SICH DER KREML SCHÜTZT
Die zunehmenden Angriffe ukrainischer Drohnen, Marschflugkörper, Raketen und gelenkten Bomben auf russische Stellungen und Fabriken zeigen Wirkung. Dies stellte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj am Mittwochabend in einer Videobotschaft an das ukrainische Volk fest:
«Die russische Führung verlegt derzeit weitere Luftabwehrsysteme nach Moskau, nach Valdai (Feriensitz von Putin) und zu Putins Brücke über die Strasse von Kertsch – auf Kosten der Luftabwehr in anderen Regionen.
Allein in der Region Moskau haben sie Hunderte von Abschussrampen für S-400-, S-500- und Pantsir-Systeme zusammengezogen. Fast 90 Abschussrampen wurden aus anderen Regionen Russlands nach Valdai verlegt, und dort wird zudem eine spezielle Luftabwehrdivision gebildet, um den Frieden und die Ruhe des russischen Staatschefs zu gewährleisten.
Zum Vergleich: In ganz Russland und rund um die anderen Städte gibt es nur jeweils ein paar Abschussrampen pro Richtung. Das sind ihre Prioritäten. Sie schützen ihre Macht – die Ursache dieses Krieges. In mehr als 60 russischen Regionen herrscht bereits Treibstoffknappheit. Zudem sind die Preise für Benzin und Diesel stark gestiegen – sofern diese überhaupt noch erhältlich sind.
Die russischen Sicherheitsdienste haben sogar vorgeschlagen, das Ritual der Wahl von „Einiges Russland“ in die Staatsduma (russisches «Parlament») zu verschieben oder ganz abzusagen. Ihre jüngste Wahlfarce war für September geplant, und Geheimdienstberichte zeigen nun, dass Russland selbst nicht sicher ist, was bis September geschehen wird.
Es gibt viele Schwierigkeiten – alles nur, weil Putin sich weigert, seinen Krieg zu beenden und auf unsere Vorschläge für ein Treffen, echte Verhandlungen und einen würdigen Frieden einzugehen.» https://twitter.com/ZelenskyyUa/status/2069880595367538909

PUTINS PSEUDO-ANGEBOT
Putin erklärte am Dienstag, er sei zu Friedensgesprächen bereit. Dies meldeten einige Nachrichtenagenturen, ohne auch die Bedingungen zu nennen, unter denen diese Verhandlungen stattfinden sollten. Die Analysten des amerikanischen «Institute for the Study of War» (ISW) haben genau hingehört und zeigen auf, dass Moskau weiterhin die totale Kapitulation der Ukraine fordert.
Der Text des ISW: «Putin erklärte am 23. Juni, Russland sei zu Friedensgesprächen mit der Ukraine bereit, wies jedoch darauf hin, dass Russland nur auf der Grundlage der Istanbul-Protokolle von 2022, Putins Rede vom Juni 2024 vor dem russischen Aussenministerium (MFA) und der angeblichen Vereinbarungen von Anchorage mit den Vereinigten Staaten vom August 2025 verhandeln werde – allesamt Forderungen, die auf eine Kapitulation der Ukraine hinauslaufen.
Putins Äusserungen vom 23. Juni spiegeln daher seine maximalistische Ausgangsposition wider, von der aus er etwaige neue Friedensgespräche beginnen wird.
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow erklärte am 23. Juni in ähnlicher Weise, dass Russland alle seine Kriegsziele erreichen werde, darunter die Neutralität und den Nicht-Atomwaffenstatus der Ukraine, die Beseitigung angeblich „diskriminierender“ Gesetze gegen die russische Sprache und die Russisch-Orthodoxe Kirche (ROC) sowie die Anerkennung der illegalen, vorgetäuschten russischen Referenden in der besetzten Krim und den Oblasten Cherson, Saporischschja, Luhansk und Donezk durch die Ukraine. Lawrows Auflistung der russischen Kriegsziele spiegelt die Kreml-Narrative wider, wonach Russland entschlossen sei, die angeblichen „Grundursachen“ des Krieges zu beseitigen.
Sowohl Putins als auch Lawrows Äußerungen sind eine Bekräftigung der ursprünglichen Kriegsziele Russlands aus dem Jahr 2022, die auf eine vollständige Kapitulation der Ukraine hinauslaufen, und signalisieren damit faktisch, dass jedes Friedensabkommen, das nicht den russischen Forderungen gegenüber der Ukraine sowie der NATO und dem Westen gerecht wird, Russland nicht zufriedenstellt.» https://x.com/thestudyofwar/status/2069790147160289419

GASVERSORGUNG ATTACKIERT
In der Nacht auf Mittwoch haben ukrainische Spezialeinheiten zwei strategische Industrieanlagen Russlands in der Nähe von Orenburg angegriffen: die Gasaufbereitungsanlage Orenburg und die Heliumfabrik Orenburg. Das berichtet das ukrainische «Zentrum für strategische Kommunikation». Die angegriffenen Objekte befinden sich über 2’000 Kilometer von Kyiv entfernt.
Die Gasaufbereitungsanlage Orenburg gehört zu den grössten Gasaufbereitungskomplexen Russlands und dient der Reinigung, Speicherung und Aufbereitung von Erdgas. Die Anlage hat eine Kapazität von bis zu 45 Milliarden Kubikmetern pro Jahr und ist ein Knotenpunkt in der russischen Energieinfrastruktur.
Die ebenfalls angegriffene Heliumanlage in Orenburg produziert jährlich etwa 8,8 Millionen Kubikmeter Helium. Neben zivilen Anwendungen ist Helium unverzichtbar für militärische Anwendungen wie Raketen sowie Luft- und Raumfahrtsysteme.
An der Operation beteiligt waren gemäss ukrainischen Angaben auch Mitglieder der russischen Untergrundbewegung «Black Spark». Von dieser Gruppe war erstmals am 19. Mai die Rede, nachdem sie nach eigenen Angaben eine Gaspipeline in der Region St. Petersburg gesprengt hatte.
Auch der international gesuchte, russische Verbrecher und Donbas-Separatist Igor Strelkow «Girkin» meldete sich: «Besorgt» schrieb er über ein Foto, die die Rauchsäulen über der Gasanlage von Orenburg zeigt. https://x.com/stratcomcentre/status/2069709705056747523; https://ukraineaktuell.com/ukraine-aktuell-nr-1547-19-5-2026-8uhr/ https://x.com/GirkinGirkin/status/2069625579930820953

ANGRIFFE DER UKRAINE
Die ukrainische Armee griff in dieser Nacht mit mehreren Marschflugkörpern und rund 300 Kampfdrohnen Gebiete in den besetzten Zonen und in den Tiefen Russlands an. https://x.com/nexta_tv/status/2069873195507732656
In der Region Krasnodar – auf der südrussischen Seite gegenüberliegend der Krim – haben ukrainische Drohnen ein Öldepot bei Poltawskaja Drei Tanks gerieten in Brand, von denen einer vollständig gefüllt war. Die Rauchwolke ist weit sichtbar. https://t.me/exilenova_plus/23717
Auch auf der Krim wurde von einem massiven Drohnenangriff berichtet. Explosionen wurden in Sewastopol, Simferopol, Jalta und anderen Gebieten gemeldet. Die Wärmekraftwerke Balaklawa und Tawrida wurden angegriffen. https://t.me/u_now/203634

RUSSLANDS BENZINPROBLEME
Aufgrund ukrainischer Angriffe auf Ölraffinerien produziert Russland 25 % weniger Benzin als im Vorjahr. In der ersten Junihälfte gingen die Exporte von Erdölprodukten auf dem Seeweg um 15 % zurück. Angesichts der Kraftstoffknappheit erwägt die russische Regierung ein vollständiges Verbot von Dieselexporten (zusätzlich zu den bestehenden Verboten für Benzin und Flugkerosin) und schliesst den Import von Kraftstoff nicht aus. https://x.com/front_ukrainian/status/2069511280021344474
Die am 18. Juni angegriffene Raffinerie in Moskau kann ihren Betrieb nicht mehr in diesem Jahr wiederaufnehmen. Das berichtet Reuters. Für die Region Moskau ist dies eine schlechte Nachricht, denn 40 – 50% des Benzins für die russische Hauptstadt wurden in dieser Anlage produziert. https://x.com/kyivpost/status/2069755422370672841; https://x.com/bayraktar_1love/status/2069745984628748668
Lange Warteschlangen werden aus Irkutsk gemeldet. In der ostrussischen Grosstadt in der Nähe des Baikalsees stauen sich Personenwagen vor Tankstellen auf beiden Strassenseiten und über mehrere hundert Meter. https://t.me/exilenova_plus/23707
Aus Iwanowo, östlich von Moskau, melden sich Einwohner und beklagen sich über den Treibstoffmangel, was ein «Albtraum» sei. https://t.me/exilenova_plus/23697
Russland bittet Kasachstan um Hilfe wegen Kraftstoffmangel nach Angriffen ukrainischer Drohnen. Russland benötigt 50’000 Tonnen Benzin der Oktanzahl 92, berichtet Reuters unter Berufung auf Branchenquellen. https://www.reuters.com/business/energy/russia-asks-kazakhstan-gasoline-ease-shortages-sources-say-2026-06-24/

WEISSRUSSLAND GAB NACH
In Weissrussland/Belarus funktionieren die Funktürme zur Steuerung von russischen Drohnen auf ukrainischem Boden nicht mehr. Dies meldet der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj. Er hatte das Regime von Alexander Lukaschenko vor fünf Tagen aufgefordert, die Anlagen innerhalb einer Woche abzustellen, ansonsten würde dies die ukrainische Armee tun.
Zelenskyj am Mittwochabend: «„Ob sie demontiert wurden oder nicht, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Aber wir arbeiten daran, und ich verfolge die Lage sehr genau und erhalte tägliche Berichte. Tatsache ist, dass die Repeater heute nicht funktionieren.», sagte der Präsident der Ukraine.
Lukaschenko äusserte sich öffentlich nicht zu Zelenskyjs Worten. https://twitter.com/visegrad24/status/2069820846802358670



