#UKRAINE AKTUELL Nr. 1582 (23.6.2026 / 8Uhr)

  • Russen greifen Familien an
  • Schutz für Moskau verstärkt
  • Gazprom verliert an Wert
  • Massive Ostfront-Kämpfe
  • Wichtige Brücke gesprengt
  • Russen sollen Krieg zahlen
  • Die Rolle von Weissrussland

ANGRIFFE AUF FAMILIEN

Russische Truppen griffen das Haus einer kinderreichen Familie im Bezirk Schostka in der Region Sumy an. Bei dem Angriff kamen ein 13-jähriger Junge, sein 36-jähriger Vater und seine 73-jährige Grossmutter ums Leben. Die 31-jährige Mutter des Jungen, sein 10-jähriger Bruder und seine 13-jährige Schwester wurden verletzt.

Der Angriff in der Gemeinde Znob-Novgorod erfolgte am Morgen des 22. Juni um 4Uhr50, als die Familie im Haus schlief. https://nv.ua/ukr/ukraine/events/shostka-ataka-na-bagatoditnu-rodinu-na-sumshchini-zaginuli-troye-lyudey-shche-troye-poraneni-50618115.html

In Saporischschja wurden bei einem russischen Angriff am Montagmorgen eine Frau getötet und drei Menschen, darunter ein 11-jähriger Junge, wurden verletzt. Das angegriffene Wohnhaus brannte weitgehend aus.

In beiden Fällen haben die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden Voruntersuchungen wegen des Verdachts auf Kriegsverbrechen eingeleitet. https://t.me/nvua_official/178726

ALLES FÜR MOSKAU

Das russische Militär schützt das Zentrum von Moskau mit immer neuen Luftabwehrgeschützen. Sie sollen den bereits aus vier Ringen bestehenden Verteidigungsring gegen Drohnen verstärken. Die neu installierten Luftverteidigungssysteme wurden aus anderen Regionen Russlands und der besetzten Zone abgezogen.

Die ukrainischen Blogger von «ExileNovaPlus» schreiben: «Moskau entblösst dabei andere strategische Objekte und lässt sie praktisch ohne Deckung zurück. Der Sommer wird heiss sein.»

In der Region Moskau wurden am Montagmorgen mehrere Drohnen beobachtet. An einigen Stellen wurden Rauchsäulen festgestellt. Konkrete Schäden sind nicht bekannt. https://t.me/exilenova_plus/23506

GAZPROM-AKTIE UNTER 1 DOLLAR

Die Gazprom-Aktie fiel im Handel erstmals seit 2009 unter 100 Rubel (1 US-Dollar). Genau vor einem Jahr war die Gazprom-Aktie noch 200 Rubel wert.

Die Aktie des einst stolzen russischen Energiekonzerns leidet unter dem vollständigen Verlust des europäischen Marktes, der schwachen Nachfrageaussichten in China und weltweit sinkender Ölpreise.

Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt: «Analysten zufolge hat der ukrainische Drohnenangriff der vergangenen Woche auf eine Moskauer Ölraffinerie, die dem Ölzweig von Gazprom gehört, ebenfalls die Stimmung gegenüber dem Unternehmen belastet, das in den letzten Jahren keine Dividende ausgeschüttet hat.» https://www.reuters.com/business/energy/shares-russias-gazprom-fall-below-100-roubles-lowest-since-2009-2026-06-22/

1.FRONT: KÄMPFE IM OSTEN

Das französische Verteidigungsministerium veröffentlicht regelmässig Lageeinschätzungen. Hier die aktuellen Erkenntnisse über die Situation in der unmittelbaren Kampfzone (1. Front):

An der Südfront und an der Nordfront wurden keine nennenswerten Vorstösse verzeichnet.

An der Ostfront rückte die russische Armee in den Sektoren Kupjansk [1] und Siversk [2] vor, während die ukrainische Armee im Sektor Ivanivka [3] erfolgreich war.

Die Bilanz der letzten 24 Stunden: Die Truppen der Russischen Föderation gewannen mehr Land hinzu, als sie verloren: Die ukrainischen Streitkräfte eroberten 2,2 km² ihres Landes zurück und die Armee der Russischen Föderation gewann 7,7 km².

Die Bilanz der letzten sieben Tage: Die ukrainische Armee eroberte mehr Land zurück, als sie verlor. Ukraine plus 44,3 km², Russland plus 29,9 km². https://www.facebook.com/photo?fbid=1482793937222286&set=a.292654226236269

2.FRONT: BRÜCKE GESPRENGT

In der 2. Front bei Saporischschja hat die ukrainische Armee eine Brücke bei Vasiljevka (47.448204, 35.285000) mit einer Bombe massiv beschädigt. Die Brücke diente den Besatzern als Verbindung zu den Frontlinien.

Bereits im Februar hatte eine ukrainische MiG-29 mit zwei AASM HAMMER-Bomben die Brücke massiv beschädigt, worauf sie wieder aufgebaut wurde. https://t.me/other_nikopol/49873

Eine verzweifelte Lage ergibt sich für russische Soldaten bei der sogenannten Kinburner Nehring. Diese Halbinsel am Ende des Dnjepr in der Region Saporischschja wird seit zwei Jahren von russischen Truppen gehalten.

 Nun ist es der ukrainischen Armee gelungen, die Versorgung mit Nahrung und Trinkwasser abzustellen. Trotzdem weigert sich die russische Armeeführung, ihre Soldaten aus der Gegend zu evakuieren, schreibt der Kommandeur der ukrainischen Einheit «Odessa». https://t.me/u_now/203383

3.FRONT: SCHLAG GEGEN CHIP-FABRIK

Ukrainische Flugkörper haben am Montagmorgen eine Firma für Mikroelektronik in der Stadt Woronesch angegriffen. Der für das russische Militär strategisch wichtige Betrieb befand sich 620 Kilometer von Kyiv entfernt. Videos zeigen eine Serie von Explosionen und mehrere Brände in Werkhallen. Der Gouverneur von Woronesch, Alexander Gusev, berichtete, dass beim Angriff fünf Personen ums Leben gekommen sind.

Die russische Firma ist auf die Herstellung von Halbleiterbauteilen für «Iskander-K»- und «X-101-Raketen» sowie Pantisir-Luftabwehrgeschütze spezialisiert.

Getroffen wurde das Werk von Marschflugkörpern. Gemäss russischen Quellen sollen es sich um britisch-französische Storm-Shadow Flugkörper gehandelt haben.

Nach Recherchen ukrainischer Militärblogger sollen amerikanische Kleinmarschflugkörper vom Typ «AGM-188 Rusty Dagger» aus ukrainischen F-16-Kampfflugzeugen abgeschossen worden sein. Die amerikanische AGM-188 wurde speziell für die Anforderungen der Ukraine entwickelt. Sie ist eine Hybridform aus Marschflugkörper und Luftbomben, kann 450 Kilometer weit fliegen und 220 kg Sprengstoff transportieren. Vor einem Jahr bewilligte die US-Regierung dem Verkauf von 3’350 Rusty Dagger-Munitionseinheiten an Kyiv.

Das russische Verteidigungs-/Kriegsministerium verurteilte den Angriff als «terroristischen Akt». Einer der führenden russischen Militärblogger «Notizen eines Veteranen» schreibt: «Tatsächlich sind die Ukrainer aber wütende Hunde, die erschossen werden müssen, damit sie keine normalen Menschen attackieren können.»

(KOMMENTAR: Das angegriffene Werk in Woronesch steht auf der Sanktionsliste vieler westlicher Staaten. Die Ukraine hat ihre eigene, konkrete Art der Sanktionierung.)

https://t.me/exilenova_plus/23575 ; https://x.com/igorsushko/status/2069105705915961633; https://t.me/notes_veterans/28300; https://x.com/Archer83Able/status/2069039308976140515; https://t.me/milinfolive/174740  

RUSSEN SOLLEN ZAHLEN

Die russischen Staatsbürger sollen mit ihrem Ersparten den Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Das will der Chef der zweitstärksten Partei Russlands.

Im Programm kommunistischer Parteien ist oft von Enteignung oder Verstaatlichung die Rede und dabei geht es meist um den Besitz von Firmen, ihren Besitzern oder sonst sehr reichen Menschen. Der Chef der kommunistischen Partei Russlands («Vorsitzender des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation»), Gennadi Sjuganow, will diesen Diebstahl erweitern – alle Russen sollen enteignet werden.

Der Chefkommunist Russlands, Sjuganow, forderte die Konfiszierung von Geld, das von Russen und Unternehmen in Banken gehalten wird, um die Haushalts- und Wirtschaftsprobleme Russlands zu lösen.

«Es gibt 67 Billionen eures Geldes, die heute in Banken liegen. 67 Billionen von Privatpersonen und 63 Billionen von Unternehmen. Das ergibt insgesamt 130 Billionen. Das sind dreimal so viel wie der Staatshaushalt. Es liegt einfach so da und macht die Banker reicher.» Laut ihm könnten etwa 30 Billionen Rubel «sofort mobilisiert» werden.

Problem kann schnell gelöst werden. Wenn ich Präsident wäre, würde ich es mit einem einzigen Dekret erledigen. Im Krieg hat er das Recht dazu – er ist der Oberbefehlshaber“, fügte Sjuganow hinzu. https://t.me/zhivoff/26898; https://x.com/Gerashchenko_en/status/2069039839849087053/video/1

DIE ROLLE VON BELARUS

Mit einem siebentägigen Ultimatum verlangt Volodymyr Zelenskyj den Abbau von russischen Antennenanlagen auf belarussischem Gebiet, welche russische Drohnen steuern. Zelenskyj sagte in Richtung des weissrussischen Diktators Alexander Lukaschenko: «Keine technische Unterstützung für die Relaisstationen. Ausschalten, entfernen und uns zeigen, dass sie entfernt wurden. Und wir beenden dieses Thema. Wie bereits mehrfach erklärt, sind wir in die Phase des öffentlichen Signals übergegangen. Das bedeutet, dass, wenn sie sie nicht entfernen, wir es tun werden. Schluss. Entweder sie oder wir.». https://t.me/nvua_official/178709

Der ukrainische Journalist Anton Gerashchenko beschreibt die Rolle von Lukaschenkos Regime als einen permanenten Hochseilakt (von mir etwas gekürzt):

«Kurz gesagt: Putin nutzt das belarussische Territorium in erster Linie zu logistischen Zwecken im Krieg gegen die Ukraine. Belarus dient Russland als logistischer Knotenpunkt und Rückzugsgebiet sowie als Plattform, um Druck auf westliche Länder auszuüben, unter anderem durch nukleare Erpressung. Lukaschenko ist und bleibt von Russland abhängig.

Lukaschenko versuchte, sich an Putin zu wenden, erhielt jedoch im Wesentlichen eine Absage und den Rat, sich selbst um die Angelegenheit zu kümmern. Putin fehlen derzeit sowohl die Ressourcen als auch die Fähigkeiten, um in Belarus eine zweite Front zu eröffnen.

Andererseits will Belarus selbst keine Eskalation und fürchtet die Ankunft russischer Truppen mehr als ukrainische Drohnen.» https://twitter.com/gerashchenko_en/status/2069079044281258210

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